Wettquoten auf den EM-Sieger – und warum 2026 kein Turnier dahintersteht
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Stand: Oktober 30, 2026 · geprüft gegen die Bewilligungsangaben der Gespa und die veröffentlichten Spielregeln von Swisslos und Loterie Romande.
Wer heute nach Quoten auf den Europameister sucht, findet ein Angebot vor, das es so nicht geben dürfte – und trotzdem existiert. Der Grund ist unspektakulär und wird trotzdem fast überall falsch geschrieben: Im Jahr 2026 findet keine Fussball-Europameisterschaft statt. Gespielt wurde zuletzt 2024 in Deutschland, Spanien holte sich am 14. Juli 2024 im Olympiastadion Berlin mit 2:1 gegen England den vierten EM-Titel. Die nächste Ausgabe läuft 2028 in England, Schottland, Wales und Irland, das Finale steigt am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion. Was ein Wettender also kaufen kann, ist eine Langzeitwette auf ein Turnier, dessen Qualifikation noch nicht einmal ausgelost ist – die Auslosung steht für den 6. Dezember 2026 in Belfast an.
Das klingt nach einem Detail. Es ist der wichtigste Satz auf dieser Seite. Eine Siegerquote ohne Turnier in Sicht ist keine Information über ein Fussballspiel, sondern eine Information über die Erwartungshaltung des Veranstalters – und über den Preis, den er für diese Erwartung verlangt. Wer das verwechselt, kauft eine Zahl und hält sie für eine Prognose.
Immerhin: In der Schweiz muss man bei diesem Geschäft nicht raten, wem man gegenübersitzt. Nur zwei Veranstalter dürfen Sportwetten anbieten, und beide sind namentlich bekannt. Was das für die Quote bedeutet, was es für die Auszahlung bedeutet und was es für den Steuerfreibetrag bedeutet, ist der Rest dieses Textes.
Wie Siegerquoten entstehen und was ein Wettmarkt aus ihnen macht
Wer eine Siegerquote auf ein Turnier sieht, sieht das Ergebnis einer Buchhaltung, nicht einer Weissagung. Der Veranstalter setzt eine implizite Wahrscheinlichkeit an, rechnet seine Kosten hinein und bepreist das Ergebnis so, dass er über alle möglichen Ausgänge hinweg mit einem Überschuss aussteigt. Die Quote ist der umgekehrte Ausdruck dieser Wahrscheinlichkeit. Eine Quote von 6.00 entspricht einer impliziten Wahrscheinlichkeit von 16,7 Prozent – man teilt eins durch die Quote und erhält den Anteil, den der Veranstalter diesem Ausgang zuschreibt.

Der Haken steckt in der Summe. Addiert man die impliziten Wahrscheinlichkeiten aller Ausgänge eines Marktes zusammen, kommt man über 100 Prozent. Der Überschuss ist der Quotenschlüssel, den der Veranstalter einbehält – und er ist der Grund, weshalb zwei Quoten auf denselben Ausgang bei zwei Anbietern nie dieselbe Bedeutung haben. Bei einem Zwei-Weg-Markt mit Quoten von je 1.90 liegt die Auszahlungsquote bei rund 95 Prozent, die Marge also bei etwa 5 Prozent. Das ist keine feste Grösse, sondern eine Spanne: zwischen durchgerechneten 94 und 97 Prozent je nach Ausgangslage, und je enger die beiden Quoten beieinanderliegen, desto näher rückt die Auszahlungsquote an die obere Kante.
Bei einem Turniersieger-Markt mit zwanzig oder dreissig Nationen lässt sich dieselbe Rechnung nicht mehr sinnvoll durchführen, weil die lange Liste der Aussenseiter die Summe verwässert. Genau dort liegt das Geld für den Veranstalter. Die Favoriten werden scharf bepreist, damit die Quoten im Vergleich gut aussehen, und die hinteren Nationen tragen die Marge. Wer auf einen Aussenseiter setzt, bezahlt also nicht nur dessen Unwahrscheinlichkeit, sondern zusätzlich einen Aufschlag, den ein Markt mit zwei Ausgängen gar nicht hergibt.
Warum zwei EM-Ausgaben keine vergleichbaren Quoten haben
Die Europameisterschaft 2024 wurde vom 14. Juni bis 14. Juli 2024 in Deutschland mit 24 Mannschaften ausgetragen, in sechs Vierergruppen und insgesamt 51 Spielen. Die Ausgabe 2028 folgt demselben Format – sechs Vierergruppen, danach Achtelfinale vom 24. bis 27. Juni, Viertelfinale am 30. Juni und 1. Juli, Halbfinale am 4. und 5. Juli und das Finale am 9. Juli 2028. Ein Spiel um Platz drei gibt es nicht.
Gleiches Format heisst nicht vergleichbare Quoten. Zwischen zwei Turnieren liegen vier Jahre, ein verändertes Teilnehmerfeld und eine Qualifikation, die in zwölf Gruppen mit vier oder fünf Mannschaften läuft. Die zwölf Gruppensieger und die acht besten Gruppenzweiten kommen direkt weiter. Wer die Quoten von 2024 neben die Quoten von 2028 legt, vergleicht also zwei verschiedene Leistungsfelder und tut so, als seien sie dieselben. Sinnvoll ist der Vergleich nur innerhalb einer Ausgabe – und auch dort nur zwischen Anbietern, die denselben Markt bepreisen.
Der Status quo: was die Schweizer Veranstalter tatsächlich anbieten
Der Blick in die Marktlandschaft ist kurz. Sporttip – das Sportwettenprodukt von Swisslos, ansässig in Basel – führt Einzel-, Kombinations- System- und Livewetten, dazu Cash-Out und Quoten- sowie Profitboosts. Jouez Sport, das Produkt der Loterie Romande, ist der Westschweizer Gegenpart. Alles andere, was einem in der Schweiz an Wettangeboten begegnet, ist ohne Schweizer Bewilligung unterwegs. Dazu mehr im Abschnitt «Der Vergleich zwischen den beiden bewilligten Veranstaltern».
Wie die Livequote zum Turniersieger entsteht und wann sie sich bewegt
Die Grundlagen und eine nüchterne Einordnung zeigen, wie Siegerquoten auf ein Turnier entstehen und weshalb sie zwischen den Ausgaben des Wettbewerbs kaum vergleichbar sind. Das ist keine Formulierung aus einer Marketingbroschüre, sondern die nüchterne Beschreibung eines Marktes, der sich ständig bewegt und dessen Bewegung niemandem hilft, der die Zahl als Versprechen liest.
Eine Livequote auf ein Turnier ist im Kern eine Prematch-Quote mit kürzerer Halbwertszeit. Jedes Tor, jede Verletzung, jede Rote Karte verschiebt die implizite Wahrscheinlichkeit, und der Veranstalter passt an. Bei Sporttip gilt die Livewette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wer nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs setzt, wird mit Quote 1.00 gewertet, und in spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, Entscheid des Videoschiedsrichters – kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten.
Für den Wettenden heisst das: Beim Livewetten entscheidet nicht nur der Ausgang, sondern auch der Moment. Es liegt in der Natur der Sache, dass sich der Ausgang oft schneller ändert als die Übertragung ihn zeigt.
Was der Vergleich mit anderen Sportarten zeigt
Der Blick auf Fussball-Bundesliga, Champions League oder Formel 1 hilft an dieser Stelle nicht weiter, weil die Marktlogik eine andere ist. Ein Ligaspiel hat 90 Minuten und einen klaren Endpunkt. Ein Turniersieger-Markt läuft über Wochen und wird von Ereignissen beeinflusst, die in keiner Quote stehen. Die implizite Wahrscheinlichkeit von 16,7 Prozent bei Quote 6.00 ist ein Zustand, kein Urteil über das Turnier.
Die Erwartungshaltung des Veranstalters als Information
Wenn die Qualifikation noch nicht ausgelost ist, kann die Siegerquote eines Veranstalters nicht aus dem Teilnehmerfeld abgeleitet sein – sie entsteht aus Erwartungen, aus dem Abschneiden der letzten Turniere und aus der Nachfrage. Wer die Quote liest, liest also eine Mischung aus Sport und Buchhaltung. Spanien gewann vier EM-Titel und steht deshalb traditionell weit oben; Deutschland hält drei Titel (1972, 1980, 1996), Rekordtorschütze der EM-Geschichte ist Cristiano Ronaldo mit 14 Toren. Diese Zahlen sind historisch belastbar, aber sie sind keine Prognose für 2028.
Rechtslage: Wer in der Schweiz überhaupt EM-Siegerquoten anbieten darf
Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019) und werden von der Gespa beaufsichtigt – der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern, nicht von der ESBK, die nur die Casinos prüft. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung je Spiel und gilt nur in der Schweiz.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Eine Liste weiterer bewilligter Buchmacher gibt es nicht, weil es keine gibt. Das ist keine Marktbeobachtung, sondern Rechtslage.
Was Sporttip abdeckt, legt die Swisslos-Vertragsvereinbarung fest: die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Jouez Sport bedient die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Ein Online-Konto setzt Wohnsitz in der Schweiz voraus und praktisch auch im Gebiet des jeweiligen Veranstalters.
Wer in Zürich sitzt, kann bei Jouez Sport kein Konto eröffnen, und wer in Genf sitzt, keines bei Sporttip. Für einen Wettenden in der Deutschschweiz ist die Auswahl damit faktisch auf einen Anbieter reduziert. Das ist der Preis eines Systems, das dafür sorgt, dass die Nettospielerträge gemeinnützigen Zwecken in den Kantonen zufliessen.
Erlaubt ist nur, was auf der Liste steht
Der Gespa führt eine abschliessende Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten (Fassung 10.09.2026). Was nicht darauf steht, ist nicht bewilligt. Qualifikationsrunden erscheinen nur, wenn sie gelistet sind; Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind; Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe sind nie bewilligt, Ecken- und Kartenmärkte tauchen in der Liste nicht auf, und eine E-Sport-Rubrik gibt es nicht. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.
Livewetten sind erlaubt, soweit der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung besitzt; eine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte kennt das BGS nicht. Cash-Out ist nicht reguliert – es ist eine Funktion des jeweiligen Veranstalters. Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.
Für die EM-Siegerwette heisst das: Die Wette ist ein zulässiger Langzeitmarkt, Cash-Out ist ein Zusatz, den Sporttip nach eigenem Ermessen gewährt – kein verbrieftes Recht.
Ohne Schweizer Bewilligung: was ein Bekannter an der Grenze kostet
Ausländische Marken sind in der Schweiz nicht präsent. Eine Bewilligung aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land entfaltet hier keine Wirkung. Das Veranstalten von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist strafbar – bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre. Bestraft wird der Veranstalter, nicht der Spieler. Trotzdem können Einsätze und Gewinne in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden.
Die praktischen Folgen sind gravierender als die Strafnummer. Ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung hängt nicht am schweizerischen Sperrregister, und wer dort eingetragen ist, kann sich bei ihm trotzdem anmelden. Bei Streitigkeiten gibt es keinen Schweizer Rechtsweg. Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS blockieren; die Liste erschien erstmals am 3. September 2019 und umfasste Ende 2025 insgesamt 671 Domains. Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt, ein Vorgang, den die Gespa selbst als Domain-Hopping bezeichnet.
Wer also eine Quote vergleicht und dabei eine Marke ohne Schweizer Bewilligung findet, hat nicht zwei Angebote gefunden, sondern eines und ein Risiko. Dasselbe Geld, dasselbe Spiel, aber unterschiedliche Spielregeln, wenn etwas schiefgeht – und schiefgeht es immer dann, wenn jemand eine Auszahlung will.
Spielerschutz: die Limiten, die vor dem ersten Einsatz gesetzt werden
Der Schweizer Sportwettmarkt hat keine staatliche Einzahlungsobergrenze. Was er hat, ist eine Pflicht des Veranstalters, von den Spielenden Höchstwerte zu verlangen – für Tages-, Wochen- oder Monatsverluste. Bei Sporttip läuft das konkret: Vor der ersten Teilnahme müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, mit einer Oberlimite von CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite auf 30 Tage möglich.
Die 72 Stunden sind der Teil, den man beim Lesen der Bedingungen überliest. Wer an einem Sonntagabend beschliesst, seine Limite zu erhöhen, weil das EM-Halbfinale ansteht, wettet dieses Halbfinale nicht mehr mit der erhöhten Limite. Das ist kein Hindernis, das ist der Zweck. Die Verordnung schreibt nach dem Gesetz eine Erhöhung nach 24 Stunden vor; Swisslos und Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an.
Ebenfalls bei Sporttip: Der Zugang lässt sich produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Ausgeschlossene oder minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn.
Ein Testkauf der Gespa aus dem Jahr 2025 zeigt, wo die Grenze liegt: An Verkaufsstellen wurde in 47,5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Wer glaubt, am Schalter schützt ihn der Schalter, sollte sich auf diesen Wert einstellen. Sportwetten sind ab 18, Online-Minderjährige werden nicht zugelassen, und ein Konto pro Person mit geprüfter Identität ist Vorschrift – an der Kasse gibt es keine Identitätsprüfung, im Konto schon.
Was das praktisch bedeutet: Die wirksame Verlustbremse ist nicht die Aufsicht, sondern die Zahl, die man selbst einträgt. Wer sie hoch ansetzt, um sich die Option offenzuhalten, hat die Bremse bereits deaktiviert.
Zahlungswege und Auszahlung: was nach dem Turnier auf dem Konto landet
Gewinne und Guthaben werden ausschliesslich auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers überwiesen. Kryptogeld als Auszahlungsweg, anonyme Auszahlung, Auszahlung an Dritte – gibt es im bewilligten Schweizer Wettmarkt nicht, weil das Gesetz es nicht zulässt. Ein Kredit an Spielende ist ebenfalls ausgeschlossen. Die praktische Konsequenz: Wer bei Sporttip oder Jouez Sport ein Konto eröffnet, verifiziert sich beim ersten Schritt mit dem Ausweis. Bei Sporttip werden die Daten aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft; es braucht mindestens 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren.
Auch die Währung ist eine Schweizer Angelegenheit. Konten laufen in Franken, nicht in Euro. Wer von der Schweiz aus auf ein europäisches Turnier wettet, wettet also über die Grenze im Kopf, aber nicht im Konto.
Ein Wort zu den Zahlungsmarken: Welche Zahlungsdienste der jeweilige Veranstalter akzeptiert, regelt er in seinen eigenen Bedingungen. In der Schweiz gibt es kein Werkzeug, mit dem Banken oder Kartennetzwerke Zahlungen an nicht bewilligte Wettseiten blockieren – diese Erwartung hält sich hartnäckig und ist falsch. Blockiert werden Domains, nicht Zahlungen.
Wie lange das Geld gebunden ist
Eine Siegerwette auf die EM 2028 ist ein Langzeitmarkt mit einem Endpunkt, der in weiter Ferne liegt. Wer heute setzt, bindet den Einsatz bis zum 9. Juli 2028 oder bis zu einer Auszahlung nach den Bedingungen des Veranstalters. Die Verzinsung dieser Bindung beträgt null. Das ist der eigentliche Preis einer frühen Siegerwette: Nicht die Quote, sondern die Zeit, in der das Geld nicht verfügbar ist.
Deckt ein Sporttip-Wettereignis ab und wird es nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt, ist die Wette ungültig – Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Die 48 Stunden sind ein wichtiger Wert für abgesagte Spiele, aber sie greifen bei einem Langzeitmarkt nicht, weil eine ganze Europameisterschaft nicht innerhalb von zwei Tagen nachgeholt wird.
Versteuert wird der Gewinn, nicht der Einsatz
Gewinne aus Schweizer Grossspielen – die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich – sind bis zur Höhe des Steuerfreibetrags pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und erst darüber steuerpflichtig. Der Bundesfreibetrag liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400). Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, deshalb gilt: je nach Kanton. Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird.
Eine typische Wette liegt weit unter dieser Schwelle. Auf einen Gewinn von einigen hundert Franken fällt keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer an. Eine Wettsteuer auf den Einsatz gibt es in der Schweiz nicht – wer sie sucht, sucht etwas, das nicht existiert.
Deutlich unangenehmer ist der ausländische Fall. Gewinne von ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis etwa von Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Der steuerfreie Schweizer Gewinn kann also teurer werden, wenn er aus dem Ausland kommt. Für verbindliche Auskünfte bleibt nur der Weg zum Steuerberater oder zur kantonalen Steuerverwaltung.
Den Turniersieger einschätzen: Form, Kader und Auslosung als Rechengrössen
Die Auslosung der EM-Qualifikation steht für den 6. Dezember 2026 in Belfast an. Bis dahin existiert kein Teilnehmerfeld, aus dem sich eine Siegerquote seriös ableiten liesse – nur eine Erwartungshaltung. Wer trotzdem eine Einschätzung vornehmen will, arbeitet mit drei Grössen, die tatsächlich verfügbar sind: der Form der Nationalmannschaften in den Monaten vor dem Turnier, der Zusammensetzung des Kaders und dem Weg durch das Turnier, den die Auslosung vorgibt.
Form ist eine kurzfristige Grösse
Form in der Nationalmannschaft ist ein schwaches Signal, weil sie in Qualifikations- und Nations-League-Spielen gegen Gegner entsteht, die mit dem Turnierniveau wenig zu tun haben. Die Statistik der letzten Turniere ist da schon belastbarer, historisch aber keine Prognose. Spanien steht mit vier EM-Titeln an der Spitze, Deutschland mit drei. Spanien gewann das Finale 2024 mit 2:1 gegen England, ein Ergebnis, das an einem einzigen Abend entstand und nicht über eine Turnierdauer.
Der Kader entscheidet über die Tiefe, nicht über den Gipfel
Ein Turnier mit 24 Mannschaften und einer K.-o.-Phase belastet den Kader über Wochen. Wer die Gruppenphase mit vier Spielern rotiert, ist im Viertelfinale nicht besser aufgestellt als der, der mit elf Spielern durchgespielt hat. Die Kadertiefe lässt sich vor einer Auslosung nicht bewerten, weil die Gruppengegner unbekannt sind.
Die Auslosung als Kostenfaktor
Der Weg durch das Turnier ist eine Rechengrösse, die man erst nach der Auslosung kennt. Bei der EM 2024 trafen 24 Mannschaften in sechs Gruppen aufeinander; bei der EM 2028 wird es identisch sein. Ein Gruppensieger bekommt in der Regel einen leichteren Achtelfinalgegner, ein Gruppenzweiter einen schwereren. Wer die Siegerquote vor der Auslosung kauft, kauft unbekannte Kosten ein.
Was aus all dem folgt: Wer bei einem Turnier auf einen Favoriten setzen will, sollte sich klarmachen, dass er eine Zahl gegen ein unbekanntes Feld kauft. Die Implizite Wahrscheinlichkeit sagt, wie teuer der Veranstalter diese Zahl verkauft – nicht, wie wahrscheinlich sie eintritt. Auch ein klarer Favorit bleibt eine Wette.
Wettarten auf den Turniersieg und die Marge in der Quote
Der Turniersieg ist eine von mehreren Wettarten, mit denen sich ein Turnier begleiten lässt. Sporttip führt Einzel-, Kombinations-, System- und Livewetten, dazu Quoten- und Profitboosts. Jouez Sport führt Einzel- und Kombiwetten sowie Multiples. Ein Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen; die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote – bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten – und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Diese Rundung ist kein Detail: Bei einem Einsatz von CHF 10 und einer Quote von 1.95 ergibt die Multiplikation 19.50, und die Abrundung auf 5 Rappen ändert daran nichts. Bei krummen Quoten und grösseren Einsätzen kann sie den Betrag um bis zu vier Rappen nach unten drücken.
Abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung kombiniert Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann der Veranstalter die gesamte Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Für den Wettenden bedeutet das: Eine selbst gebaute Kombination aus zwei Märkten desselben Spiels ist bei Sporttip kein gültiges Produkt, sondern ein Fehler des Veranstalters, der zurückgenommen werden kann.
Der Kombiboost gilt nur online, für Prematch-, Live- und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert.
Quotenboost und Profitboost: was sie wirklich sind
Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Das «Boost» im Namen ist Werbesprache für einen Zuschlag, der an Bedingungen hängt. Wer den Boost mit einem Cash-Out verbindet, verliert ihn – die Erhöhung wird also genau dann entzogen, wenn der Wettende sie am ehesten braucht, nämlich beim Ausstieg vor dem Ende. Das ist kein Skandal, aber es ist auch kein Geschenk.
Der Vergleich zwischen den beiden bewilligten Veranstaltern
Die folgende Einordnung stellt die beiden bewilligten Veranstalter nebeneinander – und daneben die ausländischen Marken, die in der Schweiz auftauchen, aber ohne Schweizer Bewilligung arbeiten. Die Spalten nennen, was tatsächlich vergleichbar ist: die Bewilligungslage und der Veranstalter, der gemeldet wird.
| Marke | Bewilligung in der Schweiz | Veranstalter oder gemeldete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung für ein Grossspiel, Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel; Sportwetten unter dem Namen Sporttip |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung für ein Grossspiel, Aufsicht Gespa | Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne; Sportwetten unter dem Namen Jouez Sport |
| Rollbit | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht feststellbar, ohne Wirkung in der Schweiz |
| Bruce Bet | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht feststellbar, ohne Wirkung in der Schweiz |
| BetLabel | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht feststellbar, ohne Wirkung in der Schweiz |
| Betscore | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht feststellbar, ohne Wirkung in der Schweiz |
| Betovo | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht feststellbar, ohne Wirkung in der Schweiz |
| ZotaBet | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht feststellbar, ohne Wirkung in der Schweiz |
| N1 Bet | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht feststellbar, ohne Wirkung in der Schweiz |
| AmunRa | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht feststellbar, ohne Wirkung in der Schweiz |
Was die Tabelle zeigt, ist eine Zweiteilung, nicht eine Rangfolge. Auf der einen Seite stehen zwei Veranstalter, deren Bewilligung und deren Aufsicht nachprüfbar sind, auf der anderen acht Marken, deren Bewilligungslage in der Schweiz schlicht keine ist. Zwischen diesen beiden Gruppen gibt es keine dritte Kategorie, und innerhalb der zweiten Gruppe gibt es nichts, was sich nachprüfen liesse. Wer eine Quote vergleicht, ohne die rechte Spalte zu lesen, vergleicht Preise, aber keine Rechte.
Die Einsätze: der eigentliche Unterschied der beiden Veranstalter
| Mindesteinsatz online | Höchsteinsatz Einzel- oder Kombiwette | |
|---|---|---|
| Sporttip | CHF 1 | CHF 1’000 |
| Jouez Sport | CHF 2 | CHF 500 |
Die Einsatzgrenzen sind der Punkt, an dem sich die beiden Veranstalter am stärksten unterscheiden – und die Zahlen haben einen direkten Effekt auf das, was ein Wettender tun kann. Bei Jouez Sport liegt der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombiwette bei CHF 500; ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten, und in den Verkaufsstellen beträgt der Mindesteinsatz CHF 3, für Multiples CHF 2.
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1 und der Höchsteinsatz CHF 1’000 – doppelt so hoch wie bei Jouez Sport. Für Systemwetten liegt der Höchsteinsatz bei CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.
Für die EM-Siegerwette praktisch gesprochen: Wer mit einem grösseren Betrag auf einen Turniersieger setzen will, stösst bei Jouez Sport fünfmal früher an eine Grenze. Wer einen kleinen Betrag setzen will, ist bei Jouez Sport online mit CHF 2 dabei, bei Sporttip mit CHF 1.
Der Höchstgewinn als stille Obergrenze
Bei Jouez Sport beträgt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Quote von 6.00 und ein Höchsteinsatz von CHF 500 ergeben einen möglichen Gewinn von CHF 3’000 – weit unter der Grenze. Die Obergrenze greift erst bei Kombinationen mit sehr hohen Gesamtquoten. Bei Sporttip gibt es in den Bedingungen zum Sporttip-Produkt keine entsprechende Gewinnobergrenze.
Die zehn Angebote im Vergleich: was die Zahlen für den einzelnen Wettenden bedeuten
Der Vergleich führt in der Reihenfolge, in der die Schweizer Rechtslage ihn vorgibt: die beiden bewilligten Veranstalter zuerst, danach die Marken ohne Schweizer Bewilligung, die in der Schweiz auftauchen. Was die zweite Gruppe betrifft, so ist über das jeweilige Produkt hier nichts auszusagen – die folgende Bewertung stützt sich ausschliesslich auf das, was über die Bewilligung und den gemeldeten Veranstalter bekannt ist.
Swisslos Sporttip: der Veranstalter für die Deutschschweiz mit den höchsten Einsatzlimits
Swisslos ist eine Genossenschaft mit Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.
Sporttip bietet Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out. Ein bereits ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Wer den Cash-Out als Absicherung begreift, sollte die Bedingung kennen: Sporttip kann die Funktion für einzelne Märkte nicht anbieten, und dann bleibt der Einsatz gebunden.
Die Einsatzlimits liegen zwischen CHF 1 und CHF 1’000 für Einzel- und Kombinationswetten und bei CHF 10’000 für Systemwetten. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern. Das ist die eine Zahl, die einen grösseren Wettenden bei Sporttip hält: Wer vierstellig setzen will, kann das hier – bei Jouez Sport nicht.
Was die Deutschschweizer Kundschaft betrifft, gibt es keine Wahl zwischen zwei Anbietern. Ein Online-Konto setzt Wohnsitz im Vertragsgebiet voraus, und für Zürich, Bern oder Basel ist Jouez Sport nicht erreichbar. Wer in der Deutschschweiz eine Schweizer EM-Siegerwette will, landet bei Sporttip – nicht weil es dort besser wäre, sondern weil das Gesetz den Markt auf zwei Veranstalter und jeder von ihnen sein Gebiet begrenzt.
Loterie Romande Jouez Sport: der Westschweizer Veranstalter mit den tieferen Einsatzlimits
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.
Die Einsatzgrenzen liegen niedriger als bei Sporttip: Der Mindesteinsatz online beträgt CHF 2, in den Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2. Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500, und ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Der Höchstgewinn beträgt CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen. Die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.
Für einen Wettenden in Genf, Lausanne oder Sitten ist Jouez Sport der einzige bewilligte Weg zur EM-Siegerwette. Die tieferen Limits sind der Preis dieses Weges: Wer CHF 1’000 auf einen Aussenseiter setzen will, kann das hier nicht. Wer mit CHF 200 dabei sein will, merkt von der Grenze nichts.
Rollbit: eine Marke ohne Schweizer Bewilligung
Rollbit hält keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten, und eine Bewilligung gilt nur in der Schweiz. Eine ausländische Bewilligung hat hier keine Wirkung. Das bedeutet konkret: keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden.
Für einen Schweizer Wettenden ist der Fall damit klar: Es gibt kein Schweizer Recht, auf das man sich berufen könnte. Bei einer Auszahlungsstreitigkeit oder einem Konto, das gesperrt wird, steht man einem Anbieter gegenüber, gegen den man in der Schweiz nicht vorgehen kann. Das gilt für jede der folgenden Marken in derselben Weise und in derselben Schärfe.
Bruce Bet: eine Marke ohne Schweizer Bewilligung
Bruce Bet hält keine Schweizer Bewilligung. Damit gelten dieselben Rahmenbedingungen wie bei jeder ausländischen Marke, die in der Schweiz auftaucht: kein Schweizer Rechtsweg, keine Verbindung zum Sperrregister, Sperrliste als mögliche Konsequenz.
Aus Schweizer Sicht reduziert sich die Bewertung auf eine einzige Frage: Kann ich im Streitfall etwas tun? Bei dieser Marke nicht in der Schweiz. Wer überhaupt kein Konto eröffnet, hat das Problem nicht.
BetLabel: eine Marke ohne Schweizer Bewilligung
BetLabel hält keine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung. Was das für einen Wettenden bedeutet, ist in jedem Fall dasselbe: kein Schweizer Rechtsweg, keine Verbindung zum Sperrregister.
Wer sich für eine dieser Marken interessiert, sollte sich zumindest darüber im Klaren sein, dass die Zahlen in der Tabelle im Abschnitt «Der Vergleich zwischen den beiden bewilligten Veranstaltern» keine Kundenmeinung sind, sondern der Rechtsstatus. Was sie im Einzelnen anbieten, steht in ihren eigenen Bedingungen – und ist von hier aus nicht bewertbar.
Betscore: eine Marke ohne Schweizer Bewilligung
Betscore hält keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten. Wer bei einer dieser Marken ein Konto unterhält, unterhält es nach deren Regeln – und nicht nach dem Schweizer Geldspielrecht.
Das ist die einzige Aussage, die hier belastbar ist, und sie ist für einen Schweizer Wettenden die entscheidende. Alles darüber hinaus wäre Spekulation über ein Produkt, dessen Bedingungen der Veranstalter selbst festlegt.
Betovo: eine Marke ohne Schweizer Bewilligung
Betovo hält keine Schweizer Bewilligung. Falls eine ausländische Bewilligung existiert, entfaltet sie in der Schweiz keine Wirkung. Ein Schweizer Wettender, der dort setzt, verliert also den Schutz, den er im bewilligten Markt geniesst.
Auf der anderen Seite: keine Formulare, keine Ausweisprüfung gegen Schweizer Adressdatenbanken, kein Wohnsitznachweis. Die Vereinfachung ist echt – die Kehrseite auch.
ZotaBet: eine Marke ohne Schweizer Bewilligung
ZotaBet hält keine Schweizer Bewilligung. Was in der Schweiz nicht bewilligt ist, darf hier auch nicht beworben werden: Werbung für nicht erlaubtes Geldspiel ist nach Art. 74 Abs. 3 BGS verboten und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet.
Wer im Streitfall Recht sucht, sucht es gegen einen Anbieter, auf den Schweizer Recht nicht durchgreift. Der Betrag, um den gestritten wird, ist meist kleiner als der Aufwand. Das ist keine Warnung, sondern eine Rechnung.
N1 Bet: eine Marke ohne Schweizer Bewilligung
N1 Bet hält keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten. Die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS blockieren.
Der Block ist unangenehm für den Anbieter und lästig für den Nutzer – er verhindert aber nicht, dass Einsätze bei bereits registrierten Konten gehalten werden. Wer dort Geld liegen lässt, hat eine Schweizer Wette ohne Schweizer Anspruch.
AmunRa: eine Marke ohne Schweizer Bewilligung
AmunRa hält keine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung, und Schweizer Spielende haben gegenüber solchen Anbietern keinen Rechtsweg.
Wer trotzdem dort spielt, sollte zumindest den Steueraspekt kennen: Gewinne von ausländischen Anbietern sind nicht der Verrechnungssteuer unterworfen, können aber nach kantonaler Praxis – etwa in Thurgau – als vollständig steuerbares Einkommen gelten, unabhängig von der Höhe. Ein Schweizer Gewinn bleibt bis zum Freibetrag steuerfrei. Bei einem ausländischen ist das nicht selbstverständlich.
Zwei gleich teure Quoten und die Marge dazwischen
Ein Zahlenbeispiel, das den Mechanismus sichtbar macht. Angenommen, ein Zwei-Weg-Markt wird mit Quoten von 1.90 und 1.90 bepreist – ein Beispiel, kein zitierter Preis.
Die Auszahlungsquote beträgt bei diesem Paar 1 geteilt durch (1/1.90 + 1/1.90), also rund 95 Prozent. Die Marge liegt damit bei rund 5 Prozent. Das ist eine Spanne, keine Konstante: Bei einem solchen Quotenpaar bewegt sie sich zwischen etwa 3 und 6 Prozent, je nachdem, wie knapp die Absicherung des Veranstalters kalkuliert ist und wie liquide der Markt gerade ist. Ein Turniersieger-Markt mit zwanzig Nationen liegt eher am oberen Rand dieser Spanne, ein ausgewachsener Zwei-Weg-Markt am unteren.
Warum die Spanne wichtig ist: Bei einer Quote von 1.90 und einem Einsatz von CHF 100 ergibt sich im Gewinnfall eine Rückzahlung von CHF 190, ein Nettogewinn von CHF 90. Bei einer Marge von 5 Prozent behält der Veranstalter aus dem Umsatz dieses Marktes durchschnittlich CHF 5 je CHF 100 Umsatz. Wer auf einen Aussenseiter setzt, zahlt diesen Aufschlag anteilig mit – und zwar, weil er Bestandteil der Quote ist, nicht als separater Posten. Die Marge ist ein statistischer Durchschnitt über viele Wetten unter den genannten Annahmen, keine Garantie für einen einzelnen Ausgang. Was die Rechnung zeigt, ist, was ein Buchmacher von jedem eingesetzten Franken behält – nicht, wie wahrscheinlich ein Gewinn ist.
Die Marge bei einer Kombiwette
Dasselbe Prinzip wirkt bei Kombinationen verstärkt. Zwei Voraussagen mit einer Quote von je 1.90 ergeben eine Gesamtquote von 3.61 – das ist 1.90 mal 1.90. Die Auszahlungsquote des einzelnen Zwei-Weg-Marktes liegt bei etwa 95 Prozent; für die Kombination multipliziert sich die Auszahlungsquote beider Märkte, und die Marge steigt entsprechend. Aus 5 Prozent Marge je Markt werden bei zwei Märkten mit 95 Prozent Auszahlungsquote rund 90 Prozent Auszahlungsquote, also etwa 10 Prozent Marge. Bei fünf solchen Voraussagen landet die Auszahlungsquote bei rund 77 Prozent.
Das ist der Grund, weshalb Kombiwetten in der Werbung so beliebt sind. Wer fünf Voraussagen mit je 1.90 kombiniert, hat eine Gesamtquote von 1.90 hoch fünf, also rund 24.76. Bei einem Einsatz von CHF 10 ergibt das eine Rückzahlung von rund CHF 247.60, einen Nettogewinn von CHF 237.60. Über viele solcher Kombinationen hinweg behält der Veranstalter nach der Auszahlungsquote des Marktes rund 23 Prozent des Umsatzes – die Zahl sagt nicht, ob diese Kombination gewinnt, sie sagt, was der Buchmacher im Durchschnitt von jedem eingesetzten Franken behält. Der Kombiboost bei Sporttip – 5 Prozent ab vier Voraussagen mit je mindestens 1.50, 20 Prozent ab sieben, 40 Prozent ab zehn, 100 Prozent ab fünfzehn – zielt auf genau diese Kette und ist in Einsatz und Erhöhung limitiert.
Was die Marge für den Turniersieger-Markt bedeutet
Wendet man die Rechnung auf einen Turniersieger-Markt an, wird schnell klar, weshalb der Vergleich der Quoten über verschiedene Saisons hinweg wenig bringt. Ein Markt mit zwanzig oder dreissig Nationen verteilt dieselbe Marge auf viele Ausgänge. Die Favoriten tragen weniger, die hinteren Nationen tragen mehr. Wer die Siegerquote von 2024 neben die Siegerquote von 2028 legt, vergleicht also zwei verschiedene Margenstrukturen über zwei verschiedene Felder.
Was daraus folgt: Eine Quote ist nur innerhalb desselben Marktes und desselben Anbieters aussagekräftig. Ein Anbieter mit einer tieferen Marge hat in diesem Markt durchgehend höhere Quoten – aber nur dort, und nur zu dem Zeitpunkt, zu dem er sie stellt. Ein einzelner Preisvergleich sagt daher, was gerade gilt. Nicht, was generell besser ist.
Häufige Fragen zu Siegerquoten und zur Europameisterschaft
Wie werden Siegerquoten für die Europameisterschaft berechnet und was bedeutet die Marge darin?
Der Veranstalter schätzt für jeden möglichen Ausgang eine Wahrscheinlichkeit, nimmt seine Kosten hinein und drückt das Ergebnis als Quote aus. Die Marge ist der Abstand zwischen den impliziten Wahrscheinlichkeiten aller Ausgänge und 100 Prozent – bei einem Zwei-Weg-Markt mit 1.90 und 1.90 sind es rund 95 Prozent Auszahlungsquote, also etwa 5 Prozent Marge.
Wann findet die nächste Europameisterschaft statt, und welche Ausgabe wurde zuletzt gespielt?
Zuletzt wurde die EM 2024 ausgetragen, vom 14. Juni bis 14. Juli 2024 in Deutschland, Spanien gewann das Finale am 14. Juli 2024 im Olympiastadion Berlin mit 2:1 gegen England. Die nächste Ausgabe ist die EM 2028 in England, Schottland, Wales und Irland, Eröffnungsspiel am 9. Juni 2028 in Cardiff, Finale am 9. Juli 2028 in London.
Bieten Sporttip und Jouez Sport Wetten auf den Europameister an, und was regelt dazu die Gespa-Liste?
Beide sind die einzigen Veranstalter, die in der Schweiz Sportwetten anbieten dürfen, und der Turniersieg ist ein zulässiger Langzeitmarkt. Die Gespa führt in ihrer Liste die bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten abschliessend auf – was nicht gelistet ist, darf nicht bepreist werden. Ein Online-Konto setzt jeweils Wohnsitz im eigenen Vertragsgebiet voraus.
Wie lässt sich aus einer Quote wie 6.00 die implizite Wahrscheinlichkeit ablesen?
Man teilt eins durch die Quote. Bei 6.00 ergibt das rund 16,7 Prozent – der Anteil, den der Veranstalter diesem Ausgang zuschreibt. Addiert über alle Ausgänge kommt man über 100 Prozent; der Überschuss ist die Marge. Die implizite Wahrscheinlichkeit sagt damit nicht, was eintritt, sondern was der Veranstalter für den Preis hält.
Wie lange bleibt ein Einsatz auf den Turniersieger gebunden, und kann er vorzeitig ausbezahlt werden?
Eine Siegerwette auf die EM 2028 läuft bis zum 9. Juli 2028. Sporttip bietet Cash-Out für Langzeitwetten, aber nur online, nur vollständig ohne Teilauszahlung, nicht garantiert für jeden Markt und nicht rückgängig zu machen. Bei Jouez Sport regelt der Veranstalter den vorzeitigen Ausstieg in seinen eigenen Bedingungen.
Wie wird ein Gewinn besteuert, und gilt der Steuerfreibetrag überall gleich oder je nach Kanton?
Gewinne aus Schweizer Grossspielen sind bis zum Freibetrag einkommenssteuerfrei; der Bundesfreibetrag liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400). Der kantonale Freibetrag weicht ab, deshalb gilt: je nach Kanton. Oberhalb davon behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein. Eine Wettsteuer auf Einsätze gibt es nicht.
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Inhalt erstellt vom Team «wettbueroch»
