Online Formel 1 wetten in der Schweiz – das Wettangebot der zwei bewilligten Veranstalter und was ausländische Buchmacher kosten
Ladevorgang...
Wetten auf die Formel 1 lassen sich in der Schweiz nur bei zwei Veranstaltern platzieren, und beide haben ihre eigene Kundschaft. Wer im Kanton Zürich ein Konto eröffnen will, landet bei Swisslos; wer in Lausanne wohnt, bei der Loterie Romande. Ausländische Buchmacher nehmen Schweizer Spielende zwar an, sie dürfen es hier aber nicht.
Datenstand: Oktober 30, 2026. Bewilligungen und Aufsicht geprüft gegen die Angaben der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht) und die veröffentlichten Spielregeln der beiden Veranstalter.
Der Rennkalender 2026 und was er für Wetten bedeutet
Die Formel-1-Weltmeisterschaft 2026 begann am 8. März 2026 mit dem Grossen Preis von Australien; das Saisonende ist für den 6. Dezember 2026 mit dem Grossen Preis von Abu Dhabi vorgesehen. Dazwischen liegen 24 Läufe, sechs davon Sprintrennen in Shanghai, Miami, Montreal, Silverstone, Zandvoort und Singapur. Der Grosse Preis von Saudi-Arabien am 19. April 2026 wurde ersatzlos abgesagt — ein Kalenderplatz, der nicht gefüllt wurde.

Ein abgesagter Grand Prix ist für Wettende mehr als eine Programmänderung. Wer eine Langzeitwette auf den Weltmeister hält, verliert dadurch kein Geld, weil der Titel an anderer Stelle entschieden wird. Wer dagegen auf ein einzelnes Rennen gesetzt hat, hat plötzlich keine Wette mehr — und wer eine Kombiwette gebaut hatte, deren Bestandteil dieser Lauf war, bemerkt erst dann, wie viele Beine sie eigentlich hatte.
Die Saison in Zahlen
Elf Teams mit 22 Fahrern gehen an den Start, erstmals seit 2016 wieder so viele. Das Cadillac Formula 1 Team ist neu dabei, und Sauber tritt als Audi F1 Team an. Die Feldgrösse ist nicht nur eine Randnotiz für Motorsportfans: Bei 22 Fahrern und elf Konstrukteuren verteilt sich das Geld anders als in einer Saison mit zwanzig Fahrzeugen, weil ein Ausfall in einem kleineren Feld anteilig schwerer wiegt und ein Podiumsplatz für ein Mittelfeldteam entsprechend häufiger vorkommt.
Zum Reglement 2026 gehören ein 1,6-Liter-V6-Turbomotor mit einem Elektroanteil von rund 350 kW ohne MGU-H, synthetischer Kraftstoff und aktive Aerodynamik, die das DRS ersetzt. Das Mindestgewicht sinkt von 800 auf 768 Kilogramm. Für den Wettmarkt heisst die Antriebsänderung vor allem eines: Die ersten Saisonrennen sind die unsicherste Phase des Jahres, weil die Zuverlässigkeit der neuen Aggregate nirgends belegt ist. Wer in Australien auf einen Rennsieger setzt, bewertet sehr wenig bekannte Technik mit sehr viel Vertrauen.
Die Weltmeisterschaft selbst wird seit 1950 ausgetragen und hiess bis 1980 «Automobil-Weltmeisterschaft», seit 1981 «FIA Formula One World Championship». Autorisierend ist der Automobil-Weltverband FIA; die Grossen Preise richten lokale Veranstalter aus, die dazu einen Vertrag mit der Formula One Management Ltd. abschliessen. Diese Struktur erklärt, warum ein Rennen abgesagt und nicht verschoben wird: Der Vertrag besteht mit einem örtlichen Ausrichter, und fällt dessen Zusage weg, verschwindet der Lauf aus dem Kalender der Wettanbieter.
Wo die Wahl zwischen Welten beginnt: das bewilligte Angebot im Vergleich
Die Wahl ist enger, als die Suchtreffer vermuten lassen. In der Schweiz dürfen Sportwetten nur zwei Veranstalter organisieren. Swisslos fährt sie unter dem Namen Sporttip, die Loterie Romande unter Jouez Sport. Alles andere, was unter «Formel-1-Wettanbieter Schweiz» erscheint, ist ausländisch und wird hier nur beschrieben, nie empfohlen.
| Anbieter | Bewilligung in der Schweiz | Veranstalter oder gemeldete Lizenz |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS | Loterie Romande, Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne |
| HighFlyBet | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Lizenz nicht festgestellt |
| Funbet | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Lizenz nicht festgestellt |
| myBet | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Lizenz nicht festgestellt |
| MrXbet | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Lizenz nicht festgestellt |
| Cloudbet | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Lizenz nicht festgestellt |
| BetFury | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Lizenz nicht festgestellt |
| Betovo | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Lizenz nicht festgestellt |
| BetLabel | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Lizenz nicht festgestellt |
Die Tabelle liest sich wie eine Rangliste und ist in Wahrheit eine Weggabelung. Zwei Zeilen tragen eine Bewilligung, acht tragen keine. Dazwischen gibt es nichts — nicht einen Anbieter, der «in Prüfung» ist, nicht eine «europäische Lizenz, die in der Schweiz anerkannt wird». Eine solche Anerkennung existiert nicht.
Warum die Liste so kurz ist
Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Swisslos wurde überhaupt erst kürzlich zum Sportwettenanbieter: Das Unternehmen mit Sitz in Basel veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019; die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Ein Anbieter, der in einem so engen Markt existiert, muss nicht um Aufmerksamkeit kämpfen — und tut es auch nicht. Wer von Swisslos aggressives Bonuswerben erwartet, wartet vergebens.
Der Reingewinn ist an öffentliche Zwecke gebunden. Für 2025 verteilte Swisslos CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz, also an Swiss Olympic, den Fussball, das Eishockey und die Sporthilfe. Aus den Sportwetten stammten davon CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Vorjahr. Man kann das als Argument für den bewilligten Weg lesen — Geld, das im Land bleibt — oder als Hinweis darauf, dass die Marge auch bei einem gemeinnützigen Veranstalter eine Marge bleibt. Beides ist wahr.
Die GRUNDLAGEN hinter dieser kurzen Liste stehen im Abschnitt zur Rechtslage.
Was ein Rennen ausmacht, bevor eine Quote darauf passt
Ein Formel-1-Rennen wird abgebrochen, wenn es nach zwei Stunden nicht beendet ist; nach einer roten Flagge steigt das Limit auf drei Stunden. Diese Uhr hängt über jeder Livewette und erklärt, warum ein Rennen kurz vor Schluss mit einer anderen Quote gehandelt wird als eine Fussballpartie in der 88. Minute: Der Abbruch ist ein eingebauter Endpunkt, nicht ein Unfall.
In der Formel 1 erhalten seit 2010 die ersten zehn eines Rennens Punkte; in Sprintrennen punkten die ersten acht nach dem Schema 8-7-6-5-4-3-2-1. Von 2019 bis 2024 gab es zusätzlich einen Punkt für die schnellste Rennrunde, wenn der Fahrer unter den ersten Zehn ins Ziel kam. Dieser Punkt ist weggefallen, und damit eine ganze Wettart. Wer sich erinnert, wie oft die schnellste Runde am Ende ein Auflauf für Mittelfeldteams war, ahnt, was der Zusatzpunkt für die Quoten bedeutete: Er machte Fahrer ohne Aussicht auf einen Podiumsplatz plötzlich interessant.
Die Siegerplanung der Vergangenheit hilft beim Einordnen. Rekordweltmeister bei den Fahrern sind Michael Schumacher und Lewis Hamilton mit je sieben Titeln, bei den Konstrukteuren führt Ferrari mit 16 Titeln. Die Saison 2025 umfasste 24 Grosse Preise und 6 Sprintrennen vom 16. März bis 7. Dezember 2025; Fahrerweltmeister wurde Lando Norris auf McLaren, Konstrukteursweltmeister McLaren-Mercedes. Wer aus einem Titel den nächsten ableitet, übersieht, dass in der Formel 1 jede Regeländerung die Kräfteverhältnisse neu würfelt — und 2026 ist ein Regeljahr.
Sprint und Grand Prix sind zwei verschiedene Wetten
Ein Sprintrennen ist ein eigenes Ergebnis mit eigenen Punkten und einer eigenen Quotierung. Sechs Mal in der Saison 2026 zerfällt ein Wochenende damit in drei Ausgänge, auf die sich wetten lässt: Qualifying, Sprint, Grand Prix. Wer das verwechselt, baut Kombiwetten, deren Beine er für unabhängig hält und die es nicht sind. Bei sechs Sprints in einer 24-Rennen-Saison ist das kein Randfall, sondern jeder vierte Grand-Prix-Platz.
Die Rechtslage: wer in der Schweiz eine Wette annehmen darf
Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019) und werden von der Gespa überwacht, nicht von der ESBK — die ist für Casinos zuständig. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel, und sie «gilt nur in der Schweiz». Genau dieser Satz erklärt alles Weitere: Eine Bewilligung aus Curaçao, Malta, Deutschland oder sonst einem Land entfaltet hier keine Wirkung.

Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt; zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; sie nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Es gibt für Schweizer Spielende also keinen dritten Weg und auch keine Wahl zwischen zwei konkurrierenden Angeboten innerhalb der eigenen Region — die Region entscheidet.
Der Katalog der erlaubten Wetten
Erlaubt ist nur, was auf der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten steht (Fassung 10.09.2026). Qualifikationsrunden nur, wenn sie gelistet sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettkampf oder über das Podium entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen, ebenso Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen. Corner- und Kartenmärkte sucht man in der Liste vergebens, und einen Esport-Bereich gibt es dort nicht — Esport kommt in der Liste schlicht nicht vor.
Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht erlaubt. Wer aus dem Ausland anderes kennt, sollte wissen, dass die Schweizer Liste eine geschlossene ist: Was nicht darauf steht, wird auch bei einem bewilligten Veranstalter nicht angeboten. Livewetten sind zulässig, vor dem Rennen und während des Rennens, soweit der Veranstalter eine entsprechende Bewilligung hat; das BGS beschränkt die Livewetten nicht auf bestimmte Märkte. Das ist die eine Stelle, an der der bewilligte Rahmen weiter ist, als viele erwarten.
Organisiert jemand Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung, ist das eine Straftat — bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre. Der Spielende wird nicht bestraft. Aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und Schutz oder Fair-Play-Kontrolle gibt es nicht.
Was das Spielerkonto verlangt
Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet; es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Eine schnelle Anmeldung mit E-Mail-Adresse und Nickname, wie sie ausländische Seiten anbieten, ist hier nicht vorgesehen — und das ist keine Schikane, sondern die Bedingung dafür, dass die Spielsperre überhaupt greift.
Gewinne und Guthaben werden ausschliesslich auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausbezahlt. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Wettangebot nicht, und Kredit an Spielende wird nicht gewährt. Wer bei einem ausländischen Anbieter in Kryptowährung auszahlt, verlässt also nicht nur den bewilligten Rahmen, sondern auch den Mechanismus, der die Identität absichert.
Dass ausländische Domains für Schweizer Anschlüsse gesperrt werden können, ist eine andere Geschichte — sie steht im Abschnitt über die ausländischen Anbieter.
Steuern: der Freibetrag und die kantonale Uneinigkeit
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag je Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und erst darüber steuerpflichtig. Der Bundesfreibetrag liegt ab 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, nach CHF 1’070’400 im Jahr 2025. Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, weshalb «je nach Kanton» die einzig richtige Formulierung ist — eine einzelne Kantonszahl wäre für die meisten Leserinnen und Leser falsch.
Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Deklaration in der Steuererklärung zurückgeholt wird. Ein typischer Wetteinsatz liegt weit unter dieser Schwelle: auf den Gewinn fällt dann weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer an. Eine Wettsteuer auf den Einsatz gibt es in der Schweiz nicht — wer von «Sportwettensteuer auf jeden Einsatz» liest, liest über ein anderes Land.
Bei ausländischen Anbietern sieht es anders aus. Deren Gewinne unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis etwa des Kantons Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Ein Formel-1-Gewinn von wenigen hundert Franken ist in der Westschweiz also etwas anderes als im Thurgau. Das ist eine Frage an die Steuerberatung oder die kantonale Steuerverwaltung, nicht an den Buchmacher.
Verantwortungsvoll wetten: die Limiten sind die eigenen
Der Schutzmechanismus in der Schweiz ist konsequent persönlich. Kein Gesetz setzt eine feste Einzahlungsgrenze; die Limiten setzt die spielende Person. Vor der ersten Teilnahme bei Sporttip müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen (Oberlimite CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000). Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Die gesetzliche Vorgabe unterscheidet sich hier in einem Detail von der Praxis: Das BGS verlangt, dass eine Erhöhung erst nach 24 Stunden wirkt; Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Für den Leser ist die längere Frist die relevante, und sie ist kein Zufall. Wer nach einem verlorenen Rennen die Limite anheben will, stösst auf eine dreitägige Bedenkzeit, in der sich die Enttäuschung meistens erledigt.
Spielsperre und Sperrregister
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Das ist die wirksamste Einzelvorkehrung im ganzen System: Sie wirkt über den Sporttip-Zugang hinaus, und sie lässt sich nicht mit einem neuen Konto bei einem anderen Schweizer Anbieter umgehen.
Eine freiwillige Sperre kann frühestens nach drei Monaten aufgehoben werden, und daran ist eine Fachstelle beteiligt. Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss der Veranstalter anbieten. Wer gesperrt oder minderjährig ist, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.
Die Kontrolle am Verkaufspunkt ist allerdings dünn. Bei Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Wer eine Wette anonym am Kiosk abschliessen will, ist nicht geschützt, weil eine Regel es vorsieht. Der Online-Weg ist in diesem Punkt der strengere — und die digitale Sperre der einzige Mechanismus, der wirklich nachhält.
Livewetten und Cash-out während des Rennens
Während eines Rennens bewegt sich die Quote im Rhythmus des Geschehens. Ein Safety-Car zieht das Feld zusammen und macht einen Führungswechsel wahrscheinlicher; ein Boxenstopp entscheidet über die Reihenfolge nach der Rückkehr auf die Strecke; ein Ausfall verändert das Feld hinter dem Ausfallenden. Livewetten sind genau deshalb interessant und genau deshalb gefährlich, weil die Quote schneller reagiert als die eigene Einschätzung: Wer auf ein Safety-Car wartet und dann setzt, wettet auf ein Ereignis, das gerade stattgefunden hat, während die Quote sich erst langsam anpasst.
Bei Sporttip gibt es Cash-out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.
Das ist der Punkt, an dem die Werbesprache auffällt. Cash-out klingt nach einem Ausgang, den man selbst in der Hand hält, und ist in Wahrheit ein Preis, den der Veranstalter stellt. Der Cash-out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann jederzeit geändert werden; Swisslos muss Cash-out nicht für alle Wetten anbieten. Wer eine Wette mit Cash-out abschliesst, kauft also kein Recht, sondern eine Option, die der Anbieter jederzeit zumachen darf. Der Cash-out-Betrag rutscht gerade dann, wenn die Wette am meisten wert wäre — bei einem Safety-Car oder nachdem der eigene Fahrer in Führung liegt.
Zwei Beträge, die man nebeneinander sehen muss
Wer den Cash-out-Betrag mit dem möglichen Gewinn bei Rennende vergleicht, sieht sofort, wie der Anbieter die Sicherheit bepreist. Bei einer Wette von CHF 1’000 zum Höchsteinsatz ist der Unterschied keine Kleinigkeit mehr. Der ehrliche Umgang mit der Funktion: Wer den Cash-out-Betrag annimmt, verkauft den Rest der Wette zu einem Kurs, den er nicht beeinflussen kann — und wer ihn ablehnt, hat immer noch das Wetter auf der Strecke. Ein «Wetten ohne Verlustrisiko» gibt es nicht; es gibt eine vorzeitige Auszahlung zu einem schlechteren Kurs.
Bei Quotenboosts lohnt ein zweiter Blick. Boosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-out verfällt der Boost. Die Erhöhung ist an eine Voraussage gebunden, die man vorher treffen muss — und wer genau dann Cash-out zieht, verliert den Bonus obendrein.
Prognosen: was sich vor dem Start eines Rennens wirklich sagen lässt
Jede Formel-1-Prognose beruht auf einer kleinen Zahl von Faktoren: Streckencharakter, Qualifying-Ergebnis, Zuverlässigkeit und Reglement. Keiner davon liefert Gewissheit.
Die Strecke entscheidet über das Überholen. Eine enge Passage mit wenigen Ausweichmöglichkeiten verschiebt die Bedeutung des Startplatzes nach oben; eine Strecke mit langen Geraden lässt ein schnelles Auto auch aus dem Mittelfeld nach vorn kommen. Der Grosse Preis von Monaco ist der Extremfall, den das Publikum sofort versteht: Dort entscheidet die Qualifikation praktisch das Rennen.
Qualifying und Rennpace sind zwei verschiedene Disziplinen. Ein Team, das über eine Runde die beste Zeit fährt, hält den Reifen im Renntrimm nicht zwingend zusammen. Wer den Polesetter automatisch als Sieger wählt, verwechselt ein Ein-Runden-Ergebnis mit einem Zwei-Stunden-Ergebnis.
Die Zuverlässigkeit ist die unbekannteste Grösse im Jahr 2026. Neue Motoren, neuer Elektroanteil, ein neues aerodynamisches Konzept — die ersten Läufe sind ein Test unter Wettbedingungen. Wer nach zwei Rennen einen Trend erkennt, erkennt vermutlich ein Zufallsergebnis.
Und das Reglement entscheidet mehr als die Fahrer. Elf Teams mit 22 Fahrern, zum ersten Mal seit 2016; Cadillac kommt hinzu, Sauber heisst jetzt Audi F1 Team. Ein Teamwechsel bringt neue Datenpfade, neue Strategieabteilungen und eine Umstellung, die sich nicht in Testzeiten ablesen lässt.
Warum auch die beste Vorbereitung eine Schätzung bleibt
Wer diese Faktoren sauber gewichtet, erhält ein besseres Modell — und trotzdem eine Quote, die falsch liegen kann. In der Saison 2025 wurde Lando Norris Fahrerweltmeister und McLaren-Mercedes Konstrukteursweltmeister; ein Modell vom Jahresanfang hätte beides kaum prognostiziert. Der Grund ist strukturell: Ein Rennausgang hängt an Reifenstrategie, Boxenstopp-Zeiten und fremden Fahrfehlern, also an Grössen, die niemand vorhersieht.
Es gibt ein ehrliches Verhältnis zu diesen Unsicherheiten: Man betrachtet eine Wette als kleine Zahlung auf ein angenehmes Wochenende und nicht als Ertragsquelle. Wer mit einem bestimmten Betrag rechnet, den er gewinnen wird, hat die Unsicherheit nur in seinen Plan aufgenommen, nicht in seine Erwartung.
Zu einem Tipssystem gehört deshalb immer dieselbe Frage: Was kostet mich diese Wette im Durchschnitt, nicht was zahlt sie mir im Glücksfall. Die Antwort steckt in der Quote, und die ist kleiner, als sie aussieht.
Wie Quoten funktionieren, und was die Marge davon abzieht
Aus Einsatz und Quote folgt der Gewinn. Der Kern der Sache ist eine Division, und sie ist die Verdienstmöglichkeit des Anbieters.
In der Formel 1 gibt es dafür drei Denkweisen. Die Siegerwette auf einen Grossen Preis ist ein Einzelereignis mit einem Ergebnis und einer Quote. Die Podiumswette streckt den Bereich auf drei Plätze und wird entsprechend tiefer bezahlt. Die Weltmeisterwette ist eine Langzeitwette, deren Quote über Monate lebt und an jedem Rennausgang neu justiert wird. Wer drei Wochen nach dem Saisonstart auf den Titel setzt, kauft eine Quote, die den bisherigen Saisonverlauf schon eingepreist hat.
Die Weltmeisterwette hat eine Eigenschaft, die sie von allem anderen unterscheidet: Sie ist über die Saison hinweg handelbar. Bei Sporttip gibt es Cash-out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, soweit der Anbieter ihn stellt. Wer im Verlauf der Saison erkennt, dass seine Prognose falsch war, kann sie unter Umständen vor Rennende verlassen — zu einem Betrag, den der Anbieter festlegt.
Quotenschlüssel und Marge, an einem Beispiel gerechnet
Die Marge lässt sich aus jeder Quote ablesen, ohne dass ein Anbieter sie nennen muss. Man nimmt die Kehrwerte aller Quoten eines Marktes, addiert sie und bildet daraus den Kehrwert; das ist der Quotenschlüssel, also der Anteil aller Einsätze, den der Markt insgesamt zurückzahlt. Was fehlt, ist die Marge.
Für einen illustrativen Zwei-Weg-Markt mit 1.90 auf beide Seiten — als Beispiel gerechnet, nicht als irgendwo gefundene Quote — ergibt der Quotenschlüssel zwischen 94 und 96 Prozent, und die Marge liegt entsprechend zwischen 4 und 6 Prozent. Die Bandbreite hat einen Grund: Je nachdem, wie stark sich die Quoten zwischenzeitlich bewegt haben und auf welcher Seite des Marktes Geld liegt, wandert der Wert innerhalb dieser Spanne. Bei einer Quote von 1.90 auf beiden Seiten sind es 95 Prozent und damit 5 Prozent Marge — die beiden Zahlen sind dieselbe Sache von zwei Seiten.
Was heisst das für ein Rennen? Bei einem Einsatz von CHF 1’000 zahlen 1.90 genau CHF 1’900 zurück, wovon CHF 900 derjenige Anteil ist, der über dem Einsatz liegt. Der erwartete Gewinn liegt aber nicht bei CHF 900, denn die Quote ist kein Messinstrument, sondern ein Angebot. Die Marge wirkt über viele Wetten: Bei einem Quotenschlüssel von 95 Prozent zahlt der Markt langfristig 95 Rappen je eingezahltem Franken zurück. Im Klartext behält der Anbieter etwa einen Franken aus zwanzig.
Die Rechnung ist ein statistischer Durchschnittswert über viele Wetten, kein Ergebnis für die einzelne Wette. Wer sieben Mal gewinnt und drei Mal verliert, merkt von der Marge nichts — bei tausend Wetten merkt er sie sehr deutlich. Deshalb ist die Marge die richtige Grösse, wenn man Anbieter vergleichen will, und die falsche, wenn man ein einzelnes Rennen bewertet.
Bei Langzeitwetten auf den Weltmeister ist die Marge oft spürbarer als bei einem Zwei-Weg-Markt, weil die Quoten über Monate stehen und jede Bewegung an einem anderen Fahrer zieht. Wer zwei Anbieter vergleicht, sollte deshalb nicht die auffälligste Quote betrachten, sondern zwei oder drei Quoten desselben Marktes nebeneinander legen. Ein Anbieter kann mit einer Quote werben und in einer anderen verdienen.
Die zwei bewilligten Veranstalter im Einzelnen
Swisslos Sporttip: das Gemeinschaftswerk der Deutschschweizer Kantone
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019; das Sportwettenprodukt heisst Sporttip. Bewilligt ist es als Grossspiel mit Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach dem BGS, beaufsichtigt von der Gespa. Ein Online-Konto erhält nur, wer im Vertragsgebiet wohnt — in den Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein.
Die Einsätze sind klar begrenzt: Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, Höchsteinsatz CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 für eine Systemwette; Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Die Limite ist keine Empfehlung, sondern eine Wand. Eine Rennsportwette über CHF 1’000 lässt sich hier nicht platzieren, und wer das mehrfach versucht, beschäftigt sich mit dem System und nicht mit dem Rennen.
Für die Kontoeröffnung braucht es mindestens 18 Jahre und Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Angaben werden aus dem hochgeladenen Ausweis gelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Bei Rennwetten gilt zusätzlich: Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.
Vor der ersten Teilnahme müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Wer die sportlichste Vorsicht walten lassen will, setzt die 30-Tage-Limite tief und lässt sie dort — die Dreitagefrist macht die Erhöhung zu einer bewussten Entscheidung.
Für Anbieter mit lokalem Zuschauerfokus ist das ein vollständiges Paket: eine Bewilligung, ein klarer Katalog, feste Einsatzgrenzen, ein Kontoregister mit Identitätsprüfung. Die Kehrseite steht im Kleingedruckten des Cash-out und der Boosts: Der Veranstalter entscheidet jederzeit über beides neu. Qualität und Bequemlichkeit sind hier zwei verschiedene Dinge, und Swisslos liefert nur das erste.
Loterie Romande Jouez Sport: dasselbe Recht, andere Reichweite
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Kontaktadresse ist Avenue de Provence 14 in Lausanne; das Unternehmen nennt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Beaufsichtigt wird das Angebot ebenfalls von der Gespa, mit Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem BGS.
Wo Swisslos auf eine grosse Deutschschweizer Kantonsgruppe baut, arbeitet die Loterie Romande in einem kleineren geografischen Raum mit auffällig viel Filialnetz. Für einen Wettenden aus Genf ist das der praktische Unterschied: Verkaufsstellen in erreichbarer Nähe und ein Online-Konto, das an den Wohnsitz im eigenen Kanton gebunden ist. Wer in Zürich lebt, kann dort kein Konto eröffnen — und wer in Freiburg wohnt, keines bei Swisslos.
Der Vergleich zwischen den beiden endet dort, wo das Gesetz anfängt: Beide halten dieselbe Bewilligungsart, unterliegen derselben Liste erlaubter Wettarten und derselben Steuerregel. Ein Unterschied zugunsten des einen entsteht vor allem aus dem Wohnort. Wer in einem Kanton mit Zugang zu beiden Vertragsgebieten grenznah wohnt, hat die seltene Wahl; alle anderen haben die ihre bereits getroffen.
Öffentliche Zwecke binden auch hier den Ertrag: Für 2025 flossen von Swisslos CHF 506 Mio. in kantonale Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz, aus den Sportwetten CHF 109 Mio. Beim Westschweizer Pendant ist es derselbe Mechanismus, nur mit einem kleineren Einzugsgebiet.
HighFlyBet: eine Lizenz, die in der Schweiz nichts bedeutet
HighFlyBet hat keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten. Eine gemeldete Lizenz ist nicht festgestellt, und eine solche hätte hier auch keine Wirkung. Das Konto ist nicht mit dem Schweizer Sperrregister verbunden, und Schweizer Rechtsschutz besteht nicht. Die Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und über DNS gesperrt werden.
Für einen Schweizer Wettenden heisst das konkret: keine 18-Jahre-Kontrolle nach Schweizer Massstab, keine Verlustlimiten nach Schweizer Regeln, kein Weg zu einer Schweizer Beratungsstelle über den Anbieter. Gewinne sind nach kantonaler Praxis unter Umständen steuerbar, was im Thurgau bei ausländischen Grossspielen selbst bei kleinen Beträgen gilt.
Wer die Seite trotzdem öffnet, sollte sie als das lesen, was sie ist: ein Angebot ohne Schweizer Rahmen. Die Bewilligung lässt sich in einem Register prüfen, wenn der Anbieter sie nennt. Nennt er keine, sucht man nichts weiter.
Funbet: die Wahl ohne Schweizer Rückweg
Funbet hat keine Schweizer Bewilligung. Es gilt, was für alle ausländischen Anbieter in dieser Liste gilt: nur zwei Veranstalter sind hier zugelassen, eine gemeldete Lizenz ist nicht festgestellt, und sie hätte in der Schweiz keine Wirkung. Keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann auf die Gespa-Sperrliste kommen.
Interessant ist an diesem Eintrag, was er strukturell zeigt. Ein Markt mit einem so klaren Bewilligungsrahmen erzeugt trotzdem eine Reihe von Anbietern, die regelmässig neue Domains brauchen. Die Gespa führte Ende 2025 671 Domains auf ihrer Sperrliste; die erste Liste stammte vom 3. September 2019. Gesperrte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt. Wer bei einem solchen Anbieter ein Guthaben stehen lässt, hält es an einer Adresse, die sich verflüchtigen kann.
Wer sich für Funbet entscheidet, entscheidet sich für Bequemlichkeit gegen Rückgriffsmöglichkeit. Diesen Handel sollte man bewusst eingehen, wenn man ihn überhaupt eingeht.
myBet: ohne Anbindung an die Spielsperre
myBet hat keine Schweizer Bewilligung, und eine gemeldete Lizenz ist nicht festgestellt. Damit fehlen drei Dinge, die ein Konto bei Sporttip oder Jouez Sport mitbringt: die Anbindung an das schweizweite Sperrregister, Schweizer Rechtsschutz und die Bindung an die Limiten setzende Aufsicht.
Der fehlende Registeranschluss ist der Punkt, den man nicht unterschätzen sollte. Eine bei Swisslos ausgesprochene unbefristete Spielsperre gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos und wird schweizweit eingetragen. Bei einem Anbieter ohne Anschluss an dieses Register ist eine solche Sperre kein Hindernis — wer sich selbst schützen will, findet dort keine Tür, die er zuziehen könnte.
Der Preis für die fehlende Aufsicht zeigt sich im Alltag: keine Obergrenze für Einsätze, keine Pflicht zur Identitätsprüfung nach Ausweis, keine Anlaufstelle bei Streit. Wer hier spielt, setzt auf die Hausregeln eines Unternehmens, das in der Schweiz nichts zu verlieren hat.
MrXbet: der Vergleich mit einem Bewilligungsrahmen, den es hier nicht gibt
MrXbet steht ohne Schweizer Bewilligung in dieser Liste. Eine gemeldete Lizenz ist nicht festgestellt, was bedeutet, dass in der Schweiz nichts gilt. Der Anschluss an das Sperrregister fehlt, Schweizer Rechtsschutz besteht nicht, und die Domain kann von der Gespa gesperrt werden.
Diese Einträge sind erzählerisch wenig ergiebig und sachlich trotzdem wichtig, weil sie einen Irrtum auflösen: Die vielen ausländischen Anbieter, die sich Schweizer Kundschaft wünschen, verändern den Rechtsrahmen nicht. Eine Bewilligung aus einem anderen Land bleibt ohne Wirkung in der Schweiz; organisiert jemand ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten, ist das strafbar, mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe und bis zu fünf Jahren bei gewerbsmässigem Betrieb.
Wer bei MrXbet ein Konto hält, hat kein Problem, solange nichts passiert. Genau darin liegt das Risiko: Es gibt keinen Mechanismus, der einschreitet, wenn etwas passiert.
Cloudbet: ein ausländisches Konto, das die kantonale Steuerfrage mitbringt
Cloudbet hat keine Schweizer Bewilligung und keine festgestellte gemeldete Lizenz. Dazu kommt ein Punkt, der über die Zulassungsfrage hinausgeht: Gewinne aus ausländischen Grossspielen unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, werden aber nach kantonaler Praxis — etwa im Thurgau — als voll steuerbares Einkommen behandelt, unabhängig von der Höhe. Der Steuerfreibetrag, der bei bewilligten Schweizer Grossspielen greift, steht hier nicht zur Verfügung.
Der entscheidende Unterschied liegt aber im Sperrsystem. Die Schweiz kennt kein Zahlungsblocksystem gegen unbewilligte Wettseiten. Kein Bankinstitut und kein Kartennetz sperrt solche Zahlungen von sich aus. Wer also meint, der Zahlungsweg filtere unseriöse Anbieter heraus, verlässt sich auf eine Kontrolle, die es nicht gibt. Die Gespa blockiert Domains über DNS, nicht Zahlungen.
Wer die Spielkontrolle schätzt und trotzdem ein Konto im Ausland hält, sollte die Limiten dort selbst setzen — es gibt keinen Veranstalter, der sie ihm abnimmt.
BetFury: Domainwechsel als Geschäftsmodell
BetFury hat keine Schweizer Bewilligung. Eine gemeldete Lizenz ist nicht festgestellt, sie hätte hier keine Wirkung, das Sperrregister ist nicht angebunden, und Schweizer Rechtsschutz besteht nicht. Die Domain kann auf die Sperrliste kommen; die Gespa nennt Domain-Hopping als Praxis und führt Namen gesperrter Anbieter.
Für Schweizer Kunden ist die praktische Folge eine Adressfrage. Der Anbieter ist unter einer Domain erreichbar, die sich ändern kann, und wer ein Guthaben hält, hält es dort. Der Wechsel von Domain zu Domain ist nicht nur ein technisches Detail, sondern ein Hinweis darauf, wie verbindlich das Verhältnis zwischen Anbieter und Kunde gedacht ist.
Wer den bewilligten Weg nimmt, hat einen Sitz in Basel oder Lausanne. Das ist kein Versprechen auf Service, aber es ist ein Ort, an dem man jemanden findet.
Betovo: ausländische Quoten ohne Schweizer Katalog
Betovo steht ohne Schweizer Bewilligung in der Liste, und eine gemeldete Lizenz ist nicht festgestellt. Das bedeutet bei Formel-1-Wetten mehr, als es zunächst klingt: Der bewilligte Katalog erlaubt in der Schweiz nur die Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten der Gespa-Liste. Ein ausländischer Anbieter kennt diese Liste nicht, weil sie für ihn nicht gilt.
Für manche Wettende ist genau das der Reiz. Wer einen Markt sucht, den die Schweizer Liste nicht enthält, findet ihn nur dort — und trägt das Risiko vollständig selbst. Wer dagegen im bewilligten Rahmen bleibt, tauscht Reichweite gegen Kontrolle: weniger Märkte, aber ein Spielerkonto mit Identitätsprüfung und ein Veranstalter, der einer Aufsicht untersteht.
Wer die grössere Auswahl will, sollte zumindest wissen, was er dafür aufgibt: keine Anbindung an die Spielsperre, kein Schweizer Vorgehen bei Streit, keine Schweizer Kontrolle der Auszahlung auf ein Konto im eigenen Namen.
BetLabel: der letzte Eintrag und die Grenze der Liste
BetLabel steht ohne Schweizer Bewilligung in dieser Übersicht. Eine gemeldete Lizenz ist nicht festgestellt, damit hätte sie in der Schweiz keine Wirkung, und ein Anschluss an das Sperrregister besteht nicht. Die Domain kann gesperrt werden, und ein Schweizer Gerichtsweg steht offen nur bei einem Schweizer Veranstalter.
Diese Liste hat deshalb eine harte Grenze, die nichts mit ihrer Länge zu tun hat. Es gibt keine weiteren bewilligten Buchmacher in der Schweiz. Wer die Gespa-Whitelist sucht, findet keine — die Aufsicht veröffentlicht nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains. Wer prüfen will, ob ein Anbieter hier bewilligt ist, hat genau zwei Namen zur Auswahl. Alles andere ist Verhandlungssache mit einem Unternehmen, das der Schweizer Aufsicht nicht untersteht.
Wie ein Wettkonto bei einem bewilligten Veranstalter entsteht
Der Ablauf ist kurz, und die Reihenfolge ist nicht beliebig. Zuerst steht die Registrierung mit Altersnachweis und Adressprüfung — verlangt sind mindestens 18 Jahre und Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt im Vertragsgebiet des Veranstalters, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Bei Swisslos werden die Daten aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft.
Dann folgen die Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 unter 21 Jahren. Erst danach lässt sich wetten. Die Reihenfolge ist der eigentliche Schutzmechanismus: Die Limite steht, bevor der erste Einsatz fällt, und sie kann nicht mehr nach oben korrigiert werden, ohne dass 72 Stunden vergehen.
Wer diesen Weg geht, sollte zwei Dinge wissen. Erstens ist eine Erhöhung nach drei Tagen selbstverständlich möglich — die Frist ist eine Bremse, kein Verbot. Zweitens sind die Limiten produktbezogen und personenbezogen: Wer sie bei einem Veranstalter setzt, hat sie nicht automatisch bei einem anderen Anbieter, und gerade deshalb ist die Verbindung zum Sperrregister so wichtig.
Kontoguthaben werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausbezahlt. Kredit gibt es nicht. Wer aus einem Haushalt mit einem geteilten Konto zahlt, wird an dieser Stelle scheitern — und das ist beabsichtigt.
Jahr für Jahr neu: was vor jedem Rennen zu prüfen ist
Eine Formel-1-Saison ist kein gleich bleibender Gegenstand. Der Kalender ändert sich, ein Lauf wird abgesagt, ein Reglement greift, ein Team tritt unter neuem Namen an. Vor einer Wette lohnt deshalb ein kurzer Blick auf vier Punkte, und keiner davon ist Zierde.
Erstens das Wettprogramm des Veranstalters selbst. Ob ein bestimmter Markt verfügbar ist, ob ein Rennen überhaupt im Angebot steht und welche Wettart dahintersteht, findet man dort und nirgends sonst. Bei einem abgesagten Grand Prix verschwindet die Wette aus dem Programm; wer eine Kombiwette über mehrere Läufe gebaut hat, sollte die Beine einzeln nachlesen.
Zweitens die Regel zu den Punkten. Seit 2010 bekommen die ersten Zehn eines Rennens Punkte, in Sprintrennen die ersten acht nach dem Schema 8-7-6-5-4-3-2-1. Der Zusatzpunkt für die schnellste Rennrunde, der von 2019 bis 2024 existierte, ist weggefallen. Eine Wette auf die schnellste Runde des Rennens bezieht sich damit auf eine Bestzeit ohne Meisterschaftswert — was den Markt nicht verschwinden lässt, aber seine Bedeutung verändert.
Drittens die Zeit. Ein Rennen wird abgebrochen, wenn es nach zwei Stunden nicht beendet ist; nach einer roten Flagge steigt das Limit auf drei Stunden. Wer eine Livewette bis kurz vor Schluss hält, hält sie auch gegen diese Uhr.
Viertens die Trennung von Qualifying, Sprint und Rennen. Diese drei Ergebnisse können an einem Wochenende völlig verschieden ausgehen, und Kombiwetten über mehrere von ihnen sind nicht unabhängig voneinander. Wer Sprint und Rennen desselben Wochenendes kombiniert, kombiniert zwei Ergebnisse aus derselben Strecke und demselben Wetter.
Für Schweizer Wettende kommt eine fünfte Prüfung dazu, und sie ist die wichtigste: Ist der Anbieter bewilligt, und liegt der eigene Wohnsitz in seinem Vertragsgebiet? Ein Konto bei Swisslos verlangt Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in den Deutschschweizer Kantonen, im Tessin oder im Fürstentum Liechtenstein; ein Konto bei Jouez Sport verlangt Wohnsitz in Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf oder Jura. Alle anderen nehmen Sportwetten hier nicht an, jedenfalls nicht rechtmässig.
Häufige Fragen zu Formel-1-Wetten in der Schweiz
Dürfen Schweizer Veranstalter Wetten auf Formel-1-Rennen anbieten, und wo ist das festgelegt?
Ja, aber nur im Rahmen eines geschlossenen Katalogs. Die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten (Fassung 10.09.2026) legt fest, was erlaubt ist; Grundlage ist das Geldspielgesetz, Artikel 25. Ein Grand Prix als Sportwettbewerb steht darauf, ein Markt auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen nicht.
Wie wird eine Wette gewertet, wenn ein Rennen abgebrochen wird oder ein Grosser Preis ausfällt?
Regeln zum Abbruch und zur Wertung stehen in den Spielregeln und Teilnahmebedingungen des jeweiligen Veranstalters, nicht im Gesetz. Der Grosse Preis von Saudi-Arabien am 19. April 2026 wurde ersatzlos abgesagt; wie eine Wette auf einen nicht ausgetragenen Lauf behandelt wird, ergibt sich aus dem Programm des Anbieters. Bei Kombiwetten entscheidet das über die Zahl der Beine.
Was bedeutet Cash-out bei Livewetten, und warum ist das eine Funktion des Anbieters?
Cash-out ist eine vorzeitige Auszahlung statt des möglichen Wettgewinns. Bei Sporttip gibt es sie für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, online, vor Spielbeginn und live, als vollständiges Cash-out ohne Teilauszahlung. Der Betrag liegt tiefer als der mögliche Gewinn, hängt vom Rennverlauf ab und kann geändert werden; ein Anspruch darauf besteht nicht.
Weshalb gilt kein Tipp auf den Weltmeister als sicher, und was zeigt die Marge in den Quoten?
Ein Rennausgang hängt an Reifenstrategie, Boxenstopps, Ausfällen und fremden Fahrfehlern — Grössen, die vorher niemand kennt. Die Saison 2025 brachte mit Lando Norris und McLaren-Mercedes zwei Titel, die am Jahresanfang kaum prognostiziert wurden. Die Marge zeigt, was der Anbieter je Markt behält: bei Quoten von 1.90 auf beiden Seiten 5 Prozent.
Wie sind Gewinne aus Sportwetten besteuert, und was bedeutet der Steuerfreibetrag je nach Kanton?
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag je Einzelgewinn steuerfrei; der Bundesfreibetrag liegt ab 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000. Der kantonale Freibetrag weicht ab, deshalb gilt «je nach Kanton». Darüber behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein. Fragen klärt die kantonale Steuerverwaltung.
Sportarten – wettbueroch
Inhalt erstellt vom Team «wettbueroch»
