Schachwetten in der Schweiz: Wer darf hier überhaupt Quoten anbieten?
Ladevorgang...
Zehn Namen tauchen auf, wenn Schweizer nach Schachwetten suchen. Zwei davon dürfen das hier überhaupt anbieten. Diese Spannung bestimmt den ganzen Vergleich, und wegbeschreiben lässt sie sich nicht: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport sind die einzigen Veranstalterinnen von Sportwetten in der Schweiz — festgelegt haben das die Kantone, nicht der Markt. Die übrigen acht sind ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung, die Schweizer Spielende im Netz antreffen und die hier als Referenz erscheinen, nicht als Option.
Vor jeder Marke steht eine andere Frage: Steht ihr Ereignis überhaupt auf der Liste der zugelassenen Sportarten und Wettarten? Ein regelkonformes Angebot auf eine Schachpartie, die dort fehlt, ist keine Wette, sondern ein Rechtsverstoss des Veranstalters. Erst die Liste, dann die Bewilligung, dann das Wettprogramm — in dieser Reihenfolge sind die zehn Karten zu lesen.
Stand: Oktober 30, 2026. Die Angaben zu den Bewilligungen wurden gegen die Veröffentlichungen der Gespa und die Teilnahmebedingungen der beiden konzessionierten Veranstalterinnen geprüft.
Der Vergleich: zugelassene Anbieter und Marken ohne Bewilligung
| Anbieter | Bewilligungsstatus | Veranstalter bzw. berichtete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS | Société de la Loterie de la Suisse Romande |
| Donbet | ohne Schweizer Bewilligung | eigene Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz |
| Sportuna | ohne Schweizer Bewilligung | eigene Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz |
| AmunRa | ohne Schweizer Bewilligung | eigene Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz |
| myBet | ohne Schweizer Bewilligung | eigene Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz |
| Betscore | ohne Schweizer Bewilligung | eigene Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz |
| Gamdom | ohne Schweizer Bewilligung | eigene Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz |
| MyStake | ohne Schweizer Bewilligung | eigene Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz |
| Jackbit | ohne Schweizer Bewilligung | eigene Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz |
Die Tabelle listet zehn Zeilen. Zehn Optionen listet sie nicht. Zwischen den ersten zwei Zeilen und den acht darunter liegt ein Unterschied in der Art, nicht im Grad — die einen stehen unter Aufsicht der Gespa, die anderen unter keiner Schweizer Aufsicht. Wer die Spalten von oben nach unten liest und nur die Zeilenzahl sieht, hat die Kernfrage schon verpasst.
Eine fremde Erlaubnis entfaltet nach Art. 4 BGS nur im Land ihres Veranstalters Wirkung. Hier ist sie kein Papier mit halber Kraft, sondern gar keines. Bei den acht Marken ohne Schweizer Bewilligung ist über den Inhalt dieser ausländischen Erlaubnis wenig Verlässliches bekannt: Mal handelt es sich um eine Lizenz aus Curaçao, mal um eine europäische, und in mehreren Fällen liess sich keine verwertbare Angabe finden. Für Spielende in der Schweiz ändert das nichts. Ein hiesiges Gericht prüft keine ausländische Erlaubnis, und die Gespa führt Domains solcher Anbieter auf der Sperrliste, die Telekom-Anbieter per DNS-Sperre durchsetzen. Ob ein Haus also sauber lizenziert ist oder gar nicht — für den Rechtsschutz hier lautet die Antwort beide Male gleich.
Die Reihenfolge dieser Aufstellung ist kein Ranking. Sie beginnt mit den zwei Häusern, die hier eine Bewilligung haben, und führt danach die Marken auf, die Schweizer beim Suchen antreffen. Genau darum steht die Bewilligungsspalte vor jeder Quote: Ein noch so attraktiver Preis auf einer Seite, die hier nicht veranstalten darf, ist für den Rechtsschutz bedeutungslos.
Warum die Live-Übertragung keine Wettbedingung ist
Bei Sporttip gilt die Livewette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wer eine Partie im Stream verfolgt und währenddessen setzt, hat keine Sonderstellung und keinen Vorteil. Die Quote ist dieselbe, das Ereignis ist dasselbe.
Praktisch heisst das: Sporttip kann Livewetten auf ein Ereignis anbieten, das gar nicht übertragen wird, und umgekehrt kann ein übertragenes Ereignis ohne Livewetten im Programm stehen. Der Stream ist Beiwerk, nicht die Grundlage. Für Schachfans ist das keine Nebensache, denn die Liveübertragung einer WM-Partie ist oft der Anlass, überhaupt ein Konto zu eröffnen. Bei Sporttip ist sie ein Kanal zum Zuschauen, keine Bedingung zum Wetten.
Der Spielplan: Kandidatenturnier und WM-Kampf
Der Spielplan ist der einzige Kalender, den ein Schachwetter braucht — und er hat eine Besonderheit, die es in kaum einer anderen Sportart gibt. Der wichtigste Termin des Jahres ist ein Zweikampf über Wochen, nicht ein Turnier über ein Wochenende.
Die Schachweltmeisterschaft wird als Duell zwischen dem Titelträger und einem Herausforderer ausgetragen, der sich in der Regel über das Kandidatenturnier qualifiziert. Zwei Ausnahmen stehen in der Geschichte: 1948 und 2007 wurde der Titel in einem Turnier ausgespielt. Für einen Wettmarkt heisst das, dass ein ganzes Jahr lang ein Ereignis im Zentrum steht — das Kandidatenturnier — und danach genau ein weiteres, der WM-Kampf.
Der Modus entscheidet über die Zahl der Partien und damit über jede Quote. Die Schachweltmeisterschaft 2024 lief vom 25. November bis 12. Dezember 2024 in Singapur im Modus Best of 14 klassische Partien. Für den Sieg waren mindestens 7½ Punkte nötig. Ein Kampf über vierzehn Partien ist etwas anderes als eine einzelne: Er kennt Zwischenstände, Aufholjagden und einen Punkt, an dem ein Remis den Ausschlag gibt.
Genau so kam es. Dommaraju Gukesh gewann die Schachweltmeisterschaft 2024 mit 7½:6½ gegen Ding Liren, bei 3 Siegen, 2 Niederlagen und 9 Remis. Ein Tiebreak war nicht nötig, der Kampf endete innerhalb der vierzehn Partien. Neun Remis in vierzehn Partien — das ist die Zahl, an der sich ablesen lässt, warum Schachwetten anders funktionieren als Fussballwetten.
Die Tiebreak-Regel gehört zum Modus und damit zum Wettprogramm. Bei Gleichstand nach vierzehn Partien hätte die Schachweltmeisterschaft 2024 durch Tiebreaks entschieden werden sollen: erst Schnellschachpartien, dann ein Schnellschach-Minimatch, dann Blitzpartien, zuletzt Blitz mit plötzlichem Tod. Ein Anbieter, der eine Siegwette auf den Kampf führt, muss sagen, ob diese Tiebreaks mitzählen. Wer das nicht klärt, setzt auf eine Partie mit unbekanntem Ende.
Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Die Regel klingt selbstverständlich. Im Schach trifft sie einen kleinen Kreis sehr genau, weil die Zahl der Beteiligten an einem Kandidatenturnier oder einem WM-Kampf überschaubar ist und ein grosser Teil der interessierten Öffentlichkeit dieser Szene nahesteht.
Was eine Quote auf eine Schachpartie tatsächlich abbildet
Eine einzelne Partie ist die kleinste Einheit, die sich bequem bepreisen lässt. Auf die Weltmeisterschaft als Ganzes zu setzen verlangt eine eigene Wette, die nur in wenigen Wochen des Jahres überhaupt angeboten wird. Der Rest des Jahres füllt sich mit einzelnen Partien — und dort liegt das Problem. Eine klassische Partie dauert schnell fünf, sechs Stunden, sie kann ohne Sieger enden, und der Ausgang fällt mitunter in einem Zug, den nur Grossmeister sehen.
Zwei Grundtatsachen prägen jede Quote. Weiss erzielt im Schach im Mittel etwa 54 % der möglichen Punkte. Und bei Schachmeistern liegt die Remisquote bei etwa 43 %. Übersetzt in ein Wettprogramm: Ein Sieg von Schwarz ist die Ausnahme, Weiss hat einen messbaren Vorteil, und in fast jeder zweiten Partie auf hohem Niveau verteilt man Punkte, ohne dass jemand gewinnt.
Dass ein Drittel des Ergebnisses ein eigenes Ergebnis ist, unterscheidet Schach von jeder Torsportart. Bei Fussball gibt es Sieg, Niederlage und Remis, doch der Remis-Fall ist ein seltenerer Zustand in einem Spiel, in dem ein Tor ihn auflöst. Im Schach ist er das erwartete Resultat. Wetten ohne diese Kategorie sind Wetten mit einer Lücke — und wer die Lücke nicht bemerkt, liest eine Quote für eine Partie, in der es nur zwei Ausgänge zu geben scheint.
Warum die Remisquote eine eigene Quote bekommt
Die Remiswahrscheinlichkeit ist der Faktor, den kein Schachwetter ignorieren kann. Alle drei Quoten eines Drei-Weg-Marktes hängen an ihr: Je wahrscheinlicher das Remis, desto höher die Quote darauf — und desto tiefer die Quoten für Sieg und Niederlage, weil dieselbe Gesamtwahrscheinlichkeit auf drei Ergebnisse verteilt wird. Eine Partie zwischen zwei vorsichtigen Spielern mit symmetrischer Eröffnung ist quotenmässig eine andere Veranstaltung als ein Kampf um den Titel, in dem Schwarz auf Sieg spielt.
Die 43 % bei Meistern sind ein Durchschnitt über viele Partien. Der Einzelwert verschiebt sich stark mit dem Turnierkontext. In einem Kandidatenturnier, in dem jede Partie über die Qualifikation entscheidet, wird anders gespielt als in einem offenen Turnier mit vielen Namen. Deshalb sind Quoten auf Spitzenschach nicht über die Saison hinweg stabil.
Wer eine Schachpartie über lange Zeit führt, ist kein sicherer Gewinner. Die Regeln kennen Ausgänge, die von aussen willkürlich aussehen und es nicht sind: Eine Partie endet remis unter anderem durch Patt — der Spieler am Zug hat keinen legalen Zug und steht nicht im Schach —, durch Einigung, durch dreifache Stellungswiederholung, die nur auf Antrag geltend gemacht wird, und durch die 50-Züge-Regel, ebenfalls auf Antrag. Eine Partie ist zudem automatisch remis bei fünffacher Stellungswiederholung und nach 75 Zügen ohne Bauernzug und ohne Schlagfall, ausserdem bei toter Stellung, in der kein Spieler mehr mattsetzen kann.
Für eine Wette auf Sieg oder Niederlage heisst das: Das Ergebnis kann auf zwei Wegen ausbleiben — durch das Spiel selbst und durch eine Regel, die niemand auf dem Brett erzwingt. Die Antragsregeln machen den Ausgang nicht nur vom Spielstand abhängig, sondern auch von der Entscheidung eines Spielers. Wer in ausgeglichener Stellung auf einen Sieg setzt, setzt auch darauf, dass der Gegner weiterkämpft.
Die Marge in einer Drei-Weg-Quote auf Schach
Die Marge sitzt in jeder Quote, auch in einer auf Schach. Sie lässt sich aus dem Auszahlungsschlüssel eines Marktes ablesen: Dieser ergibt sich als Kehrwert der Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes, und die Marge ist 100 % minus diesem Auszahlungsschlüssel.
Zur Veranschaulichung ein Beispiel, kein quotierter Preis: ein Zwei-Weg-Markt mit je 1.90 auf beiden Seiten. Damit liegt der Auszahlungsschlüssel bei rund 95 % und die Marge bei rund 5 % — von jedem Franken, der auf diesen Markt fliesst, kommt rund 95 Rappen als Auszahlung zurück, rund 5 Rappen bleiben beim Veranstalter. Wie jede Quotenrechnung ist das eine Schätzung über viele Wetten, kein Versprechen für eine einzelne.
Die Zahl 5 % ist eine Bandbreite, keine Konstante. Der Wert hängt von der Zahl der Ausgänge und von der Wettart ab. Ein Drei-Weg-Markt mit Sieg, Remis und Niederlage verteilt dieselbe Auszahlung auf drei Quoten statt auf zwei; ein Anbieter, der den Remis-Fall aus dem Programm lässt und nur Sieg und Niederlage führt, kann seine Marge auf zwei Quoten legen. Die tiefste Marge steht dort, wo der Anbieter den Ausgang am sichersten einschätzt, die dickste in Nischen, die kaum jemand bepreisen kann. Schach ist eine solche Nische.
Welcher Anbieter zu welchem Konto passt
Die Wahl ist eine zwischen einem Konto in einem geschlossenen System und einem Konto bei einem Veranstalter, von dem die Schweiz nichts weiss. Beides ist unbequem, aber auf verschiedene Weise.
Ein Sporttip-Konto verlangt Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet — den deutschsprachigen Kantonen einschliesslich Tessin und dem Fürstentum Liechtenstein. Ein Jouez-Sport-Konto verlangt Wohnsitz in einem der sechs Westschweizer Kantone. Wer im falschen Gebiet wohnt, bekommt kein Konto, nicht durch Verhandlung und nicht durch eine andere Zahlweise. Wer im richtigen wohnt, bekommt dafür die volle Schweizer Aufsicht: eine bewilligte Veranstalterin, Verlustlimiten vor der ersten Wette, ein Sperrsystem und einen Steuerfreibetrag.
Bei einer Marke ohne Schweizer Bewilligung gibt es diese Liste nicht. Wer sich dort registriert, tippt seine Wette in ein System, das nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen ist, und tippt sie ohne Schweizer Rechtsweg. Dass ein solcher Anbieter mehr Märkte zeigt, ist kein Gegenargument, sondern die logische Folge: Keine Schweizer Behörde prüft sein Programm. Bei einer hiesigen Veranstalterin ist die Breite gerade der Beweis, dass die Liste eingehalten wird.
Grundlagen: die Regeln hinter jeder Schachwette
Das Schachbrett hat 8 × 8 = 64 Felder. Zu Beginn stehen 32 Figuren darauf, je 16 pro Seite: König, Dame, zwei Türme, zwei Springer, zwei Läufer und acht Bauern. Diese Zahlen sind nicht Zierwerk, sondern der Rahmen, in dem jede Wette auf eine Partie steht — und der Grund, warum sich Schachpartien so lange ziehen können.

Der Weltschachbund FIDE wurde 1924 in Paris gegründet und vergibt seit 1948 den Titel des Schachweltmeisters. Der erste Titelträger war Wilhelm Steinitz, der 1886 den Zweikampf gegen Johannes Hermann Zukertort mit 12,5:7,5 gewann. Der WM-Titel ist damit kein jährlich vergebener Meisterschaftstitel, sondern eine über mehr als hundert Jahre geführte Linie von Zweikämpfen.
Rechtslage: zwei Bewilligungen, die nur in der Schweiz gelten
Bevor eine Sportwette in diesem Land stattfinden darf, muss sie auf der Liste stehen. Die Gespa führt die Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, aktuell in der Fassung vom 10. September 2026, gestützt auf Art. 25 BGS und Art. 29 VGS. Steht ein Turnier nicht darauf, darf es der bewilligte Veranstalter nicht bepreisen — ein Anbieter ohne Bewilligung darf es ohnehin nicht.

Die Liste ist eine geschlossene Aufzählung. Qualifikationsrunden stehen nur darauf, wenn sie ausdrücklich genannt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie genannt sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe sind nie enthalten. Ecken- und Kartenmärkte fehlen, und eine Esport-Sektion gibt es in der Liste nicht. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.
Für Schach ist damit alles gesagt und nichts vorausgesetzt. Ob die Schachweltmeisterschaft oder das Kandidatenturnier genannt sind, ergibt sich aus der Liste — nicht aus der Bekanntheit der Ereignisse. Diese Frage muss sich ein Schachwetter selbst beantworten, und die Antwort steht in einem amtlichen Dokument, das die Gespa veröffentlicht. Kein Anbieter nimmt ihm das Lesen ab.
Der Weg zur Bewilligung verläuft zweistufig. Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, und das Gesetz verlangt eine Veranstalterbewilligung und zusätzlich eine Bewilligung pro Spiel. Eine Bewilligung nach Art. 4 BGS gilt nur in der Schweiz. Aufsichtsbehörde ist die Gespa mit Sitz in Bern; die Eidgenössische Spielbankenkommission ist nicht zuständig, sie überwacht nur die Casinos. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt, und der Reingewinn fliesst an öffentliche Zwecke in den Kantonen.
Dass Verzeichnisse keine weiteren bewilligten Wettanbieter listen, hat einen schlichten Grund: Es gibt keine. Die Gespa veröffentlicht die Sperrliste blockierter ausländischer Domains und sonst kein Anbieterverzeichnis.
Ausländische Häuser stehen ausserhalb dieses Systems. Eine Bewilligung aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land entfaltet in der Schweiz keine Wirkung, und das Veranstalten von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist strafbar — bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren. Wer als Spielender eine solche Seite nutzt, wird nach der Rechtsauffassung des Bundesamts für Justiz nicht bestraft. Das Risiko liegt woanders: In Verfahren gegen den Veranstalter können Einsätze und Gewinne eingezogen werden, und es gibt weder Schutz noch Fairplay-Kontrolle. Die Durchsetzung läuft über die Sperrliste, deren erste am 3. September 2019 erschien. Ende 2025 standen 671 Domains darauf. Blockierte Adressen werden innert Stunden ersetzt, Domain-Hopping genannt. Die Gespa hat in diesem Zusammenhang Interwetten und Bet-at-Home namentlich erwähnt und bet365 als auf der Liste geführt genannt.
Was hängen bleibt, wenn der Anbieter ausländisch ist
Wechselt der Veranstalter das Land, wechselt in der Schweiz auch die Aufsicht. Bei einer Marke ohne Bewilligung lässt sich das an drei Stellen nachprüfen.
Die erste ist die Sperrliste der Gespa. Steht eine Domain darauf, ist der Zugang in der Schweiz gesperrt, und der Versuch einer Registrierung endet meist früher, als das Konto entsteht. Die zweite ist das Sperrregister für Spielsperren: Wer sich bei Swisslos oder der Loterie Romande sperren lässt, wird in einem schweizweiten Register eingetragen, das auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos und im Fürstentum Liechtenstein gilt. Ausländische Anbieter sind daran nicht angeschlossen. Eine Person, die sich dort trotz laufender Sperre registriert, wird nicht aufgehalten. Die dritte Stelle ist der Zahlungsweg: Gewinne und Guthaben dürfen in der Schweiz nur auf ein Zahlungskonto lauten, das auf den Namen des Kontoinhabers lautet, und Kredite an Spielende sind verboten. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Angebot nicht. Bei ausländischen Anbietern fehlt diese Bindung — und mit ihr der Kontrollpunkt, an dem eine auffällige Zahlung überhaupt auffällt.
Nichts davon macht eine ausländische Marke per se unsicher. Es macht sie ungeprüft, und das ist etwas anderes.
Wem man vor der ersten Wette Rechenschaft schuldet
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Die 72 Stunden sind die eigentliche Schutzmassnahme, und sie sind die Zahl, die im Alltag am häufigsten übersehen wird. Wer nach einer Verlustserie rasch mehr Geld nachlegen will, kommt an dieser Frist nicht vorbei. Bemerkenswert ist auch der gesetzliche Rahmen: Das Gesetz verlangt, dass der Veranstalter einen oder mehrere Höchstwerte für Tages-, Wochen- oder Monatseinsätze oder -verluste einholen muss, und die Erhöhung greift von Gesetzes wegen nach 24 Stunden. Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an.
Ein Trugschluss ist die angeblich gesetzliche Einzahlungsgrenze. Die Schweiz kennt keinen festen staatlichen Depotdeckel. Limiten sind selbst gesetzt — vom Spielenden, nicht vom Staat. Wer glaubt, eine Behörde habe für ihn mitgedacht und seinen Monat gedeckelt, hat den Mechanismus nicht verstanden.
Die Spielsperre und der eigene Ausstieg
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren. Während der Frist gibt es keine Aufhebung. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Gesetzlich können überdies überschuldete oder süchtige Personen ausgeschlossen werden, und eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten wieder aufheben. Ausgeschlossene oder minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.
Der Teil der Sperre, der am wenigsten beachtet wird, ist der Verfall des Guthabens. Eine Sperre ist keine Pause ohne Kosten. Die drei Monate bis zur Aufhebung sind lang, und sie sind absichtlich lang.
Ein persönlicher Ausschluss beendet ausserdem nicht die Verantwortung des Veranstalters. Die Gespa führte 2025 Testkäufe durch, bei denen an Verkaufsstellen in 47.5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft wurde. Die Zahl zeigt, dass Schutz am Schalter nicht selbstverständlich greift. Beim Online-Zugang sind Registrierung und Altersprüfung konsequenter geregelt, doch der Befund bleibt eine Warnung: Auf gelebte Praxis ist nur begrenzt Verlass.
Auffällig lange Partien: warum die Limite hier mehr leistet
Schachwetten haben eine Eigenheit, die keine andere Sportart in dieser Form kennt: Eine Partie kann sechs Stunden dauern, und in diesen Stunden bewegt sich die Livequote bei jedem Zug. Wer live auf Schach setzt, setzt nicht auf ein Ergebnis, das nach neunzig Minuten feststeht, sondern auf einen Ausgang, der sich in einer langen Folge kleiner Entscheidungen verschiebt.
Genau in solchen Wettarten sind selbst gesetzte Verlustlimiten das wirksamste Werkzeug, weil sie unabhängig davon greifen, wie oft jemand während einer laufenden Partie nachsetzt. Der Tagesrahmen fängt keine einzelne lange Partie ab, die Monatsgrenze dagegen schon. Wer vor einem Turnier mit vielen Partien an mehreren Tagen steht, setzt deshalb die 7- und 30-Tage-Werte, bevor er die erste Wette tippt.
Ein weiterer Punkt betrifft die Form der Wette selbst. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Roter Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Eine in letzter Sekunde getippte Wette kann also nachträglich ohne Wirkung bleiben. Verlustlimiten zählen den Einsatz dennoch mit.
Die Rahmenbedingungen des Schweizer Wettmarktes
Die zwei Veranstalterinnen sind ein bewusst kleiner Kreis, und die Zahlen zeigen, warum das nicht nur eine Aufsichtsfrage ist. Beide verteilen einen erheblichen Teil ihrer Erträge an öffentliche Zwecke.
Swisslos schüttete für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio. aus: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz, die Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und die Sporthilfe unterstützt. Aus den Sportwetten stammten davon CHF 109 Mio. im Jahr 2025, gegenüber CHF 122 Mio. im Jahr 2024.
Die rückläufige Zahl für die Sportwetten ist der interessantere Wert. Sie fiel um CHF 13 Mio., während insgesamt ein Reingewinn verteilt werden konnte. Es gibt also keinen Hinweis darauf, dass das Schachpublikum im Sporttip-Programm wächst, sondern den gegenteiligen.
Die Loterie Romande ist ähnlich aufgestellt. Sie veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura, betreibt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und beschäftigt 221 Mitarbeitende. Eine Veranstalterin dieser Grösse kann keine zweihundert Wetten pro Woche anbieten wie ein internationales Sportportal; sie muss sich auf ein schmales, geprüftes Programm konzentrieren.
Wie sich aus Bewilligung und Liste der Steuerpunkt ergibt
Wetten sind in der Schweiz nicht die einzige Grossspielform, und die steuerliche Behandlung hängt an der Bewilligung. Gewinne aus schweizerisch bewilligten Grossspielen — und die Eidgenössische Steuerverwaltung nennt Sportwetten in diesem Zusammenhang ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und erst darüber steuerpflichtig. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, nach CHF 1’070’400 im Jahr 2025. Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, je nach Kanton, und darf nicht mit einer einzigen Zahl wiedergegeben werden.
Über der Schwelle behält die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird. In der Praxis gewinnt ein durchschnittlicher Wettender weit unter dieser Grenze und schuldet weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer auf dem Gewinn.
Bei ausländischen Anbietern gibt es keine Verrechnungssteuer, wohl aber eine kantonale Praxis, die den Gewinn als vollständig steuerbares Einkommen behandelt — im Kanton Thurgau unabhängig von der Höhe. Für Spielende bei einem Haus ohne Schweizer Bewilligung entfällt also die Rückerstattungsmöglichkeit, nicht die Steuerpflicht.
Eine Wettsteuer auf Einsätze kennt die Schweiz nicht. Wer eine solche Gebühr in einer Abrechnung sucht, sucht etwas, das es nicht gibt. Für den eigenen Fall bleibt der Verweis auf eine Steuerberaterin oder das kantonale Steueramt.
Die Werbung und die Gratiswette
Werbung für Geldspiele darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich weder an Minderjährige noch an ausgeschlossene Personen richten. Werbung für ein Geldspiel, das in der Schweiz nicht erlaubt ist, ist verboten und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 bestraft. Beschreiben und bewerten ist zulässig, Bewerben nicht.
Gratisspiele und Gratisguthaben brauchen vorab die Zustimmung der Gespa; 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Diese Vorabkontrolle ist der Grund, warum die zwei Schweizer Veranstalterinnen nicht mit derselben Wucht mit Gratisangeboten werben wie ausländische Portale. Eine zeitliche Beschränkung der Werbung nach Tageszeit gibt es nicht.
Der Cash-Out und was er kostet
Der Cash-Out-Betrag bei Sporttip ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; eine Garantie, dass Cash-Out für alle Wetten angeboten wird, besteht nicht. Möglich ist er für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen.
Der Satz «tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Gewinn» ist die ganze Wahrheit über Cash-Out in einem Satz. Der Unterschied ist der Preis, den der Anbieter für die Aufhebung nimmt. Bei Schach fällt er besonders ins Gewicht: In einer langen Partie mit drei möglichen Ausgängen schwankt der Zwischenstand stark, und wer bei jedem Zittern aussteigt, zahlt den Aufschlag viele Male.
Quotenboosts und Profitboosts fallen bei Swisslos nicht zusammen. Quotenboosts gelten nur online und nur für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Der Mindesteinsatz und die Obergrenze
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1. Der Höchsteinsatz liegt bei CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette und bei CHF 10’000 für eine Systemwette. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.
Die Spanne zwischen CHF 1 und CHF 1’000 ist breit genug für jeden Alltagswetter und eng genug, um grosse Einzelwetten zu verhindern. Am wichtigsten ist der Nachsatz: Die Limiten stehen nicht in einem Vertrag, der sich nicht ändern lässt, sondern in den Bedingungen der Veranstalterin, die sie jederzeit anpassen darf. Wer eine Wette plant und auf eine bestimmte Obergrenze baut, prüft sie im Augenblick der Wette.
Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; Personen unter 18 Jahren sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.
Die Regeln der regulären Spielzeit
Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind.
Bei Schach greift dieselbe Logik, nur heisst die Verlängerung anders. Ein WM-Kampf wird in klassischen Partien gespielt, und bei Gleichstand hätte ein Tiebreak entscheiden sollen — erst Schnellschachpartien, dann ein Schnellschach-Minimatch, dann Blitzpartien, zuletzt Blitz mit plötzlichem Tod. Ob eine Wette auf den Kampfsieg diese Schnellschach-Entscheidung einschliesst, muss aus dem Wettprogramm hervorgehen. Steht dort nichts, ist die Wette eine Wette auf die klassischen Partien ohne Tiebreak.
Warum der Vergleich zwei Kategorien hat und nicht zehn Plätze
Zehn Karten, zwei Gruppen. In der ersten stehen zwei Anbieter, in der zweiten acht Marken, die einander in der Schweiz in einem Punkt gleichen: eine Bewilligung hierzulande haben sie nicht. Das ist keine Wertung, sondern der Befund.
Die Regeln, mit denen die acht ausländischen Marken beschrieben werden, sind ihre eigenen. Ob eine Marke Krypto-Einzahlungen akzeptiert, wie schnell sie auszahlt, wie hoch ihre Limiten liegen: Auskunft darüber geben die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Marke selbst und sonst nichts. Wer zwei Anbieter über die Grenze hinweg vergleichen will, prüft dasselbe auf beiden Seiten und hält die Befunde auseinander.
Der Vergleich endet deshalb nicht mit einer Rangfolge von zehn gleichartigen Optionen, sondern mit einer Feststellung: Bei Schachwetten in der Schweiz lautet die erste Frage nicht, wer die höchste Quote bietet, sondern wer hier überhaupt eine Veranstalterbewilligung hat.
Schachweltmeisterschaft und Kandidatenturnier: wann überhaupt gewettet wird
Ob ein Turnier bepreist wird, hängt an seinem Platz auf der Liste. Der Spielplan zeigt, welche Turniere als Ereignis für Schweizer Wetten in Frage kommen und wann sie stattfinden. Ein volles Schachjahr mit vielen Turnieren ist noch kein volles Wettjahr.
Die Aufmerksamkeit konzentriert sich auf wenige Daten. Das Kandidatenturnier entscheidet über den Herausforderer, und der WM-Kampf folgt in einem Zeitfenster von gut zwei Wochen; die Weltmeisterschaft 2024 vom 25. November bis 12. Dezember 2024 in Singapur ist dafür das Muster. Ein Zyklus hat damit Höhepunkte, die tief im Kalender eines Jahres stehen, und lange Abschnitte, in denen nur einzelne Partien übrig bleiben. In diesen Abschnitten entscheidet sich, ob das Wettprogramm einer Schweizer Veranstalterin überhaupt eine Schachquote enthält.
Der Reiz des offenen Anbieters und was er nicht kauft
Ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung kann ein Programm anbieten, das hier nicht bewilligungsfähig wäre: Esports fehlen in der Liste der zugelassenen Sportarten und Wettarten, Karten- und Eckenmärkte ebenso, und ein ausländisches Portal ist an diese Liste nicht gebunden. Wer das Angebot liebt, wird dort mehr finden.
Die Kehrseite ist nicht moralisch, sondern praktisch. Es gilt dort kein Schweizer Rechtsschutz, und die Schweiz verlangt keine Auszahlung. Der Fall, der nicht im Programm steht, steht in den Bedingungen. Kein Portal der Welt zahlt auf Grundlage einer Schweizer Bewilligung aus, die es nicht hat.
Swisslos Sporttip: nur im Vertragsgebiet, dafür unter Schweizer Aufsicht
Swisslos ist eine interkantonale Genossenschaft mit Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Das Sportwettangebot läuft unter dem Namen Sporttip und wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt; zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet.
Diese Gebietsliste ist der entscheidende Satz, nicht das Wettprogramm. Zur Online-Registrierung braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet; es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft.
Isoliert betrachtet ist das Sporttip-Angebot an Märkten schmal im Vergleich zu internationalen Portalen. Der Vorteil liegt nicht in der Breite, sondern darin, dass jede Wette im Programm eine sein muss, die das Gesetz zulässt. Wer im Vertragsgebiet wohnt und Schachwetten unter Schweizer Aufsicht sucht, findet hier das grösste Angebot auf dieser Seite der Grenze.
Loterie Romande Jouez Sport: das Westschweizer Gegenstück für sechs Kantone
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie betreibt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und beschäftigt 221 Mitarbeitende. Als Kontaktadresse nennt sie die Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne.
Die Aufteilung ist keine Doppelspurigkeit, sondern eine Arbeitsteilung: zwei Veranstalterinnen, zwei Sprachregionen, kein Wettbewerb untereinander. Das Konto steht nur Personen mit Wohnsitz im jeweiligen Gebiet offen.
Verkaufsstellen und Mitarbeitende sind bei einer Veranstalterin dieser Grösse ein zweischneidiges Argument. Sie stehen für eine Präsenz, die ein reines Onlineportal nicht hat. Sie sind aber auch der Kanal, an dem die Gespa 2025 bei Testkäufen in 47.5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft sah. Die Zahl betrifft den Schalter, nicht die Westschweiz allein, und sie sagt nichts über das Online-Verfahren. Sie erinnert daran, dass Schutz nicht deshalb funktioniert, weil eine Verkaufsstelle existiert.
Wer in einem der sechs Kantone wohnt und ohnehin lieber in einer Filiale abschliesst, findet hier denselben bewilligten Rahmen wie im Sporttip-Gebiet, nur auf Französisch ausgerichtet.
Donbet: ohne Schweizer Bewilligung, Geschäftsbetrieb ohne hiesige Aufsicht
Donbet gehört zur Gruppe der ausländischen Marken ohne Schweizer Bewilligung. Eine Bewilligung für den Schweizer Markt besitzt das Haus nicht, und nach Art. 4 BGS entfaltet eine ausländische Lizenz hier keine Wirkung. Es besteht keine Verbindung zum schweizerischen Sperrregister, und Schweizer Rechtsschutz gibt es nicht. Die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden, die Telekom-Anbieter per DNS-Sperre durchsetzen.
Über den Schachbezug dieses Hauses lässt sich auf dieser Grundlage nichts sagen. Ob Donbet Schachmärkte führt, wie hoch die Limiten liegen und welche Zahlungswege offenstehen, steht in den eigenen Bedingungen.
Wer mit einer Marke ohne Schweizer Bewilligung liebäugelt, sollte wenigstens den Zahlungsweg prüfen: Im bewilligten Angebot lautet jede Auszahlung auf ein Konto auf den eigenen Namen, und diese Bindung fällt weg.
Sportuna: ohne Schweizer Bewilligung, ohne Schweizer Rechtsweg
Sportuna steht in derselben Kategorie: keine Schweizer Bewilligung, keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann auf der Sperrliste landen. Die Bewilligung, mit der das Haus in seinem Sitzland arbeitet, hat hier keine Kraft.
Für Schach gilt bei Sportuna dasselbe wie bei jeder Marke ohne Schweizer Bewilligung: Was das Programm enthält, steht in den eigenen Bedingungen.
Gemeinsam mit allen Häusern dieser Gruppe gilt nur eines. Wer eine Streitigkeit hat, führt sie in einem Rechtsrahmen, an dem die Schweiz nicht beteiligt ist.
AmunRa: ohne Schweizer Bewilligung, Aufmachung aus dem Casino-Bereich
AmunRa trägt eine Aufmachung, die aus dem Casino-Bereich stammt. Für die Bewilligungslage ändert das nichts: keine Schweizer Bewilligung, keine Registeranbindung, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrlisten-Risiko.
Ebenfalls unverändert ist die Folge für Schach. Ein Haus mit Schwerpunkt auf Casino-Spielen ist keine Adresse, bei der Schweizer Spielende ihre Wettrechte gesichert wissen.
Wer dort spielt, tut es ohne Netz. Das ist keine Warnung, sondern eine Beschreibung der Aufsichtslage.
myBet: ohne Schweizer Bewilligung, Marke mit langer Laufzeit im Graumarkt
myBet fehlt die Schweizer Bewilligung, die Anbindung ans Sperrregister und der Schweizer Rechtsweg; die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden. Eine Bewilligung aus einem anderen Land bindet keine Schweizer Behörde.
Zu Schach und zu Limiten lässt sich nichts ergänzen. Das Haus ist keine Schweizer Veranstalterin, und die Liste der zugelassenen Sportarten und Wettarten bindet es nicht.
Dass es dort trotzdem ein Wettprogramm gibt, ist anzunehmen. Belegt ist damit nichts.
Betscore: ohne Schweizer Bewilligung, ohne Verbindung zum Sperrsystem
Für Betscore gilt die Runde ohne Änderung. Der Schweizer Markt ist für das Haus nicht bewilligt, die Schweizer Sperre erreicht es nicht, und ein hiesiger Rechtsweg existiert nicht. DNS-Sperre bleibt möglich.
Der Schachbezug ist offen. Wer eine Domain ohne Schweizer Bewilligung nutzt, findet die einschlägigen Bedingungen in den Geschäftsbedingungen des Hauses — nicht in einem Schweizer Bewilligungsbescheid.
Eine Aussage über die Sicherheit der Anbieterin lässt sich daraus nicht ableiten. Eine über ihre Bewilligungslage schon.
Gamdom: ohne Schweizer Bewilligung, Angebot ohne Schweizer Aufsicht
Gamdom gehört zu den Marken ohne Schweizer Bewilligung, ohne Verbindung zum Sperrregister und ohne Schweizer Rechtsweg. Sie kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und per DNS blockiert werden.
Wer dort setzt, setzt ausserhalb des Schutzes, den die Schweiz für bewilligte Wetten aufbaut.
Auch für Schach gilt, was für alle Häuser dieser Gruppe gilt: keine bewilligte Veranstalterin, keine Prüfung des Programms nach Schweizer Recht.
MyStake: ohne Schweizer Bewilligung, ohne Schweizer Ansprechstelle
Wie die anderen Häuser dieser Gruppe: keine Schweizer Bewilligung, keine Verbindung zum Sperrsystem, kein Schweizer Rechtsweg. Eine ausländische Erlaubnis gilt hier nicht.
Das Haus ist nicht Teil der Sportwetten, die die Gespa überwacht. Der Zugang zum Schweizer Markt besteht für ein solches Angebot nicht, und das Sperrlisten-Risiko besteht weiter.
Belastbare Angaben zu Schachmärkten oder Limiten liefert nur das Haus selbst.
Jackbit: ohne Schweizer Bewilligung, Krypto-Profil
Jackbit präsentiert sich mit einem Krypto-Profil und steht damit der Schweizer Regel näher als jede andere Marke dieser Liste — allerdings nur, um an ihr zu scheitern. Im bewilligten Schweizer Angebot sind Auszahlungen und Guthaben auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers begrenzt, und anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es nicht. Ein Krypto-Profil ist im bewilligten Markt strukturell nicht vorgesehen.
Im Übrigen gilt auch hier: keine Schweizer Bewilligung, keine Registeranbindung, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrlisten-Risiko.
Wer eine Marke mit Krypto-Fokus sucht, findet bei Jackbit eine. Wer Schweizer Aufsicht sucht, findet sie dort nicht.
Was sich aus den Zahlen dieses Marktes ablesen lässt
Die zwei bewilligten Veranstalterinnen sind kein Zufall des Marktes, sondern eine Zahl, die die Kantone festgelegt haben. Das erklärt die schmale Auswahl und den hohen Anspruch an die Liste der autorisierten Ereignisse. Es erklärt nicht alles.
In den Zahlen von Swisslos für 2025 stehen CHF 562 Mio. ausgeschütteter Reingewinn, davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds. Aus den Sportwetten kamen CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Vorjahr. Das Interesse an den Produkten der Veranstalterin wächst also nicht überall gleich; das Schachangebot liegt in einem Segment, das zurzeit schrumpft.
Auf der anderen Seite stehen Marken, die ohne Bewilligung arbeiten und deren Domains trotzdem erreichbar bleiben, weil die Durchsetzung über die Sperrliste nur so schnell ist wie das Domain-Hopping. Ende 2025 waren 671 Domains gelistet, Tendenz seit der ersten Liste im Jahr 2019 steigend. Blockieren ist eine Massnahme, die nachläuft.
Wer diese beiden Bewegungen zusammennimmt, sieht einen kleinen, kontrollierten Bereich mit wenigen Anbietern und einem lauteren Grenzverkehr. Gut für die, die im bewilligten Bereich bleiben. Ein Nachteil für die, die mehr Auswahl suchen — es gibt diese Auswahl nur jenseits der Bewilligung.
Das Annehmen der Wette
Wetten werden angenommen, bis ein Ereignis eintritt. Nicht jeder späte Klick zählt.
Wer nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs setzt, zählt mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Wer live auf eine Schachpartie setzt und im entscheidenden Moment daneben liegt, hat also mit Glück noch den Einsatz zurück.
Was folgt daraus? Wer live setzt, setzt einen Moment früher, nicht später.
Der Vergleich und die Marge
Ein Vergleich mehrerer Anbieter läuft schnell auf die Quoten zu, und dann auf die Marge. Bei einem Zwei-Weg-Markt mit je 1.90 auf beiden Seiten liegt der Auszahlungsschlüssel bei rund 95 % und die Marge bei rund 5 %. Das ist der Betrag, um den jede Wette im Schnitt geschmälert wird — und bei einem Markt mit drei Ausgängen sieht er anders aus als bei einem mit zwei. In einem Drei-Weg-Markt auf Schach verteilt sich dieselbe Auszahlung auf Sieg, Remis und Niederlage; der Anbieter kann den Remis-Ausgang höher bepreisen und die Marge anders legen.
Wo zehn Anbieter in einer Aufstellung stehen, ist die Marge der eine Wert, der die Aussage über die Quoten untergräbt. Ein Anbieter mit einer Spitzenquote in einem Markt mit dicker Marge ist kein besserer Anbieter als einer mit einer mittleren Quote in einem Markt mit dünner. Wer den Vergleich nach einzelnen Quoten führt, führt ihn nach dem lautesten Signal statt nach dem aussagekräftigsten.
Auf Schach angewandt heisst das: Die entscheidende Frage ist nicht, welcher Anbieter den höchsten Preis auf eine Partie stellt, sondern wie viel von jedem Franken überhaupt zurückkommt. Und darauf antwortet in der Schweiz zuerst die Liste der zugelassenen Wettarten, die das Angebot vorgibt, in dem eine Marge überhaupt angesetzt werden darf.
Häufige Fragen
Darf in der Schweiz überhaupt auf Schach gewettet werden, und wer darf es anbieten?
Nur Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport dürfen in der Schweiz Sportwetten veranstalten, und Schach fällt nur darunter, wenn die Liste der autorisierten Sportarten und Wettarten es enthält. Ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung darf keine Wette anbieten, die hier erlaubt wäre.
Wie prüft man selbst, ob ein Schachturnier auf der Liste der autorisierten Wettarten steht?
Die Gespa veröffentlicht die Liste der autorisierten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, aktuell in der Fassung vom 10. September 2026. Wer wissen will, ob ein Turnier darauf steht, sieht in diesem Dokument nach — nicht im Wettprogramm eines Portals, denn das Programm folgt der Liste und nicht umgekehrt.
Warum ist die Remisquote für Schachwetten so wichtig?
Bei Schachmeistern endet etwa 43 Prozent der Partien remis, und Weiss holt im Mittel rund 54 Prozent der möglichen Punkte. Weil das Remis ein eigenes Ergebnis ist, teilen sich drei Wahrscheinlichkeiten die Gesamtsumme. Eine Quote allein auf Sieg oder Niederlage beschreibt die Partie nicht.
Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote?
Ein Gewinn ergibt sich aus Einsatz mal Quote, der Nettoertrag aus Einsatz mal Quote minus eins. Zur Veranschaulichung ein Markt mit je 1.90 auf beiden Seiten: Der Auszahlungsschlüssel liegt bei rund 95 Prozent und die Marge bei rund 5 Prozent. Der Wert ist eine Schätzung über viele Wetten, kein Ergebnis einer einzelnen.
Welche Verlustlimiten gelten vor der ersten Wette, und was bewirkt eine Spielsperre?
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 unter 21 Jahren. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten aufheben; eine unbefristete Sperre gilt im ganzen Land.
Was fehlt Spielenden bei einer Auslandsseite ohne Schweizer Bewilligung?
Eine ausländische Bewilligung gilt in der Schweiz nicht. Es fehlen die Anbindung an das Schweizer Sperrregister, ein Schweizer Rechtsweg und die Zahlung auf ein Konto auf den eigenen Namen. Die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und per DNS blockiert werden; Gewinne sind kantonal steuerbar.
Sportarten – wettbueroch
Inhalt erstellt vom Team «wettbueroch»
