Die Strategie der Kombiwetten 2026: Einsatz, Quote und Marge in der Schweiz

Updated Oktober 2026
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Ein aufgeschlagenes Notizbuch mit handschriftlichen Notizen und ein gespitzter Bleistift liegen auf einem hellen Holztisch im Morgenlicht.

Stand: Oktober 30, 2026 — geprüft gegen die Gespa, das Geldspielgesetz (BGS) und die veröffentlichten Spielregeln der Veranstalter.

Wer eine Kombiwette abgibt, kauft sich eine grosse Zahl und bezahlt sie mit einem kleinen Tor. Das ist die ganze

Mechanik, und alles Weitere auf dieser Seite folgt daraus: die Quote, die Marge, die Mindestquote eines Boosts, die

Verlustlimite, die ein Veranstalter vor der ersten Wette einfordert. In der Schweiz kommt eine Besonderheit hinzu,

die kaum ein Ratgeber ausspricht. Für Sportwetten gibt es genau zwei Veranstalter mit Bewilligung, und welcher für

Sie in Frage kommt, entscheidet nicht der Geschmack, sondern der Wohnkanton. Ein Konto bei Loterie Romande ist für

eine Person aus Zürich ebenso wenig zu haben wie eines bei Swisslos für jemanden aus Genf.

Der Sporttip-Kombiboost gilt ab vier Voraussagen mit Quote von je mindestens 1.50: 5 % Bonus auf den Nettogewinn bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn.

Das verändert jede Strategiefrage. Wer in Neuenburg wohnt, verhandelt über die Bedingungen von Jouez Sport und

sonst über nichts. Wer in St. Gallen wohnt, hat die Wahl zwischen Sporttip und einem Dutzend ausländischer

Plattformen, auf denen keine Schweizer Bewilligung steht — mit allen Folgen, die das für Limiten, Auszahlungen,

Steuern und den Rechtsweg hat.

Wer die Marge nicht kennt, kann die Quote nicht lesen. Sie steckt in jedem Preis, auch im schönsten, und sie

entscheidet, was von einem Zuschlag am Ende übrig bleibt.

Die Grundrechnung einer Kombiwette: Produkt statt Summe

Zwei Voraussagen zu je Quote 2.00 ergeben zusammen 4.00, nicht 3.00. Addiert wird nichts. Die Gesamtquote ist das

Produkt der Einzelquoten, und deshalb wächst sie so schnell — und mit ihr der Anspruch an den Wetter.

Leere Tribünenränge eines Fussballstadions in der Abenddämmerung, über dem Rasen leuchten die Flutlichter.
Bei Sporttip-Kombinationen ergibt sich der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten, und wird auf 5 Rappen genau abgerundet.

Fünf Voraussagen zu je 1.90 ergeben eine Gesamtquote von rund 24.76. Wer CHF 20 einsetzt, sieht auf dem Wettschein

einen möglichen Gewinn von CHF 495. Was daneben steht, ist der eigentliche Gegenstand dieser Seite. Bei einer

Einzelwette zu 1.90 sind 1000 Wettscheine kein abstraktes Bild, sondern die Grössenordnung, in der sich ein

Ergebnis einpendelt. Bei einer Fünferkombination mit denselben Einzelquoten liegt die Trefferquote schon unter

einem Zehntel.

Der Gewinnbetrag folgt einer festen Regel und nicht dem Augenschein. Bei Sporttip ergibt er sich aus Einsatz mal

Quote, bei Kombinationen also mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten; der Betrag wird zuerst auf zwei

Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Zwei Franken Strategie, in einem Satz

erledigt: Auf jeder Sporttip-Kombination verschwindet der Rest unter fünf Rappen, und niemand bekommt ihn je

zurück. Das ist keine Ungerechtigkeit, aber es ist ein Detail, das die Sporttip-Werbung nicht ausspricht.

Was aus einer Kombination wird, wenn ein Spiel verschoben wird

Absagen kommen vor, und sie treffen Kombinationen härter als Einzelwetten, weil eine ganze Kette an einer

einzigen Voraussage hängt. Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem

ursprünglichen Beginn — oder im Rahmen eines Turniers — nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden

zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die betroffene Voraussage Quote 1.00.

Eine kopfsteingepflasterte Gasse mit Arkaden in einer Schweizer Altstadt im frühen Morgenlicht, niemand ist unterwegs.
Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; Personen unter 18 Jahren sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

Quote 1.00 ist der stille Held dieses Abschnitts. Die Kette bleibt bestehen, aber sie trägt weniger. Aus sieben

Voraussagen werden in der Rechnung sechs, und wenn Sporttip sieben Voraussagen für den vollen Kombiboost

verlangt, ist der Zuschlag im selben Moment weg. Genau hier zeigt sich, was Konzentration kostet: Je mehr

Voraussagen eine Kombination bündelt, desto mehr Gelegenheiten hat der Spielplan, sie zu stutzen.

Zwei Ereignisse, ein Markt, eine Regel

Nicht jede Kombination ist erlaubt, und das hat einen Grund, den jeder Veranstalter kennt: Zwei Märkte

desselben Spiels sind nicht unabhängig. Wer «Sieg Bayern» und «Über 2.5 Tore» kombiniert, verkauft sich

gegenseitige Bestätigung als Vielfaches.

Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die

Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann

sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Der Fall ist selten. Die

Regel dahinter gilt immer, und sie gilt bei jedem Veranstalter in irgendeiner Form.

Die Marge: der stille Dritte auf jedem Wettschein

Ein Markt, den ich zum Rechnen brauche, ist kein Angebot. Nehmen Sie einen zweiseitigen Markt mit zwei Quoten zu

je 1.90 — ein Rechenbeispiel, keine ausgeschriebene Quote. Wer den Sporttipp-Auszahlungsschlüssel darauf anwendet,

teilt eins durch 1.90 und noch einmal durch 1.90, addiert die beiden Zahlen zu rund 1’053 und liest daraus ab, dass

ein solcher Markt etwa 95 % der Einsätze zurückzahlt. Die Marge, also der Anteil, den der Veranstalter von jedem

gesetzten Franken behält, liegt dann bei rund 5 %.

Die Zahl ist eine Bandbreite, keine Konstante. Rund 5 % gilt für einen ausgewogenen Markt mit zwei Ausgängen. Ein

Dreifachmarkt mit drei Quoten und einem klaren Favoriten trägt mehr, ein Nischenmarkt auf eine Zweitliga-Partie

trägt deutlich mehr, und ein Live-Markt bewegt sich, während Sie den Einsatz setzen. Wer eine Quote liest, sollte

deshalb nicht nach dem schönsten Preis im Vergleich suchen, sondern nach der Differenz, die der Veranstalter

zwischen den Seiten aufspannt. Ein Anbieter mit 6 % Marge und einer 2.05 in dieser Rechnung kann besser sein als

einer mit 4 % und 1.95. Das Auge sieht die Quote. Der Auszahlungsschlüssel sieht die Marge.

Und dann multipliziert sich die Marge. Bei einer Fünferkombination ist der Auszahlungsschlüssel des Gesamtmarkts

das Produkt der einzelnen Auszahlungsschlüssel. Fünf ausgewogene Märkte zu je rund 95 % ergeben zusammen rund 77 %.

Anders gesagt: Ein gutes Viertel der Einsätze, die in eine solche Kombination fliessen, ist bereits vor dem ersten

Anpfiff weg. Das ist keine verborgene Gebühr, sondern der Preis der Multiplikation. Der hohe mögliche Gewinn, der

auf dem Wettschein steht, ist die Kehrseite davon.

Was daraus für die Praxis folgt, ist unbequem und einfach. Eine Kombination mit vielen Voraussagen ist aus Sicht

des Wetters nicht nur riskanter, weil mehr schiefgehen kann. Sie ist auch teurer, weil mehr Margen übereinander

liegen. Wer aus einer schlechten Chancenlage eine gute Zahl machen will, bekommt beides: ein dünneres Feld und

einen weiteren Weg hindurch.

Nur zwei dürfen es, und Ihr Wohnort entscheidet welcher

Die Rechtslage in der Schweiz ist ungewöhnlich klar. Online-Sportwetten sind ein Grossspiel im Sinne des

Geldspielgesetzes (BGS, SR 935.51, in Kraft seit dem 1. Januar 2019, Art. 3 lit. c und e) und werden von der

Gespa beaufsichtigt, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern. Nicht die ESBK, die nur Casinos prüft. Eine

Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS), und sie gilt nur

in der Schweiz (Art. 4 BGS).

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Swisslos mit dem

Produkt Sporttip, betrieben von der SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, die

gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019

(IKV 2020) Lotterien und Sportwetten veranstaltet. Und Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport, die für die

sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura tätig ist und 2’350 Verkaufsstellen

in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende nennt. Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Anbieter, weil es

keine gibt. Die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste ausländischer Domains.

Das Vertragsgebiet der Swisslos

Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH

sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt; zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet.

Für ein Online-Konto braucht es Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in diesem Gebiet, mindestens 18 Jahre, keine

bestehende Spielsperre und genau eine Registrierung pro Person. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis

ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft.

Das ist die praktische Konsequenz, die man bei Sporttip selten prominent liest. Eine Person aus Genf, Neuenburg

oder Jura bekommt kein Konto, unabhängig davon, wie überzeugend ihre Strategie ist. Und wer in Zürich wohnt, kann

sich nicht bei Loterie Romande anmelden, sondern hat in der Schweiz effektiv einen einzigen bewilligten Anbieter

zur Auswahl.

Was die Bewilligung mit sich bringt

Eine Bewilligung ist kein Abzeichen, sondern eine Reihe von Bedingungen, und die meisten davon kosten den

Veranstalter etwas. Die Hälfte der Regeln schützt den Wettenden.

Wettbar sind ausschliesslich Sportereignisse. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht

erlaubt. Das erlaubte Angebot ist eine geschlossene Liste — die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten,

Wettkämpfe und Wettarten (Version 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Qualifikationsrunden stehen darin nur,

wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste

über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder auf das Podest entscheidet, Trainingsläufe nie. Die Liste

zeigt keine Corner- oder Kartenmärkte und keinen Esport-Abschnitt. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige

teilnehmen, sind ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS).

Für Einzelwetten ist das kein Problem. Für Kombinationen ist es eines. Wer eine Fünferkette aus derselben Liga

bauen will, stösst auf ein schmaleres Feld als bei einem Anbieter ohne Bewilligung, und wer Karten oder Ecken als

Baustein sucht, findet sie in der bewilligten Liste gar nicht. Live-Wetten sind erlaubt, vor dem Spiel und

währenddessen, soweit der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung besitzt; eine gesetzliche Beschränkung auf

bestimmte Live-Märkte kennt das BGS nicht. Ein Cash-Out ist nicht geregelt und bleibt Sache jedes Veranstalters.

Der Rechtsweg und der Preis, den er hat

Ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung bietet weder Schutz noch Rechtsweg. Eine Bewilligung aus

Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Das Organisieren

von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist eine Straftat — bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe, bei

gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren (Art. 130 BGS). Der Spielende wird nicht bestraft. Aber Einsätze und

Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und eine faire Spielkontrolle gibt es

nicht.

Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren

(Art. 86–93 BGS; erste Liste vom 3. September 2019, 671 Domains Ende 2025). Blockierte Domains werden innert

Stunden ersetzt — die Gespa nennt dafür das Domain-Hopping. Wer heute einen Anbieter erreicht, findet ihn in

einigen Wochen vielleicht nicht mehr unter derselben Adresse. Das ist die Kehrseite der Bequemlichkeit: Ein Konto

bei einem Anbieter ohne Bewilligung kann über Nacht unerreichbar werden, und die Einzahlung, die darauf liegt,

ist nicht durch einen Schweizer Regulator geschützt.

Und die andere Seite ehrlich: Ein bewilligter Anbieter bringt vollen Schweizer Schutz, aber nur zwei

Veranstalter, eine geschlossene Liste von Sportarten und Märkten, eine Wohnsitzanforderung und eine

Identitätsprüfung. Beides ist nicht per se «die sichere Wahl». Das ist eine Abwägung, und sie fällt je nach

Wohnkanton und je nachdem, was jemand wetten will, anders aus.

Limiten kommen nicht vom Staat, sondern von Ihnen

Es gibt in der Schweiz keine gesetzlich festgelegte Einzahlungslimite. Wer eine Zahl erwartet, die für alle gilt,

findet sie nicht. Was es gibt, ist die Pflicht der Veranstalter, von jeder Person vor der ersten Wette einen oder

mehrere Höchstwerte für Einsätze oder Verluste verlangen zu lassen (Art. 87 VGS). Die Grenze kommt also nicht von

der Aufsicht, sondern aus den eigenen Händen — und das ist der Punkt, an dem eine Kombination strategisch

gefährlich wird.

Was Sporttip verlangt, und wann es wirkt

Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite

liegt bei CHF 9’999, unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden.

Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Die 72 Stunden sind der wichtigste Satz dieses Abschnitts. Genau dann, wenn eine Kombination schiefgegangen ist,

ist die Limite am schwersten zu bewegen. Gesetzlich wäre eine Erhöhung nach 24 Stunden möglich; Swisslos und

Loterie Romande setzen in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden und gehen damit über das Minimum hinaus. Wer im

Ärger nachlegen will, muss also drei Tage warten, und die drei Tage sind die eigentliche Schutzvorrichtung — nicht

die Zahl auf dem Formular.

Die Sperre als Werkzeug, nicht als Strafe

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf.

Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos

einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein.

Das Register ist der Teil, den man kennen sollte, bevor man handelt. Eine Sperre wirkt nicht nur bei einem

Anbieter, sondern über den ganzen bewilligten Markt, und eine freiwillige Sperre lässt sich nur nach drei Monaten

aufheben, unter Beteiligung einer Fachstelle (Art. 81, 84 VGS). Gesperrte oder minderjährige Personen haben keinen

Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS). Es ist deshalb keine Massnahme, die man schnell rückgängig

macht, und genau darin liegt ihr Wert.

Was sie nicht leistet, wird oft falsch dargestellt. Sportwetten sind ab 18 Jahren zugänglich, und der Zugang wird

geprüft. Die Gespa hat 2025 bei 200 Testkäufen an Verkaufsstellen in 47.5 % der Fälle eine Sportwette an eine

minderjährige Person verkauft. Diese Zahl gehört auf jede Seite, die den Schweizer Jugendschutz als lückenlos

beschreibt. Sie ist es nicht, und die Lücke liegt nicht im Online-Konto, sondern am Schalter.

Warum Kombinationen mehr kosten als sie scheinen

Eine Kombination mit vielen Voraussagen macht aus einem kleinen Einsatz eine grosse Zahl. Genau diese Zahl ist es,

die zu grösseren Einsätzen verleitet, und die selbst gesetzte Verlustlimite ist das einzige Werkzeug, das dagegen

steht. Wer sie bei CHF 50 für 30 Tage setzt und das durchhält, hat die Strategiefrage zur Hälfte beantwortet,

bevor er die erste Quote studiert. Kalkulieren Sie eine Limite mit der Marge im Kopf: Rund 5 % der Einsätze in

einem ausgewogenen Markt gehen an den Veranstalter, bei einer Fünferkombination deutlich mehr. Über ein Jahr ist

das der zuverlässigste Posten in jeder Bilanz.

Die Rechenregeln: Einzelwette, Kombiwette, Systemwette

Drei Wetten, drei verschiedene Dinge, und der Unterschied liegt jeweils in der Trefferbedingung, nicht im Einsatz.

Die Einzelwette setzt auf ein Ereignis. Sie gewinnt oder sie verliert, und die Quote gilt direkt. Der Ausgang ist

überschaubar und die Marge — rund 5 % in einem ausgewogenen Markt — bleibt die einzige eingebaute Bremse.

Die Kombiwette verbindet 2 bis 10 Voraussagen bei Jouez Sport, und die Gesamtquote ist das Produkt der

Einzelquoten. Der Gewinnbetrag folgt der Regel aus Einsatz mal Gesamtquote und wird auf 5 Rappen genau abgerundet.

Der springende Punkt ist, dass alle Voraussagen eintreffen müssen. Bei Jouez Sport beträgt der Höchstgewinn pro

Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000; eine

Einzelquote oder Gesamtquote muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.

Die Systemwette löst dasselbe Problem wie eine Kombination, aber anders. Sie enthält mehrere Kombinationen

gleichzeitig, sodass ein einzelner Fehlgriff nicht alles kostet — der Preis dafür ist ein höherer Einsatz für

dieselben möglichen Gewinne. Bei Sporttip liegt der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette bei

CHF 1’000; für eine Systemwette erlaubt Swisslos CHF 10’000. Der Mindesteinsatz beträgt CHF 1. Swisslos kann

diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Diese Zahlen sind nicht nur Regeln, sondern eine Rechnung. Wer CHF 1’000 als Höchsteinsatz für eine Kombination

sieht, liest dort ein Bekenntnis des Veranstalters: Eine einzelne Kombinationswette über dieser Summe ist für sein

Risikomodell nicht mehr tragfähig. Der doppelte Spielraum bei Systemwetten verrät dasselbe in der Gegenrichtung.

Mehrere Kombinationen auf einmal streuen das Risiko, und Streuung verschiebt die Verteilung vom Extrem weg — in

beide Richtungen.

1000 Wettscheine

Die Trefferquote ist nicht alles, aber ohne sie bleibt jede Quote eine Behauptung. Eine Einzelwette zu 2.00

gewinnt statistisch etwa jeden zweiten Wettschein, und das Verhältnis von Gewinn zu Einsatz bleibt ungefähr bei

null — vor der Marge. Eine Kombination aus fünf unabhängigen Voraussagen zu je 2.00 hat eine Gesamtquote von

32.00, aber eine Trefferwahrscheinlichkeit von rund einem Wettschein in 32: etwa 3 %.

Ein Rechenbeispiel für den, der glaubt, eine besonders gut gewählte Kombination hebe das auf. Nehmen Sie eine

Fünferkombination mit Einzelquoten um 1.90, sodass die Gesamtquote bei rund 24.76 liegt. Bei 1000 Wettscheinen

trifft sie im Durchschnitt 28-mal. Das klingt nach einem guten Geschäft, bis man die 1000 Einsätze bezahlt. Wer

dreissigmal CHF 10 zurückbekommt und eintausendmal CHF 10 abgibt, hat mehr ausgegeben als eingenommen — und die

Marge hat dabei noch nicht einmal angefangen zu arbeiten. Der Weg zur Trefferquote führt über die Verteilung, und

die Verteilung bei fünf Voraussagen ist eine einzige lange Durststrecke mit seltenen Ausschlägen.

Was ein Boost auf einer Kombination tatsächlich wert ist

Zuschläge sind der einzige Teil des Kombigeschäfts, der aktiv beworben wird, und deshalb der Teil, an dem ein

Werbewort am meisten Mühe hat.

Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online, und zwar für Prematch-, Live- und Systemwetten. Er verlangt mindestens

vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 %

bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert.

Lesen Sie das langsam, weil die Stufen sich nicht dort lohnen, wo sie am grössten aussehen. Wer von vier auf fünf

Voraussagen geht, bekommt immer noch 5 % — und schultert dafür eine weitere Quote, die eintreffen muss. Erst der

Sprung auf sieben bringt 20 %, und der Sprung auf zehn verdoppelt noch einmal. Die Treppe ist also keine glatte

Rampe, sondern hat drei Stufen, und die nächste Voraussage, die noch keine neue Stufe erreicht, ist reiner

Zusatzrisiko. Zwischen sechs und sieben Voraussagen entscheidet eine einzige Begegnung darüber, ob aus 5 % ein

Fünftel des Nettogewinns wird. Der Boost übt damit einen Druck in genau die falsche Richtung aus: Er belohnt

mehr Voraussagen mit mehr Risiko, dort wo das Feld schon am dünnsten ist.

Dazu eine harte Bedingung, die jeden Live-Wetter trifft. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Wer eine

Kombination absichert, verliert also den Zuschlag, um den er die Kombination überhaupt eingegangen ist — und der

Cash-Out-Betrag liegt ohnehin tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn. Die Versuchung, den einen

Ausweg zu nehmen, ist verständlich. Der Preis dafür ist doppelt.

Was ein solcher Zuschlag in Prozent der Einsätze nicht ist

Ein Boost von 40 % klingt nach 40 % mehr Spielraum. Er gilt aber auf den Nettogewinn, nicht auf den Einsatz, und

er greift nur, wenn die Kombination trifft. Über viele Wettscheine gerechnet bleibt das Verhältnis von Rückzahlung

zu Einsatz in einem ausgewogenen Markt bei rund 95 %, und die Marge von rund 5 % verschwindet nicht, weil ein

Zuschlag darauf gelegt wird. Rechenbeispiel mit den Zahlen, die diese Seite trägt: Bei einem dritten Markt mit

rund 4 % Marge zahlt der Markt etwa 96 % zurück und behält rund 4 % — wer darauf einen Boost legt, beschleunigt

die Rückzahlung, aber die Richtung bleibt dieselbe.

Und die Bedingungen des Zuschlags sind Zusatzbedingungen, keine Nebensätze. Die Mindestquote von 1.50 pro

Voraussage schliesst jeden sicheren Baustein aus dem Boost heraus — eine Quote von 1.20 als Anker ist genau die

Idee, die hier nicht durchgeht.

Die anderen Zuschläge, und warum sie Einzelwetten sind

Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen

den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro

Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost.

Für die Kombistrategie heisst das etwas Eindeutiges. Quotenboosts sind keine Bausteine einer Kombination, sondern

das Gegenteil: Sie sind Einzelwetten auf ein einziges Ereignis. Wer eine Kombination aufbaut und dabei einen

Quotenboost mitnehmen will, muss ihn separat platzieren. Ohne Schweizer Bewilligung gibt es keine vergleichbare Schweizer Regel — ein Blick in die eigenen Bedingungen des jeweiligen Anbieters gehört damit zur Vorbereitung, bevor der Wettschein abgeschickt wird.

Prognosen: Was Analyse kann und was sie nicht kann

Eine Prognose entsteht aus Form, Statistik und Quotenvergleich. Drei Zutaten, alle vernünftig, alle mit einer

Grenze. Formkurven sagen etwas über die Vergangenheit einer Mannschaft, nicht über die nächste Partie. Der

Quotenvergleich sagt etwas über den Preis, den jemand anderes verlangt, nicht über die Wahrscheinlichkeit. Und

die Statistik beschreibt Häufigkeiten in einer Grundgesamtheit, nicht das einzelne Spiel, das vor Ihnen liegt.

Was man daraus machen kann, ist real und wird oft falsch bestritten. Ein Vergleich der Quoten bei zwei Anbietern

verschiebt den Preis um einige Prozentpunkte, und bei einer Kombination multipliziert sich jeder einzelne

Prozentpunkt. Wer statt 1.90 zweimal 1.92 findet, holt auf einer Fünferkette spürbar mehr heraus. Das ist die

einzige Stellschraube, die tatsächlich in der Hand des Wettenden liegt, und sie hat nichts mit Vorhersage zu tun.

Was man nicht daraus machen kann, ist eine sichere Kombination. Eine Kombination ist nie sicher, und keine

Analyse ändert das. Der Grund ist strukturell und nicht eine Frage der Qualität der Arbeit: Jede zusätzliche

Voraussage multipliziert ein Risiko, das schon in der einzelnen Voraussage steckt. Deshalb führt mehr Voraussagen

hier zu mehr Unsicherheit, nicht weniger.

Und wer heute einen konkreten Tipp mit Quoten sucht, sei es für die Bundesliga, die Premier League oder den Super

Bowl, sollte wissen, was ihm hier niemand geben kann. Wer eine Trefferwahrscheinlichkeit guten Gewissens als

sicheres Ergebnis verkauft, verkauft keine Prognose, sondern eine Behauptung. Was ein Ratgeber leisten kann, ist

die Mechanik — die Quote, die Marge, die Bedingung, das Limit. Was er nicht leisten kann, ist das Wissen, wer

gewinnt.

Die Rechnung, die jede Kombination aufwirft

Zurück zum Ausgangsmarkt. Ein zweiseitiger Markt mit zwei Quoten zu je 1.90 trägt rund 5 % Marge. Bei fünf

Voraussagen aus fünf solchen Märkten multipliziert sich der Auszahlungsschlüssel: rund 95 % fünfmal genommen

ergibt rund 77 %, und der Rest ist der Preis der Kette. Das ist die Zahl, gegen die jede Analyse arbeiten muss,

bevor sie die erste Zeile schreibt. Wer fünf Spiele durchgearbeitet hat und am Ende trotzdem bei rund 77 %

Rückzahlung landet, hat viel Arbeit in eine Struktur gesteckt, die per Konstruktion gegen ihn steht.

Der Punkt ist nicht, dass Kombinationen sinnlos sind. Der Punkt ist, dass der Grund für eine Kombination die

Gewinnhöhe ist, nicht die Trefferquote. Wer das verwechselt, baut sich eine Struktur, die genau das Gegenteil

von dem tut, was er beabsichtigt.

Wie man Anbieter für Kombinationen vergleicht: zehn Namen und ihr Bewilligungsstatus

Bei Kombinationen gewichten die Vergleichskriterien anders als bei Einzelwetten. Die Höhe einer einzelnen Quote

tritt zurück, weil sich am Ende die Marge mehrfach multipliziert; wichtiger werden die Regeln, die den Weg

bestimmen — die Höchstgewinne, die Mindestquoten, die Zahl der erlaubten Voraussagen, die Bedingungen eines

Boosts und die Frage, ob überhaupt ein Schweizer Rechtsweg besteht. Wer das ignoriert und nur die grösste Zahl

sucht, vergleicht die falsche Spalte.

In der Schweiz gilt dabei eine Vorbemerkung, die den Rest der Liste prägt. Bewilligt sind zwei Veranstalter, und

jeder bedient sein eigenes Gebiet. Die weiteren Namen stehen hier, weil Schweizer Wettende ihnen begegnen; sie

sind an denselben Kriterien gemessen. Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Geldspiel ist strafbar

(Art. 74 Abs. 3, Art. 131 BGS), deshalb beschreibt und bewertet diese Übersicht — einladen tut sie niemanden.

Anbieter Bewilligungsstatus in der Schweiz Veranstalter beziehungsweise gemeldete Bewilligung Für Kombinationen relevant
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, SR 935.51, unter Aufsicht der Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel; Gebiet: AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH, Tessin und Liechtenstein Kombiboost ab vier Voraussagen mit Quote von je mindestens 1.50; Mindesteinsatz CHF 1, Höchsteinsatz CHF 1’000 für Kombiwetten, CHF 10’000 für Systemwetten; Gewinn auf 5 Rappen abgerundet
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, SR 935.51, unter Aufsicht der Gespa Société de la Loterie de la Suisse Romande; Gebiet: FR, GE, JU, NE, VD, VS; 2’350 Verkaufsstellen, 221 Mitarbeitende Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen; Mindestquote 1.10; Gesamtquote höchstens 100’000; Höchstgewinn CHF 300’000 pro Wette, CHF 1’000’000 je Multiple
Betify ohne Schweizer Bewilligung keine schweizweit anerkannte Bewilligung (Art. 4 BGS) keine Schweizer Limiten, kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg
Unibet ohne Schweizer Bewilligung keine schweizweit anerkannte Bewilligung (Art. 4 BGS) keine Schweizer Limiten, kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg
HighFlyBet ohne Schweizer Bewilligung keine schweizweit anerkannte Bewilligung (Art. 4 BGS) keine Schweizer Limiten, kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg
HornetBet ohne Schweizer Bewilligung keine schweizweit anerkannte Bewilligung (Art. 4 BGS) keine Schweizer Limiten, kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg
BetFury ohne Schweizer Bewilligung keine schweizweit anerkannte Bewilligung (Art. 4 BGS) keine Schweizer Limiten, kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg
Sportaza ohne Schweizer Bewilligung keine schweizweit anerkannte Bewilligung (Art. 4 BGS) keine Schweizer Limiten, kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg
DirectionBet ohne Schweizer Bewilligung keine schweizweit anerkannte Bewilligung (Art. 4 BGS) keine Schweizer Limiten, kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg
Wettigo ohne Schweizer Bewilligung keine schweizweit anerkannte Bewilligung (Art. 4 BGS) keine Schweizer Limiten, kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg

Was der Status in der Praxis bedeutet: Bei den zwei bewilligten Veranstaltern verläuft alles über einen

Schweizer Rechtsweg, ein schweizweites Sperrregister ist angeschlossen, und Gewinne unterhalb des Steuerfreibetrags

bleiben steuerfrei. Bei den acht weiteren Namen gilt nichts davon, und ein Konto dort kann über die Sperrliste

der Gespa jederzeit unerreichbar werden. Das sind keine Nuancen, das sind die Bedingungen, unter denen eine

Kombination am Ende ausgezahlt wird oder nicht.

Zwei Firmen, ein Zweck: Swisslos und Loterie Romande im Vergleich

Auf der bewilligten Seite gibt es keine Wahlfreiheit, aber einen echten Unterschied. Sporttip ist die Plattform

mit dem Kombiboost, dem Mindesteinsatz von CHF 1, der Bet-Builder-Funktion und einem kombinierten Höchsteinsatz

von CHF 1’000. Jouez Sport arbeitet mit einer klaren Spanne von 2 bis 10 Voraussagen, einer Mindestquote von 1.10

und einem Höchstgewinn von CHF 300’000 pro Wette. Wer eine lange Kette mit grossem möglichen Gewinn plant, landet

bei Jouez Sport bei einer Obergrenze, die jede Kombination über zehn Voraussagen von vornherein ausschliesst.

Wer mit kleinen Einsätzen arbeitet und den Zuschlag auf den Nettogewinn mitnehmen will, hat bei Sporttip mehr

Bewegungsraum. Die Wahl hat also nichts mit Geschmack zu tun — sondern mit dem Wohnkanton, und danach mit der

Frage, welche Wette man plant.

Die Anbieter im Einzelnen

Die Reihenfolge folgt der Rechtslage: zuerst die zwei Veranstalter, die eine Schweizer Bewilligung besitzen,

danach die ausländischen Plattformen, die Schweizer Wettende antreffen. Ein weiterer Unterschied lässt sich

zwischen den Gruppen nicht sauber ziehen, weil zu Zahlarten, Boni und Auszahlungszeiten ausserhalb der bewilligten

Die Übersicht konzentriert sich auf die Kriterien, die den Spielablauf und die rechtliche Einordnung betreffen. Verglichen wird deshalb, was

sich vergleichen lässt.

Swisslos Sporttip: die Plattform mit dem gestuften Kombiboost

Swisslos ist die Genossenschaft mit Sitz in Basel, die gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die

gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020) Lotterien und Sportwetten veranstaltet; die

Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Die Bewilligung umfasst eine Veranstalterbewilligung und eine

Bewilligung pro Spiel nach BGS (SR 935.51), die Aufsicht führt die Gespa. Das Vertragsgebiet umfasst die

deutschsprachigen Kantone, das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.

Für Kombinationen ist die Plattform die interessanteste der zwei bewilligten, weil sie am meisten Regeln mitbringt,

die man prüfen kann. Der Kombiboost greift ab vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50 und stuft

den Zuschlag auf den Nettogewinn in Sprüngen: 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei

fünfzehn. Er gilt nur online, also für Prematch-, Live- und Systemwetten, und Einsatz und Gewinnerhöhung sind

limitiert. Dass der Zuschlag nur online gilt, ist eine Bedingung mit Konsequenzen: Wer die Kombination in der App

zusammenstellt und per QR-Code an einer Verkaufsstelle spielt, verliert den Anspruch.

Ein Wettschein kann online über Swisslos.ch oder die Sporttip App (iOS, Android) abgegeben werden; in der App

zusammengestellte Wetten lassen sich auch per QR-Code an einer Verkaufsstelle spielen. Bei Cash-Out gibt es

Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als

vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine

Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag liegt tiefer als der mögliche nicht vorzeitige

Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden.

Die Abwicklung folgt klaren Fristen. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos

automatisch dem Wallet gut; Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen

auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto überwiesen. Spielguthaben lässt sich innerhalb von

365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Konto auszahlen; ab der dritten Auszahlung kann

eine Kommission von 3 % belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen, und Gratisspielguthaben

aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Als Zahlungsart für das Aufladen des Spielkontos bietet Swisslos unter

anderem PostFinance Pay an, bei dem die Transaktion direkt in der PostFinance App bestätigt wird; der Mindestbetrag

für den Kauf von Spielguthaben liegt bei CHF 20, in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist

nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt.

Verglichen mit jedem anderen Namen auf dieser Seite ist das die einzige Plattform, bei der ein Kontostand an

einen Schweizer Rechtsweg und an ein schweizweites Sperrregister gekoppelt ist. Und die Gewinnstufe ist der

Punkt, an dem der Kombiboost zu einer Entscheidung wird: Der Sprung von sechs auf sieben Voraussagen bringt 20 %

statt 5 %, und genau dort kippt der Zuschlag von einer Nettigkeit in einen relevanten Betrag, während die

Trefferwahrscheinlichkeit der Kette weiter fällt. Ein Wettender, dessen Kontingent bei CHF 9’999 für 30 Tage

liegt, findet hier ausserdem die Grenze, die eine Reihe von Kombinationen überhaupt in ein Verhältnis zum

möglichen Gewinn setzt.

Loterie Romande Jouez Sport: die Plattform mit der harten Obergrenze

Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg,

Genf und Jura. Als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, und sie zählt 2’350

Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Auch sie hält eine Veranstalter- und Spielbewilligung

nach BGS unter Aufsicht der Gespa. Ein Online-Konto steht Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in

diesen sechs Kantonen offen.

Die Kombinationsregeln sind bei Jouez Sport enger geschnitten als bei Sporttip, und das macht sie für manche

Vorhaben zur falschen Adresse. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Einzelquote oder Gesamtquote

muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Der Höchstgewinn liegt bei CHF 300’000 pro

Einzel- oder Kombiwette und bei CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen.

Zwei dieser Zahlen entscheiden den Fall, bevor ein Wettschein überhaupt ausgefüllt ist. Die Obergrenze von zehn

Voraussagen schliesst die ganz langen Ketten aus, mit denen sich anderswo zweistellige Gesamtquoten und ein

theoretischer Millionengewinn darstellen lassen. Die Mindestquote von 1.10 dagegen ist auffallend niedrig und für

einen bestimmten Wettscheintyp ausgesprochen nützlich: Wer eine Kombination aus mehreren sehr kurzen Quoten

zusammenstellt, findet hier keine Untergrenze, die den Baustein ausschliesst — anders als beim Kombiboost von

Sporttip, der pro Voraussage mindestens 1.50 verlangt. Wer aus vielen kurzen Quoten eine lange Kette baut, findet

bei Jouez Sport also den Spielraum, den der Zuschlag am anderen Ende des Landes verwehrt.

Das ist eine Wahl in einem Satz. Sporttip belohnt mehr Voraussagen mit einem Zuschlag, verlangt dafür aber jede

Voraussage über 1.50. Jouez Sport verlangt fast nichts pro Baustein, erlaubt aber nur zehn Voraussagen und deckelt

den Gewinn pro Wette. Zwei Modelle, die gegenläufig gebaut sind, und kein Wettender in der Schweiz hat beide zur

Auswahl.

Betify: ein Name auf der Sperrliste

Betify führt keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und Loterie Romande dürfen Sportwetten in der Schweiz

veranstalten; eine Bewilligung ist nicht festgestellt, und sie hätte hier auch keine Kraft (Art. 4 BGS). Der

Anbieter ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, ein Schweizer Rechtsweg besteht nicht, und die

Domains des Anbieters können von der Gespa auf die Sperrliste gesetzt und per DNS blockiert werden. Für Personen unter 18 Jahren ist ein solches Angebot wegen der fehlenden Schweizer Kontrolle doppelt ungeeignet.

Was das für Kombinationen heisst: Es gibt oben keine Grenze, die den Gewinn abschneidet, keine Mindestquote, die

einen Baustein ausschliesst, und keine Obergrenze für den Einsatz. Genau darin liegt das Angebot — und der

Preis. Wer dort eine lange Kette mit einer grossen möglichen Auszahlung baut, baut sie unter einer Regel, die

ihm niemand in der Schweiz garantiert. Fällt die Domain unter die Sperrliste, ist das Konto am nächsten Tag

unerreichbar.

Unibet: kein angeschlossenes Sperrregister

Unibet arbeitet in der Schweiz ohne Bewilligung. Es gilt dieselbe Einordnung wie bei Betify: keine Bewilligung mit

Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS), keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und die

Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden.

Für einen Wettenden mit einer Verlustlimite ist der fehlende Anschluss an das Sperrregister der wichtigere Punkt.

Eine Sperre, die bei einem Schweizer Veranstalter ausgesprochen wird, wirkt dort nicht, und wer den Zugang zu

einem ausländischen Konto loswerden will, muss das dort separat regeln. Bei einem Anbieter, der Kombinationen

ohne Schweizer Deckel anbietet, ist das eine Frage, die man vor dem ersten Wettschein klärt und nicht danach.

HighFlyBet: viele Kombinationen, kein Schweizer Deckel

HighFlyBet ist ohne Schweizer Bewilligung tätig. Es gilt die bekannte Einordnung: keine Bewilligung mit Kraft in

der Schweiz (Art. 4 BGS), kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Domain auf der

Sperrliste möglich.

Der Einwand, den dieser Name bei Kombinationen aufwirft, ist das schmale Feld. Von den acht Namen ohne Bewilligung

unterscheiden sich die wenigsten in einer Eigenschaft, die auf einem Wettschein sichtbar wäre; für diesen einen

gilt es dennoch. Wer Kombinationen mit mehreren Bausteinen aus derselben Liga plant oder auf Frauenwettbewerbe

setzen will, verlässt sich auf ein Wettprogramm, dessen Umfang niemand von aussen prüft — und fällt eine

Voraussage aus einem anderen Grund als einer Absage weg, ist die Frage des Rechtswegs keine theoretische mehr.

HornetBet: Konto ohne Schweizer Rechtsschutz

HornetBet führt keine Schweizer Bewilligung. Eine Bewilligung ist nicht festgestellt und hätte in der Schweiz

keine Kraft (Art. 4 BGS); das Sperrregister ist nicht angeschlossen, der Rechtsweg fehlt, und die Domain kann

blockiert werden.

Ein ausländisches Konto ist auf eine andere Weise verletzlich als ein Schweizer. Ein Konflikt über eine

Kombination, die wegen einer Annullierung gemäss den Regeln dieses Anbieters anders gewertet wird als erwartet,

führt nirgendwohin, was ein Schweizer Gericht oder die Gespa annehmen würde. Bei Kombinationen mit vielen

Voraussagen ist genau dieser Konfliktfall häufiger als bei einer Einzelwette, weil mehr Ereignisse mehr

Gelegenheit für unterschiedliche Regeln schaffen.

BetFury: Kombinationen ohne Obergrenze nach Schweizer Vorstellung

BetFury ist ohne Schweizer Bewilligung im Markt. Es gilt die Einordnung der anderen ausländischen Namen: keine

Bewilligung mit Kraft hier (Art. 4 BGS), kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Domain auf der Sperrliste

möglich.

Was eine Kombination auf einer Plattform ohne Bewilligung auszeichnet, ist das Fehlen der Obergrenzen, die in der

Schweiz Standard sind. Kein Höchstgewinn pro Wette, keine Quote-Spanne, keine Voraussetzung einer Bewilligung

für die angebotenen Wettarten. Eine lange Kette bleibt dort also technisch möglich. Wer die Kombination wegen der

grossen Zahl sucht, findet sie hier — und nimmt die Unsicherheit der Auszahlung mit.

Sportaza: ausländisches Angebot, Schweizer Steuerfolge

Sportaza arbeitet ohne Schweizer Bewilligung. Wie bei den anderen Namen gilt: keine Bewilligung mit Kraft in der

Schweiz (Art. 4 BGS), kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrliste möglich.

Für Kombinationen kommt hier ein Punkt hinzu, der nichts mit dem Wettschein zu tun hat. Gewinne von ausländischen

Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, was auf den ersten Blick günstig klingt. Die kantonale

Steuerpraxis von Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen jedoch als vollständig steuerbares

Einkommen, unabhängig von der Höhe. Bei Schweizer Grossspielen — die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich — sind

Gewinne bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn steuerfrei; der Freibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026

eidgenössisch bei CHF 1’071’000 (CHF 1’070’400 im Jahr 2025), und der kantonale Freibetrag weicht davon ab, je

nach Kanton. Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die

Steuererklärung zurückgeholt wird. Wer diese Frage klären will, wendet sich an einen Steuerberater oder die

kantonale Steuerverwaltung.

DirectionBet: Longzeitwetten und die 26-Wochen-Frist

DirectionBet ist ohne Schweizer Bewilligung tätig. Es gilt die bekannte Einordnung ohne Schweizer Schutz, ohne

Sperrregister und mit dem Risiko der Sperrliste.

Bei einem ausländischen Anbieter fällt die Frage der Geltendmachungsfristen aus dem Blick, bei einem Schweizer

nicht. Bei Sporttip verfallen Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der

Wettauswertung geltend gemacht werden, zugunsten des Zwecks der Swisslos; eine Einsprache bei verweigerter

Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. Diese Fristen sind ein Beispiel dafür, was

ein geregelter Markt bedeutet: nicht nur eine Bewilligung, sondern auch eine dokumentierte Stelle, an der eine

Reklamation landen kann.

Wettigo: der letzte Name ohne Schweizer Bewilligung

Wettigo ist ohne Bewilligung in der Schweiz tätig, und für diesen Namen gilt dieselbe Einordnung wie für die

übrigen: keine schweizweit anerkannte Bewilligung (Art. 4 BGS), kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg,

Sperrliste möglich.

Bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung liegt die praktische Prüfliste vor jeder Kombination auf dem

Tisch. Wie wird eine abgesagte Begegnung gewertet, und innerhalb welcher Frist? Wie wird ein abhängiges

Ereignis derselben Veranstaltung behandelt — bei Sporttip ist dafür die Bet-Builder-Funktion vorgesehen, und ein

irrtümlich angenommenes Doppel kann dort die ganze Kombination ungültig machen. Und was gilt bei einer Wertung mit

Quote 1.00? Bei Sporttip-Livewetten zählt eine Wette, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs

platziert wird, mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte,

Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Solche Regeln entscheiden bei einer

Kombination über mehr als bei einer Einzelwette, und wer bei einem Anbieter ohne Bewilligung spielt, erfährt erst

aus dessen eigenen Bedingungen, was er unterschrieben hat.

FAQ

Wie entsteht die Gesamtquote einer Kombiwette?

Die Gesamtquote ist das Produkt der Einzelquoten, nicht ihre Summe. Zwei Voraussagen zu 2.00 ergeben 4.00. Bei

Sporttip folgt der Gewinnbetrag daraus, dass der Einsatz mit der Gesamtquote multipliziert wird; anschliessend

wird das Ergebnis auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und auf 5 Rappen genau abgerundet.

Muss jede Voraussage eintreffen, damit ausbezahlt wird?

Ja. Eine Kombination gewinnt nur, wenn alle Voraussagen zutreffen. Genau darin liegt der Unterschied zur

Einzelwette: Dort entscheidet ein Ereignis, hier entscheiden alle zusammen. Bei Sporttip gibt es eine Ausnahme

— wird ein Ereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nachgeholt, erhält diese Voraussage Quote 1.00, die

übrigen gelten weiter.

Was passiert, wenn ein Ereignis abgesagt wird?

Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn oder im Rahmen

eines Turniers nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten

erhält die betroffene Voraussage Quote 1.00. Die Kette bleibt bestehen, aber kleiner. Bei Swisslos können die

Verlustlimiten für Erhöhungen erst nach 72 Stunden angepasst werden.

Ist die Kombiwette der Einzelwette überlegen, trotz der Marge in jeder Quote?

Nein, pauschal nicht. Die Marge steckt in beiden, multipliziert sich bei einer Kombination aber: fünf Märkte zu

je rund 95 % Auszahlung ergeben zusammen rund 77 %. Die Kombination bietet die grössere mögliche Auszahlung, die

Einzelwette die höhere Trefferwahrscheinlichkeit. Wer eine grosse Zahl sucht, wählt die Kombination; wer eine

realistische Chance sucht, die Einzelwette.

Welche Fristen sollte ich vor der ersten Kombination kennen?

Drei Fristen entscheiden bei Swisslos am meisten. Die selbst gesetzte Verlustlimite lässt sich senken sofort,

erhöhen erst nach 72 Stunden. Eine produktbezogene Spielsperre gilt 1 bis 180 Tage ohne Aufhebung vor Ablauf.

Und Gewinne verfallen 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung, wenn sie nicht geltend

gemacht werden.

Inhalt erstellt vom Team «wettbueroch»