Wetten auf Unentschieden brauchen keine Prognose, sondern eine Rechnung

Updated Oktober 2026
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Ein Schachbrett mit Figuren mitten in einer Partie, im Vordergrund eine Dame aus Holz, Seitenlicht von einem Fenster.

Oktober 30, 2026 — Bewilligungen der Veranstalter geprüft gegen die Angaben des Geldspielgesetzes (BGS, SR 935.51) und die Aufsichtslage der Gespa.

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote, und wird auf 5 Rappen genau abgerundet.

Ein Unentschieden ist die Ausgangslage, die niemand sehen will, und genau deshalb steht dort oft die Quote, die am ehrlichsten über die wirkliche Chance spricht. Wer auf Remis setzt, kauft keine Vorhersage. Er kauft einen Preis für ein Ereignis, das sich statistisch nur selten einstellt, und die einzige Frage, die ihn wirklich betrifft, ist, ob dieser Preis über oder unter dem liegt, was er für gerecht hält.

Bevor irgendein Rechenmodell aufgemacht wird, gehört in der Schweiz etwas anderes auf den Tisch: bei welchem Veranstalter überhaupt gesetzt werden darf, wie viel der Einzelne überhaupt aufs Spiel setzen darf und was passiert, wenn es schiefgeht. Das klingt weniger aufregend als eine Systemwette mit fünfzehn Voraussagen. Es ist trotzdem die Reihenfolge, in der ein erwachsener Spieler denkt. Alles, was danach kommt, baut darauf auf.

Verlustlimiten statt Heldengeschichten: Was vor der ersten Wette feststeht

Wer sich bei Swisslos online registriert und das erste Mal teilnehmen möchte, hat keine Wahl: Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage müssen gesetzt werden, bevor der erste Wettschein läuft. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage einrichten.

Ein schmiedeeisernes Gartentor zwischen zwei Steinpfosten am Ende einer Kiesallee, dahinter ein Herrenhaus im Dunst.
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1'000.

Diese Reihenfolge ist die eigentliche Spielerschutzarchitektur. Nicht eine staatliche Depotobergrenze, die es in der Schweiz so nicht gibt, sondern ein Wert, der vom Spielenden selbst gesetzt und dann gegen die eigene Ungeduld verriegelt wird. Wer abends um elf denkt, er könne das Limit schnell hochziehen, weil ihm gerade ein «sicherer» Remis-Markt aufgefallen ist, steht vor 72 Stunden Wartezeit. Das ist die Sperre, die nicht aus Regulatorik, sondern aus Physiologie funktioniert.

Was danach kommt, ist konsequent. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, und vor Ablauf dieser Frist gibt es keine Aufhebung. Eine unbefristete Spielsperre landet in einem schweizweiten Register und gilt dann auch für Casinos, einschliesslich Online-Casinos, und im Fürstentum Liechtenstein. Die freiwillige Sperre lässt sich nach den Regeln der Aufsicht erst nach drei Monaten wieder lösen, und eine Fachstelle ist daran beteiligt.

Der Valuesatz, der hinter dem Ganzen steht, ist unbequemer als jede Quotendiskussion: wer gesperrt oder minderjährig ist, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne. Die Auszahlung ist kein Vorgang, den man nachträglich zurückholen kann, wenn die Sperre bereits eingetragen war.

Ein fester Anteil, nicht eine feste Hoffnung

Ein Budget für Unentschieden-Wetten ist keine Summe, die man sich vornimmt, sondern ein Anteil, den man durchhält. Wer CHF 200 im Monat für Wetten vorsieht, hat bei einem Einsatzanteil von zwei Prozent je Wette einen Einsatz von CHF 4 — und der wird nicht auf CHF 20 erhöht, weil die Quote auf ein Remis in einem Cupspiel so verlockend aussieht. Die Verlustlimite ist der Sicherheitsgurt, der Einsatzanteil ist der Fahrstil. Nur beides zusammen verhindert, dass eine Pechsträhne in einem völlig normalen Verlauf zum Ende der Wettsaison führt.

Dasselbe gilt für die verlockendste aller Erzählungen: dass sich Remis-Wetten durch ein Muster erschliessen lassen. Sie tun es nicht. Ein Unentschieden bleibt ein Zufallsausgang mit einer Wahrscheinlichkeit, und ein Gewinn aus einer Serie solcher Wetten ist keine Einnahmequelle, sondern ein Zwischenstand. Jede Strategie, die aufgestellt wird, sollte den Totalverlust des eingesetzten Budgets als möglichen Ausgang mitdenken. Nicht als Schreckgespenst, sondern als Bestandteil der Rechnung wie der Zéro beim Roulette.

Was Swisslos und Loterie Romande gemeinsam voraussetzen

Bei beiden Veranstaltern gilt: keine Wetten auf Kredit, und Gewinne oder Guthaben gehen ausschliesslich an ein Zahlungskonto, das auf den Namen des Kontoinhabers lautet. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen existieren im bewilligten Schweizer Sportwettenangebot nicht. Die Identität wird geprüft, ein Konto pro Person, und wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Ein Mindestalter von 18 Jahren ist Bedingung.

Dass diese Regeln im Alltag nicht überall greifen, ist keine Vermutung, sondern gemessen. Bei Testkäufen der Aufsicht im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Die Kontrolle am Schalter ist also keine Wand. Wer sein Umfeld kennt, sollte das wissen, und wer selbst Verantwortung für einen Jugendlichen trägt, erst recht. Der Selbstausschluss im Register und die Verlustlimiten im eigenen Konto dagegen sind Institutionen, die funktionieren, weil sie nicht von der Aufmerksamkeit eines Verkäufers um vier Uhr nachmittags abhängen.

Quoten bewegen sich: Livewetten, Verzögerung und der wahre Preis des Cash-Out

Bei Livewetten wandert die Quote mit dem Geschehen auf dem Platz. Das ist kein Nebeneffekt, sondern der Mechanismus: Eine Remis-Quote von 3.40 vor dem Anpfiff wird in der 70. Minute bei 0:0 eine völlig andere Zahl, und in der 88. Minute eine dritte. Eine Strategie, die das nicht einplant, ist keine.

Drei Dinge kosten bei Livewetten konkret Geld. Erstens die Verzögerung zwischen dem, was auf dem Bildschirm zu sehen ist, und dem, was der Veranstalter als Stand führt. Zweitens die Marge, die in jedem Live-Markt anders ausfällt als im Prematch-Markt. Drittens die eigene Reaktionszeit: Wer zehn Sekunden braucht, um zu entscheiden, entscheidet über einen Preis, der nicht mehr existiert.

Bei Sporttip gilt die Livewette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Das ist ein wesentlicher Punkt, weil ein Spieler sonst glauben könnte, sein Bild sei die Grundlage der Abrechnung. Dazu kommen zwei Regeln, die man vorher kennen sollte: Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Entscheid des Videoschiedsrichters — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Wer während eines laufenden Elfmeters noch etwas abgibt, spielt nicht mit dem Veranstalter um eine Quote, sondern um eine Rückzahlung bei null Gewinn.

Cash-Out ist eine Versicherung, die man bezahlt

Cash-Out bei Sporttip gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Veranstalter muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten.

Der finanzielle Kern steckt in einem Satz der Regeln: Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann jederzeit geändert werden. In der Sprache eines Wettenden heisst das: Wer früh aussteigt, verkauft einen Teil seines erwarteten Gewinns an den Veranstalter, und dieser Teil ist der Preis für die Sicherheit. Bei einer Remis-Wette mit einer Quote um 3.40 ist diese Lücke am grössten, weil der Ausgang lange offen bleibt und die Unsicherheit genau das ist, was der Veranstalter dir abkauft.

Interessant ist der Nebeneffekt bei den Zusatzangeboten. Bei einem Cash-Out verfällt ein Quotenboost. Wer einen Profilboost auf einen definierten Anlass gesetzt hat und dann vorzeitig aussteigt, verliert die Erhöhung. Die beiden Instrumente schliessen einander aus, und das steht in keinem Marketingtext.

Für eine Remis-Strategie bedeutet das eine klare Entscheidung: Cash-Out ist kein Bestandteil eines Plans, sondern ein Notausgang. Wer ihn fest einplant, plant einen Verlust ein.

Einsatz auf mehrere Ausgänge: Dutching, Value und die Marge als Gegner

Die Gegenüberstellung der Ansätze ist nüchterner als ihr Ruf. Jeder von ihnen bezahlt zuerst die Marge des Veranstalters, und erst aus dem Rest entsteht die eigene Erwartung.

Dutching verteilt Einsätze auf mehrere Ausgänge, sodass am Ende derselbe Rückzahlungsbetrag steht, egal welcher der abgedeckten Ausgänge eintrifft. Der Reiz liegt bei Remis-Wetten nahe, weil man mit Heimsieg, Auswärtssieg und Remis alle drei Ausgänge abdecken und den Gewinn glätten kann. Der Preis ist genauso naheliegend: Deckt man alle Ausgänge ab, kauft man das gesamte Feld und bezahlt in jedem Fall die volle Marge des Veranstalters. Der einzige Weg, aus Dutching mehr als eine Nullnummer zu machen, ist, dass die abgedeckten Quoten in ihrer Summe mehr als 100 Prozent Ausschüttung ergeben, und dafür braucht es ein Buch, das schlecht steht. Das ist ein seltener Zustand, und im bewilligten Schweizer Markt mit zwei Anbietern noch seltener.

Der Value Bet dreht die Frage um. Nicht «welcher Ausgang kommt», sondern «ist die angebotene Quote höher als die Quote, die meiner Einschätzung der Wahrscheinlichkeit entspricht». Der Value Bet ist also keine Wette, sondern ein Vergleich zwischen einem Preis und einem eigenen Modell. Er sagt per Definition nichts über den Ausgang. Wer einen Value Bet auf ein Remis identifiziert hat, weiss nur, dass der Preis nach seiner Rechnung zu hoch ist. Die Wette kann trotzdem verloren gehen, und wird das oft genug tun.

Die Doppelte Chance ist der ehrlichere Handel: zwei Ausgänge abgedeckt, dafür eine deutlich tiefere Quote. Sie tauscht Rendite gegen Sicherheit, und die Rechnung ist einfach — ein Drittel des Feldes verschwindet aus dem Risiko, und die Quote sinkt in ähnlicher Grössenordnung.

Systemwetten kombinieren mehrere Voraussagen, aber nicht als eine einzige Kette, sondern als Bündel. Bei Sporttip liegt der Höchsteinsatz für eine Systemwette bei CHF 10’000, während eine Einzel- oder Kombinationswette auf CHF 1’000 begrenzt ist. Diese Differenz ist kein Zufall: Das System ist mathematisch vielfältiger und für den Veranstalter schwerer einzuschätzen, und er deckt das mit einer eigenen Grenze ab.

Die Unentschieden-Wette selbst ist die schmalste der Varianten. Sie ist im Feld am wenigsten wahrscheinlich und trägt dafür die höchste Quote. Wert entsteht hier nur, wenn ein Buch das Remis systematisch unterschätzt, und in einem Markt mit zwei Veranstaltern ist die Erwartung, dass einer das dauerhaft tut, gering. Der Aufwand ist niedrig, die Varianz hoch.

Die Marge: 1.90 / 1.90 im Schweizer Alltag

Der Quotenschlüssel des Marktes folgt aus den Quoten aller Ausgänge, und die Marge ist der Rest bis hundert Prozent. Bei zwei Ausgängen zu 1.90 und 1.90 ergibt sich ein Schlüssel von 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90), also 95 Prozent, und damit eine Marge von rund 5 Prozent. Bei einer Dreierkonstellation mit den Quoten 1.90 / 3.40 / 3.90 sieht es schon anders aus: der Schlüssel fällt auf rund 88 Prozent, die Marge steigt auf etwa 12 Prozent. Das ist das entscheidende Mass für jede Strategie, denn es bestimmt, wie viel Umsatz man braucht, um überhaupt bei null zu landen.

Dieselben zwei Beispielkonstellationen zeigen, was ein Remis am Rand des Feldes kostet. In der Dreierquote liegt die Marge doppelt so hoch wie in der glatten Zweiwege-Annahme. Wer auf ein Unentschieden mit einer Quote in der Nähe von 3.40 setzt, zahlt also nicht nur das höhere Risiko, sondern typischerweise auch eine breitere Marge. In beiden Fällen gilt: die Zahlen sind illustrativ gewählt, nicht abgeschrieben.

Rechnen gegen den Bauch

Die implizite Wahrscheinlichkeit liest man aus der Quote, indem man den Kehrwert nimmt. Aus 3.40 wird 1/3.40 = rund 0,294, also 29,4 Prozent. Aus 1.90 wird rund 52,6 Prozent. Addiert man die Kehrwerte der drei Ausgänge eines Dreierfeldes, kommt man über 100 Prozent, und genau dieser Überschuss ist die Marge. Der Wert, den die Quote für einen Remis-Ausgang trägt, ist also immer um den Margeanteil zu hoch angesetzt.

Genau daraus folgt die bescheidene Disziplin. Wer ein Remis bei 3.40 sieht, kann nicht einfach sagen, das sei ein guter Preis. Er muss eine eigene Schätzung daneben legen und fragen, ob seine Schätzung über 29,4 Prozent liegt. Wenn ja, ist die Wette nach seiner Rechnung wertvoll. Wenn nein, ist der einzige Grund, sie zu setzen, der Wunsch, und der ist kein Grund.

Statistische Auswertungen ersetzen das Risiko nicht

Tormittel, Formkurven und historische Remis-Anteile sind nützliche Werkzeuge, weil sie eine grobe Orientierung für die eigene Schätzung liefern. Sie sind aber nicht die Schätzung selbst. Ein Ligadurchschnitt von Remis-Ergebnissen über mehrere Saisons sagt wenig über das eine Spiel vor einem zu, weil Mannschaften, Trainer, Kader und Spielplan sich ständig ändern. Wer aus einem historischen Remis-Anteil eine sichere Wette macht, hat Statistik mit Prognose verwechselt.

Dasselbe gilt für Box- und Basketball-Varianten, in denen Remis-Konstellationen eigene Regeln haben. Beim Boxen entscheidet die Punktewertung, und bei Sporttip zählt die reguläre Spielzeit — die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit —, während Verlängerung und Penaltyschiessen nur zählen, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Eine Wette auf ein Remis nach regulärer Zeit ist also nicht dieselbe Wette wie eine auf ein Remis im Endresultat. Wer diesen Unterschied ignoriert, hat sich nicht verrechnet, sondern die falsche Wette gesetzt.

Die zehn Anbieter im Vergleich: zwei mit Bewilligung, acht ohne Schweizer Zulassung

Eine Rangliste der Strategien wäre eine Liste mit zehn Namen und keiner belastbaren Zahl. Deshalb steht hier der Vergleich der Anbieter — geordnet nach dem, was für einen Spieler in der Schweiz zuerst zählt: ob der Anbieter überhaupt eine Schweizer Bewilligung hat.

Anbieter Bewilligung in der Schweiz Veranstalter oder gemeldete Lizenz
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS; Aufsicht Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS; Aufsicht Gespa Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande)
Betovo keine Schweizer Bewilligung gemeldete Lizenz nicht ausgewiesen; ohne Geltung in der Schweiz
BetPanda keine Schweizer Bewilligung gemeldete Lizenz nicht ausgewiesen; ohne Geltung in der Schweiz
Wettigo keine Schweizer Bewilligung gemeldete Lizenz nicht ausgewiesen; ohne Geltung in der Schweiz
Rainbet keine Schweizer Bewilligung gemeldete Lizenz nicht ausgewiesen; ohne Geltung in der Schweiz
Sportuna keine Schweizer Bewilligung gemeldete Lizenz nicht ausgewiesen; ohne Geltung in der Schweiz
BC.Game keine Schweizer Bewilligung gemeldete Lizenz nicht ausgewiesen; ohne Geltung in der Schweiz
myBet keine Schweizer Bewilligung gemeldete Lizenz nicht ausgewiesen; ohne Geltung in der Schweiz
Sportaza keine Schweizer Bewilligung gemeldete Lizenz nicht ausgewiesen; ohne Geltung in der Schweiz

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Es gibt keine dritte Bewilligung, und deshalb ist die untere Hälfte der Liste kein Verstoss gegen eine Auswahlregel, sondern eine Gruppe von Anbietern, die im Schweizer Recht gar nicht vorkommt. Eine ausländische Bewilligung — ob aus Curaçao, Malta oder Deutschland — hat hier keine Geltung. Das ist der Satz, der den ganzen Vergleich strukturiert.

Was in der Tabelle nicht steht und trotzdem zählt: die Sperrliste. Die Aufsicht veröffentlicht fremde Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS blockieren. Ende 2025 umfasste diese Liste 671 Domains, die erste Fassung stammt vom 3. September 2019. Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt — ein Mechanismus, den die Aufsicht selbst als Domain-Hopping bezeichnet und bei dem sie Anbieter wie Interwetten und Bet-at-Home nennt und bet365 als auf der Liste führt. Die Sperrliste ist also kein Zaun, sondern eine Tür, die sich immer wieder öffnet.

Swisslos Sporttip: die Limite als Produktmerkmal

Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt; zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Ein Online-Konto ist nur für Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in diesem Gebiet möglich.

Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Für Remis-Strategien ist das eine relevante Grösse. Der Kombiboost etwa verlangt mindestens vier Voraussagen mit Quoten von je mindestens 1.50 und erhöht den Nettogewinn um 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen. Eine Remis-Quote um 3.40 erfüllt die Mindestquote, aber vier solche Voraussagen zu finden heisst vier unabhängige Spiele mit hoher Quote — und der Einsatz wie die Gewinnerhöhung sind limitiert. Der Boost ist ein Anreiz mehr zu setzen, nicht ein Instrument, das eine Marge ausgleicht. Bei fünfzehn Voraussagen zeigt die Prozentzahl nach oben, die tatsächliche Auszahlung bleibt durch die Limiten gedeckelt.

Quotenboosts dagegen gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine einzige Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost.

Bei der Auszahlung ist Sporttip auffallend bürokratisch und auffallend transparent: Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung werden automatisch dem Wallet gutgeschrieben, Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto überwiesen. Spielguthaben lässt sich innerhalb von 365 Tagen zweimal kostenlos auszahlen; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 Prozent anfallen, die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar.

Wer ein Remis über die Kombischiene spielt, muss die Fristen kennen. Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks von Swisslos. Eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. Zwei Fristen, ein Einschreiben und eine Woche Bedenkzeit: wer das nicht weiss, verliert nicht durch eine Quote, sondern durch einen Kalender.

Und dann ist da noch das abgesagte Spiel. Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn — oder im Rahmen eines Turniers — nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Für eine Remis-Wette, die auf die reguläre Spielzeit zielt, ist das die einzige Konstellation, in der der Einsatz unabhängig vom Ausgang zurückkommt. Für eine Kombination heisst es, dass eine einzige abgesagte Begegnung die Gesamtquote auf das reduziert, was die übrigen Voraussagen noch tragen.

Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote als Produkt der Einzelquoten, und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Diese Abrundung ist bei einem Einzeleinsatz von CHF 4 eine Randnotiz. Bei Systemwetten mit einem Höchsteinsatz von CHF 10’000 redet man über einen relevanten Betrag, und zwar immer zu Lasten des Gewinners.

Einordnung: Sporttip ist der einzige Anbieter auf dieser Liste, bei dem die Spielerschutzinstrumente rechtlich erzwungen sind und nicht freiwillig angeboten werden — vom Dialog über die Verlustlimiten vor der ersten Wette bis zur Sperre, die im schweizweiten Register auch für Casinos gilt. Wer Remis-Wetten als Teil eines grösseren Spielverhaltens betreibt und nicht als isolierte Wette, findet hier die einzige Struktur, die das Verhalten selbst mitverwaltet. Der Preis dafür ist bekannt: ein begrenztes Wettprogramm, ein Einsatzdeckel von CHF 1’000 auf die Einzelwette, eine Wohnsitzbindung, und ein Vertragsgebiet, das nicht die ganze Schweiz abdeckt.

Loterie Romande Jouez Sport: die Westschweizer Variante mit hohen Gewinndeckeln

Jouez Sport wird von der Loterie Romande für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura veranstaltet. Die Loterie Romande nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14 in Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Ein Online-Konto setzt auch hier den Wohnsitz im eigenen Gebiet voraus.

Die Gewinndeckel sind der auffälligste Unterschied. Bei Jouez Sport beträgt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.

Für den Remis-Fall ist die Kombi-Obergrenze von 2 bis 10 Voraussagen die eigentliche Zäsur. Wer mit hohen Einzelquoten arbeitet, wird die Gesamtquote schneller nach oben treiben als mit Favoritenwetten, und bei zehn Voraussagen ist der Deckel von 100’000 theoretisch erreichbar, praktisch irrelevant. Der Unterschied zu Swisslos liegt weniger in der Gewinnhöhe als in der Produktarchitektur: kein Kombiboost, dafür ein höherer Gewinndeckel. Dasselbe Prinzip in zwei Ausführungen — mehr Auszahlungsspielraum gegen weniger Anreizmechanik.

Die Westschweizer Struktur hat zudem einen Nebeneffekt, der in Rankings selten auftaucht: 2’350 Verkaufsstellen sind für einen Spieler ohne Online-Konto der eigentliche Zugang. Zwei Kantonsgebiete, zwei Produktnamen, ein Land — das ist die Realität des bewilligten Schweizer Sportwettenangebots.

Einordnung: Jouez Sport ist der Veranstalter für den Spieler, der das Westschweizer Netz aus Verkaufsstellen nutzt und den Deckel auf den Gewinn höher schätzt als einen Bonusmechanismus. Wer in der Deutschschweiz wohnt, kommt ohnehin nicht an ein Konto.

Betovo: kein Schweizer Bezug, aber ein vollständiges Produktversprechen

Betovo tritt mit einer gemeldeten Lizenz auf, die in der Schweiz keine Geltung hat, und hat keine Schweizer Bewilligung. Es darf damit an dieser Stelle nicht als legal oder sicher dargestellt werden. Eine Verbindung zum Schweizer Sperrregister besteht nicht, und im Streitfall gibt es keinen Schweizer Rechtsweg.

Was ein Spieler konkret bekommt: ein Angebot, das in der Schweiz erreichbar ist, solange die Domain nicht auf der Sperrliste steht. Was er nicht bekommt: die Verlustlimiten, die Swisslos vor der ersten Wette erzwingt, den Selbstausschluss im schweizweiten Register und die Auszahlung an ein Konto im eigenen Namen als Regelfall. Wer dort ein Remis spielt und verloren hat, hat nichts falsch gemacht, was ein Gericht hierzulande prüfen würde.

Einordnung: Für einen Spieler, der ohnehin keine Schweizer Limiten will, ist Betovo eine Option ohne lokale Rückendeckung. Wer die Limitenstruktur als Teil seines Spiels begreift, findet hier keine.

BetPanda: unbekannte Lizenz, bekannte Folgen

Auch BetPanda hat keine Schweizer Bewilligung, und die gemeldete Lizenz ist ohne Geltung in der Schweiz. Es gelten dieselben Mechanismen wie bei jedem Anbieter ohne Bewilligung: keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrliste als möglicher Zugangsverlust.

Die Frage, die bei Unentschieden-Wetten wirklich zählt, ist der Umgang mit abgesagten Spielen und mit der Frage, was als reguläre Spielzeit gilt. Bei Swisslos ist beides in öffentlich einsehbaren Regeln festgehalten. Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung spielt, sollte diese Regeln vorher suchen — nicht im Marketing, sondern in den Teilnahmebedingungen. Fehlt dort eine klare Definition, ist das eine Information über den Anbieter.

Einordnung: Ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung nimmt einer Remis-Wette nichts von ihrer Quote, aber alles von ihrer Durchsetzbarkeit. Das ist der ganze Unterschied, und er ist gross genug.

Wettigo: Reichweite ohne Aufsicht

Wettigo hat keine Schweizer Bewilligung, die gemeldete Lizenz gilt hier nicht. Kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrliste als mögliche Folge.

Ein Anbieter ohne Bewilligung darf in der Schweiz weder beworben noch als legal beschrieben werden. Die rechtliche Grenze ist damit gezogen, und sie betrifft nicht nur den Anbieter: Wer für nicht bewilligtes Glücksspiel wirbt, macht sich strafbar, und die Busse reicht bis CHF 500’000. Das ist kein theoretisches Risiko, sondern ein Gesetz, das auf jeden Anbieter von Werbefläche zielt.

Einordnung: Für den Spieler, der Wert auf Nachvollziehbarkeit legt, ist der fehlende Aufsichtsweg das Ausschlusskriterium. Die Quote auf dem Schirm ersetzt keine Institution, die im Zweifel entscheidet.

Rainbet: ein Marktzugang, der jederzeit enden kann

Rainbet hat keine Schweizer Bewilligung, die gemeldete Lizenz ist in der Schweiz ohne Geltung. Keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, ein Domain, der über kurz oder lang auf der Sperrliste landet, weil blockierte Zürich-Adressen innerhalb von Stunden ersetzt werden.

Das ist der eigentliche Punkt bei Anbietern ohne Bewilligung: Nicht ein Verbot, sondern die Unbeständigkeit. Ein Konto bei einem Anbieter, dessen Domain jederzeit gesperrt werden kann, ist ein Konto mit einem Verfallsdatum. Wer dort ein Guthaben stehen lässt, hat es nicht in der Hand, wann er es zurückholt.

Einordnung: Die entscheidende Frage ist nicht, ob Rainbet ein Remis richtig bewertet, sondern ob der Zugang morgen noch da ist. Für einen Spieler, der gelegentlich spielt, mag das genügen. Für einen, der sein Budget verwaltet, ist es die falsche Grundlage.

Sportuna: Produkt ohne Aufsichtsversprechen

Sportuna hat keine Schweizer Bewilligung; die gemeldete Lizenz entfaltet hier keine Wirkung. Es gibt keinen Anschluss an das Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsweg.

Was ein Spieler tun kann, ist einfach und unangenehm: die Bedingungen zu den abgesagten Begegnungen lesen und die Frage beantworten, ob eine Wette auf ein Remis bei Verlängerung zählt oder nicht. Bei Sporttip ist diese Frage durch die Regel zur regulären Spielzeit beantwortet. Bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung ist es der erste Punkt, den man selbst klären muss.

Einordnung: Der Mangel an Schweizer Aufsicht macht sich nicht in der Quotenhöhe bemerkbar, sondern darin, wie viel Arbeit vor der ersten Wette steht. Wer diese Arbeit nicht leisten will, gehört zu einem bewilligten Veranstalter.

BC.Game: Krypto-Umfeld ohne Schweizer Anschluss

BC.Game hat keine Schweizer Bewilligung, und die gemeldete Lizenz ist in der Schweiz ohne Geltung. Kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg.

Der Kontrast zum Schweizer Modell liesse sich kaum schärfer ziehen: Im bewilligten Schweizer Sportwettenbereich lauten Gewinne und Guthaben nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers, und anonyme oder Krypto-Auszahlungen existieren schlicht nicht. Genau diese Anonymität ist in einem Umfeld ohne Schweizer Bewilligung oft ein Teil des Produkts. Wer dort spielt, tauscht Identitätsschutz gegen Identifizierbarkeit — und verliert damit auch die Möglichkeit, sich selbst über das Sperrregister zu binden.

Einordnung: Für einen Spieler, der den Selbstausschluss als Schutzinstrument nutzt, ist ein Umfeld ohne Registeranschluss strukturell ungeeignet. Der Wert liegt nicht in der Quote, sondern in der Freiheit, die gleichzeitig der Nachteil ist.

myBet: bekannte Marke, unbekannte Zulassung

myBet hat keine Schweizer Bewilligung, die gemeldete Lizenz ist ohne Geltung in der Schweiz. Keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrliste als möglicher Zugangsverlust.

Eine gewachsene Marke verändert an dieser Einordnung nichts. Der Name sagt nichts über die Schweizer Bewilligungslage, und die Zahl der Jahre am Markt ersetzt keine Aufsicht. Für den Spieler ist das die zentrale Unterscheidung: Bekanntheit ist eine Wahrnehmung, Bewilligung ist eine Tatsache.

Einordnung: Wer bei myBet ein Remis spielt, tut es auf eigene Rechnung ohne Schweizer Rückweg. Die Markenbekanntheit kann das nicht auffangen.

Sportaza: kein Weg zum Schweizer Rechtsweg

Sportaza hat keine Schweizer Bewilligung, die gemeldete Lizenz gilt hier nicht. Kein Registeranschluss, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrliste möglich.

Damit schliesst sich der Kreis der acht Anbieter ohne Zulassung. Sie unterscheiden sich in Produktdetails, in der Domain und in der Marktpositionierung. In der einen Frage, die für einen Schweizer Spieler zählt, unterscheiden sie sich nicht.

Einordnung: Der Unterschied zu einem bewilligten Veranstalter liegt nicht im Wettprogramm, sondern darin, was nach einem Streit passiert. Bei Sportaza passiert nichts, was ein Schweizer Gericht betrifft.

Grundlagen zuerst: Was eine Unentschieden-Wette eigentlich ist

Ein Unentschieden ist im Fussball und in vielen Mannschaftssportarten ein eigener Ausgang neben Sieg und Niederlage, und im Wettprogramm steht er als dritte Quote. Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer, beim Fussball also 90 Minuten, plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Damit ist die Frage, über die eine Remis-Wette entscheidet, klar umrissen: Es ist der Ausgang nach der regulären Zeit, nicht der Ausgang des Abends.

Ein ruhiger Bergsee mit Nebel am Ufer bei Sonnenaufgang, am Hang dahinter dunkle Tannen.
Wird ein Sporttip-Wettereignis nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt, ist die Wette ungültig; Einzelwetten werden zurückbezahlt.

Wer das nicht auseinanderhält, setzt etwas anderes als er glaubt. Beim Pokalspiel, das ins Penaltyschiessen geht, ist die Remis-Wette nach 90 Minuten entschieden, und das ganze anschliessende Drama betrifft sie nicht mehr. Umgekehrt kann eine Wette, die ausdrücklich die Verlängerung einschliesst, ein Remis nach 90 Minuten verlieren.

Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung lassen sich bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombinieren. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Wer also Remis und eine andere Bedingung derselben Partie verbinden will, braucht diese Funktion, und wer das ignoriert, riskiert die ganze Kombination.

Quote, Kehrwert, Wahrscheinlichkeit

Die Quote ist ein Preis, und der Kehrwert ist die Wahrscheinlichkeit, die dieser Preis ausdrückt. 3.40 ergibt 0,294, also 29,4 Prozent. 1.90 ergibt rund 52,6 Prozent. Der Kehrwert ist aber nicht die faire Wahrscheinlichkeit, weil in ihm die Marge des Veranstalters steckt. Über alle Ausgänge eines Marktes summieren sich die Kehrwerte auf mehr als 100 Prozent, und der Überschuss ist der Anteil, den der Veranstalter einbehält.

Eine Strategie braucht deshalb zwei Zahlen, nicht eine: den Preis und die eigene Schätzung. Fehlt eine der beiden, ist die Entscheidung keine Entscheidung, sondern eine Intuition mit einer Zahl daneben.

Wettschein, Kombination und Systemwette

Einzelwette, Kombiwette und Systemwette sind drei verschiedene Produkte mit drei verschiedenen Erwartungen. Bei einer Einzelwette hängt alles an einem Ausgang. Bei einer Kombi müssen alle Voraussagen eintreffen, und die Gesamtquote ist das Produkt der Einzelquoten — bei Swisslos sind es mindestens vier Voraussagen für den Kombiboost. Bei einer Systemwette wird dieselbe Auswahl in mehreren Kombinationen gespielt, was mehrere Teiltreffer möglich macht, aber den Einsatz multipliziert.

Für Remis-Wetten ist die Kombi die riskantere Wahl, weil ein Remis bereits eine niedrige Einzelwahrscheinlichkeit trägt und das Produkt mehrerer solcher Wahrscheinlichkeiten schnell sehr klein wird. Der Kombiboost belohnt genau diese Konstruktion mit einem Aufschlag auf den Nettogewinn von 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn Voraussagen mit Quoten von je mindestens 1.50. Das ist ein Anreiz für Umsatz, nicht eine Verbesserung der Wahrscheinlichkeit.

Wo die Wette abgegeben werden kann

Sporttip-Wetten lassen sich online über Swisslos oder die Sporttip App für iOS und Android abgeben. In der App zusammengestellte Wetten können auch per QR-Code an einer Sporttip Verkaufsstelle gespielt werden. Der Weg von der App zum Schalter ist damit offen, und der Weg vom Schalter zur App ebenfalls. Wer in der Deutschschweiz, im Tessin oder in Liechtenstein wohnt, kann beide nutzen.

Was in der Schweiz erlaubt ist und was nicht: Zwei Veranstalter, eine Sperrliste

Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, BGS, SR 935.51, in Kraft seit dem 1. Januar 2019. Die Aufsicht führt die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern, auf Basis des Geldspielkonkordats, in Kraft seit dem 1. Januar 2021. Die Eidgenössische Spielbankenkommission ist nicht zuständig — sie beaufsichtigt nur Casinos. Das ist keine Spitzfindigkeit, sondern der Grund, warum Fragen zu Sportwetten nie dorthin gehören, wo Casino-Fragen behandelt werden.

Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel, und sie gilt nur in der Schweiz. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport sind diese zwei, und damit existiert keine Liste weiterer bewilligter Anbieter, weil es keine gibt. Die Aufsicht veröffentlicht nur die Sperrliste der blockierten fremden Domains. Ein Online-Konto setzt Wohnsitz in der Schweiz voraus und in der Praxis Wohnsitz im Gebiet des jeweiligen Veranstalters. Der Reinertrag geht an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen.

Was überhaupt gewettet werden darf

Erlaubt sind ausschliesslich Sportereignisse. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht zulässig. Das erlaubte Angebot ist eine geschlossene Liste: die Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten der Aufsicht, Fassung vom 10. September 2026. Qualifikationsrunden stehen nur darauf, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder aufs Podest entscheidet, und Wetten auf Trainingsläufe stehen überhaupt nie darauf. Die Liste enthält keine Corner- und keine Kartenmärkte und keinen Esport-Bereich. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen.

Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, sofern der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung besitzt. Das Gesetz schränkt Livewetten nicht auf bestimmte Märkte ein. Cash-Out dagegen ist nicht geregelt, und deshalb ist es nur als jeweils eigenes Produktmerkmal eines Veranstalters zu beschreiben — bei Sporttip als Funktion für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, nur online, nur vollständig, ohne Garantie pro Markt.

Der Bewilligungszwang und was ein ausländischer Schein bedeutet

Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten veranstaltet, macht sich strafbar: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre. Der Spieler selbst wird nicht bestraft. Die Einsätze und Gewinne können aber in Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und ein Schutz oder eine Fair-Play-Kontrolle besteht nicht.

Das ist die Stelle, an der die Formulierung sorgfältig sein muss. Ein ausländischer Schein aus Curaçao, Malta oder Deutschland hat in der Schweiz keine Geltung. Er ist nicht verboten im Sinne eines strafbaren Dokuments, er existiert hier einfach rechtlich nicht. Für den Spieler heisst das: Es gibt keinen Schweizer Rechtsweg, keine Verbindung zum Sperrregister und keine Aufsicht über die Auszahlung.

Steuern: Freibetrag, Verrechnungssteuer und «je nach Kanton»

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen — die Steuerverwaltung nennt Sportwetten ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden nur darüber besteuert. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 lag er bei CHF 1’070’400. Der kantonale Freibetrag unterscheidet sich, und deshalb lautet die einzige korrekte Angabe «je nach Kanton».

Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die über die Deklaration in der Steuererklärung zurückgeholt wird. Ein typischer Wettender gewinnt weit unterhalb dieser Schwelle: keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer auf den Gewinn. Eine Wettsteuer auf Einsätze gibt es in der Schweiz nicht.

Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Praxis etwa im Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Wer dort spielt, sollte das nicht als Detail abtun. Für die eigene Situation ist der Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung die zuständige Stelle.

Werbung und Gratisspielguthaben

Werbung darf nicht aufdringlich und nicht irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten. Werbung für Glücksspiel, das in der Schweiz nicht erlaubt ist, ist verboten und wird mit einer Busse bis CHF 500’000 geahndet. Deshalb beschreibt dieser Text Anbieter ohne Schweizer Bewilligung, statt für sie zu werben, und deshalb steht hier keine einzige Aufforderung, irgendwo ein Konto zu eröffnen.

Gratisspiele oder Gratisguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Aufsicht. Im Jahr 2025 wurden 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt. Bonusbeträge und Bedingungen ergeben sich ausschliesslich aus den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters. Ein allgemeines zeitliches Werbeverbot besteht nicht.

Zwei Schutzsysteme, ein Vergleich ohne Sieger von selbst

Wer bei einem bewilligten Veranstalter spielt, bekommt vollen Schweizer Schutz, aber auch nur zwei Anbieter, eine geschlossene Liste von Sportarten und Märkten, eine Wohnsitzvoraussetzung und eine Identitätsprüfung. Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung spielt, bekommt ein breiteres Programm und keine dieser Absicherungen. Keines von beidem ist von sich aus «die sichere Wahl». Die Wahl ist eine Abwägung, und die Abwägung hängt davon ab, was ein Spieler im Zweifel braucht: die Quote auf dem Schirm oder eine Institution, die im Streitfall entscheidet.

Das ganze Feld hat eine Marge, und sie steht vor der Strategie

Der Quotenschlüssel eines Marktes ist der Anteil aller Einsätze, den der Markt an die Wettenden zurückzahlt. Er folgt aus den Kehrwerten aller Quoten eines Marktes, und die Marge ist 100 Prozent minus dieser Wert. Bei einer Zweiwege-Konstellation zu 1.90 und 1.90 ergibt sich ein Schlüssel von 95 Prozent und damit eine Marge von rund 5 Prozent; bei einem Dreierfeld mit 1.90, 3.40 und 3.90 fällt der Schlüssel auf etwa 88 Prozent, und die Marge steigt auf ungefähr 12 Prozent.

Diese Spanne, von etwa 5 bis etwa 12 Prozent je nach Marktbreite, ist die Zahl, die jede Strategie zuerst bezahlen muss. Aus 100 Einheiten Umsatz werden je nach Markt 88 bis 95 zurückgezahlt, und erst der verbleibende Teil ist überhaupt verfügbar, bevor irgendjemand über einen Vorteil spricht. Wer die Marge ignoriert, verwechselt die Frage, ob ein Ausgang kommt, mit der Frage, ob ein Preis stimmt.

Häufige Fragen zu Unentschieden-Wetten

Welche implizite Wahrscheinlichkeit steckt in einer Quote von 3.40 auf ein Unentschieden?

Der Kehrwert der Quote: 1 geteilt durch 3.40 ergibt rund 0,294, also 29,4 Prozent. Das ist die im Preis ausgedrückte Wahrscheinlichkeit, nicht die faire. Weil in jedem Markt eine Marge steckt, liegt die tatsächlich angesetzte Wahrscheinlichkeit etwas tiefer. Wer selbst auf über 29,4 Prozent kommt, sieht nach seiner Rechnung einen Wert.

Kann eine Strategie für Unentschieden-Wetten dauerhaft Gewinn bringen?

Nein, und die Marge entscheidet mit. Jeder Markt zahlt einen Quotenschlüssel zwischen etwa 88 und 95 Prozent zurück, und diese Lücke muss zuerst geschlagen werden. Eine Strategie kann über viele Wetten weniger verlieren als eine andere, und sie kann kurzfristig im Plus liegen. Eine verlässliche Einnahmequelle ist sie nicht, und wer sie so behandelt, rechnet mit einem Ausgang, den niemand garantieren kann.

Was bedeutet ein Value Bet und wie wird er bei einer Unentschieden-Wette erkannt?

Ein Value Bet ist ein Vergleich zwischen dem angebotenen Preis und der eigenen Wahrscheinlichkeitsschätzung. Man rechnet den Kehrwert der Quote — bei 3.40 rund 29,4 Prozent — und prüft, ob die eigene Schätzung höher liegt. Wenn ja, ist die Quote nach eigener Rechnung zu hoch. Der Value Bet sagt nichts über den Ausgang, und die Wette kann trotzdem verlieren.

Was ist Dutching und wie werden Einsätze auf mehrere Ausgänge verteilt?

Beim Dutching werden Einsätze so auf mehrere Ausgänge verteilt, dass jeder abgedeckte Ausgang denselben Rückzahlungsbetrag ergibt. Deckt man alle Ausgänge eines Marktes ab, kauft man das ganze Feld und bezahlt in jedem Fall die volle Marge. Mehr als eine Nullnummer bleibt nur, wenn die abgedeckten Quoten zusammen mehr als 100 Prozent Ausschüttung ergeben — ein seltener Zustand.

Wie zählt eine Wette auf Unentschieden bei Sporttip, wenn es Verlängerung oder Penaltyschiessen gibt?

Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer, beim Fussball 90 Minuten, plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Eine normale Remis-Wette entscheidet sich also nach der regulären Zeit, unabhängig vom späteren Ausgang.

Wie lässt sich ein festes Budget mit Verlust- und Einsatzlimiten bei Swisslos und Loterie Romande umsetzen?

Bei Swisslos müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage vor der ersten Teilnahme gesetzt werden, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Senkungen gelten sofort, Erhöhungen erst nach 72 Stunden. Dazu kommt ein fester Einsatzanteil am eigenen Budget, den man unabhängig vom Verlauf nicht erhöht.

Inhalt erstellt vom Team «wettbueroch»