Heinz Sportwetten: Wenn aus sechs Tipps 57 Wetten werden

Updated Oktober 2026
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Ein leerer Wettschein aus Papier liegt neben einem Bleistift und einem Radiergummi auf einem hellen Holztisch im Tageslicht.

Stand: Oktober 30, 2026. Die Angaben zu Bewilligungen und Limiten wurden gegen die öffentlich zugänglichen Spielregeln und Teilnahmebedingungen der Schweizer Veranstalter sowie gegen die Informationen der interkantonalen Aufsicht abgeglichen.

Eine Heinz-Wette ist eine Systemwette auf 6 Auswahlen, die aus 57 einzelnen Wetten besteht.

Es gibt Wettscheine, die sehen harmlos aus und sind es nicht. Sechs Kreuze, ein Betrag, fertig — und darunter stehen 57 einzelne Wetten. Wer den Betrag als Preis für einen Tipp liest, liest ihn falsch. Er zahlt ihn 57 Mal, nur nicht 57 Mal sichtbar.

Die Heinz-Wette ist eine solche Wette. Sie deckt alle Kombinationen aus sechs Auswahlen ab dem Doppel ab: 15 Doppel, 20 Dreier, 15 Vierer, 6 Fünfer und 1 Sechser, zusammen 57 Mehrfachwetten. Einzelwetten auf die sechs Auswahlen sind nicht enthalten. zwei richtige Auswahlen genügen für einen Ertrag, eine einzige nicht.

In der Schweiz stösst dieses Prinzip schnell an eine Wand, die keine Marketingabteilung wegdiskutieren kann. Sportwetten dürfen hier nur von zwei Veranstaltern angeboten werden: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Wer ein Konto eröffnen will, muss im jeweiligen Gebiet wohnen. Und das Angebot ist eine geschlossene Liste — was geboten werden darf, steht in der Liste der Aufsichtsbehörde.

Das ist der Rahmen, in dem jede Schweizer Systemwette stattfindet. Er erklärt, warum ein Heinz nicht überall zu haben ist, warum ein Auslandskonto keine Alternative mit besseren Regeln ist, sondern eine ohne Regeln, und warum die Einsatzgrenzen hier nicht das Ergebnis von Grosszügigkeit sind, sondern von Vorschriften und Hausordnungen.

Der Vergleich: zwei Bewilligungen und acht Namen ohne sie

Wer in der Schweiz nach einem Anbieter für eine Systemwette sucht, findet zuerst zehn Namen und danach zwei Bewilligungen. Die folgenden zehn Betreiber sind nach denselben Kriterien eingeordnet. Die beiden ersten dürfen Sportwetten in der Schweiz veranstalten. Die übrigen acht sind Marken, denen Schweizer Spielende im Netz begegnen; sie haben keine Schweizer Bewilligung, und das ist bei jeder von ihnen der entscheidende Punkt.

Ein aufgeschlagenes Notizbuch mit handschriftlichen Pfeilen und Kästchen liegt neben einer Kaffeetasse auf einem Schreibtisch am Fenster.
Die Super-Heinz-Wette erweitert das Prinzip auf 7 Auswahlen und umfasst 120 einzelne Wetten.

Der Unterschied ist nicht der Geschmack. Er liegt darin, was passiert, wenn etwas schiefgeht. Bei einem bewilligten Veranstalter greifen Limiten, Spielsperre und eine Aufsicht. Bei einem Anbieter ohne Bewilligung greift nichts davon — kein Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und die Domains können auf die Sperrliste der Aufsichtsbehörde gesetzt und von den Telekom-Anbietern per DNS blockiert werden. Blockierte Domains werden dabei innert Stunden ersetzt; die Aufsicht nennt dieses Domain-Hopping ausdrücklich.

Marke Bewilligungsstatus Veranstalterin beziehungsweise gemeldete Bewilligung
Swisslos Sporttip Schweizer Bewilligung für ein Grossspiel, Aufsicht Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel
Loterie Romande Jouez Sport Schweizer Bewilligung für ein Grossspiel, Aufsicht Gespa Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande
MyStake ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht feststellbar, ohne Wirkung in der Schweiz
HighFlyBet ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht feststellbar, ohne Wirkung in der Schweiz
Duelbits ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht feststellbar, ohne Wirkung in der Schweiz
Rollbit ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht feststellbar, ohne Wirkung in der Schweiz
Boomerang Bet ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht feststellbar, ohne Wirkung in der Schweiz
Unibet ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht feststellbar, ohne Wirkung in der Schweiz
Sportuna ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht feststellbar, ohne Wirkung in der Schweiz
Fezbet ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht feststellbar, ohne Wirkung in der Schweiz

Acht Zeilen mit demselben Eintrag sehen nach einem Ausfüllfehler aus. Sie sind keiner. Genau diese Wiederholung ist die Information: es existiert keine zweite Gruppe zugelassener Anbieter, die man übersehen hätte. Die Aufsicht veröffentlicht keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine gibt — sie veröffentlicht nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains.

Wer auf eine Systemwette mit 57 Einzelwetten zielt, merkt den Unterschied am schnellsten am Geld. Ein bewilligter Veranstalter hat eine Limite pro Wette und nimmt eine Wette darüber gar nicht an. Bei einem Anbieter ohne Bewilligung entscheidet der Anbieter selbst, und der Schweizer Rechtsweg steht nicht offen, wenn die Entscheidung ausfällt.

Was eine Heinz-Wette ist: sechs Auswahlen, alle Kombinationen ab dem Doppel

Der Aufbau und woher der Name kommt

Der Heinz ist eine Full-Cover-Wette: er umfasst sämtliche möglichen Mehrfachwetten über eine feste Anzahl von Auswahlen. Bei sechs Auswahlen ergibt das 15 Doppelwetten, 20 Dreierwetten, 15 Vierfachwetten, 6 Fünffachwetten und genau eine Sechsfachwette. Die Summe dieser fünf Blöcke ist 57, und sie gibt der Wette ihren Namen: 15 plus 20 plus 15 plus 6 plus 1.

Die sechs Auswahlen selbst werden nicht einzeln gespielt. Es gibt keine Einzelwette im Heinz. Wer einen einzigen Tipp abgeben will, gibt einen ab und spielt keine Systemwette. Das klingt nach einer Feinheit und ist die eigentliche Konstruktion: der Heinz existiert nur, um Kombinationen zu erzeugen, und er erzeugt sie vollständig.

Ab sechs Auswahlen wächst die Zahl der Kombinationen schneller als das Verständnis der meisten Wettenden für das, was sie gerade gekauft haben. Ein Dreier aus sechs Auswahlen lässt sich auf zwanzig Arten bilden. Ein Vierer auf fünfzehn. Aus einer Wette mit sechs Häkchen wird ein Bündel, dessen Einzelteile niemand mehr überblickt, und genau darin liegt der Reiz und das Risiko.

Super Heinz und Goliath: dieselbe Logik, eine Stufe grösser

Die Super-Heinz-Wette erweitert das Prinzip auf sieben Auswahlen und umfasst 120 einzelne Wetten: 21 Doppel-, 35 Dreier-, 35 Vierfach-, 21 Fünffach-, 7 Sechsfach- und 1 Siebenfachwette. Die Struktur ist vertraut — unten breit, oben eine Spitze —, nur ist der Stapel länger. Der Goliath geht auf acht Auswahlen. Die Zahl der Kombinationen, in die ein einzelner Tipp zerfällt, ist bei jeder dieser Wetten mindestens doppelt so hoch wie die Zahl der Auswahlen, und bei der Super-Heinz-Wette liegt sie bei 120.

Was das für den Einsatz bedeutet, ist die Frage, die vor jedem Klick auf einen Wettschein steht, und sie ist im nächsten Abschnitt gerechnet. Hier genügt die Feststellung: die Heinz-Wette ist nicht die grosse Schwester der Kombiwette, sie ist eine andere Gattung. Eine Kombiwette ist ein Bauwerk aus mehreren Teilen, die zusammenstehen oder zusammenfallen. Ein Heinz ist ein Regal voller kleiner Bauwerke, von denen einige auch dann stehen, wenn andere eingestürzt sind.

Warum zwei richtige Auswahlen genügen — und was das nicht heisst

Bei einer Heinz-Wette müssen mindestens zwei Auswahlen gewinnen, damit es einen Ertrag gibt. Eine einzelne richtige Auswahl genügt nicht, weil die Einzelwetten fehlen. Zwei Richtige gewinnen genau eine Wette, nämlich das Doppel aus diesen beiden — vorausgesetzt, dass beide in derselben Doppelwette stecken, und das tun sie. Drei Richtige gewinnen das Dreifache an Doppeln plus den Dreier. Der Ertrag wächst mit jeder weiteren richtigen Auswahl nicht linear, sondern in Sprüngen, weil mit jedem zusätzlichen Treffer eine ganze neue Klasse von Kombinationen entsteht.

Man kann daraus eine Beruhigung lesen, und man sollte es nicht. Dass schon zwei Treffer zählen, heisst nicht, dass zwei Treffer viel einbringen. Ein Doppel aus zwei Aussenseitern zahlt weniger aus, als die 57-fache Einsatzbelastung eines vollständigen Heinz kostet. Die Zahl der Gewinnkombinationen ist eine Eigenschaft des Systems. Ob unter dem Strich Geld übrig bleibt, entscheidet die Qualität der Auswahlen, und die steht in keiner Systematik.

Was der Einsatz bei einer Heinz-Wette tatsächlich tut

Derselbe Betrag, 57 Mal

Bei jeder Systemwette gilt: der Einsatz pro Einzelwette wird auf jede enthaltene Wette angerechnet. Wer CHF 1 pro Linie spielt, setzt bei einem Heinz CHF 57. Es gibt keine Mechanik, die daraus weniger macht. Der Wettschein zeigt oben den Betrag pro Linie und unten die Gesamtsumme, und die beiden Zahlen liegen bei einem Heinz um den Faktor 57 auseinander.

Eine einfache Kontrolle: der Wert pro Linie multipliziert mit 57 ergibt den gesamten Einsatz. Von diesem Betrag ist im Moment der Bestätigung das gesamte Geld weg — nicht der Wert pro Linie, und nicht der Wert für einen Tipp.

Wer den Heinz spielt, um das Risiko zu verteilen, verteilt es über Wetten desselben Wettscheins. Die Auswahlen bleiben dieselben sechs. Verringert wird nicht das Risiko, sondern die Abhängigkeit von der Reihenfolge des Erfolgs: Eine Kombi mit sechs Auswahlen gewinnt nur, wenn alle sechs richtig sind. Der Heinz gewinnt auch, wenn vier richtig sind — und verliert trotzdem, wenn die zwei richtigen zusammen zu wenig auszahlen.

Ein Beispiel mit drei Quoten und CHF 1 pro Linie

Die folgende Rechnung ist ein Beispiel, kein Quotenangebot. Angenommen werden drei Auswahlen mit den Dezimalquoten 1.50, 2.00 und 2.50 und ein Einsatz von CHF 1 pro Kombination. Das Doppel aus 1.50 und 2.00 bringt CHF 3.00, das aus 1.50 und 2.50 bringt CHF 3.75, das aus 2.00 und 2.50 bringt CHF 5.00. Die drei Doppel zahlen zusammen CHF 11.75 aus. Der Dreier aus allen drei.

Die Spanne dieses Ergebnisses hängt an der Auswahl und nicht am System: der Dreier zahlt CHF 7.50 aus. Damit liegen die drei Doppel plus der Dreier bei CHF 19.25. Es ist ein Beispiel, keine Prognose — ob ein Heinz so aussieht, entscheiden die Auswahlen und das Ergebnis der Ereignisse.

Die Abrechnung als Systemwette

Der Gewinnbetrag einer Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote — bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Der Totalisator ist die Summe der Erträge aus allen Gewinnkombinationen.

Rechnen Sie mit dem Beispiel oben: Der Einsatz beträgt CHF 1 pro Kombination über die drei gespielten Kombinationen, wenn alle drei richtig sind, liegt der Ertrag bei CHF 19.25. Das hört sich nach einem Vielfachen an und ist in diesem Fall auch etwa das Sechsfache des Einsatzes. Nur geht die Rechnung bei zwei richtigen Auswahlen nicht auf. Dann gewinnt genau ein Doppel. Bei den Quoten 1.50 und 2.00 wären das CHF 3.00 gegen CHF 3.00 Einsatz — gerade kostendeckend, ohne dass eine Gewinnchance entstanden wäre. Damit kippt der Heinz genau dort, wo die Werbung für ihn wirbt: zwei Treffer reichen für «einen Ertrag», aber nicht für einen Überschuss.

Die Rechtslage: warum es hier zwei Namen gibt und nicht zwanzig

Zwei Bewilligungen, festgeschrieben vom Gesetz

Online-Sportwetten sind ein Grossspiel unter dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019) und werden von der Gespa beaufsichtigt, der Interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern. Eine Bewilligung braucht beides: eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel, und sie gilt nur in der Schweiz.

Ein Fussball liegt auf dem Rasen eines leeren Stadions am frühen Abend, dahinter erheben sich schneebedeckte Berge unter klarem Himmel.
Bei Sporttip beträgt der Höchsteinsatz für eine Systemwette CHF 10'000, für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1'000.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Das ist der Grund, warum es in der Schweiz keine lange Liste zusätzlicher bewilligter Buchmacher gibt. Swisslos, Sitz Basel, veranstaltet unter dem Namen Sporttip Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone.

Wer ein Konto eröffnen möchte, muss Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im jeweiligen Gebiet haben. Die Deutsche Schweiz ist kein Nebenschauplatz dieser Regel: Swisslos vergibt keine Konten an Personen, die nicht in ihren Kantonen oder im Tessin oder in Liechtenstein wohnen. Das ist die praktische Folge eines zweigeteilten Schweizer Marktes — die beiden Veranstalter sind nicht austauschbar, und für ein Schweizer Konto ist der eigene Wohnkanton entscheidend.

Was angeboten werden darf — und was nicht

Das erlaubte Angebot ist eine geschlossene Liste: die Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten der Gespa, Fassung vom 10. September 2026. Nur Sportwetten sind erlaubt. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht möglich. Qualifikationsrunden nur, wenn sie auf der Liste stehen; Frauenwettkämpfe nur, wenn sie aufgeführt sind; Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettkampf oder das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen, und Eck- oder Kartenmärkte erscheinen ebenso wenig auf der Liste wie eine Esport-Sektion. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.

Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und live, sofern der Veranstalter über eine entsprechende Entscheidung verfügt. Das BGS kennt keine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Der Cash-Out ist nicht reguliert — er ist eine Funktion des jeweiligen Anbieters und wird auch nur so beschrieben.

Das ist die Einschränkung, die für eine Systemwette am schwersten wiegt. Wer eine Heinz-Wette aus sechs Auswahlen zusammenstellen will, braucht sechs Ereignisse, die auf der Liste stehen und für die der Anbieter eine Quote stellt. Diese Schnittmenge ist kleiner als die Liste selbst. Ein Markt, der bei einem ausländischen Anbieter existiert, kann hier fehlen, und es gibt keinen Anspruch darauf.

Der rechtliche Status eines Auslandsangebots

Eine ausländische Bewilligung — Curaçao, Malta, Deutschland oder ein anderes Land — entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. Das Veranstalten von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist eine Straftat: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre. Der Spielende selbst wird nicht bestraft. Aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es besteht kein Schutz und keine Fair-Play-Kontrolle.

Die Aufsicht führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren. Die erste Liste stammte vom 3. September 2019, am Ende des Jahres 2025 umfasste sie 671 Domains. Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt; die Aufsicht nennt für dieses Domain-Hopping unter anderem Interwetten und Bet-at-Home und führt bet365 auf der Liste.

Daraus folgt keine einfache Wahl. Ein Auslandsangebot hat keine Schweizer Bewilligung, keinen Anschluss an das Schweizer Sperrregister, keinen Schweizer Rechtsweg, und Gewinne daraus sind nach kantonaler Praxis steuerbar. Ein bewilligtes Angebot hat den vollen Schweizer Spielerschutz — und dafür nur zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste von Sportarten und Märkten, eine Wohnsitzvoraussetzung und eine Identitätsprüfung.

Spielerschutz: die Limite, die vor der ersten Wette gesetzt wird

Verlustlimiten sind eine Pflicht, keine Option

Wer bei Sporttip zum ersten Mal teilnimmt, muss vorher Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite beträgt CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Nach Gesetz muss die Veranstalterin einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen. Das Gesetz zieht die Frist für eine Erhöhung bei 24 Stunden; Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Eine feste staatliche Einzahlungsobergrenze, wie sie manche Länder kennen, gibt es in der Schweiz nicht.

Wer vor dem ersten Wettschein steht und die Felder ausfüllt, entscheidet also nicht über eine Einstellung, die er später nachbessert. Er entscheidet über die Obergrenze für die nächsten Monate, und die 72 Stunden Wartezeit machen aus einer schnellen Eingebung einen Vorgang mit Bedenkzeit. Das ist die einzige Stelle im Schweizer Sportwettensystem, an der eine Verzögerung dem Spielenden dient statt dem Anbieter.

Warum sich der Einsatz bei einer Systemwette anders anfühlt

Bei einer Systemwette mit vielen Einzelwetten summiert sich der Einsatz schneller, als es auf den ersten Blick wirkt, und die Limiten greifen gegen diesen Effekt nicht, sondern nur gegen die Gesamtsumme über die Zeit. Eine Verlustlimite für 30 Tage von CHF 200 verschwindet, wenn drei Heinz-Wetten mit CHF 20 pro Linie gespielt werden: CHF 20 pro Linie bedeuten CHF 1’140 Einsatz pro Wettschein, und drei davon entsprechen CHF 3’420 — weit über der Limite, und das wird nicht korrigiert.

Gedacht ist es umgekehrt. Die Limite sagt dem Spielenden, was er sich erlaubt. Der Wettschein sagt nicht, dass er einen ganzen Monat davon auf einmal ausgibt. Deshalb gehört der Wert pro Linie beim Systemwettschein gelesen und mit 57 multipliziert, bevor auf «abgeben» gedrückt wird.

Spielsperre und der Umgang mit einem Verdacht

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein.

Das Register ist der Grund, warum es einen Unterschied macht, ob ein Konto bei einem bewilligten Veranstalter geführt wird. Ausgeschlossene oder minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne. Wer über sein Spielverhalten die Kontrolle verliert, bekommt bei Swisslos und der Loterie Romande einen Weg zum Ausstieg und Beratungsstellen, an die er sich wenden kann; eine Stelle, die Ausgesperrte nicht bedient, ist keine Anlaufstelle.

Die Verkaufsstellen sind dabei kein Garant. Testkäufe der Gespa im Jahr 2025 zeigen, dass an Verkaufsstellen in 47.5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft wurde. Der Schweizer Spielerschutz funktioniert online besser als am Schalter, und wer die Kontrolle fürchtet, ist am Bildschirm besser aufgehoben.

Wettarten und Quoten: wo die Marge sitzt

Systemwetten und die Märkte, auf denen sie entstehen

Eine Systemwette wie der Heinz wird aus mehreren Einzelwetten auf verschiedene Ereignisse gebaut. Bei Swisslos gibt es sie online — Prematch, live und als Systemwette — und der Kombiboost gilt nur für Online-Wetten. Für Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, roter Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 bewerten.

Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Wer eine Systemwette um Kohärenz bemüht — wer etwa mehrere Märkte desselben Spiels bündeln will —, spielt mit dem Reglement und nicht mit der Quote.

Der Cash-Out bei Sporttip ist für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten verfügbar, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden.

Für eine Systemwette ist der Cash-Out kaum mehr als ein Notausgang. Ein vollständiges Cash-Out auf ein Bündel aus 57 Wetten wird selten den eigenen Anspruch treffen, und wer den Betrag mit dem möglichen Gewinn vergleicht, versteht schnell, warum Swisslos ihn nach eigenem Ermessen zahlen darf.

Wie die Auszahlung abgerundet wird

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote — bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten — und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Für die Systemwette folgt daraus ein Effekt, den man kennen soll, bevor er stört: eine abgesagte Auswahl fällt nicht aus der Rechnung, sie wird zu einer neutralen Quote. Aus 57 Wetten werden dann deutlich weniger, und ein guter Restwettschein wird zur kleineren Version seiner selbst.

Die Marge steckt in jeder Quote

Jede Quote enthält den Anteil, den die Veranstalterin behält. Der Quotenschlüssel, in der Schweiz der Auszahlungsquote gleichgesetzt, ist der Anteil aller Einsätze auf einen Markt, der an die Wettenden zurückfliesst: 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten des Marktes. Die Marge ist 100 Prozent minus dieser Schlüssel.

Sinkt die Auszahlungsquote, wächst die Marge, und bei einem System über 57 Wetten vervielfacht sich die Marge über die Blöcke. Ein Heinz besteht aus 15 Doppeln, 20 Dreiern, 15 Vierern, 6 Fünfern und einem Sechser. Jede dieser Klassen trägt die Marge ihres Marktes, und nur der Sechser zahlt auch nur annähernd auf das ganze Bündel. Das ist die Falle des Full-Cover-Prinzips: die Abdeckung ist vollständig, der Preis dafür aber auch. Jede Vermutung, eine Kombination aus zwei Auswahlen sei ein Geschäft, ignoriert die Doppelmarge zweier Märkte, die übereinandergelegt wird.

Die Veranstalter im Einzelnen

Swisslos Sporttip: die bewilligte Plattform für 19 Kantone, das Tessin und Liechtenstein

Swisslos betreibt Sporttip als Sportwette gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019; die Veranstalterin SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft hat ihren Sitz in Basel. Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt. Zur Online-Registrierung braucht es mindestens 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in diesem Vertragsgebiet, keine bestehende Spielsperre und eine einmalige Registrierung pro Person; die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft.

Die Limiten sind der Punkt, der bei einer Systemwette zuerst zählt. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

CHF 10’000 pro Systemwette klingen nach Raum. Sie sind es auch, aber nur in der Kombination mit dem gerechneten Betrag pro Linie. Wer CHF 1 pro Linie spielt, kommt bei einem Heinz auf CHF 57 pro Wettschein — die Limite ist dann weit entfernt. Wer den Heinz als Hauptwette spielt und den Einsatz pro Linie auf CHF 100 legt, steht bei CHF 5’700 und hat die Grenze schon zur Hälfte erreicht. Die Limite ist für einen Einsteiger eine Formalität und für einen Vielspieler die relevante Zahl.

Die Verlustlimiten fallen dagegen deutlich vor der Wettscheinlimite. Vor der ersten Teilnahme müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, Oberlimite CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000, mit sofortiger Senkung und Erhöhung erst nach 72 Stunden. Das ist der Engpass, den viele unterschätzen: wer die Monatslimite zu knapp setzt, kann sie nicht schnell wieder anheben, wenn eine Serie guter Auswahlen ansteht. Das ist unbequem und richtig so.

Ein Punkt, der bei Swisslos schlechter ist als sein Ruf: der Cash-Out. Es gibt ihn, aber nur als vollständiges Cash-Out, ohne Teilauszahlung, nur online, und mit einem Betrag, der tiefer liegt als der mögliche reguläre Gewinn und vom Veranstalter geändert werden kann. Für eine Systemwette ist das kein Instrument, sondern eine Rückzugstür, und sie öffnet sich nicht immer.

Unterm Strich für Swisslos. Das Angebot ist der Referenzfall für Schweizer Spielende: voller Spielerschutz, Anschluss an das schweizweite Sperrregister, klare Limiten und Regeln. Die entscheidenden Zahlen stehen in der Registrierung, nicht im Wettschein. Wer vor der ersten Wette eine realistische 30-Tage-Verlustlimite setzt, spielt in einem Rahmen, in dem die Mechanik ihn nicht überfährt.

Loterie Romande Jouez Sport: die Westschweizer Veranstalterin mit der tieferen Limite

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Ein Online-Konto ist auch hier nur für Personen mit Wohnsitz im eigenen Gebiet möglich.

Die Einsatzgrenzen liegen anders als bei Swisslos. Bei Jouez Sport beträgt der Mindesteinsatz online CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2. Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500; ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten.

Die interessantere Zahl ist die Gewinngrenze. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.

Diese Obergrenze zusammen mit der tiefen Höchsteinsatzlimite ist der wichtigste Unterschied zwischen den beiden Veranstaltern. Wer eine Systemwette mit 57 Einzelwetten plant, braucht CHF 2 mal 57 = CHF 114 pro Wettschein, wenn er den Mindesteinsatz spielt. Das ist eine andere Grössenordnung als die CHF 57 bei Swisslos, und es macht die Wette für kleine Budgets spürbar teurer. Zugleich begrenzt die Gewinnobergrenze das, was nach oben möglich ist — nicht bei einem Heinz mit realistischen Auswahlen, aber bei einer langen Serie von Treffern mit langen Quoten.

Der praktische Nachteil für einen Grossteil der Leserschaft: Die Westschweiz. Wer nicht in einem der sechs Kantone wohnt, hat hier kein Online-Konto. Die 2’350 Verkaufsstellen sind eine reale Vertriebsstärke in ihrer Region und für den Rest der Schweiz keine Option.

Unterm Strich für die Loterie Romande. Für Spielende in den sechs Westschweizer Kantonen ist Jouez Sport der zugelassene Weg, mit einem höheren Mindesteinsatz und einer tieferen Einsatzgrenze als bei Swisslos — ein Rahmen, der kleine Systemwetten verteuert und grosse begrenzt. Für alle anderen ist die Frage nach dem Konto bereits beantwortet, bevor sie sich die Quoten ansieht.

MyStake: eine Marke ohne Schweizer Bewilligung

MyStake hat keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten veranstalten; eine gemeldete ausländische Bewilligung ist in der Schweiz ohne Wirkung nach Art. 4 BGS. Wer hier spielt, hat keinen Anschluss an das Schweizer Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsweg. Die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und von den Telekom-Anbietern per DNS blockiert werden.

Das ist die ganze Einordnung, die diese Marke für Schweizer Spielende braucht. Wer eine Heinz-Wette sucht, findet bei MyStake je nach Angebot andere und mehr Märkte als auf der Gespa-Liste — dafür steht er ausserhalb des Systems, das die Limiten, die Sperre und die Aufsicht bereitstellt. Bei einer Wette, die aus 57 Einzelwetten besteht, ist die Frage, was bei einem Streit gilt, nicht theoretisch, sondern konkret.

Unterm Strich für MyStake. Kein Schweizer Schutz, kein Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg — und keine ausländische Bewilligung, die hier etwas bewirken würde. Wer Interesse an Märkten hat, die auf der Liste der Aufsicht fehlen, zahlt dafür mit dem gesamten Schweizer Spielerschutz. Das ist ein bewusster Tausch, kein Versehen.

HighFlyBet: ohne Schweizer Bewilligung

HighFlyBet hat keine Schweizer Bewilligung. Es gilt dieselbe Einordnung wie für jede ausländische Marke: nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen Sportwetten in der Schweiz veranstalten, eine gemeldete ausländische Bewilligung ist hier ohne Wirkung, und die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden. Kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg.

Für eine Systemwette wie den Heinz ist das der entscheidende Punkt und nicht die Auswahl an Märkten. Eine Wette über 57 Einzelwetten erzeugt viele einzelne Rechtsverhältnisse; wo das Schweizer Recht nicht greift, ist jedes davon allein nach den Bedingungen des Anbieters zu beurteilen. Wer das für ein Nebenthema hält, hat noch nie eine strittige Kombinationswette abgerechnet.

Unterm Strich für HighFlyBet. Eine Marke für Spielende, die wissen, dass sie ausserhalb des Schweizer Schutzes spielen und damit einverstanden sind. Eine Empfehlung für Schweizer Systemwetter ist das nicht — wer Wert auf Limiten und Sperre legt, findet beides nur bei den beiden bewilligten Veranstaltern.

Duelbits: ohne Schweizer Bewilligung

Duelbits hat keine Schweizer Bewilligung. Eine gemeldete ausländische Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung, die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und per DNS blockiert werden. Es gibt keinen Anschluss an das Schweizer Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsweg.

Die Warnunsgkette, die auf der Seite der bewilligten Veranstalter selbstverständlich ist, fehlt hier ganz: keine Pflicht zur Verlustlimite vor der ersten Wette, keine Eintragung in ein schweizweites Register, keine Aufsicht mit Testkäufen. Bei einem Heinz mit 57 Einzelwetten heisst das, dass die Schwelle, ab der ein Spielender den Überblick verliert, allein bei ihm liegt.

Unterm Strich für Duelbits. Ohne Schweizer Bewilligung heisst ohne Schweizer Regeln — und die Regeln sind bei einer Systemwette der Inhalt des Produkts, nicht sein Beiwerk. Wer hier spielt, sollte die Bedingungen selbst gelesen haben, weil sie die einzige auslegbare Grundlage bleiben.

Rollbit: ohne Schweizer Bewilligung

Rollbit hat keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten veranstalten; eine gemeldete ausländische Bewilligung ist ohne Wirkung nach Art. 4 BGS. Kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden.

Der praktische Unterschied zu den beiden bewilligten Veranstaltern lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Bei Swisslos und der Loterie Romande ist die Verlustlimite vor der ersten Wette Pflicht, hier ist sie eine Einstellung, die es geben kann oder nicht. Bei potenziell hohen Gesamteinsätzen pro Wettschein ist genau das die Frage, die vor dem Tippen steht.

Unterm Strich für Rollbit. Die Marke lebt von einem Angebot, das über die geschlossene Schweizer Liste hinausgeht, und bezahlt diesen Vorteil mit dem Verzicht auf Schweizer Schutz. Für einen Heinz braucht es sechs Ereignisse von der Liste — wer die Liste kennt, trifft die Entscheidung bewusst.

Boomerang Bet: ohne Schweizer Bewilligung

Boomerang Bet hat keine Schweizer Bewilligung. Eine gemeldete ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Kraft, und die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und von den Telekom-Anbietern blockiert werden. Kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg.

Für eine Heinz-Wette ist die Sperrliste kein abstraktes Risiko. Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt — die Aufsicht nennt dieses Vorgehen Domain-Hopping. Ein Konto, das aus einem Moment von Stunden plötzlich nicht mehr erreichbar ist, hinterlässt die Frage, was mit ausstehenden Wetten geschieht. Bei einem System aus 57 Einzelwetten potenziert sich diese Frage.

Unterm Strich für Boomerang Bet. Eine Marke ohne Schweizer Bewilligung, mit dem üblichen Verzicht auf Sperrregister und Rechtsweg. Wer eine Systemwette mit vielen Einzelwetten plant, sollte zuerst klären, ob er im Streitfall irgendwo ein Recht hat.

Unibet: ohne Schweizer Bewilligung

Unibet verfügt über keine Schweizer Bewilligung, da in der Schweiz lediglich Swisslos und die Loterie Romande Sportwetten anbieten dürfen. Eine im Ausland erworbene Lizenz hat hier keine Rechtskraft. Kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden.

Die Marke ist für Schweizer Leser ein bekannter Name, und das ist genau die Falle. Bekanntheit ist keine Bewilligung. Wer sich an einen Namen gewöhnt hat, prüft nicht mehr, und bei einer Wette, deren Gesamteinsatz das 57-Fache des angezeigten Betrags beträgt, ist die Prüfung der Bedingungen wichtiger als das Gefühl der Vertrautheit.

Unterm Strich für Unibet. Ohne Schweizer Bewilligung bleibt der volle Schweizer Spielerschutz aussen vor — Limiten, Sperrregister, Aufsicht. Wer hier den Heinz spielt, spielt nach Hausordnung, und die Hausordnung ist nicht verhandelbar.

Sportuna: ohne Schweizer Bewilligung

Sportuna hat keine Schweizer Bewilligung. Es gilt die gleiche Einordnung wie für alle ausländischen Marken: kein Schweizer Veranstalterstatus, kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann auf die Gespa-Sperrliste kommen.

Der Unterschied zu den bewilligten Veranstaltern wird bei einem Heinz mit sechs Auswahlen dann sichtbar, wenn ein Ereignis abgesagt wird. Bei Sporttip ist die Regel bekannt: eine abgesagte Auswahl, die nicht innert 48 Stunden nachgeholt wird, wird in der Kombination mit Quote 1.00 geführt. Bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung ist das eine Frage der Bedingungen, und die 57 Einzelwetten hängen alle an derselben Antwort.

Unterm Strich für Sportuna. Wer ausserhalb des Schweizer Systems spielt, sollte die Regeln für Absage, Abbruch und Ungültigkeit selbst gelesen haben. Bei einer Systemwette sind sie wichtiger als die Quote.

Fezbet: ohne Schweizer Bewilligung

Fezbet hat keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen Sportwetten in der Schweiz veranstalten, eine gemeldete ausländische Bewilligung ist hier ohne Wirkung, die Domain kann blockiert werden. Kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg.

Die Folge für einen Systemwetter ist eine Verschiebung der Verantwortung: Was bei einem bewilligten Veranstalter die Aufsicht prüft, muss hier der Spielende selbst prüfen. Bei einer Wette aus 57 Einzelwetten bedeutet das, die Regeln zu Absage, Quote 1.00 und Abrechnung zu kennen, bevor getippt wird, und nicht danach.

Unterm Strich für Fezbet. Keine Schweizer Bewilligung, also kein Schweizer Schutz. Für einen Heinz, dessen Kosten mit dem Einsatz pro Linie steigen, ist das eine Entscheidung über den Rechtsweg — und der ist der einzige Teil des Angebots, den niemand nachliefern kann.

Wo der Einsatz hingeht und was nach dem Gewinn passiert

Wer bei einem bewilligten Veranstalter gewinnt, bekommt das Geld auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers. Gewinne und Guthaben werden ausschliesslich dorthin ausgezahlt; anonyme Auszahlungen oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Sportwetten nicht, und Kredite an Spielende sind verboten. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, steht in seinen eigenen Bedingungen.

Beim Steuerfreibetrag wird es interessant. Gewinne aus Schweizer Grossspielen sind bis zu einem Freibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei, der Bundesschwelle von CHF 1’071’000 ab dem 1. Januar 2026 (CHF 1’070’400 im Jahr 2025). Die kantonale Schwelle weicht ab, deshalb gilt «je nach Kanton». Oberhalb der Schwelle behält die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Deklaration des Gewinns in der Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Bei einem typischen Wettergebnis liegt der Gewinn weit darunter: keine Einkommenssteuer, keine Verrechnungssteuer.

Für ausländische Anbieter sieht die Sache anders aus. Gewinne daraus unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis von Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig vom Betrag in vollem Umfang als steuerbares Einkommen. Eine Schweizer Wettsteuer auf Einsätze gibt es nicht. Für die eigene Situation lohnt der Gang zur kantonalen Steuerverwaltung.

Rechenbeispiel: was ein Heinz bei drei Quoten zurückzahlt

Ein Beispiel statt einer Prognose. Angenommen werden drei Auswahlen mit den Dezimalquoten 1.50, 2.00 und 2.50 und ein Einsatz von CHF 1 pro Kombination. Der Vollständigkeit halber: Ein Heinz deckt alle Kombinationen aus sechs Auswahlen ab dem Doppel ab; das folgende Beispiel rechnet den Mechanismus an drei Kombinationen durch.

Die drei Doppel zahlen CHF 3.00, CHF 3.75 und CHF 5.00 aus, zusammen CHF 11.75. Der Dreier aus allen drei Auswahlen zahlt CHF 7.50 aus. Sind alle drei richtig, liegt der Ertrag aus diesen vier Kombinationen bei CHF 19.25 — bei einem Einsatz von CHF 4 für diese vier; auf die 57 Wetten eines vollständigen Heinz hochgerechnet bleibt es bei demselben Verhältnis pro Linie. Der Gewinnbetrag nach dem Reglement ergibt sich aus Einsatz mal Quote und wird auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen abgerundet.

Bei zwei richtigen Auswahlen aus drei gewinnt nur ein Doppel. Mit den Quoten 1.50 und 2.00 zahlt es CHF 3.00 zurück, und bei CHF 1 pro Kombination stehen für diese Kombination CHF 3.00 gegen CHF 1.00 Einsatz — ein Gewinn von CHF 2.00 auf dieser Linie, aber CHF 3.00 Einsatz für die drei Doppel und den Dreier, die zusammen gespielt wurden. Die Bandbreite des Ergebnisses ist damit gross: sie reicht vom Totalverlust bei einem einzigen Richtigen bis zu einem Vielfachen, wenn alle drei Auswahlen aufgehen. Das Beispiel ist keine Zusage, sondern eine Rechnung.

Wie Sie vor dem Wettschein prüfen

Sechs Punkte gehören vor den Klick, und sie lassen sich in zwei Minuten abarbeiten. Das Angebot: ob die Ereignisse, die Sie verbinden wollen, auf der Liste der Aufsicht stehen und der Veranstalter dafür eine Quote stellt. Der Status: ob der Anbieter über eine Schweizer Bewilligung verfügt — bei einem Konto in der Schweiz ist das eine binäre Frage. Die Grenzen: Höchsteinsatz pro Wette, Höchsteinsatz pro Systemwette und Mindesteinsatz pro Linie. Die Regel für Sonderfälle: wie eine abgesagte, abgebrochene oder nachträglich bewertete Auswahl abgerechnet wird. Die Auszahlung: die Grenze für den Höchstgewinn und die Art der Auszahlung. Und die Limite: die Verlustlimite, die vor der ersten Wette gesetzt wird und eine Erhöhung erst nach Ablauf der Frist zulässt.

Ein Heinz-Wettschein zeigt den Wert pro Linie und die Gesamtsumme. Rechnen Sie die Zahl pro Linie mit 57, bevor Sie bestätigen. Wenn Sie den Wert pro Linie als Preis für einen Tipp lesen, kaufen Sie ein System, das Sie nicht kalkuliert haben — und mit 57 Wetten ist der Unterschied zwischen CHF 1 und CHF 10 pro Linie genau der Unterschied zwischen CHF 57 und CHF 570.

Häufige Fragen zur Heinz-Wette

Wie funktioniert eine Heinz-Wette und aus welchen Einzelwetten besteht sie?

Sie deckt alle Kombinationen aus sechs Auswahlen ab dem Doppel ab. Das sind 15 Doppel-, 20 Dreier-, 15 Vierfach-, 6 Fünffach- und eine Sechsfachwette, zusammen 57 Mehrfachwetten. Einzelwetten auf die sechs Auswahlen sind nicht enthalten. Auszahlbar wird die Wette ab zwei richtigen Auswahlen.

Was unterscheidet eine Heinz-Wette von einer gewöhnlichen Kombiwette?

Die Kombiwette gewinnt nur, wenn alle Auswahlen richtig sind. Der Heinz zahlt auch bei teilweisem Erfolg, weil er jede Kombination ab dem Doppel abdeckt — mindestens zwei Treffer genügen. Dafür kostet ein Heinz das 57-Fache des Werts pro Linie, während eine Kombiwette den Wert nur einmal einsetzt.

Wie hoch ist der Gesamteinsatz, wenn jede Einzelwette einer Heinz-Wette denselben Betrag kostet?

Der Gesamteinsatz ist der Wert pro Linie multipliziert mit 57. Bei CHF 1 pro Linie sind das CHF 57, bei CHF 1 pro Einzelwette einer Heinz-Wette dasselbe. Der Wettschein weist den Wert pro Linie und die Gesamtsumme getrennt aus; so lässt sich der Gesamteinsatz direkt ablesen.

Was unterscheidet eine Super-Heinz-Wette von der einfachen Heinz-Wette?

Die Super-Heinz-Wette erweitert das Prinzip auf sieben Auswahlen und umfasst 120 einzelne Wetten: 21 Doppel-, 35 Dreier-, 35 Vierfach-, 21 Fünffach-, 7 Sechsfach- und eine Siebenfachwette. Aus sechs Auswahlen und 57 Wetten werden sieben Auswahlen und 120 Wetten. Der Goliath deckt acht Auswahlen ab.

Darf in der Schweiz nur bei Swisslos und der Loterie Romande auf Sport gewettet werden?

Sportwetten dürfen hier nur von diesen beiden veranstaltet werden: Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Eine ausländische Bewilligung hat keine Wirkung in der Schweiz. Für ein Online-Konto braucht es Wohnsitz im jeweiligen Gebiet, und ausländische Domains können auf die Sperrliste der Aufsicht gesetzt werden.

Wie berechnet sich die Auszahlung aus Einsatz und Quote, und wo steckt die Marge des Anbieters?

Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus dem Produkt der Einzelquoten; er wird auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und auf 5 Rappen abgerundet. Die Marge steckt als Differenz zwischen dem Quotenschlüssel des Marktes und 100 Prozent in jeder einzelnen Quote und wird über die vielen Kombinationen mitbezahlt.

Inhalt erstellt vom Team «wettbueroch»