Afrika-Cup-Wetten in der Schweiz 2026: was vom Angebot übrig bleibt

Updated Oktober 2026
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Ein ausgetrockneter Fussballplatz mit Rasenstreifen im warmen Nachmittagslicht, im Hintergrund Palmen und ein flaches Stadiondach.

Der Afrika-Cup ist das Turnier, bei dem die Schweiz eine Zuschauerrolle hat. Keine Schweizer Nationalmannschaft steht im Teilnehmerfeld, kein einheimischer Klub schickt Spieler, und trotzdem laufen im Januar die Anfragen nach Quoten hoch. Wer hier wettet, wettet auf ein Ereignis, das ihn nichts kostet, ausser dem Einsatz. Genau deshalb lohnt der genaue Blick auf die Regeln: Wo sonst der Enthusiasmus die Vernunft mitzieht, fehlt hier jeder lokale Grund, mehr zu setzen als geplant.

Der Afrika-Cup 2027 soll vom 19. Juni bis zum 17. Juli 2027 in Kenia, Tansania und Uganda stattfinden.

Vorab das, was viele nicht wissen. Sportwetten sind in der Schweiz kein freier Markt. Es gibt zwei Veranstalter, und beide sind Lotteriegesellschaften mit kantonalem Auftrag. Alles andere, was ein Suchfeld an Namen ausspuckt, hat keine Schweizer Bewilligung.

Stand Oktober 30, 2026; die Bewilligungsangaben wurden gegen die Geldspielaufsicht Gespa und die Veranstalterunterlagen geprüft.

Verlustlimiten zuerst: was der Veranstalter von dir verlangt, bevor du überhaupt setzt

Die meisten Ratgeber beginnen beim Bonus. Das ist die falsche Reihenfolge, denn bevor ein Schweizer Spielerkonto eine einzige Wette annimmt, muss der Veranstalter etwas von dir haben, das dich mehr kostet als jeder Willkommensbonus wert ist: eine Zahl, die festlegt, wie viel du verlieren darfst.

Ein Fussball liegt auf rotbraunem Sand am Rand eines Dorfes, die Abendsonne wirft lange Schatten.
Der Afrika-Cup 2025 fand vom 21. Dezember 2025 bis 18. Januar 2026 in Marokko mit 24 Nationen statt.

Bei Sporttip müssen Spielende vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für einen Tag, sieben Tage und dreissig Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, wer unter 21 Jahre alt ist, bekommt CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort. Eine Erhöhung wirkt erst nach 72 Stunden. Dazu kommt optional eine Einzahlungslimite, die jeweils dreissig Tage läuft.

Diese 72 Stunden sind der eigentliche Kern des Spielerschutzes, und sie sind eine Zumutung, wenn man sie falsch liest. Wer nach einer verlorenen Nacht die Limite hochsetzen will, kann das nicht am nächsten Morgen um neun. Die Frist existiert, um genau diesen Impuls zu bremsen. Wer sie umgehen will, findet in seinem Bekanntenkreis jemanden mit einem eigenen Konto. Was ihn davon abhält, ist nicht die Software.

Rechtlich steckt dahinter ein Rahmen, der nur für bewilligte Schweizer Veranstalter gilt: Der Veranstalter muss von sich aus Höchstwerte für Einsätze oder Verluste verlangen — täglich, wöchentlich oder monatlich. Eine staatlich festgelegte Einzahlungsgrenze gibt es in der Schweiz nicht. Das Bündel liegt beim Spielenden, und der Veranstalter ist nur verpflichtet, es abzufragen und zu vollziehen.

Spielsperre: die Frist, die niemand durch Telefonat verkürzt

Wer eine Sperre will, kann sich bei Swisslos produktbezogen für einen bis 180 Tage den Zugang selbst sperren. Vor Ablauf wird nicht aufgehoben. Eine unbefristete Spielsperre landet in einem schweizweiten Register und wirkt auch in Casinos, in Online-Casinos und im Fürstentum Liechtenstein.

Die Sperre ist also nicht das Konto, das man schliesst, sondern der Eintrag, den man sich selbst verpasst. Sie breitet sich über Produkte und Grenzen aus.

Für die dauerhafte Sperre gilt eine Mindestlaufzeit. Eine freiwillige Spielsperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden, und daran ist eine Fachstelle beteiligt. Eine selbstgewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss der Veranstalter anbieten. Wer ausgeschlossen ist — auch wegen Minderjährigkeit — hat keinen Anspruch auf Einsätze zurück oder auf Gewinne.

Ein Punkt, an dem die Branche gern grosszügig aussieht und es nicht ist: Die Gespa machte 2025 Testkäufe an Verkaufsstellen. Bei 200 Fällen wurde einer minderjährigen Person in 47.5 % der Fälle eine Sportwette verkauft. Wer die Schweizer Kontrollen als lückenlos darstellt, hat diese Zahl nicht gelesen.

Was das Budget mit dem Turnier macht — und was nicht

Der Afrika-Cup ist rechnerisch ein Sonderfall, weil er ohne Schweizer Beteiligung auskommt. Kein Derby, kein Gruppen-Endspiel, an dem die halbe Stammkneipe hängt. Ein Turnier in Marokko oder Ostafrika erreicht dieselbe Aufmerksamkeit wie ein WM-Vorrundenspiel zweier Mannschaften, die niemand kennt.

Was das praktisch bedeutet: Die Limite aus dem Abschnitt zu den Verlustlimiten bleibt die Grenze, unabhängig davon, wer im Halbfinal steht. Der Kitzel eines Finales ist kein Grund, sie zu erhöhen — und nach den Spielregeln kann er es auch nicht kurzfristig.

Wer mit kleinem Budget auf ein Turnier setzen will, für das er kaum Hintergrundwissen hat, fährt mit zwei Regeln besser als mit jeder Prognose. Regel eins: Der Einsatz wird vor dem Anpfiff festgelegt, nicht während des Spiels. Regel zwei: Kombiwetten mit vier oder mehr Beinen fühlen sich nach mehr Wissen an als sie sind — man addiert nicht vier Einsichten, man vervierfacht die Unwissenheit über vier Spiele. Wer das Turnier nicht verfolgt, hat bei einer Kombiwette auf Gruppenspiele schlicht weniger Information als der Markt, und der Markt verlangt für jedes Bein seine Marge.

Ein Turnier ohne lokale Bindung ist die ehrlichste Gelegenheit, einmal zu prüfen, ob das eigene Limit noch zum Budget passt. Der Anlass ist frei wählbar. Die Zahl nicht.

Quoten und Marge: was im Preis steckt, bevor der erste Ball rollt

Quoten sind keine Meinung über Fussball. Sie sind Preise. Jeder Preis enthält zwei Dinge: die Einschätzung des Buchmachers über die Wahrscheinlichkeit und seinen Aufschlag, die Marge. Die Marge verschwindet nie, auch nicht bei der besten Quote am Markt.

Rechnen lässt sich das an einem Beispiel, das ausdrücklich kein Zitat einer echten Begegnung ist: eine 1X2-Partie mit Quoten von 2.10 für den Heimsieg, 3.40 für das Remis und 3.60 für den Auswärtssieg.

Die Quotenschlüssel-Rechnung geht über alle drei Ausgänge desselben Marktes. Rechnet man 1 geteilt durch jede Quote und addiert die drei Werte, dann teilt man 1 durch diese Summe. Beim Beispiel ergibt das einen Quotenschlüssel von gerundet 0,937, also 93,7 % der Einsätze, die dieser Markt an die Wettenden zurückzahlt. Die Marge ist die Gegenbuchung. Je nach Markt und Ereignis liegt sie meist zwischen 5 % und 10 %.

Diese Marge ist keine Zahl, die nur beim Afrika-Cup gilt, und sie ist auch nicht eine Zahl, die für jeden Markt eines Anbieters steht. Sie beschreibt diesen einen konstruierten Markt. Ein Turnier-Outright mit acht oder sechzehn Kandidaten kann niedriger liegen, weil mehr Ausgänge einen kleineren Aufschlag pro Ausgang zulassen. Ein Live-Markt während einer spielentscheidenden Phase liegt fast immer höher, weil der Veranstalter in Sekunden neu bepreist und dieser Aufwand bezahlt wird.

Der Unterschied ist am Auszahlungsbetrag zu sehen. Ein Sieg zum Einsatz von CHF 100 auf 2.10 zahlt CHF 210 zurück, davon sind CHF 110 Gewinn. Dieselben CHF 100 auf 2.00 zahlen CHF 200. Der Unterschied zwischen den beiden Quoten sind CHF 10 auf hundert Franken, und das ist die Grössenordnung, um die es bei der Anbietersuche tatsächlich geht. Wer für zwei Prozent mehr Quote ein Konto mit schlechterem Schutz wählt, hat schlecht getauscht.

Ein «Risiko»-Zusatz, den die Werbung gern an die Quote hängt, hat mit dieser Rechnung nichts zu tun. Die Marge ist der Teil, der sicher beim Buchmacher bleibt.

Der Quotenschlüssel im Turnierverlauf

Die Bandbreite, in der ein Auszahlungsschlüssel zwischen Anpfiff und Endphase schwankt, ist die wichtigste Grösse für einen Spielenden, der über mehrere Wochen auf ein Turnier setzt. Sie entscheidet darüber, wie viel vom Gesamteinsatz nach dreissig Tagen noch übrig ist, unabhängig von den Ergebnissen.

Personen, die das Turnier verfolgen und ihre Einsätze über den ganzen Kalender verteilen, zahlen diese Marge viele Male. Wer einen einzigen Einsatz auf den Turniersieger setzt, zahlt sie einmal. Weder das eine noch das andere ist per se besser, aber die Rechnung sieht völlig anders aus, und ein Limitsystem, das den Turnierverlauf nicht kennt, kennt die eigene Ausgabenseite nicht.

Nähere Angaben zu Quoten für die einzelnen Vorrundenspiele und K.-o.-Runden macht der Veranstalter erst mit dem Wettprogramm zum jeweiligen Spieltag. Dort steht auch, welche Wettarten freigegeben sind. Wer die aktuellen Preise vergleichen will, muss sie am Wettprogramm selbst nachsehen — und dabei im Blick behalten, dass er zwei Preise desselben Marktes von zwei verschiedenen Anbietern nicht mehr derselben Sekunde vergleicht.

Der Spielplan des Turniers und wann Wetten überhaupt freigegeben sind

Der Afrika-Cup 2025 fand vom 21. Dezember 2025 bis 18. Januar 2026 in Marokko statt, mit 24 Nationen. Angesetzt war das Turnier ursprünglich für den Sommer 2025 und wurde wegen Terminkonflikten mit der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft 2025 auf den Jahreswechsel verschoben.

Die Verschiebung ist mehr als ein Kalendereintrag. Sie erklärt, warum Turnierwetten in einen Zeitraum fallen, in dem in der Schweiz ohnehin niemand Fussball sieht und die Aufmerksamkeit für europäische Ligen am Tiefpunkt liegt. Das ist eine Gelegenheit für die, die früh planen, und ein Risiko für die, die sich im Januar langweilen.

Gesetzt wurde in sechs Vierergruppen. Die Gruppenersten und -zweiten kamen weiter, dazu die vier besten Gruppendritten. Danach folgte ein K.-o.-System mit Verlängerung und Elfmeterschiessen bei Gleichstand nach regulärer Spielzeit.

Die Runde, in der die Kundschaft am meisten riskiert

Die Gruppenphase erzeugt mehr Spiele als jede andere Phase, also auch mehr Wetten. Genau darin liegt die Falle. Sechs Vierergruppen bedeuten eine grosse Zahl von Partien zwischen Mannschaften, deren Form ausserhalb Afrikas kaum jemand beurteilen kann. Der Markt kann es, der Buchmacher kann es, ein Schweizer Freizeitspieler in der Regel nicht. Bei so einem Turnier ist weniger Wissen nicht nur weniger Chance, sondern ein Nachteil, den man mit steigendem Volumen vergrössert.

Wenn du auf die Gruppenphase setzen willst, verfolge wenigstens ein Drittel der Vorbereitungsspiele. Wenn das zu viel ist, ist die Gruppenphase nicht die richtige Runde. Dann bleibt die Outright-Wette auf den Turniersieger, die über die ganze Dauer der K.-o.-Runden eine einzige Entscheidung verlangt statt zehn.

In den K.-o.-Runden verschieben sich die Verhältnisse. Die Gruppenergebnisse liegen vor, der Markt kennt die Paarungen, und die Sätze werden enger. Ein Aussenseiter, der die Gruppe überraschend gewonnen hat, kommt mit kürzerer Quote in den Viertelfinal als in sein erstes Spiel. Wer ihn früh zu langen Quoten erwischt hat, hat einen Preis gehalten, den es nun nicht mehr gibt.

Der Halbfinal und das Endspiel: das Ende, das nicht das Ende war

Im Finale des Afrika-Cups 2025 am 18. Januar 2026 gewann Senegal gegen Gastgeber Marokko 1:0 nach Verlängerung. Zwei Monate später wertete die CAF dieses Spiel mit 3:0 für Marokko, weil Senegals Spieler nach einem umstrittenen Elfmeterpfiff in der Nachspielzeit vorübergehend den Platz verlassen hatten. Der senegalesische Verband kündigte Berufung beim CAS an.

Für den Final selbst interessiert hier die Wertung. Die übliche Abrechnung im Wettmarkt richtet sich nach der regulären Spielzeit — bei Sporttip umfasst diese die reguläre Spieldauer, beim Fussball also die 90 Minuten, plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur dann, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind.

Und genau da wird es für einen Senegal-Wetter unangenehm. Wer auf den Final «Sieger nach Verlängerung» gesetzt hat, sah das 1:0 und durfte sich als richtig liegen wähnen. Wer auf «Unentschieden nach regulärer Spielzeit» gesetzt hat, hatte in derselben Partie eine gewinnende Wette, obwohl am Ende ein Sieger dastand. Beide haben korrekt gelesen. Eine der beiden hat am nächsten Tag trotzdem geglaubt, das System habe sich verrechnet.

Was danach kam, ist der eigentliche Nachhall. Eine nachträgliche Wertung am grünen Tisch ist für jeden Wettenden ein Fremdkörper: Die Wette war längst abgerechnet, die Einsätze ausgezahlt, und ein Verbandsentscheid zwei Monate später ändert an der ausgezahlten Wette nichts. Wer erwartet, dass ein Anbieter eine abgerechnete Wette neu aufrollt, weil die CAF etwas anderes entschieden hat, erwartet etwas, das kein Schweizer Veranstalter zusagt.

Im Spiel um Platz 3 gewann Nigeria gegen Ägypten im Elfmeterschiessen mit 4:2. Torschützenkönig wurde Brahim Díaz aus Marokko mit fünf Toren.

Die nächste Ausgabe: was der Termin für die Planung bedeutet

Der Afrika-Cup 2027 soll vom 19. Juni bis zum 17. Juli 2027 in Kenia, Tansania und Uganda stattfinden. Zur Qualifikation meldeten sich 54 Mannschaften an.

Der Sommertermin ist die eigentliche Neuigkeit für die Schweizer Kundschaft. Nach der Verschiebung auf den Jahreswechsel kehrt das Turnier zurück in die Sommerpause — in eine Zeit, in der in der Schweiz keine nationalen Ligen laufen und die Fussballnachrichten dünn sind. Ein Turnier über 29 Tage mit bis zu drei Gastgebern und einem Qualifikationsfeld von 54 Mannschaften macht es rechnerisch wahrscheinlicher als 2025, dass eine Mannschaft auftaucht, die man nicht einschätzen kann.

Diesmal gibt es zusätzlich mehr Gelegenheit, sich vorher zu informieren, weil die Qualifikation über Monate sichtbar ist. Wer im Frühling 2026 mit dem Verfolgen der afrikanischen Qualifikation anfängt, geht im Juni nicht blind ins Turnier.

Der Afrika-Cup wird von der CAF organisiert und wurde erstmals 1957 ausgetragen. Ägypten ist mit sieben Titeln Rekordsieger, Rekordtorschütze ist Samuel Eto’o mit 18 Toren. Seit 2019 nehmen 24 Mannschaften teil, und nach der Austragung 2027 soll das Turnier ab 2028 nur noch alle vier Jahre stattfinden.

Dass es nur noch alle vier Jahre stattfinden soll, ist für eine Seite wie diese mehr als Statistikkosmetik. Es heisst, dass dieser Sommer ein Wettfenster ist und das nächste erst in vier Jahren folgt. Die Gelegenheit ist knapp, und die Versuchung, sie zu übernutzen, wächst mit.

Was bei einer Langzeitwette auf den Turniersieger passiert, wenn sie gewinnt

Der Turniersieger-Markt, im Marktjargon die Outright-Wette, läuft über die ganze Turnierdauer. Bei einer Kombination mehrerer solcher Ausgänge multiplizieren sich die Quoten zu einem Gesamtpreis — der Unterschied zur Einzelwette ist die Multiplikation der Beine, nicht die Art des Ereignisses.

Das ist der Punkt, an dem die Rechnung am klarsten wird. Eine Einzelwette mit Quote 2.10 auf einen Einsatz von CHF 100 zahlt CHF 210 zurück. Zwei Einzelwetten zu je CHF 50 auf dieselben beiden Ereignisse bringen jeder für sich diese Quote — ein vielfaches Bein packt dieselben Informationen in einen Preis, aber es packt sie in einen Preis mit voller Marge pro Bein.

Abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung lassen sich bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombinieren. Nimmt der Veranstalter irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann er die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und nur den Einsatz zurückerstatten. Ein Preisfehler in der eigenen Wette ist damit kein Fehler des Buchmachers, sondern eine Annullierung.

Kombiboosts bei Sporttip gelten ausschliesslich online, gelten für Prematch-, Live- und Systemwetten und verlangen mindestens vier Voraussagen mit je mindestens 1.50 Quote. Der Zuschlag auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind begrenzt.

Die Zahlen lesen sich wie ein Fächer. Sie sind in Wahrheit eine Wette darauf, dass man besonders viele Beine richtig hat — und die Stufe, die den Sechsfachen verspricht, verlangt fünfzehn zutreffende Voraussagen. Wer bei vier Beinen anfängt und sich zur zehnten hocharbeitet, hat nur zusätzliche Gelegenheiten gekauft, an einer einzelnen Partie zu scheitern.

Quotenboosts dagegen gelten nur online, nur für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro wettende Person einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert — und bei einem Cash-Out verfällt der Boost.

Warum Cash-Out nicht das ist, was die Schaltfläche verspricht

Der Cash-Out-Betrag bei Sporttip ist tiefer als der mögliche Gewinn, wenn man die Wette auslaufen lässt. Er hängt vom Stand der Sportereignisse ab, und Swisslos kann ihn jederzeit ändern. Anbieten muss Swisslos ihn nicht für jede Wette.

Das gilt auch für Livewetten: Die Wette gilt unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die erst nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, werden mit Quote 1.00 gewertet. In spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 bewerten.

Wer den Cash-Out-Knopf für eine faire Ausstiegsoption hält, verwechselt zwei Dinge. Die Schaltfläche ist ein Angebot, kein Recht, und der Preis dafür wird von der Gegenseite gesetzt. Bei einer Partie, deren Ausgang sich gerade dreht, sieht man die Quote 1.00 und die eigene Wettschein-Zeile mit dem reduzierten Betrag. Der Unterschied zwischen beidem ist die Rechnung, die der Buchmacher dir für den Ausstieg stellt.

Der Vergleich: zehn Namen, zwei Bewilligungen

Die folgende Übersicht ordnet die Plattformen danach, was in der Schweiz tatsächlich zählt — nicht nach Werbeetat, sondern danach, ob das Angebot hier eine Grundlage hat.

Plattform Schweizer Bewilligung Veranstalter oder gemeldete Bewilligung
Swisslos Sporttip Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS (SR 935.51); Aufsicht Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS (SR 935.51); Aufsicht Gespa Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande
Bruce Bet keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz
1xBet keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz
Funbet keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz
Boomerang Bet keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz
BetLabel keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz
Gamdom keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz
Pribet keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz
WirWetten keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz

Die Spalte mit der Mehrheit «keine Schweizer Bewilligung» trägt keine Information, sagen Sie? Sie trägt die einzige Information, die auf dieser Seite zweimal nicht vorkommt. Acht Zeilen mit demselben Eintrag sind der Befund. Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine weiteren gibt.

Was in der Tabelle nicht steht und wichtiger ist als jede Spalte: Eine ausländische Bewilligung — aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land — hat in der Schweiz keine Wirkung. Das ist Artikel 4 des Geldspielgesetzes, und er ist die Grundlage für alles, was in den nächsten Abschnitten kommt.

Swisslos Sporttip: zwei Limitsysteme, eine Frist von 72 Stunden

Swisslos ist die interkantonale Landeslotterie mit Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip.

Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt. Zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet.

Die Angaben zur Bewilligung sind eindeutig: eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung nach dem Bundesgesetz über Geldspiele, SR 935.51, unter Aufsicht der Gespa. Nur Swisslos und Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten.

Zur Online-Registrierung braucht es mindestens 18 Jahre und Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Ausweisdaten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft.

Das Registrierungsverfahren ist der Punkt, an dem viele Seiten die Schweizer Anbieter als unbequem beschreiben. Der Vorwurf trifft, aber er trifft den falschen. Das Verfahren dauert Minuten. Was es ausschliesst, ist das Konto auf den Namen einer anderen Person — und das ist keine Formalie, sondern das Werkzeug, mit dem eine Spielsperre überhaupt funktioniert. Ein Gesperrter, der sich einfach neu registriert, macht das ganze Register lächerlich.

Bei den Einsätzen liegen die Grenzen bei CHF 1 als Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten, CHF 1’000 als Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 für eine Systemwette. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern. Eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Diese Staffelung ist für einen Gelegenheitsspieler irrelevant. Für einen, der 5’000 Franken auf den Turniersieger setzen will, ist sie der Unterschied zwischen einer Wette und einer Systemwette — und eine Systemwette ist eine andere Wette, nicht dieselbe mit grösserem Schein.

Teilnehmen dürfen Personen ab 18 Jahren. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Swisslos verteilte 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio., davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz. Aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio., 2024 waren es CHF 122 Mio.

Wer für den Afrika-Cup ein Sporttip-Konto sucht, sollte wissen, wo es endet. Die Verlustlimiten mit der 72-Stunden-Frist, das Sperrregister über Produktgrenzen hinweg und die einmalige Registrierung sind Bedingungen, die ein Anbieter ausserhalb dieses Systems weder hat noch nachbildet. Für einen Spielenden aus dem Vertragsgebiet ist der Nachteil der bewilligten Lösung die Enge des Angebots — ein freigegebenes Wettprogramm statt eines vollen Buchmachersortiments. Davon lebt die Sperrliste.

Loterie Romande Jouez Sport: dieselbe Bewilligung, ein anderes Vertragsgebiet

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Als Kontaktadresse nennt sie die Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne. Sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.

Die Bewilligungslage gleicht der von Swisslos: eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung für ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, unter Aufsicht der Gespa. Nur diese beiden Veranstalter dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten.

Der Unterschied liegt im Einzugsgebiet. Ein Konto ist nur für Personen mit Wohnsitz in der eigenen Region offen, hier also in Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt und Wallis. Wer in Zürich wohnt, kann bei Jouez Sport kein Konto eröffnen — und wer in Genf wohnt, kann es bei Sporttip nicht.

Das ist für einen Deutschschweizer Leser der Abschnitt, den er überblättert, und er sollte es nicht. Die Aufteilung der Schweiz in zwei Wettgebiete erklärt, warum die Anbieterlandschaft so aussieht, wie sie aussieht, und warum die Suche nach «Wettanbieter Schweiz» zwei Antworten und achtzig Versprechen liefert. Ein Kunde in Genf und einer in St. Gallen haben jeweils nur einen bewilligten Anbieter zur Wahl. Der Vergleich beginnt erst bei dem, was dieser eine Anbieter an Limiten und Programm anbietet.

Gratisspielguthaben und ähnliche Zuwendungen benötigen in der Schweiz die vorherige Zustimmung der Gespa. Die Behörde erteilte solche Zustimmungen 2025 in 24 Fällen an die Loterie Romande und in 8 Fällen an Swisslos. Bonusbeträge und Bedingungen ergeben sich ausschliesslich aus den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters.

Für einen Westschweizer, der zum Afrika-Cup setzen möchte, entscheidet nicht das Marketing des Anbieters, sondern der Wohnsitz im Kontoauszug. Das ist die unbequeme Struktur hinter dem Angebot, und sie ist dieselbe wie bei jedem anderen Turnier.

Bruce Bet: die gemeldete Bewilligung, die hier nichts wert ist

Bruce Bet hat keine Schweizer Bewilligung. In der Schweiz dürfen nur Swisslos und Loterie Romande Sportwetten anbieten. Die gemeldete Bewilligung ist nicht festgestellt — und hätte, selbst wenn sie bestünde, nach Artikel 4 keine Wirkung in der Schweiz.

Was folgt daraus konkret. Keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister. Kein Schweizer Rechtsweg. Und die Möglichkeit, dass die Domains des Anbieters auf die Gespa-Sperrliste gesetzt und von Schweizer Telekom-Anbietern per DNS blockiert werden.

Wer dort im Januar auf ein Gruppenspiel setzt, kann gewinnen. Die Frage ist, was er tut, wenn er es muss. Bei einem bewilligten Anbieter gibt es eine Aufsicht, eine Adresse und eine Beschwerdestelle. Bei einem Anbieter ohne Bewilligung gibt es eine E-Mail-Adresse und die Möglichkeit, dass die Domain nächste Woche eine andere ist. Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt — die Gespa nennt dieses Domain-Hopping und führt dazu Beispiele.

Diese Seite nennt Bruce Bet, weil er im Umfeld Schweizer Spielender auftaucht. Sie empfiehlt ihn nicht.

1xBet: ein grosser Name neben einer Schweizer Sperrliste

1xBet hat keine Schweizer Bewilligung. Für die Schweiz gilt dasselbe wie für jedes andere ausländische Angebot: Nur Swisslos und Loterie Romande dürfen hier Sportwetten anbieten, und die gemeldete Bewilligung ist nicht festgestellt und in der Schweiz ohne Wirkung.

Dazu kommt ein Punkt, der diesen Anbieter für Schweizer Leser besonders betrifft. Die Gespa kann Domains von Anbietern ohne Bewilligung auf die Sperrliste setzen, und bet365 wird von der Behörde als auf der Liste geführt genannt. Die Aufnahme eines Namens ist keine Wertung seiner Grösse, sondern eine Folge der fehlenden Bewilligung.

Die praktische Konsequenz für einen, der auf den Afrika-Cup setzen will: Die Seite lässt sich über einen DNS-Block nicht mehr aufrufen, der Kanal wechselt, das Konto bleibt. Ob der Auszahlungsweg im Zweifelsfall steht, ist von aussen nicht zu sehen.

Auf Schweizer Rechtsweg, Sperrregister und Aufsicht muss hier in jedem Fall verzichtet werden. Wer trotzdem dort spielt, sollte die Bedingungen vor dem ersten Einsatz lesen und nicht danach.

Funbet: ohne Schweizer Aufsicht, ohne Schweizer Register

Funbet hat keine Schweizer Bewilligung. Die für die Schweiz massgebende Bewilligung nach dem Geldspielgesetz fehlt, und die gemeldete Bewilligung ist nicht festgestellt, was hier keine Wirkung entfaltet.

Für einen Spielenden heisst das: keine Verbindung zum schweizerischen Sperrregister, kein Schweizer Beschwerdeweg, und die Offenheit für eine Aufnahme in die Sperrliste mit DNS-Blockierung durch Schweizer Provider.

Ein Detail, das bei ausländischen Anbietern durch den Vergleich schwer fassbar bleibt und das niemand mit einer Zahl belegen kann: Solche Angebote richten sich an ein internationales Publikum, und die Bedingungen sind entsprechend allgemein formuliert. Wer eine konkrete Frage zum Africa Cup of Nations hat — was passiert bei einer Verlegung, wie wird der Final abgerechnet — findet selten eine Telefonnummer, die in diesem Land klingelt.

Das ist der Kern des Vergleichs mit den zwei Bewilligten: Es geht nicht um die Quote, sondern darum, wohin man sich wendet.

Boomerang Bet: gemeldete Bewilligung ohne Wirkung in der Schweiz

Boomerang Bet hat keine Schweizer Bewilligung. Die gemeldete Bewilligung ist nicht festgestellt, und in der Schweiz gilt sie ohnehin nicht — das Geldspielgesetz bindet die Wirkung an die Schweizer Bewilligung.

Wer dort ein Konto führt, hat keine Anbindung an das Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsweg. Der Veranstalter muss in der Schweiz nicht mitwirken, wenn ein Spielender eine Sperre eintragen lassen will, und eine Sperre, die nur in der Schweiz wirkt, ist für einen Anbieter im Ausland kein Hindernis.

Genau hier zeigt sich, warum das Sperrregister und der DNS-Block dieselbe Sache von zwei Seiten sind. Wenn die Anbieter nicht kooperieren, sperrt die Behörde den Zugang. Der Block ist keine Strafe für die Kundschaft, sondern der Versuch, den Schutz trotzdem durchzusetzen.

Auf Afrika-Cup-Märkte lässt sich dort setzen. Wer das tut, sollte den Einsatz als endgültig behandeln.

BetLabel: ein Anbieter ohne Bezug zur Schweizer Aufsicht

BetLabel hat keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und Loterie Romande dürfen hier Sportwetten anbieten, und die gemeldete Bewilligung dieses Anbieters ist nicht festgestellt, was in der Schweiz ohne Rechtswirkung bleibt.

Keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, keine Gewissheit über den Verbleib bei einer Sperrliste. Wer die Schweizer Regel als Einschränkung empfindet, sollte den Vergleich der beiden Seiten machen: Die eine Seite bietet ein geschlossenes Wettprogramm mit Aufsicht, die andere ein offenes mit dem Risiko, dass die Domain verschwindet.

Bei einem Turnier mit einem Qualifikationsfeld von 54 Mannschaften und Spielen, die in drei möglichen Gastgeberländern stattfinden, sind viele Partien auch für einen aufmerksamen Beobachter schwer zu bewerten. Ein Anbieter ohne Aufsicht macht diesen Sachverhalt nicht kleiner.

Gamdom: keine Schweizer Bewilligung, kein Schweizer Rechenschaftsweg

Gamdom hat keine Schweizer Bewilligung. Die gemeldete Bewilligung ist nicht festgestellt und hätte nach Artikel 4 in der Schweiz keine Kraft.

Daraus folgen drei Dinge, die man kennen sollte, bevor man eine Wette platziert: keine Verbindung zum schweizerischen Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg und die Möglichkeit einer Aufnahme in die Gespa-Sperrliste mit Blockierung durch Schweizer Telekom-Anbieter.

Die Reihenfolge in einer Auseinandersetzung ist bei solchen Konstellationen immer dieselbe. Zuerst verschwindet der Zugang, dann die Antwortadresse, dann die Möglichkeit, den eigenen Stand zu prüfen. Wer auf ein Turnier setzt, das drei Wochen läuft, sollte den Zustand seines Kontos am letzten Spieltag nicht erraten müssen.

Pribet: ohne Bewilligung, ohne Schweizer Schutzmechanik

Pribet hat keine Schweizer Bewilligung. Die gemeldete Bewilligung ist nicht festgestellt; in der Schweiz bleibt sie ohne Wirkung.

Konkret: keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, offen für die Sperrliste. Bei Abrechnungsfragen rund um ein Turnier — eine Verlegung, eine Annullierung, ein nachträglicher Verbandsentscheid — gibt es keine Schweizer Stelle, die sich damit befasst.

Das ist der Unterschied, der sich bei einem Turnier wie dem Afrika-Cup mit einer Verschiebung in der jüngeren Vergangenheit wirklich bemerkbar macht. Regeln zur Abrechnung sind die einzige Verteidigung eines Spielenden gegen einen Ablauf, den er nicht vorhergesehen hat. Fehlt die Bewilligung, fehlt die Aufsicht, die den Regeln Nachdruck gibt.

WirWetten: Schweizer Name, keine Schweizer Bewilligung

WirWetten hat keine Schweizer Bewilligung. Der Name führt in die Irre. In der Schweiz dürfen nur zwei Veranstalter Sportwetten anbieten, und dieser gehört nicht dazu. Die gemeldete Bewilligung ist nicht festgestellt und in der Schweiz ohne Wirkung.

Es folgen die bekannten Nachteile: keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg und eine mögliche Aufnahme in die Sperrliste mit DNS-Blockierung.

Wer auf ein internationales Turnier wie den Afrika-Cup setzen will, sollte nicht nach dem Namen gehen. Der Name eines Angebots ist Marketing, die Bewilligung ist eine Tatsache. Diese Unterscheidung kostet nichts und verhindert den einen Fehler, den die Aufsicht nicht reparieren kann.

Die Rechtslage: ein Grossspiel mit zwei Veranstaltern und einer geschlossenen Liste

Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, SR 935.51, in Kraft seit dem 1. Januar 2019, und fallen unter Artikel 3 Buchstaben c und e. Beaufsichtigt werden sie von der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern, gestützt auf das Geldspielkonkordat in der Fassung vom 1.1.2021. Die eidgenössische Spielbankenkommission ist nicht zuständig — sie beaufsichtigt einzig die Casinos.

Ein Bergpass in den Schweizer Alpen mit leerer Strasse und Schneeresten am Rand im ersten Frühlicht.
Im Finale des Afrika-Cups 2025 am 18. Januar 2026 gewann Senegal gegen Gastgeber Marokko 1:0 nach Verlängerung.

Eine Bewilligung braucht zwei Teile: eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel nach Artikel 21 bis 25 des Gesetzes. Sie gilt nur in der Schweiz. Das ist der Grund, warum eine ausländische Konzession hier nichts bewirkt.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Für ein Online-Konto braucht es Wohnsitz in der Schweiz und in der Praxis im Gebiet des jeweiligen Veranstalters. Eine Liste weiterer bewilligter Buchmacher existiert nicht, weil es keine weiteren gibt. Die Gespa veröffentlicht lediglich die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains. Der Reinertrag geht an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen.

Was überhaupt gewettet werden darf

Der erlaubte Rahmen ist keine offene Wiese. Gewettet werden darf nur auf Sportereignisse, nicht auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen. Das zulässige Angebot ist eine geschlossene Liste: die Liste der Gespa mit den bewilligten Sportarten, Wettkämpfen und Wettarten, Fassung 10.09.2026, gestützt auf Artikel 25 des Gesetzes und Artikel 29 der Verordnung.

In dieser Liste stehen Qualifikationsrunden nur, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind, und Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet. Auf Trainingsläufe darf nie gewettet werden. Corner- und Kartenmärkte fehlen in der Liste, und es gibt keinen Esport-Abschnitt.

Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen. Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und live, soweit der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung hat; das Gesetz kennt keine Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte.

Für einen Afrika-Cup-Wetter bedeutet die geschlossene Liste etwas sehr Konkretes: Nicht jeder Markt, den ein ausländischer Anbieter zum Turnier stellt, hat hier eine Grundlage. Wer Überlegungen zu Eckbällen oder Karten anstellt, findet sie bei den bewilligten Veranstaltern nicht, weil die Liste sie nicht vorsieht. Das ist keine Bequemlichkeitsfrage, sondern der Grund, warum eine Seite, die afrikanische Gruppenspiele genau verfolgt, hier weniger Werkzeuge findet als in einem internationalen Buchmacherkonto.

Einundzwanzig, ein Konto, ein Ausweis

Sportwetten sind ab 18 Jahren zugänglich. Minderjährige sind online nicht zugelassen. Es gilt ein Konto pro Person mit verifizierter Identität. Die Gespa machte 2025 Testkäufe an Verkaufsstellen: einer minderjährigen Person wurde in 200 Fällen zu 47.5 % eine Sportwette verkauft. Die Kontrolle an der Verkaufsstelle ist also nicht durchgehend streng, und wer sich auf sie verlässt, sollte das wissen.

Eines der Kernstücke des Schutzes ist die Auszahlungsregel. Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausbezahlt. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es bei bewilligten Schweizer Wetten nicht, und ein Kredit an Spielende ist untersagt. Eine Sperrung von Zahlungen gegen unerlaubte Wettangebote durch Banken oder Kartensysteme existiert in der Schweiz nicht.

Sperrliste und Domain-Hopping

Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren. Die erste Liste stammt vom 3. September 2019. Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt — die Gespa nennt dieses Verhalten Domain-Hopping und führt dazu Interwetten und Bet-at-Home als Beispiele; bet365 wird von der Behörde als auf der Liste stehend genannt.

Die Mechanik ist damit für den Leser berechenbar: Ein Block trifft den Zugang, nicht den Anbieter. Wer sich auf einen Domainnamen als Bezugspunkt verlässt, verliert den Bezugspunkt zuerst.

Wer ohne Bewilligung veranstaltet

Wer Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung veranstaltet, macht sich strafbar. Der Strafrahmen reicht bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre. Der Spielende wird nicht bestraft. Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter jedoch eingezogen werden, und es gibt keine Schutz- oder Fairplay-Kontrolle.

Eine ausländische Bewilligung, ob aus Curaçao, Malta oder Deutschland, hat in der Schweiz keine Wirkung. Das ist keine Grauzone, sondern eine klare Zuordnung. Die ehrliche Zusammenfassung: Ausland bedeutet keine Schweizer Bewilligung, keine Anbindung an das Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsweg. Inländische Bewilligung bedeutet voller Schutz, aber nur zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste von Sportarten und Wettarten, eine Wohnsitzanforderung und eine Identitätsprüfung. Keine der beiden Seiten ist automatisch die sichere Wahl.

Steuern: der Freibetrag und die kantonale Praxis

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen — die Eidgenössische Steuerverwaltung nennt Sportwetten ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1.1.2026 bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 bei CHF 1’070’400. Die kantonale Schwelle weicht davon ab, deshalb gilt «je nach Kanton» und nicht eine kantonale Zahl.

Über der Schwelle behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Deklaration in der Steuererklärung zurückgeholt wird. Ein durchschnittlicher Spielender gewinnt weit unter diesem Betrag: keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer auf dem Gewinn.

Bei ausländischen Anbietern fällt keine Verrechnungssteuer an. Die kantonale Praxis im Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen dagegen als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Eine Schweizer Wettsteuer auf Einsätze gibt es nicht. Für die eigene Situation ist die Steuerberatung oder die kantonale Steuerverwaltung die richtige Adresse.

Was der Abend nach dem Finale zeigt

Die Ergebnisse eines Afrika-Cups sind nach vier Wochen Geschichte. Die Limite im eigenen Konto ist es nicht. Wer die Liste bis hierher gelesen hat, hat zwei Dinge in der Hand, die keine Quote verbessern kann: die Kenntnis, dass in diesem Land genau zwei Veranstalter ein Angebot haben dürfen, und die Kenntnis, dass die eigene Verlustgrenze von einem selbst gesetzt, aber vom Anbieter durchgesetzt wird.

Was niemand für dich entscheiden kann: ob eine Quote von 2.10 für ein Gruppenspiel zwischen zwei Mannschaften, deren Namen du zum ersten Mal liest, ein Preis oder eine Falle ist. Der Markt kennt diese beiden Mannschaften besser als du. Ein Turnier, in dem man keine Lieblingsmannschaft hat, ist der beste Ort, um das zum ersten Mal ehrlich zuzugeben.

Von den zehn Namen dieser Übersicht tragen zwei eine Schweizer Bewilligung, und beide sind Lotteriegesellschaften mit kantonalem Auftrag. Die übrigen acht sind Umgebungen, in denen die Schweiz keine Aufsicht hat. Was daraus folgt, ist unspektakulär und unbequem: ein geschlossenes Wettprogramm, ein Konto pro Person und eine Frist von 72 Stunden, wenn du es dir nachts anders überlegst. Wer damit leben kann, bekommt eine Aufsicht dazu. Wer nicht, erhält acht Alternativen und kein Register, in dem sein Name stehen könnte.

Häufige Fragen zum Afrika-Cup und zu Schweizer Sportwetten

Wer organisiert den Afrika-Cup, und wann findet die nächste Ausgabe statt?

Organisiert wird das Turnier von der CAF, ausgetragen wurde es erstmals 1957. Die Ausgabe 2025 lief vom 21. Dezember 2025 bis 18. Januar 2026 in Marokko mit 24 Nationen. Die nächste Ausgabe soll vom 19. Juni bis 17. Juli 2027 in Kenia, Tansania und Uganda stattfinden.

Darf in der Schweiz auf den Afrika-Cup gewettet werden, und bei welchem Veranstalter?

Ja, aber nur bei den zwei bewilligten Veranstaltern: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Voraussetzung ist, dass Ereignis und Wettart in der Liste der Gespa stehen. Ein Online-Konto setzt Wohnsitz im jeweiligen Vertragsgebiet voraus.

Zählen Verlängerung und Elfmeterschiessen bei einer Wette auf den Spielausgang zur regulären Spielzeit?

Nein, grundsätzlich nicht. Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer, beim Fussball also 90 Minuten plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind.

Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote, und was ist die Marge?

Der Rückzahlungsbetrag ist Einsatz mal Quote, der Nettogewinn Einsatz mal Quote minus eins. Die Marge steckt im Preis: Rechnet man 1 durch jede Quote eines Marktes und summiert, zahlt der Markt den Kehrwert dieser Summe zurück. Bei 2.10, 3.40 und 3.60 sind das rund 93,7 %, die Marge also etwa 6,4 %.

Wie funktionieren die Verlustlimiten, und wie wird eine Spielsperre eingetragen?

Bei Sporttip sind vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage zu setzen, Oberlimite CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung nach 72 Stunden. Eine unbefristete Spielsperre wird im schweizweiten Register eingetragen und wirkt auch in Casinos.

Ab welchem Betrag fällt auf Wettgewinne Verrechnungssteuer an, und was bedeutet «je nach Kanton»?

Der Bundesfreibetrag pro Einzelgewinn liegt ab dem 1.1.2026 bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 bei CHF 1’070’400. Darüber behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein. «Je nach Kanton» heisst: Die kantonale Schwelle weicht ab, es gilt keine einheitliche Zahl.

Inhalt erstellt vom Team «wettbueroch»