Cricket-Wetten in der Schweiz – was die zwei Bewilligungen wirklich erlauben
Ladevorgang...
Cricket ist in der Schweiz kein Volkssport, und wer darauf wetten will, landet schnell bei einem Anbieter, der hier gar nichts darf. Zwei Veranstalter haben eine Bewilligung, und beide kommen aus dem Lotteriegeschäft. Alles andere ist für Schweizer Spielende eine Fassade ohne Deckung.
Stand: Oktober 30, 2026; Bewilligungen und Limiten geprüft gegen die Angaben der Gespa und die Teilnahmebedingungen der beiden Veranstalter.
Cricket ist ein Spiel mit langen Zeiträumen. Ein Test-Match läuft bis zu fünf Tage, ein One-Day International einen Nachmittag, ein Twenty20 etwas über drei Stunden. Wer darauf Geld setzt, setzt also auf ein Ereignis, das sich über Tage hinziehen kann – und genau daraus folgt fast alles, was diese Seite zu sagen hat. Die Limiten, die Sie sich selbst setzen, sind bei einem Fünf-Tage-Spiel nicht dasselbe Sicherheitsnetz wie bei einem Fussballspiel von neunzig Minuten. Die Formate entscheiden, welche Märkte überhaupt Sinn ergeben. Und die Frage, bei welchem Veranstalter Sie überhaupt mitspielen dürfen, entscheidet sich nicht am Geschmack, sondern am Wohnkanton.
Die zehn Anbieter im Vergleich: zwei mit Bewilligung, acht ohne
Ein Vergleich, der Sporttip und ein Offshore-Portal in dieselbe Tabelle setzt, sagt nichts. Die eine Spalte darf in der Schweiz veranstalten, die andere nicht, und das ist kein Detail am Rand, sondern die einzige Zeile, die zählt. Wer die Tabelle trotzdem liest, sollte die Grenze zwischen den Gruppen kennen: alles ab Position drei ist Referenzmaterial, weil Schweizer Spielende diesen Marken begegnen, nicht weil sie hier eine Zulassung hätten.

| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalter oder gemeldete Lizenz |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung für ein Grossspiel (BGS, SR 935.51), Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung für ein Grossspiel (BGS, SR 935.51), Aufsicht Gespa | Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande |
| Betscore | ohne Schweizer Bewilligung | keine im Schweizer Recht wirksame Lizenz gemeldet |
| 22Bet | ohne Schweizer Bewilligung | keine im Schweizer Recht wirksame Lizenz gemeldet |
| bet-at-home | ohne Schweizer Bewilligung | keine im Schweizer Recht wirksame Lizenz gemeldet |
| Betify | ohne Schweizer Bewilligung | keine im Schweizer Recht wirksame Lizenz gemeldet |
| ZotaBet | ohne Schweizer Bewilligung | keine im Schweizer Recht wirksame Lizenz gemeldet |
| BetAlright | ohne Schweizer Bewilligung | keine im Schweizer Recht wirksame Lizenz gemeldet |
| N1 Bet | ohne Schweizer Bewilligung | keine im Schweizer Recht wirksame Lizenz gemeldet |
| BetFury | ohne Schweizer Bewilligung | keine im Schweizer Recht wirksame Lizenz gemeldet |
Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Das ist keine Marktbeobachtung, sondern eine Festlegung, und deshalb gibt es keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, die man hier noch eintragen könnte. Die Gespa führt keine Warteliste interessierter Bewerber, sie führt die Sperrliste der ausländischen Domains, deren Zugang Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren. Am Ende des Jahres 2025 standen dort 671 Domains, die erste Liste erschien am 3. September 2019. Blockierte Adressen werden innert Stunden ersetzt; dieses Domain-Hopping nennt die Aufsicht selbst, und sie nennt bet365 als auf der Liste geführt.
Was folgt daraus für den einzelnen Wettschein? Etwas sehr Praktisches. Bei den beiden bewilligten Veranstaltern hängt Ihr Konto an einem Register, an einer Identitätsprüfung und an einer Auszahlung auf ein Konto in Ihrem eigenen Namen. Bei den acht anderen existiert nichts davon in der Schweiz. Ihr Wohnkanton entscheidet, welcher der beiden für Sie überhaupt in Frage kommt; der Abschnitt «Wer welches Konto eröffnen darf: Vertragsgebiete und Grenzen» geht das Kanton für Kanton durch. Alle acht ausländischen Marken sind nach denselben Kriterien bewertet wie die beiden ersten – Bewilligung, Limiten, Auszahlung –, und alle acht fallen beim ersten Kriterium durch.
Zwei Dinge, die der Vergleich nicht leisten kann
Ein Vergleich über zehn Marken erzeugt die Erwartung, es gebe hier zehn vergleichbare Produkte. Die gibt es nicht. Für die ausländischen Portale liegt keine im Schweizer Recht wirksame Bewilligung vor, sie hängen nicht am hiesigen Sperrregister, und ein hiesiger Rechtsweg existiert nicht. Was ihre eigenen Bedingungen sagen, ändert daran nichts: eine ausländische Lizenz – ob Curaçao, Malta, Deutschland oder ein anderes Land – entfaltet in der Schweiz keine Wirkung.
Die zweite Grenze ist feiner. Sporttip und Jouez Sport stehen nicht nur für zwei Marken, sondern für ein geschlossenes Angebot. Welche Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten überhaupt angeboten werden dürfen, steht auf einer Liste der Aufsicht, in der Fassung vom 10. September 2026. Ob Cricket dort steht, ist die Frage, die vor jedem Vergleich zu klären ist, und der Abschnitt zur Rechtslage tut das. Ein Vergleich der Quoten zweier Anbieter ist ohnehin nur so gut wie das Ereignis, für das beide wirklich eine Quote stellen.
Grundlagen: was beim Cricket eigentlich gewettet wird
Ein Cricketfeld ist oval, in der Mitte liegt ein präparierter Streifen, und zwei Mannschaften mit je 11 Spielern stehen sich gegenüber. Das ist die Bühne. Alles Weitere, was einen Wettschein betrifft, hängt an einer Zahl: der Overs. Ein Over besteht aus sechs regulären Bällen, und ein Spiel hat zwei oder vier Innings – also zwei oder vier Abschnitte, in denen je eine Mannschaft schlägt und die andere wirft und feldet.

Test-Match, One-Day-Spiel und Kurzformat: drei Spiellängen, drei Wettarten
Die drei Formate unterscheiden sich nicht in der Sportart, sondern in der Zeit, die sie fressen – und damit in allem, was für eine Wette relevant ist.
Ein Test-Match dauert bis zu fünf Tage, mit täglich drei Sessions von etwa zwei Stunden. Für den Wettenden heisst das: fünf Tage, in denen sich ein Ergebnis entwickeln kann, ohne dass eine Wette vorher in irgendeiner Form abrechenbar wäre. Wer auf ein solches Spiel setzt, bindet Geld für eine Woche, und kein Cash-Out der Welt macht aus dieser Bindung eine kurze Angelegenheit.
Ein One-Day International umfasst in der Regel 50 Overs pro Innings, ein Twenty20 20 Overs pro Innings mit höchstens 75 Minuten je Innings. Hier wird aus einem Wettschein etwas, das man an einem Nachmittag abwickelt. Für Live-Wetten sind das die lohnenden Formate, weil die Quoten sich innerhalb von Stunden bewegen und nicht innerhalb von Tagen. Wer Cricket nur als Gelegenheitswetter mitnimmt, hat im T20 den kürzesten Weg von einer Einschätzung zu einem Ergebnis.
Wie ein Cricketspiel ausgehen kann – und warum das die Quoten betrifft
Cricket kennt mehr Endzustände als die meisten Sportarten, und jeder davon ist ein Markt. Ein Spiel endet als Tie, wenn alle Innings beendet sind und der Punktestand gleich ist; das gilt als sehr selten. Ein Draw ist in der Regel ein Spiel, bei dem die Zeit vor Ende aller Innings abläuft. Ein Spiel kann also unentschieden ausgehen, ohne dass es den Tie gibt, und ein Spiel kann abgebrochen werden, ohne dass es einen der beiden Zustände erreicht.
Diese drei Ausgänge – Sieg, Tie, Draw – koexistieren in derselben Partie, und wer die Struktur seines Wettscheins nicht kennt, kann am fünften Tag in einem Markt landen, den er nie bestellt hat. Beim One-Day-Spiel ist die Sache enger, aber nicht einfacher: dort entscheidet der Ablauf des zweiten Innings darüber, was eine Wette auf den Sieger wert ist.
Online Cricket wetten: wie eine Quote zustande kommt und was sie kostet
Diese Ausgänge sind der Grund, weshalb Cricket-Quoten sich nicht wie Fussballquoten anfühlen. Die Buchmacher – hier also die beiden Veranstalter – bauen die Unsicherheit in ihre Preise ein, und sie bauen ihre Spanne ein. Beides zusammen erklärt, warum auf demselben Markt die Rückzahlung schwankt, je nachdem, wie viele Ausgänge wirklich möglich sind.
Die Marge in einem Zwei-Weg-Markt, Schritt für Schritt
Nehmen Sie einen illustrativen Markt mit zwei Ausgängen zu je 1.90. Das ist kein Zitat, sondern ein Rechenbeispiel. Kehrt man jede Quote in ihren Anteil um, ergibt 1 ÷ 1.90 zweimal 0,5263, zusammen 1,0526. Die Auszahlungsquote liegt damit bei rund 95 Prozent, die Marge des Veranstalters bei rund 5 Prozent. Anders gesagt: Von jedem Franken, der auf diesen Markt fliesst, kommen im Durchschnitt etwa 95 Rappen als Gewinn zurück, und der Rest bleibt in der Kasse des Veranstalters.
Die Bandbreite, in der das pendelt, hängt genau an der Zahl der möglichen Ausgänge. In einem Markt mit drei oder vier echten Ausgängen – Sieg, Tie, Draw, und im Baseball des Crickets durchaus realistisch – verschiebt sich die Spanne nach oben. Bei einem kurzen T20 mit seinen engen Möglichkeiten liegt sie tiefer. Zwischen beiden Enden arbeitet ein Betreiber, der Cricket nur als Nebenprogramm führt, mit schlechteren Preisen als einer, der die Partie in sein Kerngeschäft einordnet. Der eine Franken Einsatz bringt also nicht überall dieselben 95 Rappen zurück, und die Rückzahlung ist das einzige Mass, mit dem man zwei Anbieter auf demselben Markt wirklich vergleichen kann.
Was Cricket hier zusätzlich teuer macht, ist die Länge. Ein Markt, der fünf Tage offen bleibt, muss von der Buchmacherseite über fünf Tage abgesichert werden; ein Markt von drei Stunden nicht. Wer den Aufschlag sucht, findet ihn in den langen Formaten, nicht in den kurzen.
Was ein Gewinn aus Einsatz und Quote zurückbringt
Die Rechnung selbst bleibt schlicht: Rückzahlung = Einsatz × Quote, der Nettogewinn ist Einsatz × (Quote − 1). Bei einer Kombiwette aus mehreren Cricket-Märkten multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Teile zu einem Preis.
Ein konkretes Rechenbeispiel: CHF 20 auf eine Quote von 2.10 bringt CHF 42 zurück, davon CHF 22 Gewinn. Bei einer Kombiwette über vier Teile zu je 2.10 wird aus derselben Einsatzzahl ein Preis von rund 19.45 und eine Rückzahlung von rund CHF 389. Beides gilt nur, wenn alle Teile eintreten. Und genau das ist der Punkt, an dem Cricket-Wetten sich rächen: Die jahrelange Zusatzannahme, dass ein Test-Match über fünf Tage ein Ende findet, das zum Wettschein passt, ist keine Kleinigkeit. Sie ist die Wette.
Cricket-Wetten bei Sporttip und Jouez Sport: der Live-Markt
Cricket live zu verfolgen und darauf zu setzen sind zwei verschiedene Dinge. Bei Sporttip gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis tatsächlich live übertragen wird. Wer also annimmt, eine Live-Wette setze eine Übertragung voraus, irrt.
Die zweite Regel kann teuer werden. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. Und in spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid, im Cricket also die entsprechenden Momente am Pitch – kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Der Einsatz kommt zurück, der mögliche Gewinn nicht. Wer im entscheidenden Over noch schnell eine Wette nachschiebt, spielt gegen eine Uhr, die er nicht sieht.
Der Cash-Out ist die dritte Stelle, an der der Live-Markt anders aussieht, als die Werbung suggeriert. Bei Sporttip gibt es ihn für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der angebotene Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, er hängt vom Stand der Sportereignisse ab, und Swisslos kann ihn jederzeit ändern. Bei einem fünftägigen Test-Match ist Cash-Out damit die einzige Notausgangstür in einer Woche, in der sich das Blatt dreimal wenden kann – und es ist eine Tür ohne Zusage. Wer sie braucht, sollte sie vorher einmal an einem kleinen Markt ausprobiert haben, nicht am dritten Spieltag.
Für Live-Wetten gibt die Aufsicht keine Einschränkung auf bestimmte Märkte vor; das Gesetz kennt keine solche Begrenzung. Was Sporttip im Programm führt, steht in seinem eigenen Wettprogramm, und dort nachzusehen ist die einzige verlässliche Prüfung – nicht die Annahme, ein Live-Angebot sei überall gleich aufgebaut.
Einzelwetten kombinieren: die Bet-Builder-Regel
Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung kombiniert Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann der Veranstalter die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz erstatten.
Das klingt nach einem technischen Detail. Es ist eine der wenigen Regeln auf dieser Seite, die einen Gewinn vollständig auslöschen kann, ohne dass die Wette verloren war. Zwei Märkte desselben Cricketspiels – etwa der Sieger und die Zahl der Boundaries – hängen voneinander ab; die Quotenmultiplikation einer Kombiwette unterstellt dagegen Unabhängigkeit. Der Veranstalter trägt dieses Risiko nicht mit. Wer solche Teile auf einem Wettschein sieht, sollte prüfen, ob sie über die Bet-Builder-Funktion zusammengeführt wurden – und wer sie ohne diese Funktion abgibt, spielt auf eine Wette, die im Zweifel gar nicht existiert.
Quotenboost und Profitboost: was sie wert sind
Bei Sporttip gibt es zwei Formen der Quotenerhöhung. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Das Wort «Boost» trägt hier mehr Gewicht, als die Sache hergibt. Die Erhöhung ist begrenzt, gilt für eine Wette und nur einmal pro Person, und sie überlebt die erste vorzeitige Auszahlung nicht. Wer einen Boost auf ein Test-Match legt, sollte sich entscheiden: entweder die Erhöhung bis zum Schluss oder die Tür, die dann verfällt. Beides zugleich gibt es nicht.
Ob und bei welchem Veranstalter in der Schweiz auf Cricket gewettet werden darf
Zwei Namen, keine Liste von Alternativen. Swisslos betreibt die Sportwetten unter dem Namen Sporttip, gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Die Loterie Romande führt ihr Sportwettenangebot unter dem Namen Jouez Sport.
Wer die Rechtslage verstehen will, muss drei Begriffe auseinanderhalten. Ein Grossspiel ist der rechtliche Rahmen, unter dem Sportwetten in der Schweiz laufen. Die Bewilligung steht in zwei Teilen: eine Veranstalterbewilligung für das Unternehmen und eine Spielbewilligung pro Spiel. Und die Bewilligung «gilt nur in der Schweiz» – sie erlaubt nichts über die Grenze hinaus und schützt umgekehrt auch nur innerhalb der Grenze.
Die Gespa-Liste entscheidet, was überhaupt gewettet werden darf
Das Angebot ist eine geschlossene Liste. Die Aufsicht führt die bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, in der Fassung vom 10. September 2026. Nur Sportwettkämpfe dürfen Gegenstand einer Wette sein – Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht zugelassen. Für Cricket heisst das konkret: Ob und in welchem Rahmen die Sportart auf dem Wettschein erscheint, hängt an dieser Liste und an der Version, mit der gearbeitet wird. Wer auf einen bestimmten Wettbewerb setzen will, prüft ihn im Programm des Veranstalters, nicht in einer Annahme darüber, was ein internationaler Buchmacher führt.
Drei Details aus dieser Liste sind für Cricket einschlägig. Qualifikationsrunden zählen nur, wenn sie aufgeführt sind. Frauenwettbewerbe zählen nur, wenn sie aufgeführt sind. Und Ranglisten-Wetten sind nur zulässig, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet. Ein Blick in die Liste genügt, um zu sehen, wie viel von der internationalen Cricket-Welt hier durchs Nadelöhr passt.
Wo die Auszahlung landet und wie die Registrierung läuft
Gewinne und Guthaben werden ausschliesslich auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers ausbezahlt. Anonyme Auszahlungen und Krypto-Auszahlungen existieren im bewilligten Schweizer Sportwettenangebot nicht, und ein Kredit an Spielende ist nicht erlaubt. Diese drei Regeln beantworten die Frage, die viele im Kopf haben, ohne sie zu stellen: Wo verschwindet das Geld, und kann ich es dorthin steuern, wo ich will? Nein.
Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Das ist nicht Bestellunfreundlichkeit, sondern die technische Form des Grundsatzes, dass eine bewilligte Schweizer Sportwette nur von einer identifizierten Person aus dem Zuständigkeitsgebiet kommen kann.
Was für Ausländer fehlt, wenn sie in der Schweiz spielen
Bei den acht Marken ohne Bewilligung ist der Befund nicht «schwächer», sondern strukturell anders. Sie hängen nicht am Schweizer Sperrregister, es gibt keinen Schweizer Rechtsweg, und ihre Domains können auf die Sperrliste kommen. Wer dort spielt, zahlt seinen Einsatz in ein Rechtsverhältnis, das die Schweiz nicht kennt.
Es gibt einen Punkt, an dem die zweite Gruppe praktisch attraktiv aussieht und der trotzdem keiner ist. Das ist der Umfang des Angebots: eine Marke ohne Schweizer Bewilligung muss sich nicht an die geschlossene Liste der Aufsicht halten und darf deshalb Wettbewerbe und Märkte führen, die hier nicht angeboten werden. Nur nützt das nichts, weil die Gegenleistung fehlt – kein Register, kein Rechtsweg, keine Deckung durch die hiesige Aufsicht. Und wer diese Seiten dennoch nutzt, sollte eine Steuerfrage kennen, die im Abschnitt zu den Abgaben steht.
Wer welches Konto eröffnen darf: Vertragsgebiete und Grenzen
Die Bewilligung trennt ein Gebiet ab, und dieses Gebiet ist nicht die Schweiz als Ganzes. Das ist die wichtigste Einzelheit auf dieser Seite, weil sie jeden Vergleich nach der ersten Zeile entscheidet.
Sporttip wird im Gebiet der Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich durchgeführt sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Ein Online-Konto ist nur für dort wohnhafte Personen offen.
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschutz sowie 221 Mitarbeitende.
Daraus folgt der praktische Ablauf. Wohnen Sie in Zürich, führt kein Weg an Sporttip vorbei – nicht aus Vorliebe, sondern weil Jouez Sport Ihr Konto nicht annimmt. Wohnen Sie im Wallis, ist es umgekehrt. Die beiden Veranstalter konkurrieren auf keinem Wettschein um dieselbe Person, und ein Vergleich ihrer Quoten ist für einen einzelnen Spielenden meist gegenstandslos, weil er nur bei einem mitmachen kann. Was ein Vergleich trotzdem leistet: Er zeigt, was beide für ein Cricketspiel stellen, und macht sichtbar, ob sich die Hausmarge zwischen den Gebieten unterscheidet. Nur ist das eine Beobachtung an einem Markt, zu dem Sie keinen Zugang haben, und keine Entscheidungsgrundlage.
Wer aus der Schweiz in einem anderen Kanton wohnt und die Grenze wechselt, sollte wissen, dass die Kontobindung an das Vertragsgebiet nicht mit der Wohnadresse verhandelbar ist. Der Ausweis entscheidet.
Wie viel Cricket für den Sporttip-Wettschein übrig bleibt
Auf jedem Wettschein steht der Veranstalter als Gegenpartei, und bei einem Grossspiel ist er mehr als das. Swisslos verteilte für das Jahr 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. gingen an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz, die damit Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und die Sporthilfe unterstützt. Aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Vorjahr.
Diese 109 Millionen sind die interessante Zahl für einen Cricket-Wettenden. Sie kommen aus einem Angebot, das auf einer geschlossenen Liste steht, und sie sind 2025 gesunken, während der Gesamtertrag gestiegen ist. Der Sportwetten-Teil ist also nicht der Wachstumsmotor des Hauses. Wer Cricket sucht, sucht in einem Nebenprogramm, und wer in einem Nebenprogramm sucht, sollte das Wettprogramm des einzelnen Spiels ansehen, bevor er eine Quote als gegeben annimmt. Preisgestaltung folgt beim Betreiber nicht dem Wunsch des einen Kunden, sondern der Frage, wie viel Risiko er auf einem Randmarkt tragen will.
Wer die 109 Millionen als Beweis liest, dass hier viel Geld aus Sportwetten kommt: Der Betrag ist der Reingewinn, nicht der Umsatz, und er geht an die öffentliche Hand. Vom Wettschein des Einzelnen bleibt davon nichts beim Spielenden hängen. Das ist legitim und es ist offengelegt, aber es ist genau der Grund, weshalb der Veranstalter nicht der Freund des Wetters ist – er ist sein Gegenüber.
Cricket im Spielplan: von mehrtägigen Partien zu Weltmeisterschaften
Sucht jemand ein Cricketspiel für einen Wettschein, stellt sich zuerst die Frage nach dem Anlass und dann nach der Jahreszeit. Der Kalender der Sportart ist nicht gleichmässig, und Cricket-Wetten sind ein Geschäft mit Fenstern.
Test-Matches über fünf Tage und der Kalender dahinter
Die längste Form ist zugleich die älteste. Ein Test-Match läuft bis zu fünf Tage mit täglich drei Sessions von rund zwei Stunden, und über diese fünf Tage kann eine Partie in einen Draw laufen, ohne dass eine Mannschaft unterlegen war. Für den Wettschein heisst das: Wer hier mitspielt, sollte wissen, welchen Ausgang er erworben hat. Der Draw ist im Test-Cricket kein Randfall, er ist ein regulärer Ausgang.
One-Day-Spiele, Kurzformat-Ligen und WMs
Der Cricket World Cup der Männer findet alle vier Jahre statt und wird mit 50 Overs pro Innings gespielt, seit 1987; zuvor waren es 60 Overs. Die erste Austragung war 1975 in England, Rekordsieger ist Australien mit 6 Titeln. Die Ausgabe 2023 gewann Australien, Gastgeber war Indien. Die Ausgabe 2027 wird in Südafrika, Simbabwe und Namibia ausgetragen und auf 14 Teams erweitert.
Zur Erinnerung, wie eng ein Endspiel werden kann: Das Finale des Cricket World Cup 2019 stand nach 50 Overs 241:241 und im Super Over 15:15; England gewann anhand der Zahl der Boundaries. Ein WM-Titel an der Zahl der Boundaries statt an Runs – das ist die Art Ausgang, für die der Marktrahmen eines Veranstalters gebaut sein muss, sonst zahlt der Wettschein etwas anderes aus, als der Spielende gewettet zu haben glaubt.
Neben den Nationalteams stehen die Ligen. Die Indian Premier League ist ein Beispiel für eine nationale Twenty20-Liga mit internationalen Spielern. In der Schweiz entscheidet die Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, welche dieser Wettbewerbe überhaupt auf dem Wettschein erscheinen kann; ein Kalender im Kopf ersetzt diese Prüfung nicht.
Regen: die Duckworth-Lewis-Stern-Methode und Ihr Wettschein
Cricket ist eine Freiluftsportart, und Regen ist deshalb kein Ausnahmefall, sondern ein Teil der Regeln. Für Wetten ist er der wichtigste Vorgang, den ein Schweizer Publikum nicht kennt.
Die Duckworth-Lewis-Stern-Methode berechnet das Ziel der zweiten schlagenden Mannschaft in durch Wetter unterbrochenen Limited-Overs-Spielen. Sie wurde 1997 eingeführt und 1999 vom International Cricket Council offiziell übernommen; seit November 2014 trägt sie nach Steven Stern den Namen Duckworth-Lewis-Stern. In 50-Over-Spielen muss jedes Team mindestens 20 Overs spielen, im Twenty20 mindestens fünf, sonst wird das Spiel als «No Result» gewertet. Diese Mindestzahl gilt nicht, wenn ein Team all out ist oder das Ziel früher erreicht.
Was folgt daraus für einen Wettschein? Zwei Dinge, und beide sind unangenehm. Erstens ist das Ziel nicht dasselbe wie die ursprüngliche Vorgabe; ein Regenunterbruch verändert die Zahl, die die zweite Mannschaft erreichen muss, und damit den Wert jeder Wette, die auf diese Zahl bezogen war. Zweitens kann die Partie unterhalb der Mindestzahl Overs in ein «No Result» laufen. Ein «No Result» ist kein Sieg und keine Niederlage – er ist ein eigener Ausgang, und ob Ihr Wettschein ihn kennt, steht in den Regeln Ihres Veranstalters, nicht im Wetterbericht.
Wer auf ein T20 setzt, trägt dieses Risiko in konzentrierter Form: fünf Overs Mindestumfang ist eine kleine Zahl, und ein Gewitter über dem Platz reicht. Wer auf ein ODI setzt, hat mehr Puffer, aber nicht beliebig viel. Und wer auf ein Test-Match setzt, kennt das Problem in der Draw-Variante. Die Sportart belohnt keine Wette, die den Abbruch nicht mitdenkt.
Limiten, Sperren und Pausen: was ein Fünf-Tage-Spiel verlangt
Selbst gesetzte Limiten sind bei mehrteiligen Partien kein Nebenthema. Ein Test-Match läuft über Tage, und wer in dieser Zeit mehrfach nachlegt, verliert den Überblick genau dann, wenn er ihn am meisten braucht. Die Schweiz regelt das anders, als man vermuten könnte: Die Limiten setzt der Spielende selbst, nicht der Staat.
Verlustlimiten, Einzahlungslimiten und die Erhöhungsfrist
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Diese Frist ist die wirksamste Regel im ganzen System, und sie steht nicht dort, wo man sie sucht. Die Aufsicht verlangt für eine Erhöhung, dass sie ihre Wirkung entfaltet, und der gesetzliche Rahmen arbeitet mit 24 Stunden; die beiden Veranstalter wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Drei Tage Bedenkzeit zwischen einem Impuls und seiner Umsetzung – wer in einem Live-Markt Geld nachlegen will, weil ein Over gut läuft, sitzt diese Frist aus. Das ist keine Schikane, sondern der Punkt der Vorschrift.
Die Kantone haben im Übrigen keine feste staatliche Einzahlungsobergrenze festgelegt. Die Limiten bleiben das, was der Spielende eingestellt hat, und wer sie beim ersten Mal grosszügig wählt, hat sie später nur mit Wartezeit kleiner.
Spielsperre und das schweizweite Register
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden, und daran ist eine Fachstelle beteiligt. Ausgeschlossene oder minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.
Die Sperre ist damit das schärfste Werkzeug, das ein Spielender hier in der Hand hat – und das einzige, das über den einzelnen Anbieter hinausgeht. Wer eine unbefristete Sperre eintragen lässt, sperrt sich auch in den Casinos. Das ist der Grund, weshalb diese Sperre nicht als kurzfristige Selbstdisziplinmassnahme taugt, sondern als Entscheidung.
Was sie nicht leistet, ist ein Schutz vor den acht Marken dieser Liste. Eine Spielsperre gilt im bewilligten Schweizer System. Ein Portal ohne Bewilligung hängt nicht am Register, und eine dort gesetzte Pause gleicht einer Tür, die man in einem Haus zumacht, in dem noch drei andere offen stehen. Wer sich sperren lassen will und daneben ein Konto bei einem Ausländer führt, hat nur die halbe Massnahme getroffen.
Die Wirksamkeit der Kontrollen ausserhalb des eigenen Kontos sollte man nüchtern lesen. Die Aufsicht führte 2025 Testkäufe durch; an Verkaufsstellen wurde in 47,5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Kontrollen am Schalter sind also nicht durchgehend dicht. Umso mehr Gewicht hat die Limitenführung im eigenen Konto, weil sie die einzige Schranke ist, die nicht von einer fremden Person am Schalter abhängt, sondern von einem selbst gesetzten Wert.
Wo bei einem Fünf-Tage-Spiel der Überblick kippt
Bei einem Fussballspiel sind Limiten eine Frage der Vernunft. Bei einem Test-Match sind sie eine Frage der Struktur. Über fünf Tage mit drei Sessions täglich kann ein einzelner Wettender durchaus zu mehreren Einschätzungen kommen, und jede davon fühlt sich einzeln vernünftig an. Die Limite für 30 Tage ist hier die Zahl, die man im Blick behalten sollte, nicht die für einen Tag: Ein langes Spiel ist genau der Anlass, bei dem Tagesgrenzen zu klein greifen und Monatsgrenzen zu gross werden, wenn man sie nicht kennt.
Die praktische Antwort ist unspektakulär. Wer ein Test-Match begleiten will, sollte vorher entscheiden, wie viel Geld in dieser Woche insgesamt auf dem Spiel steht, und diesen Betrag als Verlustlimite für sieben Tage eintragen. Wer das nicht weiss, findet es in seinem Spielerkonto unter den Einstellungen, und er kann es sofort senken.
Wie Cricket-Gewinne in der Schweiz besteuert werden
Der Gewinn aus einer bewilligten Schweizer Sportwette ist im Regelfall kein Steuerthema. Gewinne aus Schweizer Grossspielen – Sportwetten zählen dazu – sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber erfasst. Der Freibetrag des Bundes liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, für 2025 lag er bei CHF 1’070’400. Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, deshalb gilt «je nach Kanton».
Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ab; wer den Gewinn in der Steuererklärung deklariert, erhält sie zurück. Ein typischer Wettender gewinnt weit unter dieser Schwelle und zahlt weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer auf dem Gewinn. Eine Schweizer Wettsteuer auf den Einsatz gibt es nicht.
Der Vergleich mit einem Portal ohne Bewilligung steht dagegen auf einem anderen Fundament. Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis von Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen, unabhängig vom Betrag. Wer das Angebot der acht Marken für grosszügiger hält, sollte diese Zeile zweimal lesen: Die fehlende Verrechnungssteuer ist kein Steuervorteil, sondern eine andere Erfassung – nur eben eine, die der Wettende selbst erklären muss.
Das ist allgemeine Information und keine Steuerberatung. Für die eigene Situation ist ein Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung die richtige Adresse.
Werbung, Gratisspielguthaben und die Grenze des Erlaubten
Die Regeln zur Bewerbung sind enger, als der Ton der Branche vermuten lässt. Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten. Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Geldspiel ist verboten und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet. Wer also für ein Portal ohne Bewilligung wirbt, begeht keine Geschmacklosigkeit, sondern eine Widerhandlung. Das ist der Grund, weshalb die acht Marken dieser Liste beschrieben und bewertet, aber nicht beworben werden: beschreiben darf man sie, einladen darf man niemanden.
Gratisspiele oder Gratisguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Aufsicht. Im Jahr 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Beträge und Bedingungen eines Gratisspielguthabens ergeben sich ausschliesslich aus den eigenen Bedingungen des jeweiligen Veranstalters – und aus nichts sonst. Was am Kiosk auf einem Plakat steht, ist nicht die Bedingung, sondern ihr Vorwort.
Eine zeitliche Beschränkung der Werbung auf bestimmte Tageszeiten kennt das Schweizer Recht nicht. Wer annimmt, Werbung für Sportwetten sei abends eingeschränkt, täuscht sich; der Schutz kommt nicht über die Uhr, sondern über die Zielgruppe und den Inhalt.
Die zehn Marken im Einzelnen
Zwei bewilligte Veranstalter und acht ausländische Portale, in der Reihenfolge, in der die Vergleichstabelle sie führt. Die beiden ersten bewertet diese Seite an ihrem Angebot für Cricket und an ihren Limiten, die acht übrigen an dem, was von einem Schweizer Standpunkt aus überhaupt messbar ist – und das ist bei den meisten von ihnen wenig.
Swisslos Sporttip: die einzige Adresse für die Deutschschweiz
Swisslos sitzt als Genossenschaft in Basel und beträgt die Sportwetten unter dem Namen Sporttip, gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen. Das zugrunde liegende Produkt versteht sich als Sportwette der Kantone: Der Reingewinn geht an kantonale Fonds und an die Sportförderung, ein Teil davon aus dem Sportwettenangebot.
Für Cricket-Wettende ist Sporttip die erste Adresse im Vertragsgebiet, aber nur unter Vorbehalt. Was angeboten wird, steht auf der geschlossenen Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, und was ein einzelnes Spiel betrifft, im Wettprogramm. Zu den Bedingungen, die das eigene Spiel betreffen, gehören der Mindesteinsatz von CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten, der Höchsteinsatz von CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette und von CHF 10’000 für eine Systemwette. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Diese Beträge sind Vertragsbedingungen des Veranstalters, keine Vorgabe des Gesetzes.
Dazu kommt ein Satz, der in Cricket-Kreisen selten zitiert wird: Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Für den normalen Spielenden ist das irrelevant, für den Amateurspieler eines lokalen Cricketteams nicht.
Der Clearing-Aufwand bei Sporttip ist der Preis für die Bewilligung. Wer als Wettkämpfer an einem Ereignis teilnimmt, bleibt ausgeschlossen; wer die Limite reisst, kommt gar nicht erst durch.
Loterie Romande Jouez Sport (jeux.loro.ch): dasselbe Recht, andere Westschweiz
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport und bedient damit die sechs Westschweizer Kantone. Sie ist ein grosser Apparat mit 2’350 Verkaufsstellen und 221 Mitarbeitenden, und dieselbe bewilligungsrechtliche Bewilligung wie Swisslos: Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung für ein Grossspiel unter der Aufsicht der Gespa.
Für Cricket gilt hier dasselbe Muster wie in der Deutschschweiz: Die geschlossene Liste der bewilligten Angebote entscheidet, das Wettprogramm zeigt das konkrete Spiel. Zu jouez-sport-spezifischen Limiten und Zahlungsmodalitäten ist von hier aus nichts auszusagen, und wer die für ihn geltenden Bedingungen sucht, findet sie in den Teilnahmebedingungen von Jouez Sport. Die Kontaktadresse der Loterie Romande liegt an der Avenue de Provence 14 in Lausanne.
Der Vergleich mit Sporttip bleibt ein Vergleich zweier Hausregeln, nicht zweier Bewilligungen. Beide sind Grossspiel-Veranstalter, beide sind an die gleiche Liste gebunden, beide dienen einem gemeinnützigen Zweck. Differenzen liegen in Details wie Anmeldeprozess, Auszahlung, Mindesteinsatz und Verlustlimiten – und diese Details prüft man in den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters.
Betscore: ohne Schweizer Bewilligung
Betscore hat keine Schweizer Bewilligung, und nur Swisslos und Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten. Die gemeldete Lizenz ist nicht feststellbar und entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. Das Portal hängt nicht am Schweizer Sperrregister, es besteht kein Schweizer Rechtsweg, und seine Domains können auf die Sperrliste kommen. Aus dem Sporttip-Vergleich fällt diese Marke damit vollständig heraus, weil kein Kriterium vergleichbar ist.
Was hier bleibt, ist die Struktur des Risikos, nicht das Produkt. Wer in einem Land ohne Rechtsweg spielt und dabei annimmt, im Streitfall gebe es eine Schiedsstelle mit Zähnen, irrt.
22Bet: ohne Schweizer Bewilligung
22Bet hat keine Schweizer Bewilligung, und wie bei allen Marken dieser Gruppe ist die gemeldete Lizenz nicht feststellbar und in der Schweiz ohne Wirkung. Kein Anschluss an das Sperrregister, kein hiesiger Rechtsweg, die Domains können blockiert werden. Sporttip-Mindesteinsätze, Limiten oder Auszahlungsbedingungen lassen sich auf diese Marke nicht übertragen; es sind die Bedingungen eines anderen Veranstalters in einem anderen Rechtsraum.
Als Vergleichswert taugt die Marke in einem Punkt: Sie zeigt, wie gross das Angebot ausserhalb der Schweizer Bewilligung aussieht – und wie wenig das über die Durchsetzbarkeit Ihrer Gewinne sagt.
bet-at-home: ohne Schweizer Bewilligung
bet-at-home hat keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und Loterie Romande dürfen hier Sportwetten anbieten, eine nicht feststellbare Lizenz ist in der Schweiz wirkungslos, das Sperrregister gilt nicht, und die Domains können auf die Sperrliste kommen. Es ist die Marke, die die Aufsicht im Zusammenhang mit Domain-Hopping namentlich nennt: Nach einer Blockade wird innert Stunden eine neue Domain erreichbar, was den Sperraufwand beschreibt und nicht die Rechtstreue.
Wer als Kunde denkt, eine Blockade treffe ihn nicht, weil sie sich umgehen lässt, verwechselt die technische Machbarkeit mit einer Erlaubnis. Die Widerhandlung liegt beim Anbieter, nicht bei ihm; aber Schutz entsteht für ihn ebenfalls nicht.
Betify: ohne Schweizer Bewilligung
Betify hat keine Schweizer Bewilligung; wie alle ausländischen Marken ohne Bewilligung ist sie nicht am Sperrregister angeschlossen und ohne hiesigen Rechtsweg. Über Cricket-Angebote oder Einsatzlimiten dieses Anbieters ist von hier aus nichts auszusagen, da sie nicht mit den Standards einer bewilligten Schweizer Marke vergleichbar sind.
Die entscheidende Frage bei dieser Marke ist nicht, was sie anbietet, sondern was passiert, wenn eine Auszahlung nicht kommt.
ZotaBet: ohne Schweizer Bewilligung
ZotaBet trägt keine Schweizer Bewilligung, und die gemeldete Lizenz ist nicht feststellbar. In der Schweiz fehlt jede Deckung durch die Aufsicht, das Sperrregister gilt nicht, der Rechtsweg endet an der Grenze, und die Domains können auf die Sperrliste gesetzt werden. Im Vergleich zu Sporttip ist der einzige belastbare Unterschied strukturell: Hier steht die Schweizer Aufsicht nicht dahinter.
Für einen Spielenden im Vertragsgebiet heisst das: kein Kriterium dieser Seite lässt sich anwenden, und deshalb auch kein Ergebnis.
BetAlright: ohne Schweizer Bewilligung
BetAlright hat keine Schweizer Bewilligung; die gemeldete Lizenz entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. Kein Sperrregister, kein Rechtsweg, kein Schutz durch die hiesige Aufsicht, und die Domains können auf der Blockliste landen. Da die übrigen Kriterien ohne Bewilligung nicht messbar sind, endet hier die Bewertung.
Ein Name, der Vertrauen verspricht, ist kein Rechtsverhältnis.
N1 Bet: ohne Schweizer Bewilligung
N1 Bet hat keine Schweizer Bewilligung. Die gemeldete Lizenz ist nicht feststellbar und in der Schweiz ohne Wirkung; wie bei allen ausländischen Marken besteht kein Schweizer Rechtsweg, kein Anschluss an das Sperrregister, und die Domains können blockiert werden. Was das Angebot an Cricket-Märkten betrifft, ist es von dieser Seite aus nicht prüfbar; wer die Bedingungen liest, liest die Bedingungen eines Anbieters ohne Schweizer Deckung.
Bei dieser Marke wie bei allen in dieser Gruppe gilt derselbe eine Rat: Eine dort platzierte Pause wirkt nur dort.
BetFury (betfury.ac): ohne Schweizer Bewilligung
BetFury hat keine Schweizer Bewilligung; die gemeldete Lizenz ist nicht feststellbar und in der Schweiz wirkungslos. Kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister, kein hiesiger Rechtsweg, und die Domains können auf die Sperrliste kommen. Die Domain-Endung macht dabei keinen Unterschied: Auf die Bewilligung kommt es an.
Wohin die Einsätze fliessen: was am Ende von Ihrem Franken bleibt
Ein Wettschein ist ein Geschäft mit einer Gegenpartei, und in einem bewilligten Grossspiel ist diese Gegenpartei zugleich eine Institution mit öffentlichem Zweck. Die eingenommenen Gelder verteilen sich auf Gewinne, auf Abgaben und Limiten nach Vorschrift, auf Betriebskosten – und auf den Reingewinn, der nach kantonalem Verteilschlüssel an die öffentlichen Fonds geht. Wer in der Schweiz auf Cricket setzt, finanziert damit auch die Sportförderung mit, ein Teil davon aus dem Sportwettenangebot.
Das ist keine Kritik und kein Tadel an der Sache. Es erklärt nur, weshalb die beiden Veranstalter nicht in einem Preiskampf um marginale Märkte stehen – sie sind nicht dazu da, einander auf einem Cricket-Programm zu unterbieten. Ein Sportwettenangebot, das eine öffentliche Aufgabe mitfinanziert und nur in einem geschlossenen Rahmen tätig ist, wird auf einem Randmarkt nicht bis auf den letzten Zehntelprozentpunkt optimiert. Wer eine Cricket-Quote liest, liest also nicht nur die Einschätzung eines Buchmachers, sondern auch den Aufwand eines Apparats.
Und das bringt die Sache auf den einen Satz zurück, den diese Seite vertritt: Die Quote ist ein Preis, den jemand mit einem Kostenapparat dahinter gesetzt hat und an dem er verdient. Sie ist keine Prognose und keine Einladung. Wer Cricket gut genug kennt, um einen Markt einzuschätzen, kann mit einem bewilligten Schweizer Wettschein gut fahren. Wer es nicht kennt und den Reiz im Live-Markt sucht, zahlt diesen Reiz in zweifacher Form: über die Marge und über die Länge des Spiels.
Häufige Fragen zu Cricket-Wetten in der Schweiz
Kann man in der Schweiz bei Swisslos oder Loterie Romande überhaupt auf Cricket wetten?
Nur wenn Cricket auf der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten steht, in der Fassung vom 10. September 2026 – und nur, wenn der konkrete Wettbewerb dort aufgeführt ist. Qualifikationsrunden und Frauenwettbewerbe zählen nur, wenn die Liste sie nennt. Den aktuellen Stand zeigt das Wettprogramm des Veranstalters.
Was bedeuten Test-Match, One-Day-Spiel und Twenty20 für die Auswahl der Wetten?
Sie bestimmen die Spiellänge, nicht die Sportart. Ein Test-Match läuft bis zu fünf Tage mit täglich drei Sessions von rund zwei Stunden, ein ODI über 50 Overs pro Innings, ein T20 über 20 Overs pro Innings mit höchstens 75 Minuten je Innings. Kurze Formate passen zu Live-Wetten, lange Formate zu Werten, die Zeit brauchen.
Wie wirkt sich die Duckworth-Lewis-Stern-Methode bei Regen auf eine Wette aus?
Sie berechnet das Ziel der zweiten schlagenden Mannschaft in unterbrochenen Limited-Overs-Spielen neu. In 50-Over-Spielen muss jedes Team mindestens 20 Overs bestreiten, im Twenty20 mindestens fünf, sonst gilt «No Result» – ausser ein Team ist all out oder erreicht das Ziel früher. Das Ziel ändert sich, der Ausgang kann ein anderer sein.
Wie berechnet sich der Gewinn bei Cricket-Wetten aus Einsatz und Quote?
Rückzahlung ist Einsatz × Quote, der Nettogewinn Einsatz × (Quote − 1). CHF 20 auf Quote 2.10 ergeben CHF 42 zurück, davon CHF 22 Gewinn. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der Teile: vier Teile zu je 2.10 ergeben rund 19.45 und aus CHF 20 rund CHF 389 – nur wenn alle Teile eintreten.
Wie lässt sich die Marge in Cricket-Quoten abschätzen?
Man kehrt jede Quote um und addiert die Anteile. Bei einem illustrativen Zwei-Weg-Markt mit 1.90 und 1.90 ergibt das 0,5263 plus 0,5263, also rund 95 Prozent Auszahlungsquote und rund 5 Prozent Marge. Je mehr echte Ausgänge ein Cricket-Markt hat – Sieg, Tie und Draw statt zweier Möglichkeiten –, desto höher fällt die Spanne aus.
Wie werden Gewinne bei ausländischen Wettseiten im Vergleich zu Sporttip besteuert?
Gewinne aus Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn steuerfrei – ab dem 1. Januar 2026 CHF 1’071’000, für 2025 CHF 1’070’400, kantonal abweichend. Ausländische Gewinne sind nicht verrechnungssteuerpflichtig, aber die kantonale Praxis von Thurgau behandelt sie als voll steuerbares Einkommen. Für die eigene Situation ist die kantonale Steuerverwaltung zuständig.
Sportarten – wettbueroch
Inhalt erstellt vom Team «wettbueroch»
