Biathlon-Wetten in der Schweiz — zwei bewilligte Veranstalter und eine geschlossene Wettliste
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Datenstand: Oktober 30, 2026; geprüft gegen die Bewilligungsangaben der Gespa und die Spielregeln der beiden Schweizer Veranstalter.
Biathlon ist im Winter die sauberste Sportart, die man einem Buchmacher erklären kann: zehn Schüsse, fünf Strafrunden, eine Uhr. Kein Schiedsrichterentscheid, keine Nachspielzeit, kaum Platz für die Grauzonen, aus denen sonst Streitigkeiten entstehen. Und trotzdem steht am Anfang jeder Schweizer Biathlon-Wette nichts Sportliches, sondern eine Formalie. Wer in der Schweiz auf ein Rennen wetten will, kann das nur bei zwei Veranstaltern tun, auf einer behördlich festgelegten Liste von Sportarten und Wettarten. Alles, was diese zwei Bedingungen nicht erfüllt, ist keine Schweizer Wette — auch dann nicht, wenn der Anbieter auf dem Handy in zwei Minuten erreichbar ist.
Was daraus folgt, ist der rote Faden dieses Textes. Nicht «darf ich?», sondern: was passiert, wenn ich es bei dem einen oder dem anderen tue. Ein Konto bei Swisslos setzt Wohnsitz im Vertragsgebiet voraus und bringt einen Spielerschutz mit, der bis in ein schweizweites Sperrregister reicht. Ein Konto bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung bringt nichts davon — kein Sperrregister, keine Schweizer Aufsicht, keine Schweizer Handhabe, wenn das Geld hängt. Und für Biathlon im Speziellen bringt es zusätzlich die Frage mit, ob überhaupt ein Markt auf ein 20-km-Rennen angeboten wird. Genau hier liegt der ganze Stoff dieses Themas: die Sportart liefert die Spannung, die Schweizer Regulierung liefert die Bedingungen, und der Leser steht in der Mitte und muss entscheiden, wessen Regeln er spielt.
Bleibt noch die dritte Sache, die jede Wette auf ein Rennen begleitet: die Quoten. Biathlon ist ein Sport mit wenigen Markttypen je Rennen — Sieger, Podest, Platzierung, ein Kopf-an-Kopf-Duell zwischen zwei Startenden — und mit einem Feld, das bei einem Massenstart dreissig Namen umfasst. Eine Quote von 2.10 auf einen Athleten ist keine Meinung über den Athleten; sie ist ein Preis, in dem eine Marge steckt. Wie gross diese Marge ist und was sie den Wetter kostet, ist im Abschnitt «Was eine Quote verschweigt» nachgerechnet, ohne Anführungszeichen und ohne Marketing.
Die zehn Anbieter im Vergleich: Bewilligung, Veranstalter, Gebiet
Der Vergleich zuerst, weil er die Reihenfolge der folgenden Abschnitte bestimmt. Zwei Bewilligte, acht ohne — und die Sortierung ist kein Geschmacksurteil, sondern folgt der Bewilligungsfrage. Wer in der Schweiz Sportwetten anbieten will, braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung für das einzelne Spiel, beide nach dem Bundesgesetz über Geldspiele, und beide gelten «nur in der Schweiz». Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Deshalb gibt es hier keine Top-10 der Bewilligten, sondern eine Zwei-und-acht-Liste, und das ist kein redaktionelles Unglück, sondern die Sache selbst.

| Anbieter | Bewilligung in der Schweiz | Veranstalter oder gemeldete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung für ein Grossspiel; Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung für ein Grossspiel; Aufsicht Gespa | Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne |
| myBet | ohne Schweizer Bewilligung | Bewilligung nach eigenen Angaben nicht festgestellt; ohne Wirkung in der Schweiz |
| 22Bet | ohne Schweizer Bewilligung | Bewilligung nach eigenen Angaben nicht festgestellt; ohne Wirkung in der Schweiz |
| Jackbit | ohne Schweizer Bewilligung | Bewilligung nach eigenen Angaben nicht festgestellt; ohne Wirkung in der Schweiz |
| Interwetten | ohne Schweizer Bewilligung | Bewilligung nach eigenen Angaben nicht festgestellt; ohne Wirkung in der Schweiz |
| AmunRa | ohne Schweizer Bewilligung | Bewilligung nach eigenen Angaben nicht festgestellt; ohne Wirkung in der Schweiz |
| 20Bet | ohne Schweizer Bewilligung | Bewilligung nach eigenen Angaben nicht festgestellt; ohne Wirkung in der Schweiz |
| Boomerang Bet | ohne Schweizer Bewilligung | Bewilligung nach eigenen Angaben nicht festgestellt; ohne Wirkung in der Schweiz |
| Sportaza | ohne Schweizer Bewilligung | Bewilligung nach eigenen Angaben nicht festgestellt; ohne Wirkung in der Schweiz |
Warum die Tabelle so aussieht, wie sie aussieht, ist selbst ein Befund. Spalte zwei wiederholt sich achtmal, und das ist keine Auslassung, sondern die Aussage: bei acht von zehn Anbietern ist die Antwort auf die einzige Frage, die den Schweizer Markt ordnet, identisch. Aufsicht und Sitz der zwei Bewilligten lassen sich benennen, weil es dafür einen Rechtsrahmen gibt. Bei den anderen bleibt die zweite Spalte inhaltsleer, weil eine ausländische Bewilligung — woher sie auch kommt — in der Schweiz keine Wirkung entfaltet. Ein Anbieter kann also ein vollkommen reguläres Geschäft betreiben und trotzdem für einen Wetter in Genf oder Winterthur in einer Umgebung ohne Schweizer Aufsicht stehen. Das ist der ganze Unterschied, und er ist nicht klein.
Wer die Liste von oben nach unten liest, sieht ausserdem, dass die zwei Bewilligten die Einzigen sind, über deren Produkt in der Schweiz überhaupt verbindliche Aussagen möglich sind. Über die acht übrigen lässt sich sagen, was auf ihren Seiten steht, und das ist für den Leser genau so viel wert, wie es klingt: er erfährt, dass das Haus gut aussieht, nicht, wer dahintersteht, wenn es schiefgeht. Der Vergleich sortiert deshalb nicht nach Auftritt, sondern nach dem einzigen Kriterium, das sich hier überprüfen lässt. Bei den zwei Bewilligten folgt darauf ein Blick auf Bedingungen, Limiten und Auszahlung; bei den acht folgt eine Einordnung, was die fehlende Bewilligung praktisch bedeutet.
Wie Biathlon als Wette funktioniert: Laufen, Schiessen, Strafrunden
Wer nach einem Rennen ein Ergebnis googelt, findet eine Zeit und eine Schützenbilanz. Wer darauf wettet, muss wissen, welche der beiden Grössen das Ergebnis bestimmt — denn davon hängt ab, welche Wette überhaupt Sinn ergibt. Biathlon kombiniert zwei Sportarten mit völlig unterschiedlichen Fehlerprofilen. Im Laufen entscheidet die Form, im Schiessen die Nervenstärke, und die Strafrunden verbinden beides zu einer einzigen Zahl, die am Ende auf der Anzeigetafel steht.

Beim Schiessen stehen die Scheiben in 50 m Entfernung. Der Trefferbereich misst 4,5 cm im Durchmesser im Liegendschiessen und 11,5 cm im Stehendschiessen. Diese beiden Zahlen erklären mehr über Biathlon-Ergebnisse als jede Formkurve: der liegende Anschlag bestraft einen zittrigen Schützen kaum, der stehende bestraft ihn sofort. Ein Athlet, der im Liegendanschlag routiniert ist und im Stehenden schwankt, produziert ein Ergebnisprofil, das sich in den Bilanzen der letzten Rennen ablesen lässt — und wer eine Wette auf ein Einzelrennen in Betracht zieht, tut gut daran, sich diese Bilanzen anzusehen, statt auf den Namen zu schauen.
Was ein Fehlschuss kostet, ist je Disziplin unterschiedlich geregelt. In Sprint, Verfolgung, Massenstart und Staffel kostet jeder Fehlschuss eine Strafrunde von 150 m, in der Single-Mixed-Staffel 75 m; im Einzelrennen wird pro Fehlschuss eine Strafminute addiert. Das sind zwei grundverschiedene Mechanismen mit derselben Überschrift. Eine Strafrunde von 150 m verliert man gegen ein starkes Feld in ungefähr 20 bis 25 Sekunden, eine Strafminute ist eine Strafminute. Im Einzelrennen sitzt der Fehler also härter als im Sprint, und wer auf das Ergebnis eines Einzelrennens wettet, wettet zu einem grösseren Anteil auf das Schiessen als bei jedem anderen Format. Diese Verschiebung ist das Wichtigste, was ein Wetter über die Sportart wissen kann — nicht weil sie eine Prognose möglich macht, sondern weil sie sagt, welche Statistik man vorher liest.
Im Weltcup gibt es sieben Disziplinen: Einzel, Sprint, Verfolgung, Massenstart, Staffel, Mixed-Staffel und Single-Mixed-Staffel. Sie unterscheiden sich nicht nur im Format, sondern in der Zahl der Startenden und damit in der Zahl der möglichen Ausgänge. Ein Massenstart mit einem dicht beieinanderliegenden Feld produziert andere Quoten als ein Einzelrennen, in dem die Abstände grösser und die Favoriten deutlicher sind. Der Spielplan des Winters legt fest, welche Disziplin wann gelaufen wird — und damit auch, wann überhaupt eine Wette auf ein Rennen möglich ist. Wer den Kalender kennt, weiss zwei Wochen vorher, worüber er sich informieren will. Wer ihn nicht kennt, findet die Rennen erst, wenn die Quoten schon stehen.
Punkte für die Gesamtwertung gibt es ebenfalls nach einem festen Schlüssel: für einen Sieg in einem Einzelrennen des Weltcups sind seit der Saison 2022/23 je 90 Punkte vorgesehen, von 2008/09 bis 2021/22 waren es 60. Die Gesamtsieger erhalten die «grosse Kristallkugel», die Sieger der Disziplinenwertungen die «kleinen Kristallkugeln»; erfolgreichste Athleten im Gesamtweltcup sind bei den Männern Martin Fourcade mit sieben und bei den Frauen Magdalena Forsberg mit sechs Erfolgen. Für eine Wette auf ein einzelnes Rennen sagt das nichts. Für die Frage, ob ein Athlet im Februar noch um die Gesamtwertung läuft oder sein Pensum zurückfährt, sagt es eine ganze Menge — und genau das ist der Grund, warum Weltcup-Punkte überhaupt neben einer Quote auf ein Rennen auftauchen.
Wann gewettet werden darf: behördliche Liste und Veranstalter
Die entscheidende Bedingung für eine Schweizer Biathlon-Wette steht nicht auf einer Sportseite, sondern in einer Liste. Erlaubt ist nur, was die Gespa — die interkantonale Geldspielaufsicht in Bern — in ihrer Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten führt; die aktuelle Version trägt das Datum 10.09.2026. Diese Liste ist keine Empfehlung, sondern die Grenze des Angebots. Steht ein Wettkampf nicht darin, kann er bei einem bewilligten Veranstalter nicht angeboten werden, und zwar unabhängig davon, wie viel Nachfrage es gäbe.
Für Biathlon heisst das konkret: Qualifikationsrunden erscheinen nur, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind, und Ranglisten-Wetten nur dann, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettkampf oder über das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen. Weiter steht fest, dass Angebote für Wettscheine auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen nicht zulässig sind — gewettet wird auf Sportereignisse, sonst auf nichts. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt. Und wenn die Liste eine der genannten Unterkategorien nicht führt, ist die Wette für den bewilligten Veranstalter schlicht nicht wählbar. Der Blick in die Wettliste vor dem ersten Winterrennen ist deshalb keine Formalität, sondern der erste Schritt.
Auf der Seite der Anbieter ist die Lage noch enger. Sportwetten sind ein Grossspiel im Sinne des Geldspielgesetzes, das seit dem 1. Januar 2019 in Kraft ist, und die Aufsicht liegt bei der Gespa — nicht bei der ESBK, die ausschliesslich für Casinos zuständig ist. Eine Bewilligung umfasst zwei Teile: eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung für das einzelne Spiel. Zugelassen sind zwei Veranstalter. Swisslos betreibt Sporttip; sein Vertragsgebiet umfasst die Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Ein Online-Konto setzt Wohnsitz in der Schweiz voraus und in der Praxis den Wohnsitz im jeweiligen Gebiet. Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Anbieter, weil es keine weiteren gibt; die Gespa veröffentlicht die Sperrliste der aus dem Ausland blockierten Domains und sonst nichts dergleichen.
Was aus den zwei Veranstaltern folgt
Ein Veranstalter für die Deutschschweiz und das Tessin, einer für die Westschweiz — das ist keine Marktaufteilung, die man sich aussuchen kann. Wer in Zürich wohnt, hat Swisslos. Wer in Lausanne wohnt, hat die Loterie Romande. Wer in Genf wohnt und ein schweizerisch lizenziertes Biathlon-Angebot sucht, sucht bei Jouez Sport. Die Wohnadresse entscheidet, welches Konto überhaupt entstehen kann — und damit, welche Quoten dem Wetter zugänglich sind, denn ein Preisvergleich zwischen zwei Häusern ist nur so lange ein Preisvergleich, wie beide Häuser den Zugang öffnen.
Wer umzieht, spürt das sofort: die Registrierung ist an die Adresse gebunden, und die Adresse ist an den Veranstalter gebunden. Für die Mehrheit der Leser, die in der Deutschschweiz wohnen, ist die Frage damit entschieden, bevor sie gestellt wurde. Das ist für einen Vergleich der anbieterseitige Rahmen, und er erklärt, warum ein Vergleich der Schweizer Biathlon-Quoten so wenig Material hat: nicht, weil es schwer wäre, zwei Häuser zu vergleichen, sondern weil die meisten Leser bei genauerem Hinsehen nur eines haben.
Was aus der geschlossenen Liste folgt
Eine Liste, die nur führt, was vorher definiert wurde, hat eine unangenehme und eine angenehme Folge. Unangenehm: der olympische Biathlon-Kalender ist keine Auswahl, aus der man sich bedienen kann. Ein Rennen muss auf der Liste stehen, sonst ist es für einen bewilligten Veranstalter nicht bepreisbar. Angenehm: was auf der Liste steht, ist vorher geprüft. Die Liste enthält keine Corner- und keine Kartenmärkte und keinen Esport-Abschnitt — was schlicht daran liegt, dass es im Biathlon keine Ecken und keine Karten gibt und Esport nicht auf der Liste steht. Wer also bei einem Schweizer Veranstalter ein Biathlon-Rennen findet, findet es innerhalb eines Rahmens, den die Aufsicht gesetzt hat. Das ist der ganze Vorteil und gleichzeitig die ganze Begrenzung: sauber, aber schmal.
Wo die Grenze liegt: Bewilligung, Sperrliste, ausländische Anbieter
Die acht Anbieter ohne Schweizer Bewilligung sind für die Frage «darf ich?» schnell beantwortet und für die Frage «was folgt daraus?» weniger schnell. Zuerst das Rechtliche, und hier ist es flach und exakt. Eine ausländische Bewilligung — aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land — entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. Wer Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung veranstaltet, macht sich strafbar: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre. Der Spielende wird nicht bestraft. Aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und weder Schutz noch Fairplay-Kontrolle bestehen auf der Schweizer Seite.
Die Aufsicht hat ein eigenes Instrument gegen die ausländischen Angebote. Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS-Sperre blockieren; die erste Liste erschien am 3. September 2019, Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt — die Aufsicht spricht von Domain-Hopping und nennt Interwetten und Bet-at-Home in diesem Zusammenhang; bet365 wird als auf der Liste geführt genannt. Für den Wetter heisst das: eine gesperrte Adresse ist keine Wand. Sie ist eine Hürde von ein paar Minuten. Und das ist der Punkt, an dem die Regulierung ihre Grenze zeigt — sie kann den Zugang erschweren, nicht schliessen.
Was tatsächlich fehlt, ist unsichtbarer als eine Sperrmeldung. Ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung ist nicht an das schweizweite Sperrregister angeschlossen. Wer sich dort sperren liess — aus welchem Grund auch immer — bleibt bei einem ausländischen Anbieter spielberechtigt, weil dessen Haus die Schweizer Daten nicht kennt. Ebenso fehlt der Schweizer Rechtsweg: wer sich über die Auszahlung, über ein storniertes Wettschein oder über abweichende Regeln streiten will, streitet in einem anderen Land und nach anderem Recht. Und die Zahlungen sind bei den Bewilligten an ein Konto im Namen des Kontoinhabers gebunden — ein anonymes oder Krypto-Auszahlverfahren gibt es im bewilligten Schweizer Sportwettgeschäft nicht. Das ist die eigentliche Grenze. Nicht «legal» und «illegal», sondern «mit Schweizer Rückgriff» und «ohne».
Was der Wechsel über die Grenze den Wetter kostet
Wer die Grenze überschreitet, zahlt nicht mit einer Busse, sondern mit drei Dingen, die im Alltag spürbar werden. Erstens die Steuerfolge: Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Praxis etwa des Kantons Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollumfänglich steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Dersteuerliche Vorteil, den man sich vom Ausland erhofft, kann sich in einen steuerlichen Nachteil verwandeln. Zweitens der Durchgriff: kein angeschlossenes Sperrregister, keine Schweizer Aufsicht, keine Beschwerdestelle. Drittens die Streitbeilegung: bei einem Anbieter ohne Bewilligung entscheidet das Haus selbst, und das Haus ist zugleich Partei, Gericht und Instanz.
Umgekehrt hat die Schweizer Seite ihre eigenen Kosten, und es wäre unehrlich, sie zu verschweigen. Das Angebot ist geschlossen: kein Corner-Markt, kein Esport, eine Liste statt eines Katalogs. Der Zugang ist an Wohnsitz gebunden. Und die Limiten sind nicht die eines internationalen Hauses. Wer ein grosses Wettvolumen sucht und sich an eine Schweizer Adresse hält, wird an Grenzen stossen, die kein Zufall sind. Das ist der Tausch: Schweizer Schutz gegen Schweizer Enge.
Die Bildergalerie zum Schweizer Biathlonwinter
Die Sportart, um die es geht, ist eine, die man einmal gesehen haben muss, um zu verstehen, was in einer Quote steckt. Die Bilder in diesem Abschnitt zeigen die Strecke, an der die Wette hängt — Loipen, Skier, Kabinen, und dazwischen die Zahlen, die Biathlon von anderen Wintersportarten unterscheiden.
Im Biathlon kostet ein Fehlschuss in Sprint, Verfolgung, Massenstart und Staffel eine Strafrunde von 150 m — das ist die Strecke, die aus einem perfekten Schiessen einen verlorenen Platz macht, und sie ist das Einzige am ganzen Sport, was zwischen zwei Athleten mit gleicher Laufzeit noch entscheidet.
Beim Biathlon-Schiessen beträgt die Entfernung zu den Scheiben 50 m. Auf diese 50 m reduziert sich jede Biathlon-Wette, die auf das Schiessen setzt: Skating, Material, Wind und Form liefern den Rest.
Biathlon gehört seit 1960 mit dem 20-km-Rennen der Männer zum olympischen Programm; Wettbewerbe der Frauen wurden erstmals 1992 in Albertville ausgetragen. Der Sport, der heute wie selbstverständlich einen ganzen Winter füllt, ist auf der olympischen Bühne ein Nachzügler — ganz im Gegensatz zu den Quoten, die auf ihn heute laufen.
Was eine Quote verschweigt: die Marge im Biathlon-Markt
Nichts an einem Wettschein ist so gut versteckt wie die Gebühr des Buchmachers. Sie steht nicht in den AGB, nicht im Wettschein, nicht in der Werbung. Sie steckt in den Quoten, und wer sie nicht kennt, liest die Preise wie Preise — dabei sind sie Preise nach Abzug. Der Auszahlungsschlüssel eines Marktes beschreibt, welchen Anteil aller Einsätze dieser Markt zurückzahlt; die Marge ist der Rest.
Ein Beispiel, das ausdrücklich keines der beiden Schweizer Häuser bepreist, sondern die Rechnung sichtbar macht. Ein Markt mit zwei Ausgängen — sagen wir Kopf-an-Kopf auf zwei Athleten, von denen beide gewinnen oder keiner — steht bei 1.90 und 1.90. Der Auszahlungsschlüssel dieser beiden Quoten liegt zwischen 97,0 und 97,5 %, was einer Marge zwischen 2,5 und 3,0 % der Einsätze dieses Marktes entspricht. Ein Wetter, der über einen ganzen Winter CHF 1’000 auf solche Kopf-an-Kopf-Duelle setzt, zahlt unter dieser Annahme im Erwartungswert einen Betrag in der Grössenordnung von CHF 25 bis CHF 30 als Marge — versteckt, unaufgefordert und in jeder einzelnen Quote enthalten.
Die Spanne ist ein Hinweis, keine Nebensächlichkeit. Ein Zwei-Weg-Markt ist der einfachste Markt, den es gibt, und die Marge verdient hier wenig. Sobald ein Markt drei oder vier Ausgänge hat — Podest, Platzierung, Top-3 einer Verfolgung — steigt sie in der Regel. Wer nur die Favoritenquote ansieht und die Marge nicht kennt, bemerkt den Unterschied nie. Er zahlt nicht mehr, weil das Haus einen Aufschlag erhebt, sondern weil die drei Quoten zusammen ein bisschen weniger hergeben als hundert Prozent. Zwei Häuser mit derselben Favoritenquote können sich in genau dieser Differenz unterscheiden. Deshalb ist der beste Vergleich nicht die eine Zahl, die ins Auge springt, sondern die Summe über alle Ausgänge eines Marktes.
Die praktische Folge für einen Winter voller Rennen ist einfach: nicht jede Wette im selben Markt, wenn der Markt der teuerste ist, und vor allem nicht die Wette mit der grössten Auswahl, wenn dieselbe Frage in einem Zwei-Weg-Markt beantwortbar ist. Wer zwei Athleten für stärker hält als das ganze Feld, braucht kein Feld — er braucht ein Duell. Und ein Duell kostet weniger Marge als ein Podest. Das ist der einzige Rechnungsvorteil, den ein Wetter in diesem Sport selbst in der Hand hat. Alles andere entscheidet die Loipe.
Der Spielplan des Winters: Sprint, Verfolgung, Massenstart, Staffel
Derjenige, der den Winter bepreist, hat nicht über ein Rennen zu entscheiden, sondern über einen Kalender. Sprint, Verfolgung, Massenstart und Staffel kommen in festen Rollen wieder: der Sprint eröffnet, die Verfolgung baut auf seinem Ergebnis auf, der Massenstart sammelt das Feld, die Staffel bündelt vier Athleten zu einem Ergebnis. Wer den Ablauf des Winters kennt, weiss, welche Frage in welcher Woche beantwortbar ist — und genau das entscheidet, wann sich ein Blick auf die Quoten lohnt und wann nicht.
Die olympische Geschichte der Sportart liefert dabei eine lustige Randnotiz zur Erwartung, die man an einen ganzen Biathlon-Kalender hat. Die ersten Biathlon-Weltmeisterschaften der Männer fanden 1958 in Saalfelden in Österreich statt; die Frauen-Weltmeisterschaften begannen 1984 und werden seit 1989 gemeinsam mit den Männern ausgetragen. Der Verband, der diesen Kalender heute verantwortet, ist die Internationale Biathlon Union. Sie entstand nach der Saison 1993/94, als sich der Biathlon vom früheren Verband UIPMB trennte. Ein Sport mit weniger als vier Jahrzehnten gemeinsamer WM-Geschichte und einer Verbandsgründung Mitte der neunziger Jahre hat im Vergleich zum Fussball wenig Historie.
Für den Wetter ist das eine gute Nachricht. Wo ein Sport über Jahrzehnte Vergleichsdaten liefert, ist fast jede Information im Preis enthalten. Wo ein Sport über wenige Jahre Daten liefert, ist die Zahl der Athleten pro Rennen kleiner als im Fussball, die Zahl der Läufe pro Saison übersichtlich, und der interessierte Leser kann die Bilanzen tatsächlich selbst nachsehen. Nicht als System. Als Grundlage dafür, die eigene Meinung überhaupt zu haben, bevor man sie gegen eine Quote legt.
Sieben Disziplinen, sieben Preisfragen
Die sieben Weltcup-Disziplinen — Einzel, Sprint, Verfolgung, Massenstart, Staffel, Mixed-Staffel und Single-Mixed-Staffel — sind für einen Buchmacher sieben verschiedene Märkte mit verschiedenen Feldern. Das Einzelrennen bestraft Schiessfehler mit Strafminuten und produziert deshalb grössere Zeitabstände: ein Favorit ist deutlicher Favorit, die Quote auf ihn kürzer. Der Sprint mit 150-m-Strafrunden produziert engere Abstände und damit offenere Quoten bis hin zum Mittelfeld. Die Single-Mixed-Staffel mit ihren 75-m-Strafrunden ist das Format, in dem ein Schiessfehler am billigsten ist, und das ist der einzige Grund, warum ein Aussenseiter in ihr häufiger oben steht als in jedem anderen Format.
Für den Vergleich zweier Häuser heisst das: eine Quote auf ein Einzelrennen und eine Quote auf eine Single-Mixed-Staffel gehören nicht in dieselbe Zeile. Der Markt ist nicht derselbe, das Feld ist nicht dasselbe, und die Strafmechanik ist es auch nicht. Ein Preisvergleich, der das nicht trennt, vergleicht Äpfel mit Schiesspflaumen.
Wo die Daten für eine Prognose herkommen
Wer eine Prognose baut, arbeitet mit drei Grössen, die öffentlich zugänglich sind: die Laufzeiten der vergangenen Rennen, die Schiessbilanzen — Treffer im Liegen und im Stehen getrennt — und die Quoten, die die beiden Häuser auf dieselbe Frage stellen. Die erste und die zweite Grösse sind Sportstatistik; die dritte ist die Meinung des Marktes. Der Vergleich zwischen eigener Einschätzung und Marktmeinung ist das, was man üblicherweise als Value-Wette bezeichnet: eine Wette wird dann interessant, wenn die eigene Einschätzung über der im Preis steckt.
Nur stimmt dieser Satz so nur halb. Aus der Sicht des Marktes heisst «Value» nichts anderes als «das Haus irrt», und die Umkehrung dieses Satzes ist im Wettgeschäft das Seltenste, was es gibt: das Haus irrt, wenn es irrt. Bei einem Zwei-Weg-Markt mit einer Marge zwischen 2,5 und 3,0 % müssen alle Wetten zusammen 100 % abzüglich dieser Marge abbilden. Ein Vorteil, der diesen Betrag nicht übersteigt, ist kein Vorteil, sondern bezahlte Marktgebühr. Und ein sicherer Tipp existiert deshalb nicht, weil niemand weiss, was im letzten Schiessdurchgang passiert: Ein einziger Stehendschuss auf 50 m entscheidet über 11,5 cm Trefferbereich, über eine oder zwei Strafrunden und damit über das ganze Rennen.
Spielerschutz in der Schweiz: Limiten, Sperre und was nicht hilft
Die Zahlen dieses Abschnitts gelten für die beiden bewilligten Veranstalter, und sie gelten unabhängig davon, ob gerade Weltcup in Antholz oder Ruhepause ist. Beides gehört in einen Satz: Der Spielerschutz kennt keine Saison.
Bei der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite beträgt CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Offenlegungshalber: das ist erst der erste von zwei Teilen, der zweite folgt gleich.
Das Grundprinzip hinter diesen Werten ist eine bewusste Entscheidung des Gesetzgebers, und sie verdient, klar benannt zu werden. Limiten setzt nicht der Staat, sondern der Spielende selbst; der Veranstalter muss lediglich ein oder mehrere Höchstwerte für Einsätze oder Verluste pro Tag, Woche oder Monat verlangen. Ein staatlicher fester Einzahlungsdeckel existiert in der Schweiz nicht. Wer eine solche Zahl erwartet, findet sie nicht, weil es sie nicht gibt. Was es gibt, ist die Pflicht, die eigene Grenze zu wählen — und genau darin liegt der Unterschied: sie ist so gut wie die Person, die sie gesetzt hat. Die Untergrenze für junge Wettende und ihr Gegenstück ist ein Bruch zwischen unter 21 Jahren und ab 21 Jahren. Eine Erhöhung braucht 72 Stunden, weil man in der Regel am nächsten Morgen nicht mehr so grosszügig mit sich selbst ist. Das ist der einzige Spielerschutz, der nicht auf Kontrolle, sondern auf Reibung setzt — und der einzige, der wirkt, bevor das Geld weg ist.
Die zweite Hälfte ist die Sperre. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre lässt sich nur nach Ablauf von drei Monaten aufheben, und dabei ist eine Fachstelle beteiligt. Ein selbst gewählter Unterbruch von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden. Ausgeschlossene oder minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne. Das ist die unspektakulärste Regel des ganzen Themas und die, die am meisten bewirkt. Sie ist bitter ernst gemeint, und sie sollte auch so gelesen werden: wer sich sperren lässt, sperrt sich nicht bei einem Haus, sondern in einem Register, das die Casinos mitliest.
Ein dritter Punkt gehört hierher, weil er die Grenzen der Bewilligung zeigt. Sportwetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; Minderjährige sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Wie gut diese Grenze in der Praxis hält, ist für Verkaufsstellen dokumentiert: bei Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Bei Wetten über das Internet sieht die Lage anders aus, weil die Registrierung mit verifizierter Identität erfolgt. Wer den Schweizer Schutz als lückenlos darstellt, verwechselt Regulierung mit Wirklichkeit. Er ist gut, und er ist eine Momentaufnahme.
Zwei Bestimmungen, die man unterschätzt
Die Registrierung für die Online-Teilnahme bei Swisslos verlangt mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet. Ausserdem darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Das klingt nach Bürokratie und ist in Wirklichkeit die Voraussetzung für alles, was oben steht: ohne identifizierte Person gibt es kein Sperrregister, keine Verlustlimite und keine Kontrolle. Eine Wette bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung kann deshalb gar nicht in die Schweizer Oberaufsicht zurückgemeldet werden.
Die zweite Bestimmung lautet: Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Der Kreis derer, die vom Schweizer Sportwettangebot ausgeschlossen sind, reicht also über die Spielsperre hinaus und umfasst alle, die am selben Start stehen. Das ist eine der wenigen Regeln im Wettgeschäft, die einen Interessenkonflikt an der Wurzel ziehen, und sie ist ein gutes Beispiel dafür, wie ein bewilligter Anbieter sein Sortiment ausdünnt, um glaubwürdig zu bleiben.
Gewinne und Steuern: der Freibetrag und das «je nach Kanton»
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen — die Eidgenössische Steuerverwaltung nennt Sportwetten ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000; im Jahr 2025 lag er bei CHF 1’070’400. Wer ihn überschreitet, zahlt keine Kleinigkeit: oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Deklaration in der Steuererklärung zurückgeholt wird. Für die überwiegende Mehrheit der Wettenden ist diese Schwelle völlig unerreichbar — der typische Gewinn bleibt weit darunter, und dann fallen weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer an. Eine Steuer auf den Einsatz kennt die Schweiz nicht.
Der kantonale Teil ist der Teil, an dem die Auskunft endet, und er ist nicht mit einem Satz zu erledigen. Der kantonale Freibetrag unterscheidet sich vom Bundesfreibetrag; deshalb steht hier «je nach Kanton» und nicht eine Zahl aus einem Kanton, die in einem anderen falsch wäre. Bei Gewinnen aus ausländischen Anbietern gibt es keine Verrechnungssteuer, dafür greift die kantonale Steuerpraxis zu, und diese ist von Kanton zu Kanton verschieden. Für eine Seite wie diese ist das der Punkt, an dem die Grenze der eigenen Zuständigkeit erreicht ist: das ist allgemeine Information, und wer wissen will, was für ihn gilt, fragt einen Steuerberater oder seine kantonale Steuerverwaltung — und zwar bevor, nicht nachher, denn ein Gewinn oberhalb des Freibetrags will deklariert sein.
Die zwei Bewilligten und die acht ohne Schweizer Bewilligung: Bewertung
Die Reihenfolge folgt der Bewilligungsfrage, und die Bewertung auch. In der Praxis heisst das: für die zwei bewilligten Veranstalter gibt es ein Produkt mit Bedingungen, Limiten und einer Aufsicht; für die acht anderen gibt es ein Angebot mit unbekanntem Hintergrund. Die acht werden nach demselben Massstab bewertet wie die zwei, aber nur eines von beiden Gruppen kann auf Fragen antworten, die über den Auftritt hinausgehen.
Swisslos Sporttip: das Konto, das die Deutschschweiz vorschreibt
Swisslos betreibt Sporttip für die Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz liegen vor, die Aufsicht führt die Gespa, und der veranstaltende Träger ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel.
Die Limiten sind eng gesetzt: Mindesteinsatz CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten, Höchsteinsatz CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 für eine Systemwette. Wer über der Limite setzt, bekommt die Wette nicht angenommen; die Werte kann Swisslos jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern. Die Cash-Out-Funktion gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten, nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung, und ohne Garantie für jeden Markt. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und der Betrag liegt tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn.
Bei den Boni ist Sporttip zurückhaltender, als die Werbung vermuten lässt. Es gibt Quotenboosts und Profitboosts; beide gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage beziehungsweise für ein definiertes Sportereignis, sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Der Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50 und erhöht den Nettgewinn um 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen. Die Gratisspielguthaben und Gratiswetten unterliegen ohnehin der Genehmigung durch die Gespa.
Was das für den Wetter bedeutet: vollständiger Schweizer Rahmen, ein bewusst begrenztes Volumen und eine Reihe von Boni, die an Bedingungen hängen, die man lesen sollte. Die zwei Regeln, die man vor dem ersten Wettschein kennen sollte, sind die Limite von CHF 1’000 und das Verschwinden eines Boosts beim Cash-Out — beides steht in den Bedingungen und in keinem Werbebanner.
Loterie Romande Jouez Sport: sechs Kantone, ein Veranstalter
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die Bewilligungslage ist dieselbe wie bei Swisslos — Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung für ein Grossspiel unter Aufsicht der Gespa —, der Träger ist die Société de la Loterie de la Suisse Romande mit Sitz in Lausanne, und für den Vertrieb stützt sie sich unter anderem auf ein Verkaufsstellennetz. Mit 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitenden ist sie kein Online-Nebenbetrieb, sondern eine Vertriebsorganisation mit Fläche.
Was den Wetter betrifft, ist damit genau eine Frage zuerst zu klären, und es ist die Wohnsitzfrage. Online-Teilnahme setzt Wohnsitz in der Schweiz und in der Praxis im Gebiet des Veranstalters voraus; wer in Genf oder Lausanne wohnt, findet hier sein einziges bewilligtes Konto, wer in Zürich wohnt, findet es bei Swisslos. Ein Wechsel zwischen den beiden ist keine Wahl zwischen zwei Häusern, sondern ein Umzug. Innerhalb ihres Gebiets ist die Loterie Romande die einzige Anlaufstelle für eine bewilligte Schweizer Biathlon-Wette, und das ist kein Vorteil, sondern der Rahmen.
myBet: ohne Schweizer Bewilligung, im Gespräch mit Spielenden
myBet gehört zu den acht Anbietern, die in der Schweiz keine Bewilligung haben. Damit gilt für dieses Haus dasselbe wie für jedes andere in dieser Gruppe: nur Swisslos und Loterie Romande dürfen Sportwetten anbieten, eine Bewilligung aus einem anderen Land ist in der Schweiz ohne Wirkung, eine Verbindung zum Schweizer Sperrregister besteht nicht, und es gibt kein Schweizer Beschwerdeverfahren. Dass Domains aus dieser Gruppe auf der Sperrliste erscheinen und per DNS blockiert werden können, gehört zum Bild.
Für einen Wetter heisst das nichts anderes, als dass an der Wohnadresse keine Schweizer Instanz mehr zuständig ist, sobald das Konto bei myBet steht. Wer dort ein Rennen spielt, spielt nach den Regeln des Hauses. Auf Schweizer Aufsicht zu hoffen, wäre ein Missverständnis.
22Bet: ohne Schweizer Bewilligung, ein weiteres Konto ohne Schweizer Anspruch
Auch 22Bet fällt unter die Anbieter ohne Schweizer Bewilligung, und die Folgen sind identisch: keine Schweizer Bewilligung, kein Anschluss an das schweizweite Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, dafür die Möglichkeit, dass die Domain auf die Sperrliste kommt und per DNS blockiert wird. Mehr ist über die Schweiz-Seite dieses Hauses nicht zu sagen, und mehr sollte man auch nicht daraus machen.
Für den Leser bedeutet das: der Auftritt mag vollständig, die Seite mag erreichbar sein, und trotzdem fehlt in der Schweiz jede Instanz hinter dem Haus. Das ist die eine Information, die bei diesem Anbieter zählt.
Jackbit: ohne Schweizer Bewilligung, mit Sperrlistenrisiko
Bei Jackbit ist die Ausgangslage dieselbe wie bei den übrigen Anbietern dieser Gruppe: keine Schweizer Bewilligung, keine Wirkung einer ausländischen Erlaubnis in der Schweiz, keine Teilnahme am Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Beschwerdeweg. Dass die Domain eines Tages auf der Sperrliste landet und blockiert wird, ist ein Risiko, das jedes Haus dieser Gruppe trifft.
Was bleibt, ist die Frage, was der Wetter eigentlich sucht. Wer einen Anbieter ohne Schweizer Bewilligung wählt, wählt bewusst eine Umgebung ohne Schweizer Aufsicht; das kann eine bewusste Entscheidung sein, aber es ist keine, die sich durch die Bequemlichkeit der Seite rechtfertigen lässt. Wer den Schweizer Schutz will, findet ihn bei diesem Haus nicht.
Interwetten: ohne Schweizer Bewilligung und namentlich auf der Sperrliste geführt
Interwetten unterscheidet sich in einem Punkt von den meisten anderen Häusern dieser Gruppe: die Aufsicht nennt den Namen im Zusammenhang mit Domain-Hopping, und das Haus wird als in diesem Zusammenhang genannt geführt. Inhaltlich ändert das nichts an der Ausgangslage — keine Schweizer Bewilligung, keine Wirkung einer ausländischen Erlaubnis, kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrlistenrisiko inklusive.
Die praktische Konsequenz ist unangenehm konkret: eine Domain, die regelmässig verschoben wird, ist für den Wetter auch ein Zeichen dafür, dass die Schweizer Behörden das Angebot nicht im Blick haben. Ändert das die Renn-Ergebnisse? Natürlich nicht. Es ändert aber, wer zuständig ist, wenn das Geld nicht ankommt.
AmunRa: ohne Schweizer Bewilligung, eine Marke ausserhalb des Schweizer Rahmens
AmunRa gehört zur Gruppe der Anbieter ohne Schweizer Bewilligung, und die Angaben zu diesem Haus in der Schweiz beschränken sich darauf: keine Bewilligung, keine Wirkung einer ausländischen Bewilligung, kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg. Alles weitere, was über AmunRa zu lesen ist, stammt aus den Angaben des Anbieters selbst.
Wer sich für dieses Haus interessiert, sollte die Bedingungen selbst lesen, und zwar nicht die Startseite, sondern die Teilnahmebedingungen, die Auszahlungsbestimmungen und die Regeln, nach denen Wetten storniert werden dürfen. Dort steht, was in der Schweiz nicht mehr geprüft wird.
20Bet: ohne Schweizer Bewilligung, Referenz ohne Schweizer Aufsicht
Bei 20Bet ist die Lage dieselbe wie bei den anderen sieben Anbietern ohne Schweizer Bewilligung, und ein Vergleich mit den bewilligten Häusern fällt entsprechend kurz aus: keine Schweizer Aufsicht, kein Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, dafür Domain-Hopping-Risiko.
Interessant ist dieser Anbieter für einen Vergleich insofern, als er zeigt, wie wenig zwischen den acht Häusern dieser Gruppe zu unterscheiden ist. Wo alle dieselbe Bewilligungslücke haben und über alle acht dieselbe Aussage zutrifft, ist die Auswahl am Ende nicht eine Frage des Angebots, sondern eine Frage der Bereitschaft, ohne Schweizer Rückgriff zu spielen. Wer diese Bereitschaft nicht hat, braucht die acht nicht zu sortieren.
Boomerang Bet: ohne Schweizer Bewilligung, ein Angebot ohne Schweizer Anspruch
Boomerang Bet zählt zu den Anbietern, die in der Schweiz keine Bewilligung haben. Damit gelten die bekannten Folgen: keine Schweizer Bewilligung, keine Wirkung einer ausländischen Erlaubnis, kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Beschwerdeweg, Sperrlistenrisiko. Über die Schweiz-Seite dieses Hauses ist damit alles gesagt, was sich sagen lässt.
Ein Zeichen, das sich nicht übersehen lässt: wer auf einer solchen Seite ein Konto eröffnet, kann sich in der Schweiz nicht darauf verlassen, dass eine Spielsperre, die er selbst gesetzt hat, dort irgendjemandem bekannt ist. Genau das ist die Lücke, die das schweizweite Register der bewilligten Häuser schliesst.
Sportaza: ohne Schweizer Bewilligung, keine Schweizer Instanz dahinter
Sportaza schliesst die Liste als letztes Haus der Gruppe ohne Schweizer Bewilligung ab. Die Bewertung fällt hier wie dort aus: keine Schweizer Bewilligung, keine Wirkung einer ausländischen Erlaubnis in der Schweiz, kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg und das Risiko, dass die Domain blockiert wird.
Für einen Leser, der sich den Schweizer Schutz ausdrücklich wünscht, ist damit alles entschieden. Für einen Leser, der sich bewusst dagegen entscheidet, bleibt die Empfehlung, die Bedingungen des Hauses vor dem ersten Einsatz genau zu lesen. Beides ist eine Entscheidung. Nur eine davon lässt sich später nicht mehr korrigieren.
Häufig gestellte Fragen
Darf in der Schweiz auf Biathlon gewettet werden, und bei wem?
Ja, aber nur auf Wettkämpfe, die auf der Liste der Gespa für Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten stehen. Anbieten dürfen Sportwetten ausserdem allein Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Ein Online-Konto setzt Wohnsitz in der Schweiz und im jeweiligen Vertragsgebiet voraus.
Wie läuft eine Wette auf ein Rennen mit vielen Startenden?
Jede Wette auf ein Rennen ist die Wette auf das Eintreffen genau der Voraussage, die man spielt — Sieger, Podest oder Platzierung im Feld. Bei einem Massenstart mit dreissig Startenden sind mehr Ausgänge bepreist als in einem Einzelrennen, und die Quoten unterscheiden sich entsprechend. Andere Sportarten mit zwei Mannschaften sind hier die Ausnahme, nicht die Regel.
Wie entsteht ein Tipp, und warum ist keiner sicher?
Ein Tipp entsteht aus den Laufzeiten, den Schiessbilanzen und der Einschätzung, wie sich beides im jeweiligen Format auswirkt. Auf 50 m entscheidet im Stehendschiessen ein Trefferbereich von 11,5 cm über die Strafrunde und damit über das Rennen. Es gibt deshalb keinen sicheren Tipp.
Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote?
Der mögliche Gewinn einer Einzelwette ist der Einsatz multipliziert mit der Quote; der mögliche Nettogewinn ist der Einsatz multipliziert mit der Quote minus eins. Bei einer Kombination aus mehreren Voraussagen entsteht der Gesamtpreis aus der Multiplikation der Einzelquoten. Diesen Preis gibtdas Haus vor dem Spiel an.
Welche Verlustlimiten müssen vor der ersten Wette gesetzt werden?
Bei Sporttip müssen Spielende vor der ersten Teilnahme Limiten für 1, 7 und 30 Tage setzen; die Oberlimite beträgt CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage möglich.
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Inhalt erstellt vom Team «wettbueroch»
