Sportwetten-Prognosen im Vergleich: Was sie herleiten, was sie kosten und wer sie in der Schweiz anbieten darf
Ladevorgang...
Stand: Oktober 30, 2026. Bewilligungen und Limiten geprüft gegen die Angaben der Gespa und die Spielregeln von Swisslos Sporttip und Loterie Romande Jouez Sport.
Wer eine Prognose sucht, sucht eigentlich etwas anderes: einen Grund, mehr zu setzen als sonst. Das ist keine Unterstellung, es ist die Mechanik des Geschäfts. Eine Zahl mit Prozentzeichen davor wirkt wie eine Information, und eine Information wirkt wie ein Vorsprung. Nur: Der Vorsprung verschwindet beim Blick auf den Quotenschlüssel, und in der Schweiz verschwindet er zusätzlich beim Blick auf die Frage, bei wem man überhaupt setzen darf. Am Ende dieser Seite stehen zwei Veranstalter, ein geschlossener Ereigniskatalog und eine Quote, die von einem Schnitt angenagt wird, den niemand im Werbetext erwähnt.
Fangen wir dort an, wo die Leserinnen und Leser anfangen — beim Angebot.
Prognoseangebote und Sportwetten-Anbieter im Vergleich
Ein Vergleich von Prognosen ist kein Vergleich von Trefferlisten. Trefferlisten lassen sich nachträglich kuratieren, Fehlschläge verschwinden, und wer kontrolliert, dass die Quote, auf die sich ein Tipp bezog, jemals zu haben war? Belastbar sind drei Dinge: wie eine Vorhersage zustande kommt, ob sich das Ergebnis hinterher nachprüfen lässt, und ob der Anbieter den Satz «wir gewinnen immer» überhaupt in den Mund nimmt. Wer ihn in den Mund nimmt, hat bereits verloren — nicht die Wette, aber den Respekt.

Die Schweizer Besonderheit liegt vor dieser ganzen Diskussion. Sportwetten dürfen hierzulande nur die zwei kantonalen Veranstalter anbieten, und jedes Produkt hat ein eigenes Vertragsgebiet. Ein Konto bei Swisslos Sporttip setzt Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet voraus, also in den Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Die Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura gehören zu Loterie Romande, deren Sportwettenprodukt Jouez Sport heisst. Wer in Genf wohnt, kommt an Sporttip nicht heran, wer in Zürich wohnt, nicht an Jouez Sport. Das ist keine Härte des Zufalls, sondern die Konstruktion.
Daraus folgt etwas, das viele Prognoseportale in der Schweiz falsch aufziehen: Sie vergleichen Quoten über Anbieter hinweg, die für einen konkreten Leser gar nicht alle zugänglich sind.
Einordnung der Schweizer Veranstalter und der ausländischen Plattformen
Die Tabelle ordnet die Plattformen danach, was sie in der Schweiz dürfen. Die Bewilligungsangaben stammen aus dem Bewilligungsrahmen des Geldspielgesetzes und den Registern der Aufsicht; die Angaben der ausländischen Plattformen zur eigenen Rechtsgrundlage lassen sich gegen keine Schweizer Bewilligung stellen, weil es keine gibt.
| Plattform | Schweizer Bewilligung | Veranstalterin oder gemeldete Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Bewilligung für ein Grossspiel, Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem BGS | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Bewilligung für ein Grossspiel, Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem BGS | Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne |
| BC.Game | keine Schweizer Bewilligung | keine Rechtsgrundlage in der Schweiz anerkannt |
| Sportaza | keine Schweizer Bewilligung | keine Rechtsgrundlage in der Schweiz anerkannt |
| PowBet | keine Schweizer Bewilligung | keine Rechtsgrundlage in der Schweiz anerkannt |
| HighFlyBet | keine Schweizer Bewilligung | keine Rechtsgrundlage in der Schweiz anerkannt |
| Coolzino | keine Schweizer Bewilligung | keine Rechtsgrundlage in der Schweiz anerkannt |
| Duelbits | keine Schweizer Bewilligung | keine Rechtsgrundlage in der Schweiz anerkannt |
| GG.BET | keine Schweizer Bewilligung | keine Rechtsgrundlage in der Schweiz anerkannt |
| FortuneJack | keine Schweizer Bewilligung | keine Rechtsgrundlage in der Schweiz anerkannt |
Die Spalte mit der Rechtsgrundlage ist bei acht Zeilen bewusst leer im inhaltlichen Sinn: Es gibt keine ausländische Lizenz, die in der Schweiz eine Wirkung entfaltet, und deshalb trägt jede dieser Zeilen denselben Vermerk. Zwei Zeilen tragen einen Namen, acht tragen eine Verneinung. Mehr steht nicht dahinter, und jede Formulierung, die daraus «Grauzone» oder «Toleranz» macht, ist erfunden.
Was auffällt, wenn man die Liste so untereinander sieht: Die ausländischen Plattformen unterscheiden sich in ihrem Bewilligungsstatus überhaupt nicht voneinander. Sie unterscheiden sich nur im Sortiment, in der Sprache, in der Währung und in der Frage, ob ein Schweizer Gericht für Streitigkeiten zuständig wäre. Diese letzte Frage kostet nichts, solange nichts schiefgeht — und alles, wenn etwas schiefgeht. Der Betrag, der bei einem nicht bewilligten Anbieter auf dem Spiel steht, ist im Streitfall nicht der Streitwert, sondern der ganze Kontostand.
Die Sperrliste der Aufsicht tut ein Übriges. Domains ausländischer Anbieter können darauf gesetzt und von Schweizer Telekom-Anbietern über DNS blockiert werden. Die Liste existiert seit dem 3. September 2019 und umfasste Ende 2025 insgesamt 671 Domains. Blockiert heisst nicht verschwunden: Betroffene Anbieter wechseln ihre Adressen innert Stunden auf neue Domains. Wer sich darauf verlässt, dass ein Anbieter «schon erreichbar bleiben wird», verlässt sich auf die Geschwindigkeit eines Anbieters, nicht auf ein Recht.
Wie aus Form, Aufstellung und Quoten eine Prognose wird
Eine Sportwetten-Prognose ist ein Schätzwert, kein Vorhersagewerk. Der Weg dorthin hat drei Stationen, und keine davon produziert Gewissheit.
Am Anfang steht die Form. Damit ist nicht gemeint, wer die letzten fünf Spiele gewonnen hat, sondern wie. Ein 2:0 gegen ein Team, das in der zweiten Halbzeit drei Hochkaräter liegen liess, ist etwas anderes als ein 2:0, bei dem zwei Fernschüsse ins Eck gingen. Wer die Rohdaten liest — Torchancen, Ballbesitz in der gegnerischen Hälfte, Standardsituationen — kommt zu einem anderen Bild als der, der die Ergebnisspalte liest. Beides ist Statistik; nur eine davon hat Prognosewert.
Dazu kommt die Aufstellung. Ein Stammtorhüter, der ausfällt, ist eine Information; ein Vierte-Liga-Ersatz, der ausfällt, ist keine. Die Aufstellung wirkt auf die Prognose nicht gleichmässig, sondern punktuell: dort, wo eine Position schwerer zu ersetzen ist als eine andere.
Und dann kommt der Spielverlauf. Das ist der Teil, den Prognosen nicht abdecken und Live-Situationen schon. Ein Führungstreffer in der zwölften Minute verändert das Gefüge eines Spiels stärker als derselbe Treffer in der achtzigsten.
Der Schweizer Markt kennt dafür eine eigene Klammer: Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer, im Fussball also 90 Minuten, plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder sie selbst Gegenstand der Wette sind. Eine Prognose, die auf «der Favorit setzt sich durch» lautet, ohne zu sagen, in welchem Zeitfenster, taugt für die Wette nicht — sie ist eine Meinung mit einer Uhr daneben, die nicht gestellt wurde.
Wie kommt aus diesen drei Teilen eine Wahrscheinlichkeit? Indem man ihnen Zahlen zuweist und die Zahlen gewichtet. Genau da wird es unsauber. Die Gewichtung ist eine Modellentscheidung, und ein Modell, das Form stark gewichtet, findet andere Favoriten als eines, das den Marktwert der Kader in den Vordergrund stellt. Beide Modelle können auf einer Stichprobe gut aussehen. Aus einer guten Stichprobenleistung folgt keine gute Prognose für das nächste Spiel; sie folgt aus der Stichprobe, und die ist Vergangenheit.
Ein Satz zur Ehrlichkeit gegenüber sich selbst: Wer eine Prognose liest, nimmt eine Schätzung mit einer Unsicherheit entgegen. Wer sie als Ergebnis liest, hat aus einer Prozentzahl einen Termin gemacht.
Livewetten, Vorhersagen und was sich dabei verschiebt
Livewetten verändern die Vorhersage grundsätzlich, nicht graduell. Vor Spielbeginn ist die Wahrscheinlichkeit für ein Ergebnis stabil; ab dem Anpfiff gehört der Zustand des Spiels zur Prognose, und der Zustand ändert sich schneller, als ein Modell nachrechnen kann. Eine Live-Prognose, die auf dem Stand von vor zehn Minuten beruht, ist keine Prognose mehr, sondern eine Beschreibung mit Verzögerung.
Bei Sporttip gilt: Eine Livewette ist gültig, unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Der Fernseher entscheidet also nicht darüber, ob eine Wette zählt. Was zählt, ist der Zeitpunkt der Platzierung. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, werden mit Quote 1.00 gewertet. Und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 bewerten.
Das ist die Regel, die jeden Live-Prognostiker am härtesten trifft, und sie trifft ihn nicht als Strafe, sondern als Physik. Wer während eines Elfmeters auf «Tor» setzt, setzt auf etwas, das vielleicht schon entschieden ist, während sein Finger noch auf dem Bildschirm liegt. Quote 1.00 heisst: Der Einsatz kommt zurück, der Gewinn beträgt null. Wer Live-Wetten über eine Prognose begründet, muss deshalb einen Puffer einkalkulieren, der grösser ist als die Verzögerung seiner eigenen Wahrnehmung. Bei einem Fernsehbild mit zwei Sekunden Laufzeitverzögerung ist dieser Puffer alles andere als trivial.
Für Live-Prognosen heisst das konkret: Der Vorteil liegt nicht in der besseren Vorhersage des Ausgangs, sondern in der schnelleren Verarbeitung des Zustands. Ein Modell, das die 60. Minute mit dem gleichen Erwartungswert startet wie die 5., hat den Live-Modus nicht verstanden.
Was eine Quote über eine Prognose verrät — und was sie verschweigt
Die Quote ist der Preis. Sie enthält zwei Botschaften, und Prognoseportale zitieren regelmässig nur die eine.
Die offensichtliche Botschaft ist der Auszahlungsbetrag. Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus Einsatz mal Gesamtquote, also dem Produkt der Einzelquoten. Zwei Feinheiten hängen daran: Der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei einem Einsatz von CHF 10 und einer Quote von 2.10 sind das CHF 21 — die Rundung tut hier nichts. Bei einem Kombinationsprodukt mit langen Nachkommastellen tut sie etwas, und zwar zuungunsten des Gewinns.
Die versteckte Botschaft ist die Marge. Sie steckt in der Differenz zwischen den Quoten und dem, was ein faires Verhältnis wäre, und sie ist der Grund, warum eine Prognose selbst dann kein Geschäft ist, wenn sie richtig liegt.
Was die Marge im Zwei-Weg-Markt tatsächlich kostet
Nehmen wir einen illustrativen Markt mit zwei Ausgängen und Quoten von je 1.90 — ausdrücklich ein Rechenbeispiel, keine irgendwo angebotene Quote. Der Quotenschlüssel dieses Marktes, also der Anteil aller Einsätze, den der Markt insgesamt zurückzahlt, ergibt sich aus 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte der Quoten: 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 1 ÷ 1.0526. Das ergibt einen Quotenschlüssel von ungefähr 95,0 Prozent. Die Marge ist die Gegenrechnung: 100 Prozent minus 95,0 Prozent, also rund 5,0 Prozent.
5,0 Prozent klingt nach einer Gebühr für ein Nebengeräusch. Rechnen wir es in Verhalten um. Bei jeder Runde dieses Marktes gibt der Kreis der Wettenden zusammen 100 Franken ab und bekommt rund 95 Franken zurück. Die fehlenden 5 Franken sind keine Gebühr am Ende, sie sind in jedem Einsatz schon drin. Ein Prognosemodell, das die Ausgänge dauerhaft mit 52 Prozent Trefferquote vorhersagt, arbeitet bei Quoten von 1.90 mit einem Erwartungswert von unter null: 0,52 × 1.90 = 0’988 — pro Franken Einsatz kommen im Mittel 98,8 Rappen zurück. Man braucht schon etwa 52,7 Prozent Trefferquote, um bei diesem Preis überhaupt auf null zu kommen, und das ist nur die Schwelle, nicht der Gewinn.
Und jetzt die Zahl, die die ganze Debatte erledigt: Die Bandbreite dieses Schnitts liegt je nach Sportart, Markt und Anbieter grob zwischen drei und acht Prozent. Ein Drei-Weg-Markt mit Unentschieden-Option schneidet meist schlechter ab als ein Zwei-Weg-Markt, ein Nischenmarkt schlechter als die Hauptmärkte. Eine Prognose, die nur auf der Hauptliga funktioniert und im Nebenmarkt zusammensackt, hat kein Modellproblem, sondern ein Margeproblem. Die Bedingung steht dabei immer im Raum: Bei Quoten von 1.80/1.80 steigt der Schnitt auf rund 94,4 Prozent und die Marge auf etwa 5,6 Prozent; bei 2.10/2.10 sinkt sie auf etwa 4,8 Prozent. Die Marge ist eine Eigenschaft des Preises, den man nimmt, nicht des Spiels, das man beobachtet.
Wer den Preis mit dieser Brille liest, kauft seltener. Das ist die ehrlichste Wirkung, die eine Prognose in diesem Kapitel haben kann.
Statistik, Quotenvergleich und Value-Wetten
Eine Value-Wette ist eine Wette, bei der die eigene Wahrscheinlichkeitsschätzung über der liegt, die in der Quote steckt. Sie ist nicht eine Wette auf den Aussenseiter und nicht eine Wette auf ein bestimmtes Spiel. Sie ist eine Aussage über die Beziehung zwischen zwei Zahlen: der eigenen Schätzung und der impliziten Wahrscheinlichkeit des Marktes.
Die implizite Wahrscheinlichkeit einer Quote erhält man, indem man 1 durch die Quote teilt. Bei Quote 2.10 sind das rund 47,6 Prozent. Liegt die eigene Schätzung darüber, ist die Wette nach diesem Massstab wertvoll — unter einer Bedingung, die in keinem Prognoseportal fett gedruckt steht: Die eigene Schätzung muss besser sein als der Markt. Sonst hat man keine Value-Wette gefunden, sondern eine Abweichung von der Mehrheitsmeinung, die auf Unwissen beruhen kann. Und weil über der ganzen Rechnung ein Schnitt von etlichen Prozent liegt, muss die eigene Schätzung nicht nur besser sein, sondern spürbar besser.
Der Quotenvergleich ist der praktische Teil davon. Er hilft nicht, den Ausgang zu treffen, sondern den Verlust zu begrenzen. Wer zwischen zwei Plattformen dieselbe Quote vergleicht, sieht gelegentlich Unterschiede von fünf Prozent und mehr. Diese Differenz verschwindet relativ zur Marge, oder sie hebt sie auf. In der Schweiz ist der Vergleich allerdings dadurch begrenzt, dass es nur zwei konzessionierte Veranstalter gibt und die Zahl der Plattformen, bei denen man als Wohnsitzberechtigter überhaupt setzen darf, klein ist.
An dieser Stelle trennt sich Prognose von Prognoseportal. Ein Portal, das Quoten vergleicht, betreibt Handwerk. Ein Portal, das Quoten vergleicht und daraus Siege verspricht, betreibt Werbung. Der Unterschied ist der gleiche wie zwischen einer Waage und einem Versprechen über das Gewicht.
Die Rechtslage: zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste
Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel im Sinn des Geldspielgesetzes (BGS, SR 935.51, in Kraft seit dem 1. Januar 2019), und die Aufsicht führt die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht in Bern. Nicht die ESBK: Diese beaufsichtigt ausschliesslich Casinos. Diese Zuständigkeit ist keine Formalie, denn sie bestimmt, wohin man sich bei einem Streit wendet und wessen Regeln gelten.

Zulassung, Bewilligung und was sie kosten
Eine Bewilligung braucht in der Schweiz immer zwei Teile: eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel. Und sie gilt nach Artikel 4 BGS nur in der Schweiz. Eine ausländische Konzession — aus Curaçao, Malta, Deutschland oder woher auch immer — hat hier keine Wirkung. Die beiden Produkte tragen ihre eigenen Namen, weil sie eigene Veranstalter sind: Swisslos betreibt Sporttip, Loterie Romande betreibt Jouez Sport.
Swisslos mit Sitz in Basel veranstaltet Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Loterie Romande tritt als Société de la Loterie de la Suisse Romande auf, nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Zwei Zahlen, die den Massstab setzen: Die Westschweiz wird über ein Filialnetz bedient, das grösser ist als das jeder Online-Plattform, die in der Schweiz nur als Domain existiert.
Für ein Online-Konto gilt eine Wohnsitzhürde. Swisslos verlangt mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet, ausserdem darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Ausweisdaten werden aus dem hochgeladenen Dokument ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Das ist unbequem und in einem Punkt auch lästig: Wer umzieht und den Ausweis noch nicht angepasst hat, scheitert an einer Prüfung, die er selbst nicht beschleunigen kann. Der unbequeme Teil ist der Sinn davon. Ein Schweizer Spielerkonto, das anonym wäre, würde auch anonyme Verlustlimiten bedeuten, und die wären keine.
Loterie Romande beschränkt ihr Online-Konto entsprechend auf die sechs Westschweizer Kantone.
Was in der Schweiz überhaupt gewettet werden darf
Der erlaubte Katalog ist keine Geschäftsidee, sondern eine amtliche Liste. Sporttip- und Jouez-Sport-Kunden wetten auf Ereignisse, die in der Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten der Gespa stehen, in der Fassung vom 10.09.2026, gestützt auf Artikel 25 BGS und Artikel 29 VGS. Die Liste ist geschlossen, und das hat greifbare Folgen:
- Gewettet wird ausschliesslich auf Sportereignisse. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht zugelassen.
- Qualifikationsrunden stehen nur darauf, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind, Frauenwettkämpfe nur, wenn sie aufgeführt sind.
- Ranglisten-Wetten stehen nur darauf, wenn die Rangierung über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder aufs Podest entscheidet — nie auf Trainingsläufe.
- Corner- und Kartenmärkte fehlen in der Liste, und ein Esport-Abschnitt fehlt ebenfalls.
Livewetten sind zulässig, vor dem Spiel und während des Spiels, sofern der Veranstalter über eine entsprechende Entscheidung verfügt. Eine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte kennt das BGS nicht. Cash-Out ist nicht geregelt; es bleibt eine Funktion des jeweiligen Veranstalters, mit allen Folgen, die das für die Erwartungshaltung hat. Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie, dass jeder Markt angeboten wird, besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag liegt unter dem möglichen Gewinn der nicht vorzeitig beendeten Wette und hängt vom Stand der Sportereignisse ab; Swisslos kann ihn jederzeit ändern.
Wer eine Prognose für eine Wette nutzt, die es in der Liste nicht gibt, nutzt sie für etwas, das er in der Schweiz gar nicht spielen kann. Das ist die erste Prüfung, und sie steht vor jeder Statistik.
Prognosen ersetzen keine Zulassung
Eine Prognose prüft nicht, ob ein Ereignis zugelassen ist, ob eine Bewilligung besteht oder ob ein Anbieter auf der Sperrliste steht. Sie beantwortet eine sportliche Frage; die Zulassungsfrage ist eine rechtliche, und sie ist die frühere.
Daraus folgt für den Alltag: Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung setzt, hat keinen Zugang zum schweizerischen Sperrregister, keine schweizerische Aufsicht und keine schweizerische Rechtsdurchsetzung. Die Aufsicht sperrt Domains, und jeder Spielende kann selbst prüfen, ob eine Domain auf der Liste steht, bevor er Geld einzahlt. Diese Prüfung dauert weniger als eine Minute.
Die Werbeseite dieser Medaille liest sich schöner, als sie ist. Ein ausländischer Anbieter wirbt mit einem Marktangebot, das die Gespa-Liste nicht kennt: Corner, Karten, Esport, Exoten. Das Angebot existiert, die Zulassung nicht. Rechte aus dem Angebot lassen sich vor einem Schweizer Gericht nicht durchsetzen; ob ein ausländisches Gericht zuständig wäre und zu welchem Preis, ist eine Frage, die man vorher nicht stellt und hinterher nicht loswird und den ganzen Kontostand kostet.
Bewilligung, Bewilligung und nochmals Bewilligung
Ein Punkt, der in Prognoseartikeln regelmässig übergangen wird, weil er keine Quote hat: Die Zahl der konzessionierten Anbieter ist nicht klein, weil der Markt jung ist, sondern weil die Kantone sie begrenzt haben. Es gibt keine Liste weiterer konzessionierter Buchmacher, weil es keine weiteren gibt. Die Aufsicht publiziert nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains.
Wenn das Angebot an Märkten dadurch schmal wirkt, dann ist es schmal. Ein Prognoseportal, das ein Dutzend Anbieter vergleicht, vergleicht in Wirklichkeit einen Schweizer Veranstalter gegen elf Domains. Das ist kein Vergleich von Produkten, das ist ein Vergleich von Rechtszuständen.
Verlustlimiten, Budget und der Zugang zu Hilfe
Prognosen haben eine Eigenschaft, die kein Modell in seinem Werbetext erwähnt: Sie erhöhen die Einsatzbereitschaft. Eine Zahl mit Prozentzeichen macht aus einer Unterhaltung eine Entscheidung. Und eine Entscheidung mit Begründung ist schwerer rückgängig zu machen als eine ohne. Deshalb steht vor jeder Prognosefrage die Frage, was man zu verlieren bereit ist — nicht im übertragenen Sinn, sondern in Franken.
In der Schweiz setzt der Staat keine feste Einzahlungsobergrenze. Das ist wichtig, weil Behauptungen über eine «staatliche Limite» in Umlauf sind. Was der Staat verlangt, ist, dass der Veranstalter vom Spielenden eine oder mehrere Maximalwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangt. Die Limite setzt also der Spielende selbst, und genau darin liegt ihre Schwäche und ihre Stärke.
Bei Swisslos sieht das konkret so aus: Vor der ersten Teilnahme an Sporttip müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Drei Tage Wartezeit sind kein Ärgernis, sondern der ganze Mechanismus: Wer im Verlust den Wert erhöhen will, muss den Impuls drei Tage lang aushalten, und drei Tage sind in der Praxis meist länger als der Impuls.
Bei Jouez Sport ist die Limitenfrage über die Spielregeln mit dem Maximaleinsatz verbunden und über den Höchstgewinn begrenzt: pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, und die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Wer die Gewinnobergrenze als Einladung zu riesigen Kombis liest, sollte den ersten Satz noch einmal lesen.
Bei Sporttip gibt es zusätzlich harte Einsatzeinzelschwellen: Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Der letzte Teil ist der ehrlichste Satz im ganzen Regelwerk: Es gibt keine Obergrenze, auf die man sich berufen könnte.
Interessant ist das Zusammenspiel. Wenn eine Prognose das Selbstvertrauen erhöht und die Verlustlimite drei Tage Erhöhungssperre kennt, dann kollidieren die beiden nicht. Die Limite gewinnt immer. Und wer sein Budget nicht in Limiten, sondern im Kalender plant, tut gut daran, die Limiten so zu setzen, dass der Monat aufgebraucht wird und nicht die Laune.
Das langfristige Instrument heisst Spielsperre. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf; eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Das ist mehr, als ein einzelner Anbieter versprechen könnte: Das Register wirkt über Anbietergrenzen hinweg, und wer sich sperrt, sperrt sich nicht nur bei einem.
Eine freiwillige Sperre lässt sich grundsätzlich erst nach drei Monaten wieder aufheben, und dabei ist eine Fachstelle beteiligt. Einen Selbstausschluss-Menüpunkt mit Ein-Klick-Rücknahme gibt es nicht, und das ist gut so. Wer zwei Klicks braucht, um eine Sperre aufzuheben, hebt sie irgendwann in einer schlechten Woche auf. Wer drei Monate und ein Gespräch braucht, hebt sie dann auf, wenn er es mit Abstand beschlossen hat. Die Kontaktstelle für Spielsucht ist im eigenen Kanton organisiert; wer Hilfe sucht, findet sie über die kantonale Suchtberatung oder die Spielerschutzseite des Anbieters.
Ein Abschnitt, der hier keine Pointe bekommt: Die Spielsperre, das Register, die Verlustlimiten und die Hilfsangebote sind Regelungen, die dem Spielenden den Zugang erschweren, um ihm den Verlust zu ersparen. Das ist die eine Stelle, an der der Schutz nicht über den Preis läuft, sondern über den Zugang, und die gehört mit dem gleichen Ton erzählt wie das Gesetz selbst.
Prognosen für heute, Premier-League-Wetten und der ganze Kalender
Kaum etwas altert so schnell wie eine Prognose für heute. Sie ist ein Produkt mit Mindesthaltbarkeit, und wer sie am Morgen liest und am Abend setzt, kauft unter Umständen abgelaufene Ware. Die Aufstellung ändert sich zwischen dem Zeitpunkt, an dem die Prognose gerechnet wurde, und dem Anpfiff. Wetter verändert den Platz. Ein bereits gespieltes Nachbarschaftsspiel verändert die Tabellenlage und damit die Motivation. Für die Premier League gilt das besonders, weil der Spielplan dort enger und die Kaderrotation grösser ist als in den meisten Ligen.
Was folgt daraus für die Praxis? Eine Prognose ist dann brauchbar, wenn sie sagt, worauf sie sich stützt. «Heimsieg» ist keine Prognose, «Heimsieg, solange die beiden Innenverteidiger spielen» ist eine. Und die zweite ist überprüfbar, was die erste nicht ist.
Ein zweiter Punkt betrifft die Spielart der Diskussion. Ein Prognoseportal, das ein Spiel zum «Banker» erklärt, steht in einer langen Tradition, die mit «sicher» begann und mit «Verlustlimite» endet. Es gibt keinen Banker, weil es kein Verfahren gibt, das aus einem unvollständigen Wissen ein vollständiges macht.
Bleibt die Frage, was ein halbwegs nüchternes Vorgehen praktisch bedeutet. Der Datenpunkt «Form» ist nur mit Kontext etwas wert. Die Aufstellung ist vor dem Anpfiff in der Regel öffentlich einsehbar. Die Quote ist eine Zahl mit einem Schnitt darin. Alles drei ist bekannt, und alles drei ist auch den anderen Marktteilnehmern bekannt. Der Vorsprung liegt, wenn überhaupt, in der Verarbeitung — wer zwei Stunden vor dem Anpfiff die Aufstellung liest und den Markt zugleich, hat eine Chance, vor einer Verschiebung zu handeln. Länger als ein paar Minuten währt dieser Vorsprung nicht. Eine Prognose, die in einem Blog steht, hat ihn längst verloren.
Wie sich die beiden Schweizer Veranstalter und die ausländischen Plattformen im Einzelnen darstellen
Die Reihenfolge und die Bewertungsmassstäbe gelten für alle zehn. Die beiden konzessionierten Veranstalter stehen zuerst, weil ohne sie in der Schweiz keine Sportwette möglich ist; die acht Plattformen ohne Schweizer Bewilligung folgen, weil Leserinnen und Leser ihnen begegnen und wissen sollen, woran sie sind. Die Bewertung folgt drei Fragen: Was trägt das Produkt an Schweizer Schutzmechanismen? Wie nah ist das Angebot an dem, was eine Prognose behauptet? Und was kostet ein Streitfall?
Swisslos Sporttip: Das Gerüst, gegen das alle Prognosen laufen
Sporttip ist das Sportwettenprodukt von Swisslos, veranstaltet von der SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Die Bewilligung für ein Grossspiel, Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem BGS, unterliegt der Aufsicht der Gespa. Verfügbar ist das Produkt im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Wer dort wohnt, ist dabei — ohne Wohnsitz dort nicht.
Zum Gratisspielguthaben und zu Werbegeschenken kennt der regulatorische Rahmen eine Schranke, die man selten liest: Freiwillige Spiele oder Gratisguthaben bedürfen der vorgängigen Zustimmung der Gespa. Freiwillige Spiele sind ein Instrument, das einer Aufsicht und nicht einer Marketingabteilung unterliegt. Wer eine Gratiswette sieht, sollte deshalb nicht annehmen, sie sei kostenlos im Sinn von voraussetzungslos.
Zum Angebot gehören Instrumente, die die eigene Wette verändern. Der Kombiboost gilt nur online, für Prematch, Live und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz; beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Die Struktur dieser Boosts sagt mehr über die Mathematik des Angebots als jede Werbeseite. Der Kombiboost zahlt bei vier Voraussagen 5 Prozent auf den Nettogewinn. Bei drei Treffern reisst bereits eine Voraussage die ganze Kette ein, und vier Richtige bei Quoten ab 1.50 sind keine Wahrscheinlichkeit, die man im Vorbeigehen trifft. Der Sprung von 40 auf 100 Prozent zwischen zehn und fünfzehn Voraussagen liest sich wie ein Geschenk. Er steht in derselben Regel wie der Satz, dass Einsatz und Erhöhung limitiert sind.
Der Kombinationsbau kennt zudem eine Sorgfaltsregel, die noch keine Diskussion geführt hat: Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz erstatten. Der Schutz liegt auf der Seite des Veranstalters, und er ist berechtigt: Eine Kombination aus «Sieg Mannschaft A» und «Mannschaft A schiesst mindestens zwei Tore» ist keine Kombination zweier Meinungen, sondern eine Meinung mit doppeltem Etikett.
Bei Absagen greift eine Frist von 48 Stunden. Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innerhalb von 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn oder im Rahmen eines Turniers nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die betroffene Voraussage Quote 1.00. Die Uhr läuft ab dem ursprünglichen Beginn, nicht ab der Absage.
Die Auszahlungsseite hat eine Frist, die man kennen sollte: Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos. Wer ein halbes Jahr nicht auf sein Konto schaut, verliert — nicht an den Anbieter, aber an den Zweck, und der Unterschied ist für den Betroffenen klein. Eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben.
Beim Geld gibt es klare Wege. Spielguthaben auf dem Wallet lässt sich per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein kaufen, mit einem Mindestbetrag von CHF 20; in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Swisslos bietet PostFinance Pay als Zahlungsart zum Aufladen des Spielkontos an, die Transaktion wird direkt in der PostFinance App bestätigt. Auszahlungen laufen innerhalb von 365 Tagen zweimal kostenlos auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 Prozent belastet werden. Die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung werden automatisch dem Wallet gutgeschrieben, Beträge darüber bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Konto überwiesen.
Die Kontoeröffnung verlangt mindestens 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet und eine Identitätsprüfung, bei der die Daten aus dem hochgeladenen Ausweis gegen Adress-Datenbanken geprüft werden. Eine Spielsperre darf nicht bestehen, und eine Registrierung pro Person ist die Obergrenze. Wetten lassen sich online oder über die Sporttip App für iOS und Android abgeben; in der App zusammengestellte Wetten können per QR-Code an einer Verkaufsstelle gespielt werden.
Das Urteil zu Sporttip fällt bei der Grenze, nicht beim Komfort. Ein Konto ohne Wohnsitz im Vertragsgebiet ist nicht erhältlich, und die Einsatzobergrenze von CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette ist keine Empfehlung, sondern eine Wand. Diese Wand ist die eigentliche Antwort auf die Frage, ob Prognosen hier zu höheren Einsätzen verleiten können: Sie können es, aber nicht über CHF 1’000 hinaus.
Loterie Romande Jouez Sport: Der Westschweizer Weg mit einer harten Gewinndecke
Jouez Sport ist das Sportwettenprodukt der Loterie Romande, der Société de la Loterie de la Suisse Romande. Veranstaltet wird es für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Als Kontaktadresse nennt das Unternehmen Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne; es zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Die Bewilligung ist die gleiche Konstruktion wie bei Swisslos — Grossspiel, Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem BGS, Aufsicht durch die Gespa — und ebenso gilt: Ein Online-Konto ist nur für Personen mit Wohnsitz im eigenen Gebiet erhältlich.
Unter den Schweizer Möglichkeiten ist Jouez Sport die einzige, bei der ein Höchstgewinn ausdrücklich in den Spielregeln steht. Pro Einzel- oder Kombiwette sind es CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi beträgt mindestens 1.10 und höchstens 100’000. Der letzte Wert ist der interessantere: Bis 100’000 lässt sich die Gesamtquote treiben, aber die Gewinne eines Multiples sind gesamthaft auf CHF 1’000’000 begrenzt. Zwischen einer Gesamtquote von 100’000 und einer Gewinndecke von CHF 300’000 pro Wette besteht ein Verhältnis, das bei einem Einsatz von CHF 3 bereits an die Decke stösst. Die Decke ist nicht hoch, sie ist nur weit weg — solange man nicht versucht, sie zu erreichen.
Die 2’350 Verkaufsstellen sind kein Marketingdetail. Sie sind der Grund, warum es in der Westschweiz mehr Spielende gibt, die ihre Wetten offline abgeben, und der Grund, warum eine Diskussion über Prognosen aus dem Internet dort manchmal an einem Schalter endet. Wer am Schalter spielt, spielt in der Regel weniger und langsamer. Das ist ein Nebeneffekt, aber ein echter, und er ist nicht schlechter als der Online-Kanal mit seinen Boost-Funktionen.
Gegenüber Sporttip fehlt Jouez Sport jenes Instrumentenbündel, das Sporttip anbietet; die Westschweizer Spielenden haben dafür einen Zugang, der nicht vom Internet abhängt. Wer die Wahl zwischen beiden nicht hat, muss ohnehin nicht wählen.
BC.Game: Sortiment ohne Schweizer Rechte
BC.Game ist eine Plattform ohne Schweizer Bewilligung. In der Schweiz dürfen Sportwetten nur Swisslos und Loterie Romande anbieten, und eine Lizenz, die BC.Game für sich reklamiert, hat hierzulande keine Wirkung. Die Plattform ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, und es gibt keine schweizerische Rechtsdurchsetzung. Ihre Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und von Schweizer Telekom-Anbietern über DNS blockiert werden.
In der Vergleichstabelle steht BC.Game in der Zeile, die keine Bewilligung trägt. Mehr ist zu dieser Zeile nicht zu sagen, und die Zahl der Zeilen mit derselben Angabe ist selbst die Information: Acht der zehn verglichenen Plattformen unterscheiden sich in diesem Punkt überhaupt nicht.
Wer eine Prognose mit dem Gedanken liest, anschliessend bei einer nicht bewilligten Plattform zu setzen, kauft zwei Dinge zugleich: eine Schätzung und ein Rechtsrisiko. Das zweite bekommt man gratis dazu.
Sportaza: Angebot ohne Schweizer Adressat
Sportaza operiert ohne Schweizer Bewilligung. Es gilt derselbe Rahmen: keine Veranstalterseigenschaft in der Schweiz, keine Wirkung einer gemeldeten ausländischen Erlaubnis, kein Anschluss an das hiesige Spielsperrregister, keine schweizerische Rechtsdurchsetzung. Eine Sperrung der Domains durch Schweizer Telekom-Anbieter ist möglich.
Bei einer Prognose für einen Markt, den die Gespa-Liste nicht kennt — Corner, Karten, Esport —, stellt sich für Schweizer Spielende ohnehin die Zulassungsfrage, und sie ist vor der sportlichen Frage zu beantworten. Ein Markt kann noch so gut analysiert sein; wenn er auf der Liste fehlt, ist er hier nicht spielbar.
PowBet: Gleiche Bewilligungslage, andere Sprache
PowBet tritt ebenfalls ohne Schweizer Bewilligung auf. Die Bewilligung ist hier nichts, was man beantragen könnte und nicht bekommen hätte: Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter begrenzt. Ein Anbieter, der hier Sportwetten anbietet, tut das ohne Grundlage, und ein allfällig gemeldeter ausländischer Sitz ändert daran nichts. Kein Zugang zum Sperrregister, keine schweizerische Beschwerdeinstanz, Sperrung über DNS möglich.
Der praktische Unterschied zwischen PowBet und den anderen Plattformen ohne Bewilligung auf dieser Liste liegt nicht im Status, sondern im Sortiment und in der Zahlungsabwicklung. Ein Kontostand bei einem solchen Anbieter ist im Streitfall ein Vorgang in einem anderen Rechtssystem.
HighFlyBet: Quote ohne Rückhalt
HighFlyBet führt keine Schweizer Bewilligung. Auch hier gilt: Der Schweizer Sportwettenmarkt kennt genau zwei Veranstalter, und eine im Ausland gemeldete Erlaubnis entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. Das Spielsperrregister erreicht die Plattform nicht, und ein Schweizer Gerichtsweg steht für Streitigkeiten nicht zur Verfügung. Die Aufsicht kann die Domains auf die Sperrliste setzen.
Der Reiz solcher Angebote liegt in der Quote. Der Preis dafür steht nicht auf der Seite: Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung setzt, kann im Konfliktfall weder auf eine Aufsicht noch auf ein Register zurückgreifen.
Coolzino: Gleiche Zeile, gleiche Folgen
Coolzino steht in derselben Zeile wie die übrigen Plattformen ohne Schweizer Bewilligung. Keine Veranstalterbewilligung, keine Spielbewilligung nach dem BGS, keine Anbindung an das schweizerische Sperrregister, kein schweizerischer Instanzenzug, Sperrung der Domains möglich. Der Name des Anbieters ist Programm: Bei einem Haus, dessen Marke auf das Casino verweist, ist die Sportwette ein Zusatzgeschäft und nicht der Kern.
Duelbits: Angebot, das die Sperrliste kennt
Duelbits gehört zur Gruppe der Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Es bleibt beim Grundsatz: Eine ausländische Erlaubnis hat in der Schweiz keine Kraft, die Aufsicht kann Domains auf die Sperrliste setzen, und der Zugang zum schweizerischen Spielerschutz besteht nicht.
Zur Blockierung gibt es eine Nuance, die den Umgang mit einer Sperrmeldung betrifft: Betroffene Anbieter wechseln innert Stunden auf neue Domains. Eine blockierte Seite ist deshalb kein Beweis, dass ein Anbieter verschwunden ist — und schon gar nicht, dass er bewilligt wäre.
GG.BET: Prognose-Marketing als Kernprodukt
GG.BET tritt ohne Schweizer Bewilligung auf. Damit gilt der bekannte Rahmen: kein Veranstalterstatus in der Schweiz, keine Wirkung einer ausländischen Lizenz, kein Anschluss an das Spielsperrregister, keine schweizerische Rechtsprechung, mögliche Sperrung über DNS.
Hier lohnt sich ein zweiter Blick auf das Geschäftsmodell, das in dem Wort «Prognose» steckt. Ein Anbieter, der Prognosen produziert und zugleich Wetten annimmt, hat eine doppelte Leserschaft: Wer die Prognose liest, ist zugleich Zielgruppe des Wettangebots. Die Trennung von Rat und Verkauf existiert in diesem Modell nicht. Für Schweizer Spielende kommt hinzu, dass das Produkt selbst nicht unter Schweizer Aufsicht steht.
FortuneJack: Kein Register, keine Adresse, kein Trost
FortuneJack operiert ohne Schweizer Bewilligung. Eine Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem BGS liegt nicht vor, eine ausländische Erlaubnis hat keine Wirkung, das Sperrregister erreicht die Plattform nicht, und eine schweizerische Durchsetzung scheidet aus. Eine DNS-Blockierung ist möglich.
Damit schliesst sich der Kreis zu der Frage, mit der diese Übersicht begonnen hat: Was ist ein Vergleich wert? Ein Vergleich von zehn Plattformen ist hier ein Vergleich von zwei Veranstaltern mit Bewilligung und acht Domains ohne. Wer die Tabelle als Ranking von Produkten liest, liest sie richtig; wer sie als Ranking von Legalität liest, liest sie falsch, weil die Frage nach der Legalität bei acht von zehn Zeilen dieselbe Antwort hat.
Häufige Fragen zu Sportwetten-Prognosen in der Schweiz
Wie entsteht aus Form, Statistik und Quoten eine Vorhersage?
Aus drei Bausteinen: der Form, die mehr ist als die Ergebnisspalte, der Aufstellung, die einzelne Positionen unterschiedlich stark verschiebt, und dem Spielverlauf. Diese Grössen werden gewichtet und zu einer Wahrscheinlichkeit verrechnet. Die Gewichtung ist eine Modellentscheidung — und ein Modell bleibt eine Schätzung mit Unsicherheit.
Warum kann keine Vorhersage ein Ergebnis garantieren?
Weil sie aus einer Stichprobe stammt und auf ein einzelnes, noch nicht gespieltes Ereignis angewandt wird. Zwischen guter Bilanz in der Vergangenheit und dem nächsten Spiel liegt kein mechanischer Zusammenhang. Eine Prozentzahl ist eine Erwartungshaltung über viele Fälle, kein Termin für einen bestimmten Sonntagnachmittag.
Was ist eine Value-Wette, und welche Rolle spielt die Marge dabei?
Eine Value-Wette liegt vor, wenn die eigene Wahrscheinlichkeitsschätzung höher ist als die implizite Wahrscheinlichkeit der Quote, also höher als 1 geteilt durch die Quote. Über jedem Markt liegt jedoch ein Schnitt von etlichen Prozent. Die eigene Schätzung muss besser sein als der Markt und diesen Schnitt zusätzlich übertreffen.
Wie wirken sich Livewetten auf Prognosen aus?
Der Spielzustand wird zur Prognose, und er ändert sich schneller, als ein Modell rechnet. Bei Sporttip zählt eine Wette nach dem tatsächlichen Eintreffen des Ausgangs mit Quote 1.00, ebenso in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Rote Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid. Der Vorteil liegt im Zeitvorsprung, nicht in besserer Vorhersage.
Welche Wetten sind in der Schweiz überhaupt zugelassen?
Nur Sportereignisse aus der Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten der Gespa, in der Fassung vom 10.09.2026. Qualifikationsrunden und Frauenwettkämpfe nur, wenn sie aufgeführt sind, Ranglistenwetten nur bei Entscheid über Einzug oder Podest. Corner- und Kartenmärkte fehlen, ein Esport-Abschnitt ebenfalls.
Tipps – wettbueroch
Inhalt erstellt vom Team «wettbueroch»
