Europameisterschaftswetten in der Schweiz: Prognosen bleiben Schätzungen, die Marge steht fest

Updated Oktober 2026
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Ein Fussballtor mit weissem Netz steht auf frisch gemähtem Rasen, die hellen und dunklen Streifen im Gras leuchten im Gegenlicht.

Stand: Oktober 30, 2026. Die Bewilligungsangaben wurden gegen die Veranstalterlisten der Gespa und die Publikationen der beiden konzessionierten Anbieter geprüft.

Das Finale der Fussball-Europameisterschaft 2028 ist am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion in London.

Prognosen lesen statt Prognosen glauben

Ein Tipp auf ein Turnier ist eine Schätzung mit einer Quote davor. Mehr ist er nicht. Wer das einmal verinnerlicht hat, liest Wettprognosen anders: nicht als Auskunft darüber, was passieren wird, sondern als eine von vielen Meinungen, die gegen eine Zahl antritt, die der Veranstalter selbst gesetzt hat.

Die Fussball-Europameisterschaft 2024 fand vom 14. Juni bis 14. Juli 2024 in Deutschland statt, 24 Mannschaften spielten in sechs Gruppen zu je vier Teams, insgesamt 51 Partien. Das ist die letzte Endrunde. 2026 findet keine statt — das Jahr im Suchbegriff ist das Erscheinungsjahr dieser Seite, nicht ein Turnierjahr. Die nächste Endrunde ist die EM 2028 mit 24 Nationen im Juni und Juli 2028 in England, Schottland, Wales und Irland: Eröffnungsspiel am 9. Juni 2028 in Cardiff, Finale am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion in London.

Ein alter Holzsitz auf einer leeren Stehplatztribüne, darunter verwitterte Betonstufen in der Nachmittagssonne.
Die Fussball-Europameisterschaft 2024 fand vom 14. Juni bis 14. Juli 2024 in Deutschland mit 24 Mannschaften statt.

Wer trotzdem «EM 2026» sucht, sucht nach etwas, das es nicht gibt. Und wer auf ein Turnier setzt, das zwei Jahre entfernt ist, setzt auf eine Mannschaft, deren Kader sich bis dahin zweimal verändert hat, auf einen Trainer, den es vielleicht nicht mehr gibt, und auf eine Form, die niemand kennt. Langzeitwetten auf den Turniersieger sind deshalb keine Prognose im eigentlichen Sinn. Sie sind eine Wette darauf, dass ein Buchmacher die Wahrscheinlichkeit falsch eingeschätzt hat, und das ist eine sehr viel kleinere Wette als die, die auf dem Wettschein steht.

Worauf sich eine Prognose überhaupt stützen kann

Eine ernsthafte Einschätzung zieht drei Dinge heran. Die Form der Mannschaft in den Pflichtspielen davor. Den Kader, seine Ausfälle, seine Belastung. Und den Quotenvergleich zwischen den Anbietern, weil eine Quote, die zwei Prozent über dem Markt liegt, am Ende den Unterschied zwischen einem langfristig ausgeglichenen und einem langfristig verlorenen Konto macht.

Was all das nicht leistet, ist eine Aussage über den Ausgang eines einzelnen Spiels. Beim EM-Finale 2024 am 14. Juli 2024 im Olympiastadion Berlin besiegte Spanien England mit 2:1 und gewann seinen vierten EM-Titel. Wer vor diesem Spiel auf einen klaren englischen Sieg gesetzt hatte, hatte gute Gründe — und verlor. Ein Tor mehr oder weniger entscheidet über Millionen von Wettscheinen, und kein Modell der Welt kennt den Winkel, in dem ein Ball von der Latte ins Feld zurückprallt.

Wo die Prognosen der Anbieter herkommen

Sporttip setzt seine Quoten selbst. Die Marge darin ist keine Meinung, sondern eine Rechnung, und sie ist das Einzige an einem Wettschein, das sich vorher exakt bestimmen lässt. Ein Vergleich zweier Anbieter über die vermeintliche Qualität ihrer Fussball-Experten führt zu nichts. Ein Vergleich derselben Partie zwischen beiden Anbietern führt zu einer Zahl.

Es lohnt sich, hier nüchtern zu bleiben: eine Prognose, die auf einer Website mit einem Prozentwert und drei Ausrufezeichen auftritt, hat keinen Vorsprung, sondern eine Verkaufsabsicht. Der Markt kennt diese Zahl bereits, sie steckt in der Quote. Was der Markt nicht kennt, ist die Verfassung eines Aussenverteidigers, der seit drei Wochen nicht trainiert hat. Dort liegt der einzige Vorteil, den ein Spielender überhaupt haben kann, und er ist klein.

Langzeitwetten, Gruppensieger und die Rechnung hinter jeder Quote

Sechs Vierergruppen werden bei der EM 2028 gespielt, danach folgt die K.-o.-Phase: Achtelfinale vom 24. bis 27. Juni, Viertelfinale am 30. Juni und 1. Juli, Halbfinale am 4. und 5. Juli und das Finale am 9. Juli 2028. Ein Spiel um Platz 3 findet nicht statt. Diese Struktur entscheidet mit, welche Wetten überhaupt in Frage kommen.

Der Turniersieger ist eine Langzeitwette: gesetzt wird jetzt, abgerechnet wird am 9. Juli 2028. Ein Gruppensieger wird am Ende der Gruppenphase entschieden, also Mitte Juni. Ein Einzelspiel nach neunzig Minuten. Drei völlig verschiedene Dinge mit drei völlig verschiedenen Laufzeiten — und der Kapitalbindungseffekt ist der Punkt, den kaum jemand erwähnt. Wer 2026 hundert Franken auf den Turniersieger setzt, bindet dieses Geld über zwei Jahre in einer Position, deren Quote sich nicht mehr verbessert und deren Ereignis weit entfernt liegt. Dieselbe Einschätzung, in einem Jahr gesetzt, trägt dieselbe Rendite in einem Bruchteil der Zeit.

Wie aus Einsatz und Quote ein Gewinn wird

Die Grundrechnung ist eine Multiplikation. Der mögliche Rückzahlungsbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote. Bei einem Einsatz von CHF 100 und einer Quote von 2.10 sind das CHF 210, davon CHF 110 Nettogewinn. Bei einer Kombinationswette multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Voraussagen zu einem Gesamtpreis: drei Voraussagen zu je 2.00 ergeben eine Gesamtquote von 8.00, und aus CHF 100 Einsatz werden CHF 800 — sofern alle drei zutreffen. Die Kehrseite derselben Multiplikation: mit jeder Voraussage mehr sinkt die Trefferwahrscheinlichkeit, während die Quote steigt, und niemand bezahlt für diese Steigerung mehr, als sie wert ist.

Bei der regulären Spielzeit gilt bei Sporttip die reguläre Spieldauer von etwa neunzig Minuten plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Das ist die praktisch folgenreichste Regel des ganzen Turniers: in der K.-o.-Phase entscheiden Spiele regelmässig in der Verlängerung, und eine Wette auf den Sieger nach regulärer Spielzeit ist dann verloren, obwohl die Mannschaft am Ende weitergekommen ist.

Die Marge: der Anteil, der nie auf dem Wettschein steht

Die Auszahlungsquote eines Marktes ergibt sich aus eins geteilt durch die Summe aller Kehrwerte der Quoten. Bei einem illustrativen 1X2-Markt mit den Quoten 2.10, 3.40 und 3.60 rechnet man 1 ÷ 2.10 plus 1 ÷ 3.40 plus 1 ÷ 3.60. Das ergibt eine Auszahlungsquote von etwa 0’952, also rund 95,2 Prozent. Die Marge ist der Rest: rund 4,8 Prozent. Es sind Beispielzahlen, kein Zitat eines aktuellen Marktes, und sie sollen nur zeigen, worüber man spricht.

Anders gerechnet, auf die Alltagssituation bezogen: von jedem Franken, der auf einen solchen Markt gesetzt wird, fliessen rund 4,8 Rappen nicht in die Auszahlung. Bei einer angenommenen Quote von 4.8 Prozent Marge und einem Einsatz von CHF 100 über zehn Wetten auf einen so gepreisten Markt summiert sich der rechnerische Anteil, der beim Anbieter bleibt, auf etwa CHF 48 — unter der Annahme, dass gleichmässig über alle drei Ausgänge gesetzt wird, was in der Praxis nie passiert. Die Marge liegt je nach Markt und Anbieter typischerweise im mittleren einstelligen Prozentbereich; auf Nebenmärkten, exotischen Kombinationen und einigen Live-Märkten ist sie deutlich höher, und genau dort wandert das Geld, das die Spielenden verlieren.

Ein 95-Prozent-Auszahlungsanteil und eine Marge von fünf Prozent sind dasselbe Phänomen aus zwei Richtungen. Nüchtern betrachtet ist die Marge der Preis des Produkts. Sie ist legitim, sie ist nicht versteckt, und sie ist der Grund, warum niemand mit Sportwetten ein Einkommen aufbaut. Wer dauerhaft gewinnen will, muss den Markt um den Betrag der Marge schlagen, den er bereits bezahlt hat.

Die Quoten dieser Beispiele tragen kein Datum und keine Anbieterzuordnung. Aktuelle Turnierquoten zur EM 2028 stehen im Wettprogramm der beiden bewilligten Veranstalter — und ändern sich dort laufend.

Spielplan, Teilnehmerfeld und der lange Weg bis zum Eröffnungsspiel

Zur EM 2028 sind die Teilnehmer noch nicht bekannt. Die Qualifikation wird in zwölf Gruppen mit vier oder fünf Teams gespielt; die zwölf Gruppensieger und die acht besten Gruppenzweiten qualifizieren sich direkt, die Auslosung ist am 6. Dezember 2026 in Belfast. Bis dahin ist jeder Turniersieger-Tipp eine Wette auf ein Feld, das sich erst noch zusammensetzen muss.

Für den Blick zurück: die erste Fussball-Europameisterschaft fand 1960 statt, seit 2016 spielen 24 Mannschaften, von 1996 bis 2012 waren es 16. Rekordsieger ist Spanien mit vier Titeln, Deutschland gewann drei davon. Rekordtorschütze ist Cristiano Ronaldo mit 14 Toren. Veranstalter des Turniers ist die UEFA, und es findet alle vier Jahre statt.

Bei der EM 2024 erzielten sechs Spieler je drei Tore: Cody Gakpo, Harry Kane, Georges Mikautadze, Jamal Musiala, Dani Olmo und Ivan Schranz. Die Gesamtzuschauerzahl lag bei 2’681’288. Zahlen, die sich gut aufsagen lassen und für die Beurteilung einer einzigen Wette nichts hergeben — der Torschützenkönig eines Turniers ist keine Vorhersage, sondern eine Ergebnisliste.

Was in der Schweiz überhaupt gesetzt werden darf

Das ist der Punkt, an dem viele Ratgeber aus dem Ausland ins Leere laufen. Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz und unterliegen einer geschlossenen Liste der erlaubten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, die die Gespa führt (Fassung vom 10. September 2026). Qualifikationsrunden stehen nur darauf, wenn sie dort aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind. Ranglistenwetten nur, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet, und Wetten auf Trainingsläufe nie. Corner- und Kartenmärkte finden sich auf dieser Liste nicht, eine Esport-Abteilung ebenfalls nicht. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen.

Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind in der Schweiz nicht erlaubt. Wer von einem Anbieter mit einem Politmarkt angelockt wird, sollte daraus den Schluss ziehen, den die Sache nahelegt: dieser Anbieter steht nicht unter Schweizer Aufsicht.

Die Livewette ist erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, wenn der Veranstalter über eine entsprechende Bewilligung verfügt. Eine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte kennt das Geldspielgesetz nicht. Virtuelle Sportarten lassen sich rechtlich nicht einordnen; dazu ist nichts zu sagen. Die Regeln selbst sind Sache des Veranstalters: bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Der Turnierverlauf als Abrechnungsfrage

Für die praktische Planung ist der Spielplan keine Dekoration, sondern die Grundlage der Fristen. Ein Gruppensieg wird nach dem letzten Gruppenspieltag entschieden. Ein Achtelfinal wird regulär gespielt, kann aber in die Verlängerung gehen. Das Finale am 9. Juli 2028 ist das letzte Ereignis, an dem eine Langzeitwette abgerechnet werden kann — alles davor hängt davon ab, wie weit eine Mannschaft kommt, und die meisten Langzeitwetten auf den Turniersieger werden lange vorher wertlos.

Der Vergleich: zwei bewilligte Veranstalter und acht ausländische Plattformen

Ein Vergleich, der zehn Buchmacher gegeneinander stellt und verschweigt, dass acht davon in der Schweiz keine Bewilligung haben, ist kein Vergleich, sondern eine Werbebroschüre. Die beiden Gruppen gehören getrennt betrachtet, und zwar nicht aus Vorsicht, sondern wegen einer sehr konkreten Frage: was passiert, wenn etwas schiefgeht.

Bewilligte Veranstalter für Sportwetten gibt es in der Schweiz genau zwei, weil die Kantone die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt haben: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Eine Liste weiterer bewilligter Buchmacher existiert nicht, weil es keine gibt; die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domänen. Jede andere Plattform, die einem Schweizer Publikum Sportwetten verkauft, arbeitet ohne Schweizer Bewilligung.

Plattform Schweizer Bewilligung Veranstalter oder gemeldete Bewilligung
Swisslos Sporttip ja, Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem BGS Swisslos, Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel; Aufsicht Gespa
Loterie Romande Jouez Sport ja, Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem BGS Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande; Aufsicht Gespa
bet-at-home keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Wirkung
1Bet keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Wirkung
Duelbits keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Wirkung
GG.BET keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Wirkung
BetFury keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Wirkung
Bruce Bet keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Wirkung
Betscore keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Wirkung
X3Bet keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung: Tobique (Kanada), in der Schweiz ohne Wirkung

Zwischen den beiden Gruppen liegt mehr als eine Formalität. Ein bewilligter Veranstalter ist im Spielsperrregister erfasst, unterliegt der Aufsicht der Gespa, zahlt nur auf ein Zahlungskonto aus, das auf den Namen des Kontoinhabers lautet, und behindert das Spielen nicht durch Werbung, die sich an Minderjährige richtet. Eine ausländische Plattform steht in keinem dieser Zusammenhänge. Nicht durch einen Schweizer Anbieter handelbare Stakes und Gewinne sind im Übrigen nicht nur ein theoretisches Risiko: in einem Verfahren gegen einen Veranstalter können Einsatz und Gewinn eingezogen werden, ohne dass die Spielenden selbst bestraft werden.

Die zweite Frage lautet, was eine Bewilligung im Bewilligungsland überhaupt bedeutet. Eine ausländische Bewilligung — ob aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land — entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. Für die acht Plattformen heisst das: kein Schweizer Rechtsweg, keine Anbindung an das Sperrregister, keine Fairplay-Kontrolle durch eine Schweizer Behörde. Die Domänen solcher Anbieter können auf der Sperrliste landen und werden von Schweizer Telekom-Anbietern per DNS blockiert — blockierte Domänen werden jeweils innerhalb weniger Stunden ersetzt. Genau das ist der Grund, warum eine Adresse, die im Februar funktioniert, im März verschwunden sein kann.

Wer wissen will, wo ein Anbieter im Vergleich steht, muss also zuerst zwei Dinge beantworten: hat er eine Schweizer Bewilligung, und was kostet die Wette in seiner Preisgestaltung. Alles andere ist Geschmackssache.

Nutzerkreis: wer bei welchem Veranstalter überhaupt ein Konto eröffnen darf

Bei den beiden bewilligten Veranstaltern ist der Zugang nicht frei wählbar, sondern an den Wohnsitz gebunden. Swisslos nimmt Konten nur von Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet an — das sind die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu der Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande bedient die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura.

Ein Umzug über die Sprachgrenze ist damit ein Konto-Problem. Wer in Zürich ein Sporttip-Konto hat und nach Genf zieht, darf dort nach den Regeln des Veranstalters nicht mehr weiterspielen. Wer in Freiburg wohnt, hat ein Konto bei Jouez Sport und keines bei Sporttip. Die beiden Anbieter konkurrieren also nicht um dieselben Kundinnen und Kunden; sie bedienen zwei getrennte Gebiete. Und wer die Wohnsitzregel umgeht, hat später im Streitfall ein Problem, das er selbst mitgebracht hat.

Die Rechtslage: eine Bewilligung gilt nur in der Schweiz

Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019). Aufsicht und Bewilligung liegen bei der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern, die im Rahmen des Geldspielkonkordats seit 1. Januar 2021 tätig ist. Nicht zuständig ist die ESBK, die ausschliesslich die Casinos überwacht — wer dort eine Antwort sucht, sucht an der falschen Stelle.

Ein Fahrrad lehnt an einer Mauer in einer Altstadtgasse, das Kopfsteinpflaster glänzt nass nach dem Regen.
Bei der Fussball-Europameisterschaft 2024 erzielten sechs Spieler je drei Tore: Cody Gakpo, Harry Kane, Georges Mikautadze, Jamal Musiala, Dani Olmo und Ivan Schranz.

Eine Bewilligung braucht den Veranstalterbewilligungs- und einen Spielbewilligungsentscheid, und sie gilt nur in der Schweiz. Damit ist der zentrale Satz dieser Seite gesagt: eine ausländische Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Kraft. Ein Grossspiel ohne Bewilligung zu veranstalten ist eine Straftat und wird mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren. Die Spielenden werden nicht bestraft. Ihr Geld kann trotzdem weg sein.

Der Reingewinn aus den Geldspielen fliesst gemeinnützigen Zwecken in den Kantonen zu. Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio., davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz, die damit Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe unterstützt. Aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Jahr 2024. Ein Betrag, der auch die Frage beantwortet, was ein bewilligter Anbieter mit der Marge tut.

Was das Werbeverbot bedeutet

Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten. Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Geldspiel ist verboten und wird mit einer Busse bis zu CHF 500’000 geahndet. Das ist keine Randvorschrift, sondern der Grund, warum diese Seite beschreibt und beurteilt statt zu empfehlen: für einen bewilligten Anbieter zu werben ist zulässig, für einen nicht bewilligten wäre es strafbar.

Gratisspiele oder Gratisguthaben bedürfen der vorgängigen Zustimmung der Gespa. Im Jahr 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Ein Werbeverbot zu bestimmten Tageszeiten gibt es in der Schweiz nicht.

Verlustlimiten, Spielsperre und was bei einem Problem hilft

Die Limiten in der Schweiz setzt der Spielende, nicht der Staat. So steht es in den Vorschriften des Bundes über die Geldspiele, und das ist eine wichtige Unterscheidung zu Erzählungen über einen staatlich verordneten Deckel. Es gibt in der Schweiz keine gesetzlich festgelegte Einzahlungsgrenze, die für alle gilt. Es gibt die Pflicht des Veranstalters, den Spielenden vor der Teilnahme zur Festlegung eines oder mehrerer Höchstwerte für Tag, Woche oder Monat beim Einsatz oder beim Verlust zu verpflichten.

Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Statutarisch sind 24 Stunden vorgesehen; Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Diese 72 Stunden sind der Punkt, an dem die Regel tatsächlich wirkt. Wer nach einer Verlustserie die Limite hochsetzen will, tut das mit einer Wartezeit vor sich, in der der Ärger verfliegt oder nicht. Wer sie senkt, wartet nicht. Die Regel ist erkennbar in eine Richtung gebaut, und das ist keine Willkür, sondern der Zweck.

Eine Spielsperre ist mehr als eine Pause. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden, und ein Fachgremium ist daran beteiligt. Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden. Gesperrte und minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn.

Sportwetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; unter 18 Jahren ist die Teilnahme ausgeschlossen. Wer aktiv an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Ein Konto pro Person, mit geprüfter Identität. Zur Online-Registrierung braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren; die Ausweisdaten werden aus dem hochgeladenen Dokument ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft.

Ein Hinweis zur Sachlichkeit: die Gespa führte 2025 Testkäufe durch und verkaufte bei 200 Fällen an Verkaufsstellen in 47,5 Prozent der Fälle eine Sportwette an eine minderjährige Person. Schutz ist an Verkaufsstellen also nicht lückenlos, und wer das Gegenteil behauptet, verkauft eine Illusion.

Wer das Gefühl für den Einsatz verliert, findet bei den Beratungsstellen der Kantone und der öffentlichen Hand Unterstützung — unabhängig davon, bei welchem Anbieter gespielt wurde. Das ist der Teil des Themas, an dem kein Spott steht.

Gratiswetten, Boni und die Marge, die von jeder Aktion bezahlt werden muss

Die Erwartung, die die Werbung pflanzt, lautet: erst die Gratiswette, dann das grosse Los. Die Realität hat zwei Seiten, und die erste ist der Umfang. Gratisspiele und Gratisguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa — 2025 erhielt die Loterie Romande deren 24, Swisslos deren 8. Wer bei einem Schweizer Veranstalter einsteigt, stösst auf wenige und kleine Aktionen, nicht auf eine Rabattschlacht.

Die zweite Seite ist die Mechanik. Eine Gratiswette, deren Einsatz mit dem Gewinn nicht zurückgezahlt wird, ist nicht der Gegenwert ihres Nennbetrags. Ihr durchschnittlicher Wert entspricht dem Gratiswettenbetrag multipliziert mit Quote minus eins, geteilt durch Quote, und davon noch der Auszahlungsanteil des Marktes. Über alle möglichen Ausgänge gemittelt bleibt ein Bruchteil des Betrags übrig, der auf der Aktionsseite steht. Genau dieser Bruchteil ist es aber, der überhaupt einen Vorteil darstellt, und das Marketing nennt ihn nie.

Was «boosted odds» wert sind, wenn man nachrechnet

Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Ein Anbieter, der eine Erhöhung des Bruttogewinns als Geschenk verkauft, verkauft in Wahrheit eine kurze Frist mit einer Obergrenze. Der Kombiboost hat dieselbe Grundform: mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50, und auf den Nettogewinn gibt es 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen — wieder mit begrenztem Einsatz und begrenzter Gewinnerhöhung.

Die Erhöhung ist also an eine Mindestanforderung geknüpft, die eigene Bedingung, und viermal das Risiko einer Kombination obendrauf. Was wie eine Belohnung aussieht, verlangt mehr Voraussagen, nicht belastbarere.

Bei ausländischen Plattformen mit Boni, deren Grössenordnung in einem anderen Marktsegment liegt, hilft eine einfache Ordnungsregel: je höher der beworbene Betrag, desto grösser die Wahrscheinlichkeit, dass er an Umsatzbedingungen, Mindestquoten und Fristen geknüpft ist, die den erwarteten Wert des Angebots typischerweise deutlich unter den beworbenen Betrag drücken. Das ist keine Anklage, sondern eine Beschreibung dessen, wie solche Angebote konstruiert sind. Umsatz ist nicht Einzahlung, und ein Konto gleicht sich nicht aus, weil ein Bonus darauf liegt.

App, Smartphone und was ein Bewilligungsdokument nicht ersetzt

Auf dem Smartphone zählt etwas Nüchternes: ob der Wettschein nach zwei Klicks steht und ob die Seite in der Strassenbahn lädt. Ein schönes Menü mit einem überladenen Sportmenü ist kein Fortschritt, sondern ein Zeitproblem, und Zeit ist beim Live-Wetten die einzige Währung, die sich nicht zurückkaufen lässt.

Die Schweizer Veranstalter bieten ihre Sportwetten online an, und für das Handy heisst das in der Praxis: dasselbe Konto, dieselben Limiten, dieselben Regeln wie am Rechner. Wer eine Verlustlimite gesetzt hat, findet sie in der App wieder. Das ist der Punkt, an dem die App-Frage aufhört, eine Geschmacksfrage zu sein, und eine Kontrollfrage wird: eine Anwendung, die einem keine Tagesübersicht der Einsätze zeigt, nimmt einem genau die Information, die man beim Weiterspielen braucht.

Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; anbieten muss Swisslos ihn nicht für alle Wetten. Wer den Cash-Out als Werkzeug zur Verlustbegrenzung verkauft, verkauft also etwas, dessen Preis der Anbieter selbst festlegt.

Zwei weitere Regelungen gehören an diese Stelle, weil sie am Handy am ehesten übersehen werden. Erstens: bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Eine Wette, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert wird, zählt mit Quote 1.00 — und in spielentscheidenden Situationen wie einem Elfmeter, einer Roten Karte oder einem Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Es gibt einen Wett-Tipp, dass spätes Setzen noch schnell möglich ist und trotzdem den alten Preis bekommt. Nur zur Klarheit: es gibt ihn nicht, und man kann die genaue Grenze nicht selbst bestimmen. Zweitens: voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung lassen sich bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombinieren; nimmt Swisslos eine solche Kombination irrtümlich ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Eine Kombination, die eine Mannschaft zum Gruppensieger macht und sie im selben Wettschein ins Finale bringt, ist keine Kombination, sondern ein Widerspruch.

Eine App ersetzt keine Bewilligung. Wer eine Anwendung mit hübscher Oberfläche von einer Plattform ohne Schweizer Bewilligung installiert, hat das Handy aufgeräumt und nichts an der Rechtslage geändert: kein Schweizer Rechtsweg, keine Anbindung an das Sperrregister, keine in der Schweiz durchsetzbaren Ansprüche. Die Oberfläche ist der Teil des Angebots, der am schnellsten gebaut ist.

Die zehn Plattformen im Vergleich

Zehn Namen, zwei Gruppen. Die Reihenfolge folgt dem Zugang: zuerst die beiden Veranstalter, die in der Schweiz überhaupt ein Konto eröffnen dürfen, dann die ausländischen Plattformen, denen Schweizer Spielende begegnen. Beurteilt werden sie nach denselben Kriterien — Bewilligungsstatus, Angebot, Limiten, Quotenmarge, Auszahlung — aber wer die Gruppen vermischt, vergleicht Äpfel mit einem Sperrvermerk.

Swisslos Sporttip: bewilligt, mit Produkten, die kaum ein Anbieter nachbaut

Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten auf Grundlage der Interkantonalen Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019; die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Die Bewilligung ist eine Veranstalterbewilligung samt Spielbewilligung nach dem BGS, die Aufsicht liegt bei der Gespa. Der Zugang für ein Online-Konto ist auf Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im Vertragsgebiet beschränkt.

Was Sporttip an Markttiefe fehlt, fügt es an Regeln hinzu, und das ist nicht ironisch gemeint. Der Mindesteinsatz liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000, für eine Systemwette bei CHF 10’000. Die Bet-Builder-Funktion bündelt abhängige Ereignisse einer Sportveranstaltung, statt sie zu verbieten. Quoten- und Profitboosts, der Kombiboost, Cash-Out und Livewetten sind vorhanden, jeweils mit den Bedingungen, die oben stehen. Für den Normalgebrauch ist das eine Ausstattung, die man nicht vermisst.

Die Auszahlung von Gewinnen und Guthaben erfolgt in der Schweiz nur auf ein Zahlungskonto, das auf den Namen des Kontoinhabers lautet. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen existieren bei bewilligten Schweizer Sportwetten nicht, und Kredite an Spielende sind nicht zulässig. Wer eine schnelle, bargeldlose, namefreie Auszahlung sucht, sucht in der Schweiz vergeblich.

Der eigene Verlustlimitenapparat gehört zur Bewilligung dazu, nicht zum Marketing: Limiten für 1, 7 und 30 Tage vor der ersten Teilnahme, Oberlimite CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000, Senkung sofort, Erhöhung nach 72 Stunden. Wer im Westschweizer Gebiet wohnt, bekommt hier kein Konto — das ist keine Einschränkung des Angebots, sondern seine Grenze.

Beurteilung: für alle im Vertragsgebiet wohnhaften Spielenden, die die Regeln kennen und eine Quote gegen eine Marge abwägen können, ist Sporttip die naheliegende erste Adresse, weil hier die Marge nicht der einzige Preis ist — die Marktauswahl ist eine geschlossene Liste, und die Beschränkung ist der Preis der Bewilligung.

Loterie Romande Jouez Sport: dasselbe Recht, anderes Publikum

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Die Bewilligungsstruktur entspricht der von Swisslos: Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach dem BGS, unter Aufsicht der Gespa.

Ein Online-Konto ist ausschliesslich für Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in einem der sechs Kantone möglich. Damit ist die Wahl zwischen den beiden bewilligten Veranstaltern für die meisten Spielenden keine Wahl. Wer in Lausanne wohnt, hat Jouez Sport und kein Sporttip-Konto; wer in St. Gallen wohnt, umgekehrt. Ein Vergleich, der die beiden gegeneinander antreten lässt, verkennt die Konstruktion.

Diese Zweiteilung erklärt auch, warum die Aktionen der Loterie Romande 2025 mit 24 Zustimmungen der Gespa zahlenmässig über denen von Swisslos lagen. Eine grössere Zahl von Aktionen ist kein besseres Angebot, sondern eine andere Verteilung — und für die Spielenden relevant ist ohnehin nur die Frage, was eine Aktion an Umsatz, Frist und Höchstgewinn verlangt.

Beurteilung: der praktische Wert von Jouez Sport liegt weniger im Produktvergleich als im Zugang über die 2’350 Verkaufsstellen der Roman-de — dort, wo das Publikum Beratung braucht, sitzt der Anbieter, und das ist bei einem Anbieter mit Bewilligung mehr als ein Vertriebsdetail.

bet-at-home: ohne Schweizer Bewilligung

bet-at-home ist eine der Plattformen, die einem Schweizer Publikum begegnen, und sie ist eine der beiden Domänen, die die Gespa im Zusammenhang mit Domain-Hopping ausdrücklich nennt. Eine Schweizer Bewilligung hat sie nicht; nur Swisslos und Loterie Romande dürfen hierzulande Sportwetten anbieten. Eine gemeldete Bewilligung ist nicht festgestellt, und selbst wenn es sie gäbe, entfaltete sie in der Schweiz nach Art. 4 BGS keine Wirkung. Damit hängen an diesem Namen alle vier Folgen zugleich: keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, keine Schweizer Fairplay-Kontrolle, und die Domäne kann über die Sperrliste von Schweizer Telekom-Anbietern blockiert werden.

Was oben steht wie eine Formalität, ist in der Praxis eine Erreichbarkeitsfrage. Wer sein Konto bei einer Plattform führt, deren Adresse von einem Anbieter zum nächsten wandert, führt es an einem Ort, den er nicht kontrolliert.

Beurteilung: das entscheidungserhebliche Merkmal dieser Plattform ist ihre Sperrfähigkeit, und wer ein Konto dort führt, geht jede Woche eine kleine Unsicherheit mehr ein, ohne dass die Quoten das ausgleichen müssten.

1Bet: ohne Schweizer Bewilligung

1Bet gehört zur Gruppe der ausländischen Anbieter, die einem Schweizer Publikum begegnen, und trägt in dieser Übersicht denselben Status wie die übrigen: keine Schweizer Bewilligung, eine gemeldete Bewilligung, die hier ohne Wirkung bleibt, kein Zugang zum Schweizer Sperrregister und kein Schweizer Rechtsweg. Die Domäne kann auf der Sperrliste landen.

Für Schweizer Spielende gibt es an dieser Stelle nichts abzuwägen. Es gibt nichts, was ein ausländischer Anbieter ohne Bewilligung an Schutzleistung vorweisen könnte, was der Unterschied zu den beiden bewilligten Veranstaltern ausgleichen würde; die eine Sache, die er bieten kann, ist ein anderes Wettprogramm und eine andere Preisgestaltung, und die muss man über die Marge vergleichen, nicht über die Startseite.

Beurteilung: der einzige Grund, ein Konto bei einer nicht bewilligten Plattform zu führen, ist ein konkretes Wettangebot, das es in der Schweiz nicht gibt — und ein konkretes Interesse reicht als Grund nicht, wenn im Streitfall keine Schweizer Stelle zuständig ist.

Duelbits: ohne Schweizer Bewilligung

Duelbits gehört zur Gruppe der Plattformen ohne Schweizer Bewilligung. Für dieses Jahrhundert gilt: nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten veranstalten, eine ausländische Bewilligung entfaltet keine Wirkung, es besteht keine Verbindung zum Sperrregister und kein Schweizer Rechtsweg, und die Domäne kann blockiert werden.

Die Wahl zwischen zwei Rechtsordnungen ist keine Geschmacksfrage, sie ist eine Frage der Rückgriffsmöglichkeit. Wer auf einer Plattform ohne Schweizer Bewilligung gewinnt und nicht ausgezahlt wird, hat einen Anspruch, der in einem ausländischen Verfahren durchgesetzt werden müsste, und dafür gibt es in der Schweiz keine Stelle.

Beurteilung: hier gilt derselbe Massstab wie bei den anderen ausländischen Namen, und wer das Angebot trotzdem prüft, sollte sein Urteil an der Marge und an der Erreichbarkeit festmachen, nicht an der Breite des Sportmenüs.

GG.BET: ohne Schweizer Bewilligung

GG.BET fällt in dieselbe Kategorie wie die übrigen ausländischen Plattformen im Vergleich: keine Schweizer Bewilligung, keine in der Schweiz wirksame ausländische Bewilligung, keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, mögliche Aufnahme in die Sperrliste und damit in die DNS-Blockade durch Schweizer Telekom-Anbieter.

Der Umgang mit diesen Angeboten ist eine Entscheidung über Risiko, und das Risiko ist nicht abstrakt. Stakes und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Veranstalter eingezogen werden, ohne dass die Spielenden bestraft werden; sie verlieren das Geld, ohne eine Sanktion zu erhalten. Das ist die unangenehmste Form des Verlusts, weil sie nicht aus einer schlechten Prognose entsteht, sondern aus der Wahl der Gegenpartei.

Beurteilung: ein Konto bei einem Anbieter ohne Bewilligung ist eine Wette gegen die Sorgfalt der eigenen Wahl, und diese Wette wird nicht mit einer Quote abgegolten.

BetFury: ohne Schweizer Bewilligung

BetFury steht in diesem Vergleich als eine der ausländischen Plattformen ohne Schweizer Bewilligung. Es gilt, was für die ganze Gruppe gilt: nur zwei Schweizer Veranstalter dürfen Sportwetten anbieten, eine ausländische Bewilligung bleibt in der Schweiz ohne Wirkung, das Sperrregister erfasst solche Konten nicht, und ein Schweizer Rechtsweg existiert nicht.

Was in dieser Gruppe zu vergleichen bleibt, ist die Preisgestaltung, und die ist bei einer Plattform ohne Bewilligung mit keiner Schweizer Quelle zu prüfen. Wer die Marge eines solchen Anbieters gegen Sporttip stellen will, kann das tun — aber er vergleicht dann zwei Anbieter, von denen nur einer im Streitfall erreichbar ist.

Beurteilung: für ein Publikum, das die Quoten der bewilligten Veranstalter ohnehin kennt, hat diese Plattform keinen Vorteil, der die fehlende Anbindung an das Schweizer System aufwöge.

Bruce Bet: ohne Schweizer Bewilligung

Bruce Bet trägt in dieser Übersicht denselben Status wie die übrigen ausländischen Namen: keine Schweizer Bewilligung, keine hier wirksame ausländische Bewilligung, kein Eintrag in einem Schweizer System, das einem im Streitfall hilft, kein Schweizer Rechtsweg. Die Domäne kann blockiert werden.

Der praktische Hinweis an dieser Stelle ist die Erreichbarkeitsfrage. Ein Anbieter, dessen Adresse innerhalb weniger Stunden wechseln kann, ist kein stabiler Vertragspartner, und die Vertragsbeziehung ist genau das, worauf man sich beim Wetten einlässt: ein Versprechen, das im Erfolgsfall ausgezahlt wird.

Beurteilung: eine Plattform, über deren Bewilligung in der Schweiz nichts festgestellt ist, eignet sich für ein Publikum, das bereit ist, im Zweifel nichts zu bekommen — und das ist ein sehr kleiner Teil der Leserinnen und Leser.

Betscore: ohne Schweizer Bewilligung

Betscore gehört zu den acht ausländischen Plattformen in dieser Übersicht und trägt keinen Schweizer Bewilligungsstatus. Damit stehen einem Schweizer Konto dieselben vier Folgen gegenüber: keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, keine Schweizer Fairplay-Kontrolle, mögliche DNS-Blockade.

In der Gesamtbetrachtung ist der Vergleich zwischen diesen acht Plattformen weniger aussagekräftig als der Vergleich zwischen einem von ihnen und einem der beiden bewilligten Veranstalter. Die Frage ist nicht, welche Plattform besser ist, sondern ob der Wechsel die Bewilligung wert ist, und diese Frage stellt sich bei jedem der acht gleich.

Beurteilung: die Plattform bleibt eine Option für Spielende mit einem sehr spezifischen Wunsch nach einem Markt, den Sporttip oder Jouez Sport nicht anbieten — und wer diesen Wunsch hat, sollte zuerst dort nachsehen.

X3Bet: ohne Schweizer Bewilligung, mit einer besonders gemeldeten Bewilligung

X3Bet ist innerhalb dieser Gruppe der einzige Anbieter, für den eine konkrete ausländische Bewilligung gemeldet wird: Tobique in Kanada, gemeldet über Drittquellen. Eine Schweizer Bewilligung hat X3Bet nicht, und die Bewilligung eines anderen Landes ist in der Schweiz nicht wirksam. Folgen wie bei den übrigen: kein Zugang zum Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, mögliche Aufnahme in die Sperrliste.

Die kanadische Bewilligung ist der interessanteste Teil dieses Eintrags, und sie ändert nichts. Eine ausländische Genehmigung beschreibt ein Verhältnis zwischen dem Anbieter und einem anderen Staat. Über die Schweizer Aufsicht sagt sie nichts, über die Erreichbarkeit im Streitfall nichts, und über die Frage, ob eine Wette auf ein bestimmtes Ereignis in der Schweiz erlaubt wäre, ebenfalls nichts.

Beurteilung: die Nennung einer konkreten ausländischen Genehmigung macht diese Plattform nicht besser als ihre Nachbarn in derselben Liste, sie macht sie nur beschreibbarer.

Wo die Wahl bleibt

Wer in der Schweiz Sportwetten auf ein Turnier wie die EM 2028 plant, hat am Ende nicht zehn Optionen, sondern zwei legale Wege und acht Namen, die man kennt, ohne sie empfehlen zu können. Innerhalb der zwei Wege entscheidet die Wohnadresse, nicht der Geschmack: Swisslos in den Deutschschweizer Kantonen, im Tessin und in Liechtenstein, Loterie Romande in den sechs Westschweizer Kantonen.

Die längere Rechnung gehört auf den Wettschein, nicht auf die Plakette. Ein 1X2-Markt mit einer Auszahlungsquote von rund 95 Prozent lässt dem Anbieter etwa fünf Prozent von jedem gesetzten Franken, ob der Einsatz klein oder gross ist, und keine Aktionsseite ändert daran etwas. Wer das einmal gelesen hat, liest jede Werbung anders, und das ist der eigentliche Gewinn dieses Textes.

Ist der Weg gewählt, bleibt für die zwei Jahre bis zum Eröffnungsspiel Zeit für eine Limite, die man im Voraus setzt, für das Lesen der Regeln zur regulären Spielzeit, für den Blick in die Gespa-Liste der erlaubten Wettarten und für die Zurückhaltung bei jeder Prognose, die mit Sicherheit auftritt.

Häufige Fragen

Findet 2026 eine Fussball-Europameisterschaft statt, und wann ist die nächste Endrunde?

Nein. Die letzte Endrunde war die EM 2024 vom 14. Juni bis 14. Juli 2024 in Deutschland mit 24 Mannschaften. Die nächste findet 2028 mit 24 Nationen in England, Schottland, Wales und Irland statt: Eröffnungsspiel am 9. Juni 2028 in Cardiff, Finale am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion in London.

Wer wird Europameister 2028, und was sagen die Wettquoten darüber wirklich aus?

Das weiss niemand, und eine Quote sagt es auch nicht. Sie ist ein Preis, in dem die Einschätzungen aller Spielenden und die Marge des Veranstalters stecken. Rekordsieger ist Spanien mit vier Titeln, Deutschland gewann drei. Die Qualifikation endet erst mit der Auslosung am 6. Dezember 2026 in Belfast.

Wie funktioniert eine Langzeitwette auf den Turniersieger, und wann wird sie abgerechnet?

Der Einsatz wird jetzt gesetzt, die Quote steht fest, die Abrechnung erfolgt nach dem Finale am 9. Juli 2028. Der mögliche Rückzahlungsbetrag ist der Einsatz mal die Quote. Bis zum Turnier bindet die Wette den Einsatz; ein Cash-Out kann möglich sein, muss aber nicht angeboten werden.

Warum bieten die beiden Schweizer Veranstalter nur wenige und kleine Bonusaktionen an?

Gratisspiele und Gratisguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa; 2025 erteilte sie deren 24 an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Dazu kommt, dass eine Gratiswette nicht den Nennbetrag wert ist, weil ihr Einsatz mit einem Gewinn nicht zurückgezahlt wird. Beides drückt den Umfang der Aktionen.

Was geht bei einer Wett-App ohne Schweizer Bewilligung verloren, wenn etwas schiefläuft?

Alles, was den Streitfall betrifft: kein Schweizer Rechtsweg, keine Anbindung an das Sperrregister, keine Fairplay-Kontrolle durch eine Schweizer Behörde. Die Domäne kann zudem von Schweizer Telekom-Anbietern blockiert werden. Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Eine ansprechende Oberfläche ändert daran nichts.

Welche Verlustlimiten gelten vor der ersten Wette, und wie wird ein Gewinn je nach Kanton besteuert?

Bei Sporttip sind vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage zu setzen, Oberlimite CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren; eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung nach 72 Stunden. Gewinne sind bis zum Steuerfreibetrag und je nach Kanton steuerfrei; darüber behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein. Für den eigenen Fall ist die kantonale Steuerverwaltung die richtige Adresse.

Inhalt erstellt vom Team «wettbueroch»